Pebelas aus dem Düsterwald
#31
Alagos war bereit und stand auf der Wiese vorm Sippenhaus, Malthus Pferd Maethor daneben.
Nur Malthus war nicht zu sehen, sicher noch oben im Ratsturm, dachte Nendis sich. Dann kam
Araswen auf sie zu, berichtete kurz von Moosi und erklärte dass sie mitgehen würde. Erleichterung
breitete sich bei Nendis aus, es würde noch jemand mitgehen. Kurz teilte sie Araswen die groben
Geschehnisse mit die zu diesem Schritt führten, verschwieg aber einiges, auch die Botschaft.
Dann regte sich noch etwas, ein Zwerg gesellte sich zu ihnen. Kelim war dem Aufruf gefolgt.
Auch ihn erzählte sie kurz dasselbe wie Araswen, verschwieg aber auch hier einiges und erwähnte
nicht die Botschaft. Da erschien überraschender Weise Mehrien, wie lange hatte man Merhrien nicht mehr gesehen, aber hier zeigte der Aufruf wohl auch Wirkung. Nun gut wenigstens ein paar
sind gekommen, dachte Nendis sich hielt aber noch Ausschau nach Elvar, er hatte doch gesagt er würde kommen. Dann erschien Malthus und sie brachen auf. Er würde sie unterwegs finden, wozu war er Jäger und so setzten sie sich schnell in Bewegung. Malthus sprach mit keinem Wort noch mit ihnen, sondern schwang sich wortlos in den Sattel. Im Galopp ging es durch die Siedlung, quer durch die Gärten der Häuser. Die wenigen Bewohner der Siedlung sahen ihnen mit grimmigen Blicken hinterher. Am Ausgang der Siedlung hielten sie sich gleich rechts und passierten das Tor zum Auenland.

Hier drosselte Nendis das Tempo ihres Pferdes, sie wollte nicht mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als sein musste und unumgänglich war. Nadelhol, ein kleines Dörfchen, langsam lenkten sie die Pferd zwischen den Hobbits hindurch, die misstrauisch der Gesellschaft hinterher sahen. Es führte kein Weg dran vorbei, sie musst hierdurch auch wenn es ihnen lieber gewesen wäre völlig ungesehen das Auenland zu durchqueren, aber mit so vielen wurde das unmöglich. Hinter Nadelhol hielten sie sich links und trieben wieder die Pferde zur Eile an, das seichte Sumpfgebiet war kein Hindernis für die Pferde, und so führte ihr weg sie mit einem kleinen Umweg an die Rückseite von Froschmoorstetten, Stock war nicht mehr weit und die Brandyweinbrücke. Dort würden sie in das Breeland gelangen. Stock an der Brücke legten sie eine kurze Verschnaufpause für die Pferde ein. Sie würden noch viele Meilen reiten, sie sollten sie nicht so verausgaben. Die Gefährte sprachen etwas
Nendis hörte nicht zu, sie wandte sich dem Fluss zu und sah in die Ferne. Es war noch so weit.
Froh das sie weiter ritten schwang sie sich auf Alagos. Hinter der Brücke gab Nendis dem Pferd die Fersen in die Seite: Noro lim rief sie ihm zu und jagte im Galopp Bree entgegen. Die anderen hörte sie mal recht mal links von sich und wusste sie waren da, einige Meilen später erreichen sie Bree welches die recht umgehen wollten.

Sie sammelten sich kurz, besprachen die nächste Strecke und schon preschten sie weiter zur Feste Guruth. Erst dort hielte sie wieder an, mehr konnten sie nicht schaffen ohne ihre Pferde zu verausgaben. Elvar hatte sich mittlerweile auch zu ihnen gesellt und so versorgten sie die Pferde und suchten sich abseits eine kleine Ecke um sich ein Feuer zu machen.

Malthus sichtlich abwesend erzählte die Geschichte von Gondragur und Garomur, wie man sich hier wohl traf damals. Doch die Gefährten wollten lieber wissen warum sie hier waren. Malthus gab ihnen den Brief zu lesen, welchen Silanwen mitgebracht hatte. Wieso jemanden folgen der verschwindet, warum sollte man das tun, zumal er noch einen Verrat begangen hatte.
Wieso sollte man ihm trauen? Man wurde schon einmal getäuscht. Warum, ja warum… Nendis und Elvar gaben sich alle Mühe zu erklären, was es bedeutet für einander einzustehen, als Gemeinschaft, Zusammenhalt, all das wäre wichtig. Und Malthus, er wollte nur wissen warum, bevor er ihm seine
Axt in den Schädel rammt. Nendis starrte ins Feuer, Bruchtal, Fragen stellen, suchen Moria, Düsterwald. Darüber wurde gesprochen, aber sie war mehr Abwesend als das sie dem richtig folgen konnte. Man beschloss sich erst mal hinzulegen und auszuruhen heute würde es nicht mehr weitergehen.

Malthus bat Elvar noch mit ihm ein Stück zu gehen, Nendis blieb am Feuer sitzen und wollte sich auch in kein Zelt legen, Araswen wünschte ihr eine gute Nacht. Sie starrte ins Feuer und hing ihren Gedanken nach. Malthus und Elvar kamen irgendwann wieder, Nendis sah an seiner Rüstung das kleine Abzeichen und nickte ihm lächelnd zu. Malthus zog sich nun auch zurück und so saßen beide allein am Feuer von dem schnarchenden Zwerg in der Ecke mal abgesehen. Lange unterhielten sie sich, ein Gespräch welches Nendis unangenehm berührte. Hatte er aber recht?

