Faer Eryn - die Geister des Waldes

Normale Version: Schatten der Vergangenheit
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Nendis saß in Stangard an einer Holzwand gelehnt. Über ihr leuchteten die Sterne, so hell und klar, dass es eine Freude war, sie zu betrachten. Neben ihr lag Pebelas und schien zu schlafen.

Die letzten Wochen forderten noch immer ihren Tribut von ihnen, es würde sicher noch sehr lange dauern, bis sie jene Ereignisse überwunden hatten.

Unruhig war sie geworden in den letzten Tagen, etwas nagte in ihr, wieder regten sich die Geister, ihre Geister, doch noch wiederstand sie ihnen und ging nicht hinaus, um sie zum Schweigen zu bringen. Richtung Lorien sollte es noch einmal gehen, wieder etwas näher an die Heimat, sie würde so gerne, doch es ging nicht.
Sie sah einen Moment von den Sternen weg zu Pebelas und strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht.

Diese Warnung, wie ernst war diese zu nehmen, das fragte sie sich irgendwie ständig. Womit hing es zusammen, folgte ihnen etwa doch der Arm des Königs Thranduil aus dem Düsterwald? Nendis nahm dieses an, doch Pebelas war anderer Meinung gewesen.

Einige Male hatte sie die Umgebung erkundet, ein wenig gehorcht, nach etwas, was ihr einen Anhaltspunkt geben könnte, doch da war nichts. Niemand schien ihnen gefolgt zu sein und von den anderen war auch keine Spur zu finden.
War es am Ende doch so, dass sie mehr unter Verfolgungswahn litten, als sie sich eingestehen wollten?

Am liebsten hätte sie sich schon in Lorien, entgegen aller Vernunft, dieser Sache gestellt.

Doch sie hatte ihn verstanden, er hatte befürchtet, dass etwas Schlimmes passieren würde und genau jenes Gefühl kannte sie noch zu gut. Ihr war es ebenso ergangen, nur war sie damals einfach gegangen. Auch sie hatte geglaubt, befürchtet, es würde etwas passieren. Doch war es schließlich auch so gekommen. Heute war sie froh, dass sie noch rechtzeitig angekommen war.

Sie ließ ihren Blick wieder zu den Sternen wandern.
Unruhe breitete sich wieder aus, schleichend und leise kroch sie immer stärker in Nendis Körper.
Sollte sie doch – nur ein wenig – sie wäre schnell wieder hier.
Sie griff nach ihren Bogen und hielt inne. Nein, das musste endlich vorbei sein, kein umherschleichen mehr in den Nächten.

Sie legte den Bogen beiseite, nein, keine blutigen Ausflüge mehr, du hast alles was du brauchst, lass die Geister ruhen, dachte sie und heftete ihren Blick weiter auf die Sterne.
Sie stand in ihrem Haus und hatte gerade ihre Satteltaschen fertig gepackt.
Wieder sah sie sich nochmal prüfend um. Hatte sie alles?
Sie nickt mehr zu sich selbst und stellte sich dann an das Fenster und sah hinaus.
Erinnerungen kamen in ihr hoch.

Sie waren viele tausend Jahre alt, aber ihr noch immer so sehr im Gedächtnis, als wären sie gestern passiert. Nahuel wurde im ersten Zeitalter als zweite Tochter geboren. Ihre Kindertage und ihr frühes erwachsenen Alter waren voller Glück gewesen.
Das Licht der beiden Bäume hatte noch geleuchtet und die weiße Hafenstadt lag friedlich unter ihrem Schein.
Sie lächelte immer, wenn sie daran zurück dachte, bevor dann ihre Erinnerungen immer wieder umschlugen und sich ihr Lächeln im Schmerze verlor.

Lange Zeit hatte sie unter diesen Erinnerungen gelitten und jenen Tag verflucht, der alles verändert hatte. Sogar später noch, hatte sie immer wieder die Noldor verflucht, die jenes Unglück zu verantworten hatten.
Heute lebte sie unter ihnen, jedoch hatte sie auch verstanden, dass sie nur dann etwas ausrichten konnte, wenn sie sich in ihrer Nähe aufhielt. So dachte sie bisher.

Ihr Schwager hatte sich damals gegen alle gestellt und damit heraufbeschworen, dass sie verlor, was sie so sehr liebte.

Niemals würde sie ihm das verzeihen, deswegen hatte sie seit hunderten von Jahren ein Auge auf sie.

