Eine unverhoffte Begegnung
#1
Malthus lag fast die ganze Nacht wach und konnte nicht einschlafen.

War war mit ihm geschehen?

Ihm, den heldenhaften Waffenmeister? Wird schwach bei einer Frau? Gut, nicht irgendeiner Frau. Bei IHR.

Was war so besonderes an ihr? dachte er bei sich. Vielleicht dieses Geheimnisvolle, ein wenig Schüchterne? Oder diese Augen, in denen man sich verlieren konnte?

Während des Festes hatte er sie gesucht, er fand sie draußen vor der Halle, unter dem Baum. Aber er traute sich nicht, an sie heranzutreten. Wer war der andere Kerl, der bei ihr stand? Fast hätte er ihm...na ja...Stattdessen bin ich geflüchtet! Er schüttelte den Kopf.

Nun, wenigstens hatte er nach der Feier noch ein paar Minuten, kostbare Minuten, wie er fand, mit ihr verbringen können.

Oh, und da habe ich mich von der besten Seite gezeigt, dachte Malthus voll Hohn und Ironie. Wie ein Dummkopf hatte er herumgestammelt. Er erkannte sich gar nicht wieder, bekam weiche Knie. Solche Gefühlsregungen kannte er, der so viele Schlachten tapfer an vorderster Reihe geschlagen hatte einfach nicht. Gab es in seinem Leben überhaupt Platz für solche Gefühle?

Er zuckte mit den Achseln. Warum eigentlich nicht? Mein Schüler und Padawan macht es mir ja vor! Es geht also doch...irgendwie! Wobei er bei sich hoffte, dass Schwinge nun Abschied nahm von seinem Lotterleben und ein anständiger Ehemann werden würde.

Sie hatte tatsächlich ihre Hand gehalten. Eine zarte Hand, fast zerbrechlich hatte die seine ergriffen. Was für ein Glücksgefühl in ergriff in diesem Moment.

Doch er fragte sich, ob er nun zu forsch gewesen war oder doch eher zu zurückhaltend. Und dann dieser Kuss auf Ihre Wange. Er lächtelte. Und den wird mir keiner nehmen! Und sie ist jedenfalls nicht zurückgewichen und hat mir ihre Klinge in den Hals gejagt.

Was soll ich nur tun? Ratlos saß Malthus da und grüblte
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#2
Dabei, so denkt Malthus zurück, hatte alles ganz harmlos angefangen. Nun ja, sie ist nicht gerade das, was ich als pflegeleicht bezeichnen würde. Kratzbürste ist da wohl der treffendere Ausdruck. Er erinnert sich noch gut an ihre Nachricht, die genau zur rechten Zeit kam, um ihn ein wenig aus dem tristen Alltag zu entreißen!

Zuallererst möchte ich Euch zu Eurer Anwärterschaft gratulieren,

hatte er gesagt, als sie ihm ein wenig verwirrt von der Zusammenkunft in Thorins Tor berichtete.

Weißt Euch als würdig, meine Liebe! Leider konnte ich am Sonntag nicht zu Thorins Tor kommen, um zum Einen meine Gefährten, zum Anderen natürlich Euch endlich zu treffen. Aber das wird schon noch werden. Ich denke so langsam schon, dass Ihr es ernst meint mit unserer Gemeinschaft. Und da werden sich unsere Wege sicherlich einmal kreuzen.

Was die Spiele und Eigenheiten von den anderen Rassen hier in Mittelerde betrifft, tja so muss ich Euch leider sagen, dass Ihr da nicht umhin kommt, diese zu erlernen. Ich rate Euch, nehmt an diesen Spielen teil und beschränkt Euch nicht so sehr auf das bloße Zuschauen und Augenrollen.

Mir gefallen solche Spielchen, und ein Tag ohne ein Lachen ist meiner Meinung nach ein verlorener Tag.

Da Ihr nun ein Anwärter unserer Sippe seid könnt Ihr ja auch zu der anstehenden Hochzeit erscheinen. Für den Fall, dass Ihr es noch nicht wisst: Diese findet diesen Donnerstag zur neunten Stunde an unserer Sippenhalle statt.

Vielleicht finden wir da ja eine Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen – wenn ich nicht damit beschäftigt bin, meinen Schüler und Padawan einzufangen.

Schwinge ist im Herzen schon ein guter Kerl, es ist zwar schwer zu sehen, doch urteilt nicht zu vorschnell.

*zwinkert Ferwnnan zu*
Ihr wisst, was ich meine, oder!?

Außerdem wird Aislinn ihn mit einem Axthieb niederstrecken, würde er ihr Untreu werden – oder ich werde es tun!
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#3
Gleichzeitig sinnt auch Ferwnnan noch einmal über ihre erste Nachricht an Malthus nach.
Wie schade, dass Ihr gestern nicht die Zeit fandet, uns in Thorins Tor mit Eurer Gegenwart zu erfreuen, hatte sie da geschrieben. Ich hätte gar zu gern mit Euch gesprochen.

Es war sehr angenehm und ein wenig fremdartig, wenngleich das Spiel - man drehte eine Flasche im Schnee und sollte danach entweder nach der Wahrheit antworten oder eine kleine Schandtat verüben - mir nicht bekannt war. Die
Zwerge, ich habe ihre Namen nicht behalten - Gandriogur oder Gondraman oder so ähnlich, waren da ganz in ihrem Element. Richtig verstanden habe ich den Sinn nicht und es war sehr ungewohnt für mich, unter so vielen zu stehen, die gänzlich befreit von Zwängen miteinander scherzten.

Ich kann nun übrigens eine wunderschöne neue Rüstung mein Eigen nennen. Eine freundliche Menschenfrau namens True hat sie mir geschneidert. Ich werde mich mächtig anstrengen müssen, um in sie hineinzuwachsen, denn noch passt sie mir nicht ganz. Ich fürchte, ich habe Aislinn ein nicht halb so wertvolles Geschenk machen können, dafür hätte der Inhalt meines Beutels nicht ausgereicht. Immerhin ist sie eine angesehene Kriegerin. Nun ja, also habe ich zwei Tage und auch einige Nachtstunden auf dem Acker zugebracht und ihr ein Fässchen Süßes Galenas angebaut. Die Erde habe ich immer noch unter den Fingernägeln. Ich hoffe nur, es war die Mühe wert. *lächelt müde*.
Obwohl ich immer noch nicht weiß, warum sie diesem Rüpel Silberschwinge zugetan ist. Ich weiß, ich weiß, er ist Euer Schützling, dennoch kommt es mir nicht richtig vor, dass er, der ihr doch versprochen ist, mir allenthalben solche Blicke zuwirft... Ich habe ihn ignoriert, wann immer ich konnte, doch er mir scheint, er führte oder sollte ich besser sagen führt doch ein sehr lockeres Leben.