Nur dann ging Elvar auf Abstand fast sah es so aus als würde er die Gruppe nicht weiter begleiten wollen, das durfte nicht sein, lieber würde sie gehen. Sie kam schon klar, sie würde es auch so schaffen, irgendwie. So fasste sie den folgeschweren Entschluss nicht mehr lange zu warten, sie griff sich ihren Beutel, ging zu Alagos und sagte ihrem Pferd, es tut mir leid mein Guter, du musst doch noch ein Stück des Weges zurück legen und klopfte ihm den Hals. Dann saß sie auf, aber dann fiel ihr etwas ein, nein so wollte sie nicht gehen, also stieg sie wieder ab, suchte nach etwas Pergament und schrieb eine Nachricht. Sie nahm einen kleinen Gegenstand, wickelte ihn in ein Ledertuch und legt ihn zusammen mit der Nachricht leise zu Malthus. Dann schrieb sie eine weitere Nachricht welche sie leise hinterlegte und schwang sich dann auf ihr Pferd. Langsam und leise verließ sie das Lager um nicht aufzufallen. Noch ein gutes Stück wollte sie schaffen, sorgenvoll sah sie jedoch auf Alagos runter, er hatte schon genug eigentlich. Nur noch zur letzten Brücke dachte sie, nur noch bis da, dann hatte sie genug Abstand zwischen sich und der Gruppe. Sie erreichten die Brücke und nun gönnte sie ihrem Pferd die Ruhe die er dringend brauchte. Sie machte sich ein kleines Feuer und rollte sich in ihrem Umhang, langsam verschwamm ihre Umgebung vor ihren Augen. Doch als sie sie wieder öffnete sah sie ihn. Erschrocken und doch froh lächelte sie.

Annan le ú-gennin, sagte Nendis

Boe enni dulu!
schmerzen krümmen seinen Körper
Nendis weiss nicht was sie tun soll und so summt sie eine Melodie aus
Imladris, ganz leise und sanft, bis er sich beruhigt.
Man lû bedich? Tolo hi!
díheno anim


Nendis liegt neben dem kleinen Feuer, sichtlich ringend in einem Traumgefangen.
Es ist anstrengend, vieles weit entfernt, Worte, einzelne Worte, manches ergibt einen
Sinn, manches nicht.

Nendis sieht hilflos in sein Gesicht und sagt
Lasto beth nín. Im tolo. Aphadon i rein. Im sí

Si bado sagte er laut, bevor er sich wieder krümmte vor Schmerz.

Mit einem Aufschrei schreckt sie am Feuer auf. Alles um sie herum ist ruhig, nur das Wasser des Flusses floss leise dahin. Keuchend setzt sie sich auf. Da war es wieder gewesen, sie versuchte
ihre Gedanken zu ordnen. Verstehen konnte sie nicht was passierte, so lange hatte sie es versucht
herbei zuführen, aber es hatte nicht funktioniert. Sichtlich mitgenommen sammelte Nendis ihre Kräfte und versuchte sich zu beruhigen. Noch ein Weilchen, dann reiten wir weiter, dachte sie.
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#32
Ortswechsel

Stille.

Man i lû erin delithach?

Keine Antwort. Nur das Pochen seines Herzens dröhnte in seinem Kopf. Pebelas keuchte leise und versuchte sich aufzusetzen, als ein rasender Schmerz ihn durchzuckte während die Ketten sich in das Fleisch seiner aufgescheuerten Handgelenke gruben und endlich gnädige Dunkelheit ihn umgab.
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#33
Einige Stunden später hatte Nendis sich beruhigt, Alagos ausgeruht und sie musste weiter.
Jetzt mehr denn je, Zeit hallte es durch ihren Kopf, sie hatte keine Zeit. Sie musste sich noch mehr zur Eile treiben, egal welchen Preis sie dafür zahlen musste. Eilige löschte sie das Feuer,
ließ die Spuren des Feuers gekonnt verschwinden und nahm ihren Bogen. Alagos kam schon zu
ihr, zärtlich streichelte sie über seinen Hals.
Ich muss dir leider alles abverlangen, was du leisten kannst, sagte sie zu ihm. Ich brauche all deine Kraft. Alagos schnaupte kurz und rieb seine Nüstern an ihrer Brust. Noch einmal fuhr sie liebevoll über seinen Kopf und schwang sich dann in den Sattel.
Noro lim Alagos, noro lim! rief sie nachdem sie den leichten Abhang hinaufgeritten war. Alagos
reagierte sofort und so flog sie nur so dahin, vorbei an Bäumen und Bergen, die große Gebirgskette hinter sich lassend, verließ sie den Weg um rechts quer durch die Wildnis zu reiten. Hier konnte sie
sehr viel Boden gut machen, hier durch sparte sie sich einige Stunden. Alagos war sehr Geländesicher und so konnte Nendis das Tempo immer relative schnell halten. Echad Candelleth, sie war kurz versucht anzuhalten, aber nein, Alagos war zwar klitsch nass, jedoch noch recht gut bei Kräften.
Vorsichtig lenkte sie ihn den Berg hinunter die dem Fluss, an der Fischerhütte legte sie nun aber doch eine kleine Rast ein. Alagos musste dringend etwas trinken und kurz verschnaufen. Diese Pause
musste sie ihm gönnen, wollte sie ihn noch lange reiten.

Sie setzte sich auf einen Stein, nahm ihren Trinkschlauch und nahm einen Schluck. Wie hatte sie das nur gemacht? An der Brücke? Grübelnd saß Nendis da und starrte aufs Wasser, dann schloss sie die Augen und versuchte sich zu konzentrieren.
Lange saß sie da, aber sie fühlte nichts, gar nichts. Sie sah zum Himmel auf, wenigstens hielt sich das
Wetter, so würde sie gut voran kommen. Sie stand auf, packte ihren Schlauch in ihre Satteltasche und griff nach Alagos Zügel.
Wir müssen nun durch das Wasser mein Guter, sagte sie. Es sieht nicht so tief aus, wir gehen langsam. Beruhigend streichelte sie mit der anderen Hand seinen Hals. Alagos hatte keine Angst vor
Wasser, was ihr sehr entgegen kam. Sicher und ohne große Mühe aber völlig durchnässt kamen sie am anderen Ufer an. Das war im Moment eher Nebensache. Nendis bestieg Alagos und setzte ihre Reise fort.