Nahuel dreht sich um und sah den Menschen an dem sie in den Trollhöhen begegnet war.

Er war anscheinend sehr Loyal und hatte ihre Prüfung bestanden. Sein Handeln war nicht von reiner Gier bestimmt, jedoch hatte er schnell gemerkt, wie sehr es ihm seine Zukunft erleichtern würde.

Seine angenehme Art nicht zu viel Fragen zu stellen und eine Situation schnell zu erfassen, machte die Zusammenarbeit mit ihm so angenehm. Er wusste genau, was Nahuel wollte, wusste genau, worauf sie hinaus wollte, es bedurfte keiner großen Worte.

In ihn hatte sie genau den Begleiter gefunden, der ihr gefehlt hatte, jemand der nicht stümperhaft an die Angelegenheit heran ging, was man von ihren Leuten bisher nicht behaupten konnte.

Sie dachte an den letzten Boten den der Adan fasst in Einzelteilen zurück geschickt hatte.

Nun gut, Malthus hatte ihre sich nicht mit ihr in Lorien getroffen, dieser Termin war seit Tage verstrichen, bevor sie sich auf den Weg nach Imladris gemacht hatte.

Ihr wisst wo ihr mich finden werdet und welch Wichtigkeit in Eurer Handlung steckt. Lasst es mich wissen, wenn es soweit ist, sagte sie und schenkt ihm ein strahlendes Lächeln.

Er nickt wortlos und verließ das Haus.

Nahuel folgte ihm und beobachtete wie er sich auf die Suche begab, ihr Gefühl sagte ihr, dass es nicht mehr lange dauern würde.
Endlich konnten sie Stangard verlassen, sie waren einem schlimmen Verrat auf die Spur gekommen und nun zogen sie weiter nach Süden.
Path Celebrant würden sie bald erreichen und Nendis war froh um jede Meile, die sie von Lorien wegführte. Wie sehr hatte sie dem Impuls wiederstehen müssen nicht umzukehren.

Doch sie wollte wieder zurück, zurück in etwas Heimat - Imladris – ja nach Imladris wollte sie zurück.

Schweigend waren sie dahin geritten und Nendis sprach ihren Wunsch laut aus. Unweigerlich drehte Pebelas sich zu ihr. „Wir werden zurückkehren – irgendwann – ganz sicher„ sagte er ihr und sah ihr in die Augen, bevor er sich wieder dem Weg zuwandte und langsam weiter ritt.

„Mae, irgendwann“ murmelte Nendis als plötzlich eine Gestalt direkt vor Ninim lief und schon wieder mit schnellen Schrittes in der Landschaft verschwand.
Nendis hielt an, wendete Ninim und suchte nach der Gestalt.
„Pebelas, da war jemand, hast du das gesehen?“

Er wandte sich um und schüttelte den Kopf, "da war nichts mel nîn. Komm wir wollen dieses Land bald verlassen."

Nendis sah noch einmal dorthin, wo die Gestalt verschwunden war. Es war eine recht magere und nicht sehr gut gekleidete Gestalt gewesen, aber ein Elb, wie sie es hatte sehen können. Ihm war es aber wohl nicht gut ergangen und dann für einen Augenblick – sie hatte ganz kurz seine Augen gesehen – Nein, schüttelte sie den Gedanken ab, das konnte nicht sein, sie hatte sich sicher getäuscht.

Pebelas hatte sicher recht und sie war müde, sie wollte einfach irgendwie zurück und zur Ruhe kommen.

Nach einigen Meilen erreichten sie den großen Fluss in Path Celebrant, herrliches, hohes Schilf stand am Ufer.
„Komm, lass uns einen Moment zum Fluss gehen“, sagte sie zu Pebelas.
Sie ließen sich aus den Sätteln gleiten und gingen mitten durch das Schilf zum Ufer, ein schöner Anblick tat sich ihnen auf.

Nendis platschte mit ihren Füssen im Wasser und ein Lächeln umspielte ihren Mund.
„Es ist schön dich so unbeschwert zu sehen“, sagte Pebelas zu ihr.
Vielleicht ist das ein guter Ort um hier draußen die Nacht zu verbringen. Morgen können wir schauen, dass wir unsere Vorräte erneuern und dann ziehen wir weiter.
Nendis nickt und Pebelas ließ sich schon zu Boden sinken, sie legte ihre Waffen beiseite und setzte sich ganz dicht zu ihm.

