Blut ist dicker als Wasser
#1
Der Herbst begann schon das Laub zu färben und täglich sah man nun Vogelschwärme die gen Süden flogen. Nur noch vereinzelt hörte man Vögel im Wald und die anderen kleinen Tiere sammelten fleißig um sich einen Wintervorrat zu sammeln und anzufressen.
In dieser Idylle wanderte ein Zwerg. Wie immer mit der schweren Rüstung, seine Axt im Gürtel und den Schild auf dem Rücken, es war Garomur.
Den Fuß der Ered Luin hatte er schon erreicht und lief durch den Wald dort. Die Schneefallgrenze war schon etwas gefallen, doch das Tal hatte sie noch nicht erreicht. Garomur freute sich schon auf sein Zuhause und einen schönen Krug Bier. Doch ein Stückchen hatte er noch zu laufen, aber zum Abend hin sollte er Thorins Hallen erreicht haben.

Der Tag ging weiter zur neige und Garomur kam immer mehr voran. Hinter Gondamon wurde nun deutlich das hier mehr Schnee liegt als sonst. Die Straße nach Thorins Hallen war auch schon nicht mehr zu sehen, doch die Zwerge waren nicht dumm. Am Straßenrand standen in gewissen Abständen Säulen. Im Sommer würde sich ein Wandere fragen was diese zu bedeuten haben, doch wenn viel Schnee lag zeigte sich ihre Bedeutung. Nun ging es für den Zwerg schwerer voran, denn durch das Gewicht der Rüstung musste er tief im Schnee laufen. Doch dies hielt ihn auch nicht auf und genau zur Abenddämmerung kam er in Thorins Hallen an.
Auf das Bier in der Schenke wollte er erstmal verzichten, der marsch durch den Schnee forderte seinen Tribut. Mit einem Pferd wäre das wohl leichter gewesen, doch das hatte er hier gelassen. So trabte er auf die Siedlung zu wo sein Haus war.
Als er am Eingang war betrachtet er mit einem lächeln das Tor zur Siedlung und freute sich nun doch ins Bett zu können, doch hinter ihm hörte er seinen Namen.

„Garomur warte mal kurz.“

„Ach ja, die Siedlungsverwaltung. Diesmal kannst du mir nichts ich habe meine Miete bezahlt.“ Antwortet Garomur

„Darum geht es nicht ich habe einen Brief für dich.“

„Einen Brief? Von wem denn? Habe ich eine Verehrerin oder braucht wer nur mal wieder einen starken Schild? Ich bin doch gerade erst zu Hause angekommen.“ Scherzte er rum

Der andere Zwerg gab ihm den Brief und verabschiedete sich mit einem kurzen nicken. Garomur betrachtete den Brief und erkannte das Siegel, er war von seinen Eltern. Jetzt hatte er es wirklich eilig nach Hause zu kommen. Dort angekommen wurde erstmal die Rüstung abgelegt und die Waffen verstaut. Nun noch ein Feuerchen im Kamin gemacht und er konnte schauen was seine Eltern ihm geschrieben haben.
Mit einem lächeln öffnete er den Brief und überflog die Zeilen. Aber sein lächeln verflog und wurde zu einem immer ernsteren Gesicht, bis er schließlich am Ende war und kurz in das Kaminfeuer starrte.
Schnell sprang der Zwerg auf, holte seine Waffen wieder hervor und zog seine Rüstung wieder hastig an. Er lief zudem noch zu einer Truhe und holte Unterbekleidung hervor, die aus einem etwas dickeren und festen Stoff gemacht wurde. Man sah den Sachen an das sie für kältere Tage gemacht wurden.
Mit diesem Bündel machte er sich auf den Weg raus aus der Siedlung und lief schnell zu den Ställen. Mit einem schnellen Gruß wurde der Stallmeister begrüßt. Nun noch schnell sein Pony gesattelt und es konnte losgehen. Er ritt so schnell wie er konnte durch den Schnee und als dieses Hindernis weg war, gab er dem Pony erst richtig die Sporen.
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#2
Die Sonne war schon eine Weile untergegangen doch Garomur ritt eisern weiter. Doch sein Ziel für diesen Tag hatte er erreicht, es war die Elbensiedlung mit dem Sippenhaus der Faer Eryn. Morgen würde es weitergehen. Er kam um die letzte Kurve und sah das Haus. Die Lichter brannten drinnen noch, also schienen noch ein paar seiner Freunde wach zu sein. Zum Lob, das sein Pony ihn bis hier hin im schnellen Tempo getragen hatte, streichelte er dessen Hals und stieg ab. Anbinden tat er es nicht, weglaufen würde es so wie so nicht.
Mit schnellem Schritt ging er zur Tür und öffnete diese. In der Vorhalle schmiss er seinen Schild und sein Bündel in eine Ecke und nahm den Helm unter den Arm. Schnurstracks marschierte er in den Wohnraum und Tatsache einige waren noch wach, doch bevor er was sagte ging er auf den Kartentisch zu der auch in diesem Raum stand. Der Helm wurde darauf gelegt und er durchwühlte die Karten auf dem Tisch.