Eregion ein schönes Land und vor allem kam es einem schnellen Ritt sehr entgegen. Sie würde
sehr gut voran kommen und in Echad Dunann könnte Alagos dann seine wohlverdiente Ruhe
antreten, wahrscheinlich für längere Zeit. Sie gab ihm die Fersen und sie jagten durch das Gebiet
als würde es kein Morgen geben. Kurz vor Echad Dunann spürte Nendis das Alagos aber die Kräfte verließen. Leise flüsterte sie in seine Ohren, noch ein Stück bitte. Als sie Echad Dunann erreichte und Alagos endlich zum stehen brachte merkte sie erst wie sehr er außer Atem war. Seine Nüstern blähten sich auf und er keuchte, seine Muskeln zuckten und er dampfte als hätte es gerade erst geregnet und die Sonne würde nun das Wasser vertreiben.

Der Stallmeister sah sie strafend an.
Nendis, sagt was ist in Euch gefahren? Was glaubt ihr was Alagos ist? Himmel wieso richtet ihr ihn so zu? Er war sehr wütend und eigentlich hatte sie ja jegliche Aufmerksamkeit vermeiden wollen. Verzeiht, aber ich habe keine andere Wahl, werdet ihr Euch bitte gut um ihn kümmern, ja?
Nendis! Ich werde mich gut um ihn kümmern, aber nur weil er es dringend nötig hat. Und Euch empfehle ich eine Pause, ihr seht schrecklich aus, damit musterte er
sie von oben bis unten.

Nendis trat an Alagos ran der noch immer keuchend da stand: Díheno anim, tollen i lû mellon voron, navaer Alagos. ((Vergib mir, die Zeit ist gekommen treuer Freund, lebe wohl Alagos))

Sie wartete noch bis der Stallmeister mit ihm verschwunden war, dann wandte sie sich dem Tor zu.
Sie musste weiter jetzt, den Weg bis zum Tor von Moria legte Nendis im leichten Lauf zurück. Dann
stand sie vor dem riesigen Tor. Nun wurde ihr wieder so schwer, wie ein Stein lag es in der Magengrube. Sie starrte auf das Tor. Du musst da durch, du hast keine andere Wahl, dachte sie.

In diesen Berg gehen, jedes Mal war es eine Tortur gewesen, dort wo sie nicht den Himmel sah, wo sie nicht den Wind spürte, keine Bäume sah, gab es schlimmeres? Sie straffte ihren Körper, richtete sich auf und schallt sich selbst. Dann betrat sie Moria und rannte so schnell ihre Beine sie tragen konnten. Sie schaffte es recht gut den Weg zu halten, bis in die 21. Halle fand sie sich gut zurecht, erst hier merkte sie, wie sehr ihre Beine schmerzten und es sie angestrengt hatte. Gut weiter würde sie nun nicht mehr kommen. Eine Pause, auch wenn an schlaf hier unten nicht zu denken war. Eine Pause, die wollte sie sich gönnen. Sie suchte sich abseits jeglichem Trubels einen Platz und setzte sich.
Etwas Essen und Trinken, das würde ihr gut tun, etwas ruhen. Dann aber musste sie weiter…….
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#34
Die Reise bis in den Düsterwald war lang gewesen. Lang und anstrengend. Und seitdem sie in der Feste Guruth übernachtet hatten, war Nendis verschwunden. Wie sie allerdings feststellten, war sie auf dem gleichen Weg, nur einige Stunden weiter. Was Araswen verwunderte, da es eigentlich sicherer war, gemeinsam zu reisen... aber sie dachte bei sich, dass Nendis wohl ihre Gründe haben würde...

Also reiste die kleine Gruppe durch die Trollhöhen nach Eregion, immer in Eile, die Pferde bis zum Äußersten treibend, rasteten nur, wenn es nicht mehr anders ging und sobald sie sich ausgeruht hatten, ging es weiter... In Echad Dunnan gaben sie ihre Pferde den dort ansässigen Elben zur Pflege. Man würde gut auf sie achtgeben, aber zu lange sollten sie auch nicht wegbleiben...
Und dann ging es zu Fuß in die Tiefen von Moria... überall raschelte, schnarrte und knarzte es, es war nie wirklich hell, und frische Luft war ein Fremdwort hier... eilig huschten sie durch das Dunkel und auch in den dortigen Lagern der Zwerge fanden sie kaum Schlaf.
Als sie aus dem letzten Tor hinaus traten, war es Araswen, als hätte sie nie süßlichere Luft geatmet - obwohl es leicht regnete... und nach einiger Zeit umfing sie der goldene Schein Lothlóriens. Araswen übernahm es, mit den Wachen zu sprechen, immerhin waren ihre Schwester und ihr Schwager auch mal Wachen Lothlóriens gewesen. Und so ließ man sie passieren, allerdings musste Araswen für ihre Mitreisenden bürgen.
Die kleine Reise durch den goldenen Wald hindurch verlief problemlos, der Boden war weich und federnd und die ausgeliehenen Pferde waren ausgeruht und genossen den schnellen Ritt, bei dem sie sich mal so richtig austoben konnten. Araswen schmerzte es, ihre Heimat so schnell wieder verlassen zu müssen, doch nach einem kurzen Gespräch mit Malthus über die bevorstehende Reise machten sie sich auf den Weg zum Bootssteg. Der Elb bei den Booten hatte Pebelas nicht gesehen, war entweder zu der Zeit nicht dort oder Pebelas hatte einen anderen Weg genommen. Nendis aber hatte einige Stunden zuvor übergesetzt. Also ließen sie sich auch hinüberbringen.
Im ersten Lager des Düsterwaldes hatte man Nendis ebenfalls gesehen, sie sollte in Richtung der Straße geritten sein, die zum Gasthaus führte, war die vage Auskunft, die sie bekamen.
Doch im Gasthaus angekommen stellten sie fest, dass Nendis nicht dort war. Da sie aber, zumindest zum Teil erschöpft waren und auch die neuen Pferde nicht ewig weiter eilen konnten, beschloss die kleine Gruppe, hier zu rasten. Malthus ließ für sich Braten und Bier kommen und für Araswen eine Teller Suppe und eine Tasse Tee. Während des Essens sprachen die beiden über die Situation, Pebelas, Nendis, die ganzen Umstände... und sie kamen überein, dass bei der ganzen Sache etwas nicht stimmte. Der Zeitpunkt war merkwürdig, niemand hatte etwas geahnt und so nach Jahren plötzlich... sowas...
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#35
Die 21. Halle in Moria, hier tummelte sich allerhand, vorwiegend Zwerge, wildes Gesindel.
Nendis beschloss, bevor sie aufbrach etwas zu Essen. Sie hatte bisher nicht viel auf dieser Reise zu sich genommen, was sie an ihren Kräften merkte. Sie durfte nur nicht die Kraft verlieren. Sie brauchte diese sehr dringend, also musste sie sie pflegen. Abseits der vielen wuselnden Gestalten hatte sie sich ein kleines Feuer gemacht und beobachtete ihre Umgebung. Niemand schien von ihr Notiz zu nehmen, sehr gut, dachte sie sich.