"Ich würde gerne etwas hier verweilen mel nîn." Sie sah ihn von der Seite an und wandte dann den Blick auf den Fluss hinaus.

Sie sah über den Fluss und ganz entfernt das andere Ufer. Heute keine Geister, dachte sie so bei sich, hier draußen war sie nicht so nah an schützenden Mauern. Sie wusste, dass ihre Ausflüge zu gefährlich waren und dass sie sich jedes Mal immer weiter entfernt hatte, nicht bewusst aber dennoch war es plötzlich so gewesen.
Sie musste es Pebelas erzählen, vielleicht am Morgen, sie hatte es ihm schon einmal erzählt, aber das war an einem sehr schlimmen Tag gewesen und an jenem hatte sie so vieles gesagt, was falsch gewesen war.

Und so kuschelte sie sich neben Pebelas zusammen und lauschte den leisen Geräuschen der Nacht.
Lange war sie unterwegs gewesen, zu lange für ihren eigenen Geschmack. Ihr Füße kannten den Weg noch immer, ohne dass sie sich groß konzentrieren musste. Es war als wäre sie erst gestern an jenen Orten vorbei gekommen, hätte erst vor wenigen Tagen die Menschenstadt Bree umrundet und sich nun wieder auf den Rückweg gen Imladris begeben.

Nie wird sie den Blick von Pebelas vergessen als er sie einst fortschickte. Fort ins Exil, fernab der Faer Eryn, fernab von Freund und Feind. Und nie wird sie ihre Wut und ihren Kummer in den ersten Tagen und Wochen vergessen. Ihre Hilflosigkeit im Angesicht der Situation. Ihre Machtlosigkeit nichts aber auch gar nichts tun zu können.

Die Kapuze zog sie weiter ins Gesicht, den Mundschutz richtete sie kurz und mit einem knappen Nicken grüßte sie zwei Bauern am Wegesrand, welche nicht sonderlich begeistert von der vermummten Frau in den verschlissenen, dreckigen Kleidern und mit voller Bewaffnung waren und es daher lieber vorzogen sich an anderen Stellen ihrer Feldarbeit zu widmen.

Einige Wochen lang kam sie bei ihrem Volk in den Anfurten und später in anderen Teilen von Lindon unter, doch trotz all der Warnungen und weiser Worte hielt es sie dort nicht allzu lang. Sie würde selbst suchen wonach die anderen sicherlich schon seit Wochen bemüht waren. So brach sie auf, gut ausgerüstet durch Freunde und Bekannte, vor allem seitens Himelen. Ihr Weg führte sie gen Norden. Immer weiter nordwärts, bis sie mitten im Blauen Gebirge gen Osten schwenkte, den Luhn überquerte und in der Ferne die Berge Evendims erblickte.

Der trockene Boden der einsamen Lande breitete sich unter ihren abgelaufenen Sohlen aus. Ihr Rucksack war schwer geworden, unglaublich schwer. Sie kreuzte die Verlassene Herberge und die Ruinen alter Tage und konnte im Dunst der Dämmerung die Wetterspitze erblicken.

Wohin nur führte der Weg der Geister? Norden oder Süden. Osten oder Westen. Sie wusste es nicht, nur dessen war sie sich bewusst. Könnte sie doch nur jemanden fragen. Hätte sie doch nur einen Anhaltspunkt. Drei Tage und zwei Nächte verbrachte sie am Nenuial See mit Blick auf die Ruinen von Annuminas, welche im Morgenrot ein bezauberndes Bild abgaben. Dann entschied sie sich weiter gen Norden zu ziehen. Angmar war geschleift worden, doch sie fürchtete dass genau dort Himelen sein könnte. Dort wo niemand ihn vermuten würde. Sie war fest entschlossen und würde den Weg über die Eiswüsten von Forochel nehmen um des Feindesauge zu entgehen.

Einen weitere Tag war sie gewandert und erreichte die Mauern der Feste Guruth. Hier würde sie sich auf ihre letzte Etappe nach Imladris vorbereiten und ausrüsten und ... doch was war das? Nein besser wer war das? Diese Stimme, diese ach zu vertraute Stimme ... laut, ruppig und ungehobelt. Es gab nur einen auf den dies zutraf. Es war ...