*seufzt ob der maßregelung Malthus' darüber, dass sie dem Spiel in Thorins Tor nur wenig abgewinnen konnte**
Verlangt nicht zu viel von mir, nun, wenigstens nicht so schnell. es ist eine sache, allein durch die wälder zu streifen, hier und da auf einen oder zwei waldläufer zu treffen. Doch eine andere ist ein Lagerfeuer mit zwei Dutzend zum Teil recht rauen Gesellen darum herum. Ich glaube gar, Ihr mögt mich nicht leiden.

*dabei blickt sie betreten zu Boden, nur um Sekunden später aufzufahren*

Denkt euch, ein Zwerg hat einen Elben umarmt und dann auch noch

*entrüstet*
GEKÜSST - vor allen anderen. ich konnte es nicht mit ansehen.
Und zwergische Musik sollten die Zwerge - soviel Mühe sie sich auch gegeben haben mögen - besser dort spielen, wo sie herkommen: UNTER dem Berg, nicht DARAUF.


Seid nicht niedergeschlagen.
*antwortete Malthus*
Das wird schon noch. Nun gut, wir hatten einen
*hüstel*
etwas holprigen Start, wobei Ihr froh sein könnt, dass meine Axt Euren
*überlegt, ob er hübschen sagen darf, entschließt sich aber, nicht so kühn zu sein*
Schädel nicht von Eurem Hals geschmettert hat!
Aber wieso sollte Ich Euch nicht leiden können?

Ich denke, wir müssen das bald mal Aug in Aug besprechen!

So kommt zur Hochzeit - und wir klären da einiges!



Einen holprigen Start?
*Ferwnnan wirft den Kopf zurück und lacht hell auf*
Da habt Ihr wohl Recht. Aber nachdem Ihr mir Eure Axt und Euren Bogen zeigtet, habe ich doch beschlossen, von einem Waffengang Abstand zu nehmen und Euren Kopf nicht mit Graugans-Federn zu schmücken.
*lächelt*
Nun, sagen wir, wenigstens vorerst. Denn reizen würde mich ein solcher Wettstreit mit einem Menschen doch, ich gestehe es. In aller Freundschaft natürlich.
*sie wird ernst*
Doch eine andere Sache beunruhigt mich. Ich möchte nicht mit leeren Händen zur Hochzeit erscheinen, so mir meine Pflichten denn genügend Zeit lassen um zu kommen. Wird die Sippe ihnen gemeinsam ein Geschenk machen? Und falls nicht, könntet Ihr mir einen Rat geben?

*neigt den Kopf leicht*


Nun, holde Maid,
*erwiderte Malthus auf die Frage und überlegt dabei, ob diese Anrede nicht vielleicht ein wenig zu forsch ist*
normalerweise streite ich mich nicht MIT Gefährten, sondern wüte MIT ihnen zusammen unter unseren Feinden. Wobei sich einige schon beschwerten, dass sie durch meinen Rundumschlag mit meiner Axt fast ebenso kopflos wären wie die Feinde selber.
*lacht laut auf*
Aber wenn Ihr unbedingt wollt, könnten wir auch gerne die Klingen kreuzen. Ich würde es auch kurz und schmerzlos machen.
*grinst breit*

Tja, es bietet sich schon an, dass Ihr etwas schenkt, doch zählt da vor allem die Geste, nicht der Wert des Geschenkes. Wenn Ihr mit Eurer Erfahrung und Eurer Stufe momentan bei 21 seid, da braucht man leider jedes Kupferstück. Darum schenkt den beiden doch etwa als Zeichen Eurer Drechslerkunst einen Bogen und erzählt eine Geschichte dazu.
So würde ich es machen.

Da fällt mir ein, dass ich auch noch keinerlei Geschenke habe.

Die Planungen sind wirklich um einiges umfangreicher, als ich dachte.


Nun ja, mein Kommen wird sowieso Geschenk genug sein!
*grinst frech*

*Ein Augenbrauen-hochziehen Ferwnnans später*

Holde Maid? Nun werdet Ihr mir schon fast gar zu freundschaftlich

*lächelt aber bei diesen Worten*

mein Herr Waffenmeister.

Aber

* und dabei blickt sie traurig*

mein beutel ist nahezu zur Gänze leer, Geschenk zum Julfest und mein neues Kleid -

*etwas kokett und SEHR aufgeregt*

sagte ich eigentlich schon, dass es rot ist? Ihr habt es ja leider noch nicht gesehen - haben meine ganzen Ersparnisse aufgebraucht. Allein 200 Silberstücke kostete es mich, den Anbau Süßen Galenas' für Aislinn zu lernen. Und da ich mich ein wenig schwach fühle, werde ich das Bett hüten, anstatt auf die Jagd nach Fellen gehen zu können. Einen Bogen? Meint Ihr wirklich

*ihr Blick zeigt ihren Zweifel*

Ich bin, wie Ihr richtig sagt, erst Jäger des 23. Zirkels und bis ich einen Bogen fertigen könnte, mit dem zwei solche Krieger wirklich etwas anfangen könnten, werden wohl leider noch einige Monde vergehen.


*denkt laut nach*

Was könnte ich wohl aus Holz anfertigen? Beide scheinen mir keine Musiker zu sein, eine Laute deshalb sicher fehl am Platz. Ein Horn für den Kampf vielleicht für Herrn Silberschwinge? Ein schmückender Gegenstand für das Haus?


*Malthus überlegt, lächelt verschmitzt in sich hinein*

Macht Euch keine Gedanken darüber, ob es nun ein wertvolles Geschenk ist. Das ist nicht wichtig. Doch ein Kampfhorn wäre da eine gute Idee! Und die beiden haben ja ein Haus gekauft, da macht sich vielleicht ein Einrichtungsgegenstand sehr gut.
Sehr Ihr? Es geht doch! Schon werdet Ihr immer mehr ein Teil von uns.