Nach einem ausgiebigen Essen, packte die die wenigen Sachen zusammen, die sie überhaupt bei sich trug, je weniger Gepäck desto schneller würde sie voran kommen. Bisher hatte es sich auch ausgezahlt, sie lag recht gut in der Zeit. Sie verließ die Halle und wandte sich Richtung Norden, im leichten Laufschritt folgte sie leise dem Weg, je leiser desto weniger würden die Orks hier auf sie achten und sie konnte sich einfach vorbeischleichen. Dann plötzlich stand sie vor einem Abgrund.
Entsetzt starrte sie nach unten. Hier hörte einfach so der Weg auf. Sie überlegte nicht lange und begann hinabzusteigen. Zeit, einen anderen Weg zu suchen hatte sie nicht, sie musste so viel wie möglich abkürzen. Ihr bereitete es auch keine Schwierigkeiten etwas zu klettern und so war sie schnell unten und setzte die Reise fort, einige Treppen taten sich auf. Treppe, dachte sie, dann bin ich ja bald….Und da stand sie, vor ihr tat sich eine riesige Halle auf. Khadar-zarám , die zweite Halle, überaus beeindruckend, was die Zwerge im Stande waren zu bauen. Wie sie das je konnten würde ihr immer ein Rätsel bleiben. Aber sie musste weiter, so rannte sie die Treppe hinunter und quer durch die Halle, wenig Orks waren zu sehen, und die, die sie sah, wurden mit einem schnellen Pfeil ausgeschaltet. Khuriezer Brücke, sie spähte hinüber, alles ruhig, so rannte sie weiter immer weiter, sie musste rechts weg um den Abgrund zu umgehen jedoch trugen ihre Beine sie geschwind.

Immer wieder verspürte sie diese innere Unruhe, die leichte Panik, hier unten unter der Erde, aber sie schüttelte es ab, sie konnte sich im Moment keine Schwäche leisten. Weiter trieb sie ihr Bewusstsein, sie hätte keine Zeit. Immer weiter und weiter. Dann endlich, sie erkannte sie wieder.
Die erste Halle, hier war der Ausgang nach draußen. Der Ausgang kurz blieb sie stehen. Sie hatte es geschafft, quer durch Moria. Noch schneller als bisher rannte sie durch das Tor hinaus in die Freiheit.
Mekhem-bizru, Nimrobel, wie schön. Sie atmete die frische Luft ein und schloss einen Moment die Augen. Heimat, hier war ihre Heimat.

Doch schon erinnerte sie sich an die Zeit. Sie rannte hinunter zum kleinen Lager. Dort hatte sie ihre weiße Stute stehen. Thalamab der Stallmeister musterte sie und schüttelte nur den Kopf.
Ninim , sagte Nendis kurz angebunden. Ich brauche Ninim bitte. Wortlos holte er ihr die Stute und bedachte sie eines merkwürdigen Blickes.

Nendis stockte für einen Moment, wieso nur sah er sie so an? Noch in Gedanken schwang sie sich auf ihre Stute und gab ihr die Fersen in die Seite. Schnell wie der Wind, als hätte Ninim nur darauf gewartet endlich wieder frei laufen zu können, jagte sie Richtung Egladil. An der Grenze zum goldenen Wald jedoch wurde sie kurz aufgehalten. Einer der Wachen jedoch erkannte sie und gab ihr den Weg frei. Man mochte es nicht, wenn sich Reiter so schnell durch den Wald bewegten, man vermutete immer gleich das Schlimmste. Nendis hatte jedoch keine unangenehmen Fragen beantworten müssen.

Gnadenlos trieb sie Ninim an, weiter und weite. Links erschien die Brücke nach Caras Galadhon, Nendis stoppte, sah zur Brücke, einen Moment zur Stadt, dachte sie, vielleicht einen Moment den Zauber genießen, vielleicht würde Galadriel sie empfangen, dann schüttelte sie den Kopf.
Nein, reite weiter, hallte es in ihrem Kopf, wenn du erst mal in Caras Galadhon bist, wirst du zu spät kommen. Du wirst zu SPÄT kommen, schrie sie in den Wald und gab Ninim wieder ihre Fersen in die Seite. Lange dauerte es nicht mehr, dann erreichte sie Egladil, beim Stallmeister hielt sie, klopfte Ninim den Hals: Navaer Ninim, gen hannon. Damit gab die die Zügel dem Elb und verschwand sehr schnell.
Am Anlegesteg lag gerade ein Boot bereit und wollte ablegen. Man winkte ihr, als man sie nahen sah und so konnte sie noch schnell hineinspringen. Die Überfahrt dauerte nicht lange und so stand sie noch diese Nacht in Echad Sirion, müde, entkräftet und sehr dreckig von der Reise.