... es war die schlimmste Reise die Perhil je antrat. Schier ewiges Eis und Kälte, gefolgt von finsterer Dunkelheit und beißendem Gestank. Nicht selten sprang sie dem Tod in letzter Sekunde von der Klinge. Sie schlich sich durch spitzkantige Schluchten, schlief zwischen pechschwarzem Gestein und an jenes Wasser und Getier von dem sie sich nährte vermochte sie keinen Gedanken mehr zu verschwenden für den Rest ihrer Tage. Das meißte ihrer Ausrüstung war verloren, verschlissen oder verbraucht und so nahm sie was sie fand, flickte was sie konnte und trug was sie musste. Und all dies brachte keinen Erfolg, denn das Hexenreich, auch wenn es noch immer durchzogen war von den Diener der Dunkelheit und des Schreckens, lag brach und wirkte führerlos chaotisch. Hier war er nicht hier konnte er nicht sein. So erreichte Perhil nach langer Wanderung den nördlichen Rand des Nebelgebirges und wagte den Aufstieg in unbekannte Höhen.

"MALTHUS!", sie schrie voll Freude und stürzte auf den scheinbar verwunderten Krieger zu. Ein ungewöhnliches Wiedersehen an diesem Ort. Malthus schien sich auf seine Art zu freuen doch irgendetwas stimmte nicht. Und dann war da noch ein Fremdling namens Faranis. Ein Name der gesprochen wohl eher zu ihrem Volk passen würde doch jener Herr Faranis war einer der Sterblichen aus den Breelanden.
Kurz war die Begrüßung, denn beide waren in Eile. Sie verfolgten eine Frau in Richtung der Trollhöhen. Perhil erhielt kurzerhand ein Pferd und schloss sich den Beiden an.

Wie klein die Welt ist wenn man auf ihren Dächern tanzt.
Auf Eis und Finsternis folgten Schnee und Wind. Perhil überquerte das Nebelgebirge relativ unbeschadet und nicht selten hatte sie das Gefühl, dass die Berge sie auf die richtigen Pfade führten. So kam es, dass sie an den nordöstlichen Ausläufern der Nebelberge auf die vereinzelten Quellen traf, welche sich im späteren Verlauf zum großen Fluss vereinten. Hier oben, weit im Norden der Welt sah sie den Gundabadberg und es kam ihr in den Sinn, dass dort Himelen sein mochte. Doch nichts auf diesem Teil der Welt hätte ihr helfen können diese alte Festung der Zwerge, welche nun voller Orks und anderem Getier war, nach ihrem Verwandten zu durchsuchen. Geknickt und betrübt brach sie nach schier endlosen Monden ihre Reise ab und begab sich auf den Rückweg nach Falathlorn, auf sicheren Wegen und unter weniger Gefahr.


Viel berichtete Malthus nicht über das was war oder sein könnte und offen sprechen konnten sie auch nicht, Herr Faranis wegen. Doch trotz alledem schien etwas nicht zu stimmen. Nur kurz erzählte ihr Malthus dass Nendis und Pebelas fort wahren, dass sie einer Spur nachgehen würden um beide zu finden und dabei bat er Herr Faranis das Erinnerungsstück jener Frau zu zeigen die sie suchten. Er zeigte ihr die Brosche der Waldgeister und fast wäre Perhil vom Pferd gestürzt, vor allem als er erwähnte dass Blut an ihr klebte als er sie bekam.

Dunkle Fenster, verwilderter Garten, staubige und verklebte Einrichtung. Pebelas schien seit langem fort zu sein. Kein Wunder dass ihn ihr Brief nie erreichte. Kurz sah sie beim Haus von Himelen, ihrer zweiten Heimat vorbei, doch ein ähnliches Bild zeichnete sich ab und lange vermochte sie nicht an diesem Ort zu bleiben. So fasst sie den Entschluss letztlich nach Bruchtal ihrem Geburtsort zurück zu kehren.