*Ferwnnan hat indes noch etwas anderes auf dem Herzen*

Wisst Ihr, Ich bedauere es sehr, dass ich euch allen als Freundin noch nicht zur Seite stehen kann. Dies wäre jetzt vergebliche Müh, habe ich doch zu viel aufzuholen, bis ich auch nur darauf hoffen kann, als Jägerin in die Fußstapfen Himelens treten zu können. Wohl würde ich gerne schon jetzt Euren und der anderen Rücken mit meinen Pfeilen freihalten, doch ahne ich, dass in den Gefilden, in denen ihr zu verkehren gewohnt seid, binnen kurzem ICH diejenige sein würde, die um Hilfe ruft, statt diese zu geben.
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#4
Wie wirbt man um eine Elbin? fragte sich Malthus, als er bei Anbruch des Tages aus seinem Bett kroch. Wer würde das wissen? Konnte er darüber mit seinem Vater sprechen? Oder mit Lorcan, seinem Freund und Waffenbruder, selber ein Elb? Er wusste es nicht. Er wusste nicht einmal, ob er dies überhaupt tun sollte, geschweige denn dürfte. Wenn sie alleine waren, da bemerkt sie ihn, schien, sich ein bisschen zu öffnen. Doch sobald andere Personen hinzukamen zieht sie sich zurück – und scheint ihn nicht mehr zu kennen.

Ich muss ein klärendes Gespräch mit Ihr führen. So kann es doch nicht weitergehen!

Malthus sprang auf, wollte loseilen, zögerte und stoppte an der Tür.
Er kratzte sich am Hinterkopf und dachte bei sich Was mache ich da bloß? Was mache ich da bloß…

Ich muss mich auf andere Gedanken bringen! Vielleicht lenken mich ein paar Trolle ja ab!
Er sattelte seinen Fuchs und ritt gen Esteldin und wütete ein wenig unter den Feinden.

Abends kehrte er zurück. Er zählte die die Abzeichen, die ihn in Esteldin seinen Ruf noch ein bisschen verbessern würden. Er war erschöpft, doch nicht wirklich bei der Sache gewesen. Hatte ihm doch so ein Troll tatsächlich eine ordentliche Delle in seinen schönen Brustpanzer geschlagen. Gut, das wird der auch nicht mehr machen! dachte Malthus und lächtelte düster. Das muss ich jetzt auch noch ausbessern! Er brachte sein Pferd in die Stallungen, nahm ihm den Sattel ab, striegelte es, gab ihm zu fressen und machte sich auf in die Esse. Bis spät in die Nacht reparierte er seine Ausrüstung, ging dann erschöpft zurück ins Haus, wusch sich, aß eine Kleinigkeit und ging dann zu Bett. Ob er heute besser schlafen kann?
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#5
Ferwnnan hatte sich, während Malthus die Nacht sich unruhig umher werfend verbracht hatte - hier eine Blume pflückend und den Sonnenaufgang genießend, dort die Lippen am munter dahin plätschernden Wasser eines Gebirgsbachs benetzend - langsam nach Bree zurück begeben, wo noch allzu zahlreiche Aufgaben ihrer harrten.
Welch schöne Hochzeit...und welch schrecklicher Beginn für sie bei den Geistern des Waldes. Sie schlägt noch nachträglich die Hände vor das Gesicht. Was hat sie sich nur dabei gedacht, dorthin zu gehen? Nein, was dachte sie sich dabei, die Feier zu verlassen? Welches Glück, das der Halbling, war sein Name Brandobaris gewesen?, ja, sie glaubt sich richtig zu erinnern, ihr ein wenig Mut zugesprochen hat. Wie schön waren die letzten Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht gewesen, als sie unter der alten Ulme vor der Halle saß und versuchte, wieder ein wenig Ordnung in ihre wild umher wirbelnden Gedanken zu bringen.

Warum nur ließ sie die Gegenwart von bloßen Menschen nur so mutlos werden? Und warum gerade jetzt? Noch vor wenigen Wochen wäre sie nicht so schwach geworden, sie hätte sie auf ihre Pfeile gespießt wie ein paar Bilwisse an den nächsten Baum ohne zu fragen warum.
Wut peitscht in ihr auf, plötzlich, wie so oft, heiß, wie sie sie sonst nur im Kampf verspürt, wenn alles andere unwichtig zu werden scheint und auch der Tod nur eine Nebensache wäre.
Ruhiger dann trabt sie - nun zielstrebiger - in Richtung Bree und hängt diesen Gedanken nach.
Doch sie gehen so ungezwungen miteinander um, lieben sich, scherzen miteinander, Elben, Menschen, Zwerge, Halblinge - war es das, was Theoil, ihr alter Mentor, ihr auf dem Sterbebett hatte sagen wollen?

Ihr jugendliches Herz quillt förmlich über vor einem Überschwang an Gefühlen, die sie sich mit ihren kaum 72 Jahren kaum erklären kann.

Aislinn ist wirklich eine gute Gefährtin. Sie sah so wunderschön aus in diesem weißen Gewand. Und sie schien glücklich, obwohl dieser Mensch doch manchmal ein rechter Rüpel ist. Ob er ihr wohl durch die Jahrhunderte treu bleiben wird? Er macht ja selbst mir, einer Elbin, schöne Augen.
Ach Ferwnnan, durch die Jahrhunderte, wahrlich
*verspottet sich selbst in Gedanken*
sie sind ja nur Menschen, deren Lebensspanne kaum der Rede wert ist, gemessen an derjenigen eines Elben oder selbst eines Zwergs.
Aber immerhin läuft er jedem Rock hinterher, ungeachtet dessen, ob Menschen- oder Elbenfrau. Machen das eigentlich alle Menschenmänner so? Und müssen sie sich immer und immer betrinken, wenn sich die Gelegenheit bietet?
*etwas Ekel befällt sie und lässt sie schaudern*
Elben sind nicht so. Sie sind ruhiger, gelassener, doch ihre Kampfeskraft steht dennoch nicht hinter der der Menschen zurück.
Wie seltsam dies alles ist ....