Doch was nun, sie sah sich um, viele Gesichter waren ihr bekannt. Hier begann sie unbekanntes Gebiet zu betreten. Noch nie war sie im nördlichen Teil des Düsterwaldes gewesen. Sie wusste von dort nichts, gar nichts. Sie wagte es nicht, sich einfach bei Stallmeister ein Pferd zu besorgen, er würde Fragen stellen, sie würde antworten müssen, aber das war zu gefährlich, nicht hier.

Falasgon fuhr es ihr durch den Kopf, sie hoffte dass er noch hier war. Suchend sag sie sich um und ging weiter ins Lager hinein. Da, da stand er neben einer jungen Elbin. Langsam ging sie auf ihn zu, als er sie sah bekam er einen erschrockenen Gesichtsausdruck, schickte sofort die Elbin weg.
Nendis, sagte er. Was ist passiert? Warum bist du so... Er starrte auf ihre wüsste Erscheinung.

Nendis sah ihn an und sagte: Falasgon, ich brauche deine Hilfe!
Er packte ihren Arm, sehr fest und zog sie nach hinten in den Wald. Nendis! Wieso habe ich das Gefühl, diesmal ist es keine Auskunft wo die letzten Pfeile der Späher geblieben sind?
Nendis riss ihren Arm los und funkelte ihn böse an. Tu das nicht wieder!
Er sah sie stirnrunzelnd an: Schon gut, rege dich nicht auf. Was ist passiert und wobei soll ich dir helfen?
Sie sah ihn eindringlich an: Kann ich dir wirklich vertrauen? Zu niemanden ein Wort!
Er nickte und sprach: Du weißt genau, ich würde dir niemals schaden.
Nendis drehte sich um, niemand schien auf sie zu achten. Leise flüsterte sie: Ich brauche ein sehr gutes Pferd und ich brauche einen Weg zum nördlichen Düsterwald, ich muss zur Feste von Thranduil.
Falasgon traute seinen Ohren nicht. Was hatte sie gerade gesagt? Wohin soll es gehen?
Nendis! Was zum…. was willst du da?

Das kann ich dir nicht sagen, aber ich muss schnellstens dort hin, ich weiß, dass du den Wald sehr gut kennst und ich bitte dich inständig, sage mir wie ich schnellstens durch ihn hindurch komme und an mein Ziel. Ihr Blick verriet ihre gesamte Anspannung und die Dringlichkeit.
Falasgon war sichtlich hin und her gerissen. Nendis, das geht nicht, du darfst da nicht hin, ich vermute fast, das wird ein Fehler den du da begehst. Was willst du da? Es gibt nichts was dich dorthinführen könnte. Also was ist los, warum willst du da hin.

Sichtlich enttäuscht senkte Nendis ihren Kopf. Wenn du mir nicht hilfst, so gehe ich auf eigene Faust, so oder so, ich werde dort hingelangen, irgendwie.
Falasgon ergriff ihre Hand, gut, ich werde dir helfen, aber eines Tages musst du mir sagen, warum.Versprich dass du hierher zurück kehrst.
Nendis sah in an und schüttelte den Kopf. Nein das kann ich nicht. Ich weiß es ja selbst nicht was kommen wird. Verlange es nicht. Ich werde es versuchen und dir dann erzählen, was mein Beweggrund war, aber verlange kein Versprechen, was ich nicht halten kann.

Falasgon schüttelte den Kopf, gab ihr ein Zeichen zu warten und verschwand.
Es dauerte eine Weile bis er wiederkam. Nendis hatte sich solange gesetzt und ruhte etwas.
Es führte zwei Pferde am Zügel, hatte ein zusammen geschnürtes Bündel in der Hand. Er ließ die Zügel los und setzt sich zu ihr. Komm, wir brechen auf, flüsterte er leise.
Wir? fragte Nendis überrascht.
Ich bringe dich zur Grenze, ich habe eine Karte ich zeige dir den Weg, du musst ihn dir einprägen.
Nendis nickte nur und stand auf. Gut, aber warum willst du mit?
Falasgons Gesichtsausdruck ließ nicht eine Regung sehen. Nur bis der Wald hinten anfängt. Nur bis dahin. Ich kenne den schnellsten Weg, willst du?
Nendis nickte wieder, aber sie hatte ein ungutes Gefühl.
Sie bestiegen die Pferde und ritten aus dem Lager, außerhalb der Sichtweite trieben sie die Tiere zu Eile an. Er war ein guter Führer, schnell erreichten sie die Grenze wo der dichte Wald anfing.
Rechts war ein wunderschöner Wasserfall zu sehen dahinter lag die Feste Dannenglor.

Hier solltest du rasten Nendis, sagte Falasgon und macht ihr ein Feuer.
Baran, du kannst ihn oben im Norden einfach stehen lassen, ich werde ihn irgendwann zurückholen.Es ist ein gutes Pferd, er ist stark und besitzt von all meinen Tieren die meiste Ausdauer. Er wird dir treue Dienste leisten. Hier, dieses Packet mit Kleidung, wenn du dich ausgeruht hast, ziehe sie an. Du fällst in deiner dreckigen, auffälligen Rüstung zu sehr auf. Lasse dein Schwert in der Ledertasche am Pferd, trage nur den Dolch, dein Bogen hänge an die Seite deiner Beine beim reiten. Ziehe die Kapuze auf und tief in dein Gesicht. So wird niemand Argwohn verspüren wenn er dich sieht.