„Wer von euch will mit mir ins Graue Gebirge aufbrechen?“ fragte er die Anwesenden in ernster Stimme.
„Wen ihr einen Grund dafür braucht dann lest dies.“

Mit seinen letzten Worten holte er den Brief seiner Eltern hervor und legte ihn vor sich auf den Tisch.
Darauf war geschrieben:

Lieber Sohn,

lange haben wir schon uns nicht mehr geschrieben und ich hoffe diese Nachricht erreicht dich so schnell wie möglich. Es geht um deinen kleinen Bruder Brodil. Du weißt dass er dich immer wegen deiner Reisen bewundert hat und auch er hat sich in den Kriegsdienst gestellt. Ich und deine Mutter waren stolz das er auch diesen Schritt gewagt hatte, doch von seiner letzten Expedition kam er nicht wieder. Ein paar aus seinem Trupp fanden den Weg zurück zu uns und sagten, dass sie in einer Höhle von einem Untier angegriffen wurden und der Trupp auseinander gerissen wurde. Einige sollen wohl noch immer in der Höhle sein. Eine Rettung scheiterte schon.
Nun bitten wir dich, komm zurück und hilf deinen Bruder zu suchen. Wir wissen dass er noch leben muss und irgendwo in dieser Höhle rumirrt. Wir würden ja selber gehen und ihn suchen, doch haben wir keine Ahnung vom kämpfe. Zudem wärst du der einzige der suchen würde bis er ihn gefunden hätte, nicht so wie die die glaube dass alle schon tot sind. Versuch so schnell wie möglich zu uns zu kommen.

Auf ein schnelles Wiedersehen

Deine Eltern
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#3
Himelen erhob sich von seinem Stuhl am Kamin und nahm den Zettel in die Hand.
Er sah Garomur mit erhobener Braue an und legte den Zettel wieder auf den Tisch, nachdem er ihn überflogen hatte.

„Wären diese Tage anders Garomur, so würde ich euch gewiss meinen Bogen geben, doch diese Reise ist lang und ihr Ausgang ist ungewiss. Ich werde hier gebraucht, von daher werde ich euch nicht begleiten können. Einzig und allein mit Ausrüstung kann ich euch unterstützen, jedoch nicht mit Taten.“, sprach er ruhig.

Ohne auf weiteres zu warten begab sich Himelen zurück ans Feuer, setzte sich wieder auf seinen Stuhl und schien nachzudenken.
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#4
Die Stirn war in tiefe Falten gelegt als der alte Zwerg auf den Tisch zutrat und den Zettel nahm, welchen Himelen gerade eben erst wieder abgelegt hatte. Hingegen dem Elb schien der alte Gemmenbart diese Botschaft sehr genau zu lesen, oder er brauchte einfach länger dafür, seine Augen waren ja auch nicht mehr die besten.
Bis auf ein „Hum“ und „Oha“, konnte man keine weitere Regung von Gondragur wahrnehmen. Schliesslich legte er den Zettel hin und seine rechte Hand auf die linke Schulter von Garomur.

„Ich wäre auch ohne Grund mit dir ins Graue Gebirge gegangen mein Vetter, doch diese Nachricht ändert vieles. Wenn dein Bruder nur ansatzweise so einen dicken Kopf hat wie du, dann lebt er noch und bei meinem Bart dann finden wir ihn auch. Ich bin zwar schon alt, aber ich kann kämpfen und ich kann heilen, so was verlernt man nicht und auch wenn ich nicht mehr der Jüngste bin, so werde ich doch mit dir und jenen die noch mitkommen Schritt halten.“

Bei seinen letzten Worten sah sich Gondragur im Raum um.
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#5
„Ich danke dir mein alter Freund.“

Endlich hatte er die richtige Karte gefunden. Sie zeigte das Nebelgebirge. Er räumte die Anderen bei Seite und schaute sie sich genau an. Danach schaute er in den Raum, diesmal wieder mit einem leichten lächeln im Gesicht.

„Ich werde morgen früh bei Tagesanbruch los reiten und ich will so schnell sein wie möglich. Deswegen nehme ich auch den kürzesten Weg, über den Hohen Pass im Nebelgebirge.
Also noch einmal meine Frage, wer will mich begleiten, meine Eltern besuchen, meinen Bruder finden und die Zwerge des grauen Gebirges kennenlernen?“


Er schaute in den Raum und erwartete eine Antwort.
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#6
Seufzend und mit leicht hängenden Schultern wandte Aislinn sich Garomur zu. Gespielt genervt trat Sie auf die beiden Zwerge zu, verschränkte die Arme und sprach..