Viele Gedanken kreisten in jenen Stunden um den Kopf der jungen Elbendame. Letztlich erreichten sie die Trollhöhen und das Lager Barachens, eines Bekannten aus früheren Tagen in Bruchtal. Nachdem auch er den beiden Menschen mitteilte keine Frau gesehen zu haben, beschlossen sie hier zu rasten und am morgigen Tag weiter zu suchen.
Lange sprachen sie nicht mehr miteinander, doch was sie zumindest von Herrn Faranis erfahren durfte, weckte bei ihr die Hoffnung all dies doch noch zu einem guten Ende bringen zu können.
Er beschafft Dinge für Leute die sich diese nicht selbst beschaffen können ... sie schmunzelte ... eventuell sollte sie Herrn Faranis bitten ihm Himelen und Pebelas zu beschaffen. Mit diesem Gedanken und einem gequälten Lächeln fiel sie letztlich in einen tiefen Schlaf und dem Blätterdach der Trollhöhen.
Faranis starrte zu dem Krieger der alleine an einem der Tische der verlassenen Herberge saß. In Gedanken versunken hob dieser immer wieder den Krug an seine Lippen. Und doch bemerkte er Faranis Blick der fest auf ihm haftete. Mit einer Handbewegung bot er ihm an an seinem Tisch platz zu nehmen, was Faranis auch gerne annahm. Nachdem er für einen frisch gefüllten Krug für Maltus gesorgt hatte und sie sich bekannt gemacht hatten, fragte Faranis nach dessen Brosche, denn sie war es, der Faranis Interesse galt. Doch die Antwort, dass dies ein altes Erbstück sei, ließ Faranis nur seufzen. Er hatte gehofft, er würde mehr über dieses Schmuckstück erfahren denn, so erzählte er dem Krieger, er habe so ein Schmuckstück schon einmal gesehen. Auf die Frage wo denn dies gewesen sei, zog Faranis eine Brosche aus seiner Tasche, die der von Malthus glich. Die Neugierde des Kriegers schien nun ein wenig mehr geweckt zu sein und Farnanis erzählte weiter.

In den Trollhöhen traf er auf eine Frau die von zwei Männern verfolgt wurde. Mit Hilfe seiner beiden Dolche gelange es ihm die Zwei zu vertreiben, wobei er sie auch verletzte. Die Frau, Sarnella war ihr Name, verriet ihm, dass es die Beiden auf das Schmuckstück abgesehen hatten. Sie hatte es von einer Elbe namens Quendis und als Sarnella es ihm zeigte, war darauf Blut zu sehen. Das Schmuckstück hatte ihr nur Unglück eingebracht und sie wollte es loswerden. Faranis konnte nicht anders und kaufte ihr die Brosche ab. Sarnella zeigte sich darüber und über ihre Rettung überaus dankbar und da ihr Faranis auch noch zu gefallen schien, verbrachte sie die Nacht mit ihm. Als Faranis am folgenden Morgen erwachte, war die junge Frau verschwunden. Dies war erst vor wenigen Tagen und seither war er auf der Suche nach ihr, doch konnte er nirgends auch nur die kleinste Spur finden.

Die Art und Weise wie Faranis von Sarnella erzählte, verriet Malthus eine gewisse Zuneigung und welche Gründe der Krieger auch immer hatte, er bot Faranis an ihn bei seiner Suche zu begleiten.

So waren sie bereits kurz danach auf dem Weg zur Feste Guruth und tatsächlich hatte einer der Männer Sarnella gesehen. Von ihm erfuhren sie, dass die beiden Männer ihr wohl noch immer auf den Fersen waren. Sie soll ein Pferd gestohlen haben und in Richtung Osten davongeritten sein. Nachdem Faranis den Mann für das gestohlene Tier reichlich entschädigt hatte, wollten Malthus und er sich sofort wieder auf den Weg machen, doch kaum waren sie aufgesessen, wurde der Krieger von einer Elbe überaus freudig begrüßt. Mit knappen Worten erzählte die Elbe, die sich als Perhil vorstellte, dass sie auf der Suche nach Nendis und Pebelas war. Dann bat Malthus Farnis der Elbe seine Brosche zu zeigen. Perhil schloß sich den Beiden an und während des Rittes nach Osten erzählte ihr Faranis die Geschichte seiner Suche.

Auf einer kleinen Anhöhe in den Trollhöhen hatte der Elb Barachen sein Lager aufgeschlagen und dorthin steuerten Malthus und Perhil, gefolgt von Faranis ihre Pferde. Barachen wusste nichts über Sarnella und er konnte ihnen auch nichts über die Männer berichten, die sie verfolgen. Vielleicht könnte ihnen jedoch Rochwen weiterhelfen, da diese für gewöhnlich die Straße im Auge behielt. Die Sonne war bereits am untergehen und so entschlossen sich die Drei hier zu nächtigen. Am Lagerfeuer erfuhr Faranis mehr von Perhils Suche nach Nendis und Pebelas. Pebelas, ihr Verlobter, habe sie weggeschickt wegen ihres Onkels. Sie erwähnte einen traurigen Zwischenfall, doch ging sie nicht näher darauf ein. Vielleicht würde Faranis sie zu gegebenen Zeit nochmals danach fragen.