Er sah Nendis fragend an, sie nickte zum Zeichen das sie verstanden hatte.
Gut, nun zur Karte. Er breitete eine Karte aus. Dort oben in der Ecke, da liegt die Feste von Thranduil, du kannst aber nicht hier lang und auch nicht dort. du musst diesen Weg wählen, auch wenn es dir jetzt sehr weit erscheinen mag, so ist er der Sicherste. Halte dich genau daran, sonst sehe ich für dich keine Zukunft mehr.

Nendis besah sich die Karte. Genauestens studierte sie jedes Detail und wunderte sich über seine Beschreibung. Irgendwas stimme nicht an diesem Weg dachte sie. Sagte aber nichts.
Hannon le Falasgon, sagte sie. Ich werde etwas ruhen und dann aufbrechen.
Falasgon sah ihr nicht in die Augen. Ich bleibe noch etwas, ich werde hier eine Runde drehen und sehen ob die Umgebung sicher ist.
Nendis nickte legte ihre Waffen neben sich und rollte sich in ihrem Umhang.

Doch der Traum in den sie viel, verlangte ungeheuerliches von ihr.
Nicht nur, das der Weg den er ihr zeigte ein anderer war, aber einer den sie verstand, auch die Zeit würde noch mehr drängen. Nicht dieser komische Umweg, der ihr glaubhaft gemacht wurde. Nein der alte Elbenweg, einer Geschichte nach sollte es ihn geben, sie hatte davon gehört. Es gab ihn wohl wirklich. Sehr genau zeigte er ihr wo lang. Er sprach nicht mehr mit ihr. Er deutete nur noch an, beschrieb mit Gesten. Doch sie verstand. Sie verstand in dieser Nacht so viel, als sie erwachte zitterte sich am ganzen Körper, sie glaubte das sie nicht einen Moment geruht hatte. Wieso hatte aber Falasgon ihr den falschen Weg gezeigt. Wieso?
Als sie aufstand, versagten ihre Beine. Sie zitterte noch immer. Falasgon war nirgends zu sehen, so zog sie sich mühevoll die Sachen an, die er ihr gegeben hatte. Ihre Rüstung jedoch behielt sie darunter.
Irgendwas sagte ihr, das sie das tun musste. Mit den Waffen verfuhr sie so, wie er ihr geraten hatte. Sie würde nur reiten müssen, dafür würden ihre Kräfte reichen. Aber etwas war nach diesem Traum anders, ihre Augen hatten sich verändert…
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#36
Müde war er, doch das wollte er vor seinen Gefährten nicht zeigen. Er hatte seine Rüstung abgelegt und die Waffen inspiziert und grob gereinigt. Doch bevor ihm die Augen zufallen würden musste er noch das Erlebte festhalten. Er kramte ein kleines Büchlein aus seinem Gepäck und dazu Schreibzeug. Er setzte sich an den kleinen wackligen Tisch in seiner Kammer und schrieb im Schein einer Kerze noch ein paar Zeilen

Kriegstagebuch den Malthus Nigmaion

Die Jagd geht weiter. Seit meinem letzten Eintrag sind schon einige Tage vergangen. Hatte keine Zeit, das Erlebte reinzuschreiben. So vieles ist passiert. Seit Guruth ist auch noch Nendis verschwunden, hat mir eine Botschaft hinterlassen. Wie konnte sie nur. Wenn ich mit Pebelas fertig bin werde ich mir sie zur Brust nehmen. Was erlaubt sich die Elbin denn? Wie kann sie es wagen, sich abzusetzen? Früher hätten wir sie einfach ausgepeitscht oder am nächsten Baum aufgeknöpft. Doch diese Zeiten sind vorbei. Leider, wie ich immer wieder feststellen muss. Heutzutage muss man zu sehr auf Etikette achten, Roben tragen, Waffen ablegen. Das ist mir alles so zuwider. Mein Leben ist der Kampf, nicht die Diplomatie.

Ich habe mit Araswen gesprochen. Sie hat uns unterwegs gute Dienste geleistet, sollte sie hierfür bald loben. Sie hat uns bei den Elben frische Pferde besorgt und uns viele wertvolle Informationen besorgt. Beim Posten vor den Wälder Lothlóriens hat sie für uns gebürgt, und auch für eine sichere Überfahrt in den Düsterwald hat sie gesorgt. Ich habe mit ihr über diese ganze Geschichte gesprochen. Sie sieht diese Geschichte glaube ich ganz ähnlich wie ich. Ich bin gespannt, wie sie sich im Kampf bewährt. Das kann ich momentan nicht einschätzen.

Nendis ist uns ein paar Stunden voraus. Die Stimmung ist betrübt, kein Wunder, denn der Düsterwald trägt seinen Namen nicht umsonst. Hier im Gasthaus haben wir eine einigermaßen saubere Unterkunft gefunden. Nendis war nicht hier, sie wird dann wohl draußen einen Unterschlupf gefunden haben. Ich hoffe, die Orkse finden sie nicht vor uns, obwohl es vielleicht besser für sie wäre.

Ich weiß nicht, wie und wo ich die Suche fortsetzen soll. Der Düsterwald ist groß und wo genau Pebelas ist weiß keiner. Wir müssen in Richtung von seinem König ziehen, vielleicht finden wir ihn dort. Ob sie uns so einfach reinlassen? Na ja, diese Frage stellen wir uns, wenn wir soweit sind.


Malthus schloss das Buch. Müde rieb er sich über seine Schläfen. Er verharrte einen Augenblick, dann stand er auf und verstaute das Buch wieder sicher in seinem Gepäck. Er löschte das Licht und legte sich in das Bett.

Wir müssen morgen bei Tagesanbruch weiterziehen.

Er schlief sofort ein.
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#37
Ortswechsel

Thios drassen. Cuina...

Tollen i lû! Edro i annon!

Nívarad!

Be iest lín... Mîdh bo thâr, aur eden echuia... Cenin Gyth!