Und er, ist er der Grund für dies Durcheinandern an Gefühlen, das in ihr brodelt? Bei Andraks schwarzen Nägeln, soll er doch in den Totensümpfen verschmachten. Wie konnte er es nur wagen, ihr, IHR, einen Kuss zu geben. Bei dem Gedanken fährt sie sich mit der linken Hand an die linke Wange, berührt mit zwei Fingern die Stelle, wo...
Ach was, es hat nichts zu bedeuten. Und es ist auch nicht richtig, spricht sie laut zu den Bäumen. Erneut überkommt sie brennende Wut, sie bemerkt, dass sie, bei ihrem gedankenvollen Umherwandern statt nach Bree hinein, inzwischen den Grünweg erreicht hat und sich nahe dem Lager der Orks befindet, das sie schon einmal durchquerte, auf der Suche nach einem Beweis für die Machenschaften von Scharrers Leuten.
Da, da sitzt ja einer, hinter dem Baum, kaum zu sehen. Ein Pfeil auf der Sehne, ein zweiter in der Hand, den Bogen ausgezogen, bis die Sehne vibriert und mit einem einzigen Schuss kippt der Ork stumm zur Seite. Die Kampfeslust wischt jeden Zweifel und jeden Gedanken an die Hochzeit beiseite. Ork um Ork fällt unter ihren Pfeilen, einer der beiden Köcher ist fast leer, als sie schließlich dem letzten vor dem Eingang zu einer Höhle einen Pfeil mit der Hand tief ins linke Auge gräbt, weil er zu nah gekommen war für einen vernünftigen Schuss. Ohne die Qual des Orks zu beachten, dessen Gliedmaßen nur noch ein letztes Mal zucken können, reißt sie die stählerne Spitze wieder heraus, das Auge mit sich nehmend und legt den blutigen Pfeil auf die Sehne.
*Wäre dies doch nur er gewesen.*
Der Gedanke hat sich angeschlichen wie ein Elb an einen Bilwiss, ganz leise, sachte. Sie atmet durch und während sie vorsichtig, die Nerven zum zerreißen gespannt und die Sinne auf jedes noch so winzige Geräusch, jede noch so kleine Bewegung konzentriert, die Höhle betritt, schilt sie sich selbst leise:
Nein, er ist doch nicht zu vergleichen mit diesen Kreaturen.
Wie es wohl wäre, wenn... Nein Ferwnnan, das gehört jetzt nicht hierher, hier herrschen Krieg und Tod und es mag gut sein, du bist selbst gleich eine kalte Leiche, wenn du weiter diesen unsinnigen Gedanken nachhängst. Doch so sehr sie sich bemüht, die leise Stimme in ihrem Kopf lässt sie nicht los und das macht sie nur noch erboster.
Sie ballt die Faust um den Griff des Bogens, bis die Knöchel weiß hervortreten.
Sie hört Stimmen und das bringt sie wieder in die Wirklichkeit zurück, die sie einen Lidschlag lang verlassen hatte. Die Stimme eines Menschen ist unter mehreren rauen Orkstimmen herauszuhören. Sie schleicht näher und entdeckt hinter einem Felsenvorspung zwei Hobbits, die augenscheinlich das gleiche Ziel verfolgen wie sie.
Nur Augenblicke später, nachdem sie sich über das weitere Vorgehen einig sind, dringen die drei weiter vor. Fallen werden gestellt, Worte belauscht. Lutz Farning, den Namen hat Ferwnnan schon gehört und nicht zum Besten steht es mit dessen Ruf. Er wird jetzt sterben und seine Kumpane mit ihm.
Ein letzter kurzer Blick zu ihren beiden Gefährten für diesen Moment, sie erhält ein bestätigendes Nicken, dann beherrscht das Geschehen vor ihr die Wahrnehmung. Zwei, drei, vier Pfeile verlassen die Sehne, bevor die Orks und der Mensch merken, wie ihnen geschieht. Einer fällt, ein zweiter haucht sein widerliches Leben aus.
Doch dann sind sie entdeckt und Armbrustbolzen zischen manchmal nur um Haaresbreite an ihr vorbei. Unwichtige Dinger, mögen sie treffen, es würde ihr nichts ausmachen. Doch Sterben müssen sie, diese ...
*flucht leise*
Einer hat die so sorgsam gestellte Falle umgangen und steht vor ihr, groß wie ein Bär, der Gestank umfängt sie wie eine Wolke aus Mücken. Sie duckt sich behende unter dem zweihändig geführten Schlag hindurch, rammt ihre Schulter gegen seine Hüfte und ist nach zwei schnellen Sprüngen auf einem Sims, wieder frei.

Die nächsten Pfeile fliegen, ein in Blut ersticktes Röcheln belohnt den Schuss.
Keinen Blick hat sie für ihre Gefährten übrig, zu sehr hat sie der Kampfesrausch gepackt und ist noch weit davon, sie wieder loszulassen. Entfernt hört sie Schreie, doch bedrängt von drei, nein vier Gegnern jetzt, ist kein Raum für Gedanken an Hilfe.
Sie schlägt wild mit dem Streitkolben um sich, es ist kaum Platz für den Bogen. Verflucht sei die Nachlässigkeit mit der Falle, die sie sich eigens hat anfertigen lassen, um gleich zwei Kreaturen Vorsicht zu lehren. Mit einem wütenden Schrei bricht sie durch die Mauer der Feinde, gewinnt einen Augenblick Raum genug für den Bogen und das ist alles, was sie braucht. Mit furchtbarer Genauigkeit finden die Pfeile ihr Ziel, einer im Hals, ein anderer in der Brust, der dritte in der Schulter - der Rest ist wabernder, blutroter Nebel.
Minutenlang - oder waren es Stunden - steht sie reglos, bis sich ihre Sicht klärt und sie auf das Schlachtfeld blickt. Sie sucht nach den beidne Hobbits, wuchtet ächzend schwere, blutüberströmte Leiber beiseite und findet die beiden, begraben unter der massigen Gestalt eines Ork-Schamanen, wie es scheint.
Eine kalte Hand umfasst Ferwnnans Herz. Sollten sie ... nein zumindest der eine ist noch am Leben, wenn auch knapp. Furchtbare Wunden haben die Orkäxte geschlagen. Auch der Brustkorb des anderen hebt sich. Sie flößt beiden einen Trank gegen die Orkgifte ein, sicherer ist das.
Dann durchsucht sie schnell die Leichen nach weiteren Hinweisen für Saeradan und findet tatsächlich zwei schmutzige Schreiben. Dem Waldläufer muss sie diese bringen, so schnell es geht. Doch zuerst: Die Halblinge. Ein Glück, dass sie so klein und leicht sind. Obwohl, dieser Wächter hier hat ein gerüttelt Maß Stahl an sich. Sie bindet eine behelfsmäßige Trage zusammen, legt die beiden Verletzten vorsichtig darauf und macht sich auf den Weg nach Bree, selbst aus vielen kleineen Wunden blutend, den Körper unter der ledernen Rüstung blau geschlagen von den nun toten Orks.
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#6
Malthus ritt durch die nördlichen Breefelder, um bei Dornlags Baustelle - dort hatten sein Vater Nigma und er Ihre Werkstatt - um ein paar Erze zu bearbeiten. Unterwegs hielt er immer wieder an, um Kupfer und Zinn abzubauen.