Am nächsten Morgen, nachdem Faranis Frühstück bereitet hatte, verstauten sie ihre Sachen wieder auf den Pferden und saßen auf um nach Rochwen zu suchen. Während des Rittes meinte Malthus zu Faranis, dass wohl ein Zusammenhang zwischen seiner Suche nach Sarnella und der Suche Perhils bestünde, denn der Name der Elbin der die Brosche gehörte, die den Weg zu Faranis fand, soll nicht Quendis sein … sondern Nendis.
Malthus und Perhil hatten Rochwen als erste entdeckt. Doch war eine weitere Elbe bei ihnen, die Faranis unbekannt war. Schnell stellte sich heraus, dass sie Malthus und Perhil gut kannte, und Araswen die Gruppe begleiten würde. Von Rochwen erfuhren sie, dass Sarnella die Straße entlang nach Osten ritt. Und sie wurde von den zwei Männern verfolgt die Faranis beschrieb. Rochwen meinte, dass dies zwei Tagen her war.

Zu viert ritten sie weiter nach Torenhad. Auch dort erkundigten sie sich nach Sarnella und ihren Verfolgern und zuerst hatte es den Anschein, als würden sie von niemandem gesehen worden sein. Doch eine Elbe, die sie die ganze Zeit im Schutz eines Baumes beobachtete, näherte sich ihnen. Sie stellte sich als Lalaith vor und meinte sie hätte mitbekommen, dass sie jemanden suchen würden und wollte Näheres wissen. Nachdem Faranis über ihre Suche erzählte, verriet die Elbe ihnen, dass sie die Gesuchte gesehen hatte. Nur wenig Vorsprung sollte sie gehabt haben vor den zwei Männern. Sarnella soll in Eile gewesen sein und sie soll von einem Faranis gesprochen haben. Doch dann brach sie auf und ritt weiter Richtung Süden.
Als die Lalaith mitbekam, dass Faranis vor ihr stand, übergab sie ihm einen Brief. Faranis öffnete ihn sofort und überflog die Zeilen. Das Schreiben war von Sarnella. Darin schrieb sie, dass sie sich am liebsten mit Faranis getroffen hätte, doch war es ihr in ihrer jetzigen Situation nicht möglich. Erst würde sie ein Unrecht wieder gutmachen müssen, dass sie verursacht hatte. Malthus und Araswen drängten zur Eile, vielleicht ließ sich ihr Rückstand etwas verkürzen. Lalaith bot an sie zu begleiten und zu führen, doch Malthus traute der Elbe nicht. Sie stiegen wieder auf ihre Pferde und während die Sonne langsam den Horizont berührte, ritten sie nach Echad Candelleth. Dunkelheit hatte sich bereits über die Trollhöhen gelegt, als endlich die Feuer des Lagers in Sicht kamen.
Malthus breitete eine Karte der Gegend aus. Schon früh waren sie aufgestanden. Faranis hatte erfahren, dass Sarnella hier in Echad Candelleth vorbeikam. Wohin also war sie gezogen. Er setzte kleine Steinchen an die Punkte ihrer bisherigen Reise.

Herberge, Feste Guruth, Torenhad und jetzt Echad Candelleth.

"Sie ist mit Sicherheit nicht nach Bruchtal. Hierherzukommen wäre ein zu großer Umweg." Malthus sah auf und zeigte mit dem Finger auf die Punkte. Speziell, wenn sie weiß, dass man ihr dicht auf den Fersen ist.

"Es bleibt ihr also nur noch Eregion." Er fuhr sich mit der Hand über sein Kinn.

"Kennt Ihr diese Gegend, Faranis?" Sein Gegenüber verneinte diese Frage.

"Nun, ich war dort eine Zeitlang und kenne die Gegend. Nicht weit weg von hier ist ein alter Bergpfad. Den können wir nehmen."

Er verstaute die Karte und sie gingen zu den Pferden, die bereit standen.

"Lasst uns keine Zeit verlieren."