Liston...
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#38
Still und nachdenklich saß Araswen an einem Tisch am Feuer. Eine Tasse Tee in den Händen sann sie über die Geschehnisse der letzten Wochen nach. Und dieses unangenehme Gefühl in der Magengegend wurde stärker. Wohin mochte sie dieser Weg noch führen? Was war mit Pebelas geschehen? War er noch er selbst? Und was für Gründe hatte Nendis, sich von ihnen zu trennen, nur um ihnen einige Stunden voraus zu sein? Das Alles schien überhaupt keinen Sinn zu ergeben.
Plötzlich hörte sie eine ihr bekannte Stimme. Es war Elrhien, die sie begrüßte. Sie war ihnen den ganzen Weg bis in den Düsterwald hinein gefolgt und bat um Informationen, die Araswen ihr leider nicht geben konnte.
Nach und nach kamen die Mitglieder der kleinen Gruppe in den Schankraum gestapft und nachdem alle sich gestärkt und ihre Vorräte aufgefüllt hatten, konnte es weitergehen. Sie wählten einen Pfad Richtung Norden, nicht weit vom Gasthaus entfernt, entdeckten sie ein Lagerfeuer, dass noch vor einigen Stunden gebrannt haben musste, auch Hufspuren konnte Araswen ausmachen. Sie folgten diesen Spuren, da sie sicher waren, dass es die von Nendis' Pferd waren. Zum Glück hatte es nicht geregnet, wenn es auch nicht wirklich sonnig war.
Die Spur führte sie am Waldrand entlang nach Norden, und zwar eine ganze Weile, sie rasteten einmal zwischendurch im Schatten eines Dickichts und eilten gleich weiter. Plötzlich führten die Spuren nach Westen, einen schmalen, dicht bewachsenen Pfad entlang. Sie mussten hintereinander reiten, da keine zwei Pferde nebeneinander auf diesem Pfad gehen konnten. Aber auch so streiften genug Zweige ihre Beine, bei einem Strauch mussten sie auch ein wenig achtgeben, da er Dornen besaß. Hier konnten sie auch nicht so schnell reiten, wie sie wollten, dazu war der Pfad zu schlecht zu sehen. Araswen musste hier auch immer wieder absteigen, um sicher die Spuren lesen zu können, doch Nendis musste immer weiter nach Westen geritten sein, immer diesen schmalen Pfad entlang.
Der Weg endete abrupt an einer Furt, die sie vorsichtig überquerten, immer die Umgebung im Blick behaltend. Doch es geschah nichts weiter. Danach kamen sie auf eine Ebene und konnten schon von weitem Thranduils Feste sehen. Araswen, die bisher vorne geritten war, drehte sich mit fragendem Gesichtsausdruck zu Malthus um.
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#39
Baran war wirklich ein gutes Pferd, besaß sehr viel Kraft und nachdem sie ihr letztes Lagerfeuer
verlassen hatte, trug er sie schnell in nördlicher Richtung am Waldrand entlang. Aber selbst das Reiten strengte sie langsam an. Immer weiter und weiter trieb sie ihr Pferd. Zwischendurch legte sie einige kleine Pausen ein um dem Tier etwas Ruhe zu gönnen, sie selbst trank etwas aber zu essen bekam sie nicht runter. Angestrengt ging sie in Gedanken die Zeichnung durch die er ihr in den Boden
gemalt hatte. Sie wusste, dass sie erst sehr weit reiten musste, das würde sie nicht so einfach schaffen. Einteilung der Kräfte von ihr und ihrem Pferd, das musste sie erreichen.

Dieses Land war ihr gänzlich unbekannt, sie war noch nie hier gewesen. Dieser Teil des Landes hatten wahrscheinlich die wenigsten gesehen, es sei denn sie kamen von hier. Sie konnte diesem Land aber sehr viel abgewinnen, es gab unzählige Bäume hier. Man nannte ihn auch Grünwald. Zwar war dieser Name nicht mehr weit verbreitet und wenn man von ihm sprach, dann als Düsterwald. Sie hatte gerade wieder eine Rast eingelegt und dachte nun darüber nach wie lange sie schon unterwegs war. Mit so viel Hoffnung war sie aufgebrochen und nun, nun saß sie hier in einem fremden Land und nichts kam ihr gerade sinnvoll vor. Kraftlos erhob sie sich und kletterte auf den Rücken des Pferdes. Wenigstens auf ihn konnte sie sich verlassen.

Dieser schier endlose Wald erstreckte sich unermüdlich gen Norden. Wie viele Bäume mussten hier wohl stehen? Sie hatte bald die Belastbarkeitsgrenze ihres Pferdes erreich, sie musste eine längere Rat einlegen dachte sie, sie konnte einfach nicht riskieren, das sie ihr Pferd verlor, zumal hier draußen nicht zu sein schien. Sie suchte sich eine geeignete Stelle unter einem riesigen Baum.
Die Nacht würde bald hereinbrechen. Sie ließ Baran grasen und sammelte etwas Holz zusammen. Damit machte sie sich ein Feuer. Sie legte sich sehr nahe dem Feuer, die Wärme tat ihren geschundenen Knochen gut. Sie musste endlich wieder einige Stunden Schlaf finden. Morgen würde sie sich sicher besser fühlen. Sie wachte auf da war die Nacht schon gewichen. Baran graste nicht weit von ihr und schien ausgeruht zu sein. Nendis trank etwas Wasser und gab auch Baran etwas
davon, bevor sie ihn wieder Sattelte und sie ihre Reise entlang des Waldes fortsetzte.