Dann sah er in der Ferne zwei Gestalten. Er ritt näher, so wie es seine Art ist, um zu sehen, ob er den beiden irgendwie helfen konnte.

Es musste ein Hobbit sein - und ein Elb. Eine Elbin.

Das kann doch nicht... wollte Malthus ausschreien. Doch seine Kehle war wie zugeschnürt, sein Atem stockte und sein Herzschlag schien auszusetzen.

SIE! ,dachte Malthus.

Zufälle gibt es nicht! wusste Malthus. Eine Umkehr war nicht mehr möglich. Sicherlich hatten sie ihn schon bemerkt. Wie sähe es wohl aus, wenn er jetzt einfach umdrehte und davon ritt.

Er stieg von seinem Dunkelfuchs und ging auf die beiden zu.

Er begrüsste Pomina und Ferwnnan, konnte der Elbin aber nicht in die Augen sehen. Er fürchtete, dass er ansonsten seinen Blick nicht mehr von ihr abwenden konnte. WAS? ICH FÜRCHTE MICH VOR NICHTS UND NIEMAND! protestierte eine innere Stimme in ihm. Ich habe gegen Meere von Orks gekämpft und habe Furcht vor einer Elbenmaid? Ihn fröstelte, als er bemerkte, dass das leider stimmte.

So blieb es bei einer tiefen Verbeugung.

"Was treibt Euch in diese Gegend?", fragte er, den Blick stets auf die Hobbitdame gerichtet.

Die Antwort lies nicht lange auf sich warten. Sie trafen sich hier, um zu musizieren. Oh je, sie werden doch noch keine Hochzeitslieder...Panik stiieg in ihm auf. Ich muss hier weg!

Da sah er eine Kupferader, nicht weit weg. Er verbeugte sich flüchtig und eilte davon. Seine Hacke grub sich fachmännisch in den Erzklumpen.

Wovor laufe ich denn davon? Ich will ihr doch nahe sein! Das stimmte. Auch wenn er sich in ihrer Nähe wie ein Trampeltier zu benehmen schien.

So ging er zurück zu den beiden. Er fragte, ob er den beiden noch bei diversen Aufgaben unterstützen könne. Dem war so und so zogen sie gemeinsam in den alten Wald, um Spinnen zu besiegen.

Pomina wurde leider, wie sie sagte, müde. Doch das glaubte Malthus leider nicht. Eher war, dass sie entweder hungrig wurde oder sie wollte die beiden nicht länger stören.

So zogen Ferwnnan und Malthus alleine weiter. In einer Kampfpause hielt er inne und übergab ihr ein Bündel, welches er zuvor erstanden hatte.

Verblüfft nahm es die Elbin entgegen. Malthus forderte sie mit einem Nicken auf, den Beutel zu öffnen.

Darin war ein neuer Schulterschützer, eine neue Hose und ein paar Handschuhe.

"Mögen sie Euch schützen auf Euren Reisen!" sagte Malthus.

Die Elbin dankte ihm, doch konnte er nicht ergründen, was sie nun dachte.

Sie legte die Kleidung an, was Malthus dazu brachte, seinen Blick abzuwenden. Gerne hätte er...aber das verbot ihm seine vornehme Erziehung.

Die Kleider passten sich wunderbar ihrem schönen Körper an. Die alten Fetzen waren wirlich ihrer nicht angemessen gewesen! Er schien richtig gewählt zu haben!

So zogen sie nach der kurzen Pause weiter. Sie machte ihre Sache ganz gut. Sie ist einen guter Bogenschütze! Wenn sie ihre Ausbildung weiter so gut vorantreibt kann aus ihr noch eine wahrhaft gefährliche Kriegerin werden. Malthus Axt wütete unter den Spinnen und so kamen sie gut voran, um den gesuchten Gegner zu besiegen. Ein verhexter Baum war das Ziel.

Gut, dass ich meine Axt dabei habe! sagte sich Malthus und hieb auf den Baum ein.

Nein, dieser Gegner war Malthus wahrlich nicht gewachsen, doch wäre er Ferwnnan zu mächtig gewesen.

Das machte Malthus nachdenklich. Er hatte Angst um die junge Elbin. Noch mehr Gefühle, die mich verwirren, seufzte Malthus. Wo mag das wohl hinführen!

Als Belohnung bekam Ferwnnan einen schönen Ohrring, den sie sich gleich ansteckte. Sie fragte ihn doch tatsächlich, wie er ihm gefiele. "Wirklich schön! Er steht Euch gut!" sagte Malthus, doch klang es eher wie ein Stottern als ein gesagter Satz.

Zurück in Bree trennten sich ihre Wege. Sie standen einander gegenüber, doch da war sie wieder, diese trennende Mauer zwischen ihnen. Auf einmal wieder da - und schien unüberwindbar zu sein. Er wollte Ihre Hand ergreifen, sie in den Arm nehmen, küssen, heiraten, alt werden mit ihr. Alles jetzt, genau in diesem Moment. Doch sie lief davon, schien, sein rufen nicht mehr zu hören, doch wohl eher nicht hören zu wollen.

Erschöpft, enttäuscht zog er nach Hause. Wieder eine schlaflose Nacht schien anzustehen.

Das einzige, was blieb, war das letzte Wort, das sie zu ihm sagte, bevor sie entschwand: Elvellon!
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#7
Die Hochzeit von Aislinn und Schwinge war im vollen gange als Nigma sich ein Glaß Wein nahm. Hmm vorzüglich dachte er sich und trank das Glaß gleich aus. Die Feier ist wirklich gut gelungen alle hatten ihre Freude, Tanzten, Lachten oder betranken sich. Doch eine Person viel ihm auf, Ferwnnan sie stand alleine, mit gesenktem Kopf schien sie nachdenklich. Nigma dachte sich nichts weiter da Elben manschmal so sind.