Malthus führte die kleine Schar gen Osten. Alsbald erreichten sie den Bruinen und sie schwenkten gen Süden, immer dem Fluss entlang, bis sie an ein altes Haus kamen. Ein Fischer saß vor dem Haus und beäugte sie misstrauisch. Mit ein paar Münzen konnte ihn Malthus von ihren guten Absichten überzeugen und er setzte die Gruppe mit ihren Pferden über den Fluss. Ein wenig mulmig war Malthus schon, als sie nach und nach das wacklige Floß bestiegen, doch sie erreichten sicher das andere Ufer.

Ein steiler Pfad führte nach oben und Malthus lenkte

Seid vorsichtig und achtet auf die Umgebung. Orks streifen hier und haben es auf unachtsame Reisende abgesehen.

Langsam und wachsam ritten sie den steilen Pfad hinauf. Unbehelligt erreichten sie das Ende des Pfades und eine weite Landschaft öffnete sich vor ihnen.

"Willkommen in Eregion!" sagte Malthus und schaute sich nach dem richtigen Weg um.

"Wir müssen nach Norden." sagte er und führte Maethor einen leicht ansteigenden Pfad hinauf.

Schon bald erreichten Sie Gwingris, jedenfalls was noch davon übrig war. Sie teilten sich auf, doch sie mussten lange suchen, bis sich jemand bereit erklärte. Eine alte Frau wusste offensichtlich mehr. Faranis stellte sich vor und dann Malthus. Als dieser seinen Namen sagte weiteten sich ihre Augen.

"Ihr seid Malthus, Sohn des Nigma?" sagte die Alte.

"Das bin ich." erwiderte Malthus, der in Habachtstellung ging. "Ihr scheint überrascht, mich hier zu sehen."

Nun wurde die Dame redseliger. Und auch Faranis offenbarte den wahren Grund seiner Suche. Liebe. Malthus musste lächeln. Sarnella war hier gewesen, verwundet von einem vergifteten Pfeil. Man habe sie nach Echad Dúnan gebracht, wo eine bessere Versorgung möglich war. Endlich wieder eine Spur! dachte Malthus bei sich. Und sie wollten alsbald aufbrechen. Doch die Alte hielt ihn am Arm. "Bleibt noch einen Moment bei mir, Sohn des Nigma. Ich muss mit Euch reden."

Malthus nickte Faranis zu, dieser verstand und die Pferde für den Aufbruch fertig machte.

"Ihr seid in Großer Gefahr, Sohn des Nigma."

"Das bin ich ständig, gute Frau." erwiderte Malthus ausdruckslos.

"Ihr versteht nicht! Ihr ahnt nicht, wer Euch verfolgt."

"Natürlich weiß ich das. Nahuel. Sie ist uns dicht auf den Fersen. Sie und ihre Schergen beobachten uns. Sogar jetzt werden sie alles mitbekommen." Malthus zuckte gelangweilt mit den Achseln.

"Sie ist gefährlich. Und sie ist nicht gerade glücklich darüber, dass Ihr Eure Gefährtin noch nicht ausgeliefert habt."

"Ich werde nie einen meiner Gefährten ausliefern. Das solltet Ihr wissen, wenn Ihr meinen Namen kennt."

"Das habe ich erwartet. Darum mein Rat. Hütet Euch. Nahuel wird nicht zögern, jeden einzelnen von Euch zu töten."

"Soll sie kommen. Ich bin bereit. Aber ich danke Euch für Eure Warnung. Und für Eure Hilfe."

Malthus verbeugte sich vor der Alten.

"Sichere Wege, Sohn des Nigma."

Malthus nickte nochmal zu Abschied und ging zu seinen Gefährten. Stumm stieg er auf sein Pferd und sie ritten los.

Es fügt sich alles zusammen! dachte er bei sich. Eldatirmos Suche, sein Verschwinden, Pebelas Entführung, Nendis, ihre Jagd durch den Düsterwald. All das gehörte zusammen.

Und ich werde es zu einem guten Ende führen.
Ealael hatte noch lange am Feuer gesessen, abseits der Elben die sich noch in Gwingris aufhielten. Nicht - was - dieser jungen Frau zugestoßen war gab ihr zu denken, sondern - das - was sie gesagt hatte.

Nichts davon hatte sie glauben wollen, doch dann tauchte tatsächlich dieser Faranis auf und dieser war auch noch in Begleitung von Malthus - Sohn des Nigma - so ließ sie alles noch einmal durch ihren Kopf wandern. Wie passte das alles zusammen?


Ihre Gedanken schweiften doch bald wieder ab und weilten sehr weit entfernt.
Rennarion wollte ein Auge auf die beiden werfen, aber sie hatte schon zu lange nichts mehr von ihm gehört.
Doch sie wusste, wohin der Weg sie führen würde und sie hoffte inständig, das sie diesen auch nehmen würden.