Sie ritt noch viele Stunden am Wald entlang, als sie einen kleinen Durchgang sah, war das der Pfad?
Vorsichtig lenkte sie Baran zur Öffnung und sah dahinter einen kleinen Weg, der sich durch den Wald schlängelte. Sie zögerte einen Moment, war es der Weg? Sie war sich nicht sicher, aber welche Wahl hatte sie denn? Entweder sie folgte ihm oder sie ließ es.
Sie sah prüfend zum Himmel, dann ritt sie in den Wald. Sie folgte dem Weg weiter und weiter in den Wald, rechts und links neben dem Weg war der Wald so dicht, das sie nichts sehen konnte.
Wie lange sie so durch das Dunkel ritt, konnte sie nicht sagen. Sie spürte nur bald ihre Beine nicht mehr, ihre Arme schmerzten, der Rücken, sie war müde und langsam schwand ihr Mut und ihre Zuversicht gänzlich. Sicher war dieser Weg auch noch der Falsche und sie würde sich hier im Wald verirren, irgendwann vor der Bergkette stehen, vor der er sie gewarnt hatte.
Weiter und weiter, sie erwartete immer wieder gleich vor einem Berg halten zu müssen an dem es nicht mehr weiter ging. Aber es ging immer weiter, kein Hindernis tauchte auf, bis sich plötzlich vor ihr der Wald lichtete, es wurde hell und sie spürte die Sonne auf ihrer Haut. Ein breiter Fluss schlängelte sich vor ihr durch die Landschaft. Welch schöner Anblick, der sich ihr bot.
Dann durchzuckte sie es wie ein Blitz, sie hatte den alten Pfad gefunden und sie hatte auf ihm den Grünwald durchquert. Es konnte nicht mehr sehr weit sein dann hatte sie ihr vermeintliches Ziel erreicht. Langsam ritt sie am Fluss entlang Ausschau haltend nach etwas was wie eine Festung aussehen würde. Wie würde der Palast des Königs aussehen? Noch nie hatte sie davon gehört, niemand hatte je darüber gesprochen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer kehrte zurück, sie erinnerte sich an etwas was ihr mal ein guter Freund gesagt hatte. Nichts geschieht ohne Grund, auch wenn er nicht gleich ersichtlich ist.

In einiger Entfernung sah sie plötzlich eine Brücke, diese schien über den Fluss zu führen. Sie folgte mit ihrem Blick ans andere Ufer, dort schien es als würde es einen Eingang in den Berg geben.
Einen Eingang in den Berg? Das wunderte sie, sie suchte einen Palast oder eine Festung. Sie ritt weiter in die Richtung wo die Brücke über den Fluss ging. Sie spürte Blicke auf sich ruhen. Man hatte sie bereits gesehen, das spürte sie, auch wenn sie selbst niemanden wahr nahm.
Was dachte man nun, würde man sie weiterhin passieren lassen, oder würde man sie aufhalten?
Gut, sie sah an sich runter, ihren Bogen an der Seite des Pferdes und ihr Schwert in der Scheide der Satteltasche. Sie würde alles so lassen wie es ist, sie kam schließlich nicht in feindlicher Absicht, vorerst nicht. Sie konnte ja schließlich nicht ihre Waffen wegwerfen. Jedem musste klar sein, das man so lange nicht ohne Waffen reisen würde, vor allem nicht in diesen Zeiten.

Was sollte sie nur sagen, grübelte sie weiter. Sie erinnerte sich an seine Warnung. Du darfst mir nicht folgen… Sie würden dich genauso bestrafen… Aber dann hatte er gefragt, wann sie da sein würde… So lange hatte sie auf diesem Augenblick gewartet und nun wusste sie nicht, wie sie um Einlass bitten sollte. Darüber hatte sie die ganze Reise gar nicht nachgedacht. Was sollte sie sagen wenn sie hier ankam.
Sie erreichte die Brücke und hielt an. Sie war erschöpft aber staunte trotzdem, als sie diese gewaltige Brücke sah und den Eingang in einen Berg, dieser Eingang hatte riesige schwere Tore, die wunderschön verziert waren. Langsam ritt sie über die Brücke, und je näher sie den anderen Seite kam desto mehr spürte sie das sie beobachtete wurde, allerdings sah sie nun ihrerseits einige Elben, sie versteckten sich nicht. Neugierige Blicke geleiteten sie immer näher an den Eingang zum Berg. Solange sie niemand aufhielt wollte sie einfach langsam weiter reiten, ein Tor des Berges stand offen, langsam ritt sie genau darauf zu.
So gelangte sie zur Festung des Waldkönigs, müde, erschöpft und ausgezehrt. Kurz vor dem Tor stieg sie von ihrem Pferd, ihre Beine versagten einen Augenblick, aber dann hatte sie sich gefangen.
Am Tor stand ein Elb der recht freundlich aussah. Nendis ging auf diesen zu und sprach ihn an.

Maer arad. Im Nendis. Ich bin eines weiten Wegs gereist, erschöpft und müde. Ich bitte um Einlass und etwas Ruhe für mich und mein Pferd.Sie nahm die Kapuze ab und versuchte so gut es ging freundlich zu lächeln. Ihre Müdigkeit konnte man ihr jedoch sofort ansehen.
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#40
Der Elb beobachtete Nendis eine Weile schweigend, dann stieß er sich vom Fels ab und ging langsam einige Schritte auf sie zu.

Nur wenige finden die geheimen Pfade durch Taur e-Ndaedelos... Und noch weniger erreichen diese Brücke. Aber...

Er ging langsam an Baran entlang und streichelte sein dampendes Fell.

...ihr stammt nicht von hier. Dies lässt mich vermuten, dass man euch diese Wege beschrieben hat...

Er war mittlerweile wieder bei Nendis angelangt und schien sie anzulächeln ohne den Mund zu bewegen.

Tulon nin nara Amras Ciryatan. In der Tat sieht man euch eure Erschöpfung an und euer Begleiter zittert, als wäret ihr wochenlang ohne Pause geritten...

Amras musterte Nendis einen Moment und kniff die Augen zusammen

Ihr werdet verfolgt. Nennt mir den Grund eures Besuches und warum man euch jagt - aber sprecht rasch, denn es bleibt euch nicht viel Zeit bis man euch eingeholt hat...
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