Doch er sah später nochmal zu ihr rüber und sie stand noch immer wie versteinert auf den Boden starrend dort. Was war nur mit ihr los? Sie ist Jung, sie wird noch nicht viel vom Kriege gesehen haben, oder etwa doch. Aber auf so einer feier denkt man nicht an den Krieg. Es mußte was anderes sein.
Nigma wurde gerufen und er wendete sich ab. Er wurde von Felicitas zum Tanzen aufgefordert und er kam dieser aufforderung nach ohne weiter an die anwärterin zu denken.

Malthus war sehr im Stress da er die Feier organisiert hatte und hatte seinen Spaß, oder? Nein auch Malthus wirkte komisch, das sah Nigma sofort. Schließlich ist er Malthus Vater.

In Malthus Gesicht sah er Furcht, Furcht sagte sich Nigma, Nein Furcht kennt mein Jung nicht Was könnte es sein, er wirkt blaß und hat schweiß auf der Stirn. Nach weiterm begutachten stellt Nigma fest das Malthus zittert, aufgedreht ist und nicht recht weiß welches sein rechter und welches sein Linker Arm ist. Bei einem gespräch mit Malthus merkt Nigma das etwas nicht stimmt. Malthus tut so als ob alles normal sei aber ein Vater merkt wenn etwas nicht stimmt. Währent dem gespräch schaut Malthus zwei mal kurz an Nigma vorbei. Nach dem Malthus von anderen Gästen gerufen wird schaut Nigma hinter sich und sieht eine zierliche Elbenfrau dort stehen. Im gleichen Moment schaut sie zu Nigma, wendet sich ab und geht raus.


Das ist es also denkt sich Nigma. Malthus schwärmt für diese Frau. Sie ist eine Elbin, er ein Mensch. Ich hoffe er weiß welches Leid er ihr und ihren Eltern antut wenn sie sich vermählen.

Ab diesem Moment war Nigma sehr nachdenklich.
Die Feier ging langsam dem Ende zu und es waren fast keine Gäste mehr im Haus. Außer einem Zwerg und einem Elb. Der Zwerg war noch den Musikern am lauschen und der Elb schaute sich ein paar Bücher im Regal an. Nun Spielten die Musiker das letzte Lied für das Brautpaar und Nigma gab ihnen ihre Bezahlung. Sie verabschiedeten sich und traten ihre Heimreise an. Schwinge und Aislinn waren bereits auch aus dem Sippenhaus entschwunden als der scheinbar lesefreudige Elb, Nigma und Himelen fragte ob er sich ein Buch ausleihen könne. Er durfte und daraufhin sagte Himelen ihm das oben im ersten Stock eine Bibliothek sei. Himelen und Nigma beschlossen dem anderen Elb diese zu zeigen. Als Nigma und Himelen den Eingangsbereich des Hauses betraten sahen sie Malthus und Ferwnnan dort stehen. Sie unterhielten sich jedoch stockten sie als Die drei Elben in den Eingangsbereich kamen.

Nigma fragte Malthus was los sei, weil er so benommen aussah. Malthus erwiederte nur ein Wort NICHTS sagte er mit erhöhter stimme. Und dann sagte er mit normaler stimme. Ich habe nichts Vater, ich habe Ferwnnan nur getröstet. Getröstet? antwortete Nigma. Ferwnnan kann ich euch helfen, was habt ihr denn?
In diesem Moment schritt Himelen ein und sagte zu Nigma das die beiden vielleicht nur alleine sein wollen, und bat Nigma und den anderen Elb weiter zu gehen. Nigma schaute die beiden nochmal an und ging dann mit nach oben.

Nach einigen Minuten gingen die drei Elben wieder die treppen runter und Malthus und Ferwnnan standen immer noch da und hielten plötzlich wieder inne. Himelen verabschiedete sich dann direkt von Ferwnnan und Malthus und bat Nigma mit raus zu gehen. Nigma verabschiedete sich nun auch von beiden. Er sah Malthus noch einmal tief in die Augen und meinte dort Angst zu sehen. Er dachte sich zu irren da er es von Malthus nicht kenne, wendete sich ab ging mit Himelen nach draußen.

Himelen verabschiedete sich draußen dann auch von Nigma. Auf bald Mellon, mach dir keine sorgen um Malthus er wird schon das richtige tun und wird sich besinnen.
Du weißt was er vor sich hat und eine Elbenfrau ist genau das was er braucht
Er wird noch lange bei dir sein. Du weißt das er Elvellon genannt wird und das er von den Elben nicht mehr als Mensch gesehen wird, auch wenn er einer ist.
Soll er später das selbe Leid tragen das du mit dir trägst? Es wird zeit, zeit Nigma, zeit es ihm endlich zu sagen..........
So entschwindet Himelen aus der Sicht von Nigma
Nigma steht einfach nur da und schwelgt in gedanken
Plötzlich geht die Tür des Gildenhauses auf und die Zwei kommen raus. Nigma schaut mit vertränten Augen auf und sieht die beiden wie sie Hand in Hand dort stehen. Als sie Nigma bemerkten ließen sie schnell die Hand los. In diesem moment drehte sich Nigma um und ging richtung zu Hause.
Er dachte sich Nun Himelen wird recht haben, Malthus ist nun erwachsen und er muß so langsam die Wahrheit erfahren. Ich weiß nur noch nicht wie ich ihm alles erzählen soll.......
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#8
Mit einem augenscheinlich einigermaßen schweren Bündel beladen, schreitet eine schlanke, in schäbiges Leder gekleidete Gestalt früh am Morgen die Uferstraße in Gweluhad entlang.

Es mag wohl gegen die vierte Stunde sein, die Sonne beginnt gerade eben, die ersten zaghaften rosa Strahlen über das Firmament zu schicken. Die Gestalt blickt weder nach links noch nach rechts, sondern durchquert zielstrebig das Grundstück mit einer der Bilwiss-Statuen am Tor, die bei Kriegern in Mode sind. Sie scheint frisch geputzt worden zu sein, was ihr allerdings nichts von ihrem widerlichen Äußeren nimmt.