Doch dann sah sie wieder Malthus vor sich, er war entschlossen zu kämpfen, doch wusste er auch gegen wen er sich stellen würde. Sein Mut ehrte ihn, doch sie hoffte auch, dass sein Vater ihn lehrte zu sehen.

Langsam erhob sie sich und sah am Rande der Ruinen Faranis und Malthus bei ihren Pferden.

Ihre Silhouette hob sich schlank in der Abendsonne vom Horizont ab, der Schein des Feuers beleuchtete leicht ihre Kapuze, die sie sich tief ins Gesicht gezogen hatte.
Sie war wieder in Gedanken versunken, das erkannte er sofort.
Aber er tat besser daran als sie zu fragen was wieder in ihrem Kopf vorging.

Er blickte gen Himmel. Die Nacht würde kalt werden. Ohne ein Wort legte er einen weiteren Scheit ins Feuer.
Ealael wandte sich dem Feuer zu Murkhál legte gerade einen Holzscheit nach.

Sie legte den Kopf schief und wieder waren es ihre Gedanken die abschweiften.
Als man sie vor einigen Wochen zu Murkhál brachte, hatte es nicht gut ausgesehen für ihn. Sie hatte den Kopf geschüttelt und gesagt, man sollte ihm seine letzten Tage so angenehm wie möglich gestalten.

Doch dann.... dann besann sie sich anders. Er hatte es aufgrund seiner Besinnung verdient, zumindest den Versuch, dass sie etwas für ihn tat. Viel Hoffnung hatte sie nicht gehegt, denn aus den Augen des Zwerges war jegliches Feuer entwichen, nicht mal ein Funke war zusehen gewesen.

Lange hatte es gedauert und qualvoll war der Weg gewesen, den er gehen musste, doch am Ende..... am Ende hatte er angefangen zu kämpfen und ihr altes Wissen tat sein übriges dazu.

Es ging ihm bald besser und dann mit jedem Tag mehr, so dass sie nicht mehr gebraucht wurde und so hatte sie ihre Sachen gepackt und wollte ihre Reise fortsetzen, viel zu lange hatte sie dort verweilt, drängte es sie doch weiter.

Doch am Morgen ihres Aufbruchs hatte sie nicht schlecht gestaunt, als dieser Murkhál neben ihrem Pferd stand und stur wie Zwerge so sind darauf beharrte sie zu begleiten.

Ihre Ablehnung und all ihre Argumente hatten nichts geholfen. Doch sie hatte zweifel gehegt, sie konnte niemanden an ihrer Seite gebrauchen, sie wollte niemanden in ihren Weg einbeziehen...

Doch der Zwerg schien sie zu verstehen, es schien als wüsste er genau wie es ist, wie es sich anfühlte, eine Schuld zu tragen, dessen wurde sie sich gewahr und so nahm sie sein Angebot an.

Seither hatte er einiges erfahren, er hatte es sogar geschafft ein wenig mehr zu Erfahren, als Ealael je jemanden anvertrauen wollte.
Doch er behandelte es mit Respekt und behielt einen gebührenden Abstand, war ihr jedoch schon einige Male ein guter Begleiter gewesen, der da war, wenn es nötig wurde.

Ealael schüttelte unbewusst den Kopf und ging langsam auf Murkhál zu, als sie direkt neben ihm stand sagte sie leise:

"Ich weiß nicht ob er es verstanden hat" sie machte einen Kopfbewegung in Richtung Malthus, "aber es beruhigt mich, dass sein Kampfgeist erwacht ist.

Bei ihrem nächsten Satz umspielt ein leichtes lächeln ihre Mundwinkel.
"Ihm ist auch nicht entgangen das Nahuel ihm folgt, er wird wachsam sein, nur wird er sie weitaus mehr unterschätzen, als ich befürchtete."

Mit einem Schlag verschwand ihr Lächeln. "Zu lange habe ich nichts mehr von Rennarion gehört, ich mache mir langsam Sorgen."

Sie sah den Zwerg an und wendet dann wieder ihren Blick in die Richtung der kleinen Gruppe die sich anschickte Gwingris zu verlassen.

Sie würden ihnen ebenfalls folgen, mit gebührenden Abstand, zumindest solange sie nichts anderes erfuhr.
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