Im Licht der Laterne ist das ob der Statue angewiderte Gesicht Ferwnnans zu erkennen, die das fest verschnürte Bündel kurze Zeit später neben der Tür niederlegt. Sie hantiert vorsichtig und nahezu geräuschlos daran. Ein Knistern von Papier ist zu hören, dann steht sie auf und blickt sich suchend um. Kurze Zeit später hat sie offenbar gefunden, was sie sucht. Sie schreitet leichtfüßig über die Wiese neben dem Haus, bückt sich und pflückt eine kleine blaue Blüte. Dann geht sie zurück zum Haus, kniet nieder, riecht an der Blüte, zögert, nickt dann und legt sie neben den Brief, auf dem in schmalen elbischen Lettern der Name „Malthus“ zu lesen ist. Sie streicht mit der Hand sanft über das Leder, als wollte sie es liebkosen.

Schließlich erhebt sie sich, steht einen Augenblick mit hängenden Schultern neben dem Bündel, dann strafft sie sich, wendet sich ab und geht den Weg zurück, den sie kam – Bäume streichelnd jetzt und ein Rotkehlchen auf die Hand rufend.

Wer den Brief öffnet, liest folgende Worte:

Seid mir gegrüßt, Malthus,

ich hoffe, ihr seid wohlauf von Eurem Kampf in Carn Dum zurück gekehrt. Ihr und auch die anderen. Verzeiht, wenn ich euch Ungemach bereite, doch hier findet Ihr Dinge aus dem Alten Wald, die ich nicht verdient habe.


*An dieser Stelle ist die Tinte ein wenig verlaufen, als habe etwas Feuchtes das Papier berührt*

Ich fürchte mich vor dem, was wir erweckten, und ich muss Gewissheit haben. Ich weiß noch nicht, ob ich in der Lage sein werde, meinen Blick genügend zu schärfen, um klar zu sehen, doch ich muss es dennoch versuchen. Ich werde meinen alten Mentor aufsuchen, Theoil den Weisen, in Edhellond. Er wird Rat wissen, wenn er auch euch Menschen nicht liebt.
Fürchtet nicht, was vor Euch liegt und sorgt Euch nicht um mich. Konzentriert Euch auf den Kampf gegen die Dunkelheit, bei dem wir uns vielleicht dereinst wieder sehen werden.


F
*eine einzelne Rune ersetzt offenbar die Unterschrift*
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#9
Wenig später macht sich Ferwnnan eilig und anscheinend mit allen ihren Habseligkeiten bepackt auf den Weg nach Celondim. Dort, auf dem Platz der Handwerker, beginnt sie, Felle gegen Eisenbarren einzutauschen, Eibenzweige zu spalten und zu glätten. Bogenstäbe entstehen und werden beiseite geworfen. Nicht gut genug. Zornig legt sie ihr Werkzeug beseite und verlässt die Werkbank. Sie wandert zielllos durch die kleine Siedlung , setzt sich schließlich auf einen Hügel oberhalb der Hauptstraße und betrachtet mit unbewegtem Gesicht das Treiben unten am Hafen.

Tue ich das Richtige?

fragt sie sich in Gedanken, während sie blicklos in den Himmel starrt, ohne das Spiel der Blätter an den Bäumen oder das Gezwitscher der Vögel wahrzunehmen.

"Wird er warten? Nein, sicher nicht. Menschen sind so kurzlebig und ebenso ist es um ihr Gemüt und ihre Geduld bestellt. Schon bald wird er ein Menschenweib freien, dann erübrigt sich jeder weitere Gedanke.

Ihr Antlitz hellt sich bei dem Gedanken auf, nicht mehr so zerrissen zu sein zwischen Ehre und Pflicht, Wünschen und Sehnsucht, Abscheu und ... Zärtlichkeit?

Sie erhebt sich wieder und wandert zurück zu den Handwerkern. Leichter geht die Arbeit jetzt von der Hand. Doch schnitzt sie an keinem Bogen diesmal. Bretter sind es, die sie mit kundigem Blick auf Astlöcher und andere Fehler prüft. Ein ganzer Stapel wächst neben der Werkbank heran, längere und kürzere, manche mit Aussparungen, andere ohne. Nur selten nimmt sie sich die Zeit, sich mit einem Schluck Quellwasser zu erfrischen und kaum einmal isst sie etwas.

Eine Pause scheinen die flinken Finger nicht zu kennen. Nur einmal unterbricht sie die Arbeit, um gegenüber im Gelehrtenpavillon wort- und gestenreich einige Bücher zu erstehen. Stirnrunzelnd blickt sie danach in ihren schmal gewordenen Beutel und scheint in Gedanken zu rechnen.

Einige Stunden später beginnt eine Art Schrank Gestalt anzunehmen. Abenddämmerung umfängt die Elbin, die nun nahezu allein auf dem weiten Platz hantiert. Alle anderen haben die Arbeit beendet, schwatzen, singen und lachen oder gehen andernorts ihren Geschäften nach.

Mitternacht nähert sich langsam, als Ferwnnan Hammer und Beitel beiseite legt und einige Schritte zurücktritt, um ihr Werk zu begutachten. Ein Regal ist es geworden, allerdings nicht eines von elbischem Schnitt. Kleiner ist es, fast gedrungen, dafür breit und stabil. Zweifelnd und kritisch betrachtet sie es von allen Seiten im milden Schein der Laternen. Bessert hier etwas aus und glättet dort einige Fasern. Dann ist sie zufrieden.

Ihr Gesicht glüht vor Anstrengung gepaart mit Genugtuung, als sie sich - Mitternacht ist lange vorüber - wieder der Werkbank zuwendet. Zum Glück liegt die Lichtung der Handwerker ein wenig abseits, so dass das gelegentliche Klopfen und Sägen niemanden stört. Aus ihrem Beutel holt sie zwei schwere, matt glänzende Barren von Eisen. Abwesend streicht ihre Hand sanft über das harte Metall, ihr Blick ist einen Moment lang in die Ferne gerichtet.

Schwere, stabile Streben sind es nun, die unter ihren Händen Gestalt annehmen. Kaum vermag sie sie noch zu krümmen, ihre ganze Kraft muss sie zusammennehmen um das Eibenholz in die gewollte Form zu zwingen. Dann ist dieser Teil der Arbeit vollbracht.
Doch noch immer scheint das Werk nicht fertig.

Ein Glück, die Esse ist noch heiß

denkt sie, als sie - erschrocken über ihre Nachlässigkeit - zu den Schmiedeöfen hinüber läuft und beginnt, die Glut wieder anzufachen. Feine Stahlbänder nehmen unter eher ungeschickten Schlägen mit dem Hammer Gestalt an. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass die Arbeit mit Metall wohl nicht ihr angestammtes Handwerk ist.

Ein weitere Stunde und mehrere versengte Finger später hat sie einen glatten, von Metall und gewachstem Holz matt schimmernden Bogen fast fertig gestellt, der sie an Höhe beinahe überragt. Sie holt ein offenbar lange vorbereitetes Stück grün gefärbtes Leder aus einer Lage Tuch und beginnt, den Griff der Waffe damit zu umwickeln. Dann hängt sie eine von silbrig glitzernden Fäden gefertigte Sehne aus dem Rucksack. Ein Ende des Bogens stemmt sie in eine Vertiefung der Werkbank, dann lehnt sie sich mit ihrem ganzen Gewicht gegen das Holz, das bis auf ein winziges Ächzen kein Geräusch von sich gibt. Ihre Muskeln und Sehnen treten deutlich unter der Haut hervor, als sie die Schlaufe einhängt. Probeweise zupft sie an der Sehne und ist augenscheinlich mit dem Klang zufrieden.

Sie läuft zum Hafen, zieht unterwegs einen Pfeil aus dem Köcher, legt ihn im Laufen ein , zielt einen Lidschlag lang und mit einem satten, dumpfen "Ptock" gräbt sich das Geschoss so tief in eine der Zielscheiben des Bogenbauers, dass Spitze und Schaft hinten wieder heraustreten. Sehr zufrieden mit ihrem Werk wandert sie zurück zur Werkstatt und packt zusammen.
Einige Stunden der Ruhe verbringt sie, den Rücken an einen Baum gelehnt, im weichen duftenden Gras. Als der Morgen graut und die ersten händler ihre Fuhrwerke bereit machen, gibt sie einem von ihnen das Möbelstück mit.

Bitte bringt es in die Auenland-Siedlung zu Anthurie und Schneeweis, zwei vom kleinen Volke . Die Adresse ist Bachuferstraße 6 im Weiler Furchwald.

Und sie gibt ihm zehn Silberlinge mit auf den Weg.

Ein wenig unschlüssig zunächst, dann zielstrebiger, packt sie ihr Bündel. Sorgfältig sortiert sie nicht mehr Benötigtes aus, der alte Bogen, Trophäen von der letzten Jagd. Spinnennetze. Eine Erinnerung steigt in ihr auf. Malthus, wie er die riesige Axt schwingt, um ihr im Alten Wald zu Hilfe zu eilen.

Wie kann er nur so leicht damit hantieren? Er ist groß und kräftig, wohl wahr. Doch dies scheint mehr ein Werkzeug von Riesen zu sein. Nicht plump indes, sondern scharf und akkurat wie das Schwert eines Elben.

Sie hat in einem unbeobachteten Moment berührt und sah sich außerstande, mehr damit zu tun, als sie zu heben.

Fertig gepackt ist das Bündel. Sie schlingt es sich über den Rücken, schultert den Bogen und begibt sich auf die Straße nach Edhellond.....
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#10
... es ist früh morgens und der Tau liegt noch auf dem Gras. Nebel zieht über die Wiesen und Rehe grasen fern, kaum zu sehen im Dickicht. Gilglaur sitzt beim Markt in Duillont, die Hände gefaltet auf eine Bank und ziettert leicht bei dem naßkaltem Wetter. Der Tau drang durch die leichte Kleidung und sein Atem war deutlich zu sehen.
Die Nacht von Gilglaur war kurz und von Alpträumen geplagt, dennoch dachte er mit Freude an die Hochzeit von Aislinn und Schwinge zurück. Das er ihre "Brautjungfer" war, machte ihn sehr stolz. Von seinem Platz hinter dem Brautpaar und dem Zeremonienmeister Himelen konnte er am gestrigen Tag gut die Gäste beobachten und immer viel sein Blick auf die neue Anwärterin aber auch auf Tinurien von den Salasandra. Sie war ihm sehr ans Herz gewachsen, obwohl sie eine Menschenfrau war. Viele Gespräche führten sie schon in der Vergangheit und sie konnten sich so näher kennenlernen.
Sein Blick viel dennoch immer auf Ferwnnan zurrück, die Sehnsucht nach einer Seelengemeinschaft war groß in ihm und er sah sie in ihr, ohne jemals ernst mit ihr gesprochen zu haben. Ihre Vorbehalte gegen die Menschen ließ sie auf einen gleichen Nenner gleiten, wie zwei weiße Wölfe die auf einem vereisten See versuchten vorran zu kommen. Seitdem er Lorien verlassen hatte fand er nie einen geeigneten Gesprächspartner, der seine Seele wiederspiegeln könnte. Seine Mutter und Gilglaur führten viele Gespräche über die Zeit, die Vergangenheit, über die Herrin und über die Alpträume die ihn einholen würden. Wie seine Mutter es sagte, so trat es auch ein,...ein Abschied von geliebten Menschen hinterläßt einen schwarzen Fleck. Dieser muß erhellt werden durch eine Seelenverwandte. Doch diese Seelenverwandte fand er nie in alle den Jahren die er in Bruchtal und nun in Gwehulad verweilte. Die Faer-Eryn ist zwar seine neue Familie, aber seine Eltern kann niemand ersetzen.

Gilglaur stand nun nachdenklich auf und ging des Weges. Im dichtem Nebel erkannt er fern eine Sillouette die ihm des Weges entgegen kam. Ein paar Schritte waren sie sich näher gekommen und er erkannt eine Elbenfrau mit einem Bündel auf ihrem Rücken, reisefertig für einen langen Weg. Die beiden kamen sich näher und Gilglaur verschrenkte seine Arme, um sich vor der Kält zu schützen. Kaum zehn Meter waren sie nur noch voneinander entfernt, als in ihm ein Zittern erwachte, aber dies kam nicht von der Kälte. Er erkannte die Elbenfrau die ihm entgegen kam als Ferwnnan und er entklammerte nun die Arme und bliebe stehen. Ein kurzes aber tiefes Verbeugen zur Bergrüßung und ein Suilad hauchte er hinaus. Wohin führt euch eurer Weg? Ich erkenne das er weiter sein Muß als ein einfacher Marsch zur nächsten Stadt.
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