"Was denkt Ihr denn, Garomur. Dass ich Euch einfach so alleine losziehen lasse? Da müsste ich mir ja die ganze Zeit Sorgen machen! Und zuguter Letzt würde ich es mir ewgi vorwerfen, wenn einer von euch beiden zu Schaden käme!"

Mit einem nun milden Lächeln auf den Lippen schüttelte Aislinn den Kopf, verlagerte Ihr Gewicht auf das rechte Bein und stemmte beide Fäuste in die Hüften.

"Sagt mir nur, wo ich morgen früh auf Euch warten soll. Faol braucht sowieso dringend Bewegung."
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#7
Ferwnnan, die am Nebentisch neugierig die Ohren gespitzt und Garomur bei der Suche nach Karten von nebelgebirge beobachtet hat, seufzt leise und streichelt dann den Bauch unter der weiten Robe.

Dann flüstert sie zärtlich, so als würde sie zu einer unsichtbaren Person sprechen:

Siehst du, meine Kleine, da ziehen sie wieder los, die Zwerge. Und ich kann sie deinetwegen diesmal nicht begleiten. Vielleicht wird dein Vater mitreiten, obwohl ich dann wieder jede Nacht wach liegen oder über die Wiesen schlendern werde, aus Angst, er könnte nicht wiederkehren.
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#8
Perhil, die eben noch einer Geschichte von Gondragur gelauscht hatte, sah Garomur mit gerunzelter Stirn an.
Sollte sie diesem doofen, dicken Suffkopf wirklich helfen? Der war immer so gemein zu ihr, nannte sie Putze und noch andere gemeine Dinge.
Aber reizen würde sie das ja schon, mal über das Nebelgebirge zu kommen. Noch nie hatte sie das östliche Gebirge gesehen, oder Lórien, den Düsterwald und … kommt man da überhaupt vorbei wenn man ins Graue Gebirge will?
Perhil sah Garomur noch immer an und war ganz in Gedanken versunken über Wege und Karten, Orte und Wälder.
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#9
Aus dem Schatten des Eingangs trat Bandodas hervor. Mit gesenktem Blick sagte er:

Isch habe schon wieder einige von eusch belauscht...

Und an Garomur gewendet:

Und wenn esch dir nischtsch auschmacht würde isch disch gerne begleiten. Weil schooo weit fort von hier habe isch noch nischt nach Herrn Branasch geschucht...

Hoffnungsvoll sah er den Zwergen an.
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#10
„Danke Aislinn das du mitkommst. Pack dir reichlich warme Sachen ein, denn im grauen Gebirge wird es kalt sein und bald sogar noch kälter. Das Klima dort wird fast so wie in Forochel sein, damit ihr ungefähr wisst was auf euch zukommt.
Ich werde mich nun etwas noch um Ausrüstung kümmern, Ihr solltet das auch tun. Wir treffen uns bei den ersten Sonnenstrahlen draußen vor dem Sippenhaus.“


Mit den letzten Worten verließ er den Kartentisch. Die Karte des Nebelgebirges ließ er aber offen auf dem Tisch liegen. Auf der Karte sah man gut alle Pässe und Gipfel. Ganz oben im Norden, der östliche Ausläufer des Nebelgebirges war das graue Gebirge, doch ganz auf der Karte war es nicht.
Garomur ging in die Küche und holte aus einem der Vorratsschränke zwei kleine Fässer raus, diese konnte man auch gut auf dem Pferd transportieren. Drauf geschrieben war: Brandtwein
Mit den Fässern unter dem Arm macht er sich auf den Weg zur Vorhalle. Als er wieder durch den Wohnraum kam konnte er sehen, dass die Anderen wohl wieder nur eins dachten wenn sie ihn mit den Fässern sehen.

„Schaut nicht so komisch diesmal wird das wirklich gebraucht, es kann sogar überlebenswichtig sein.“

In der Vorhalle angekommen stellte er die Fässer zu dem Schild in die Ecke. Den Schild hatte er vorher achtlos hingeschmissen, nun stellte er es erstmal ordentlich hin. Alles hatte er ordentlich gemacht und es war auch schon spät, aber schlafen konnte er nicht. Eine Sache fehlte so wie so noch und das könnte er noch basteln. Wieder ging es zu einer Truhe und ein langes Lederband holte er hervor. Damit ging er zurück in die Küche, holte sich ein Messer und machte sich daran das Band zu bearbeiten. Jedenfalls beschäftigte ihn das ein wenig und er konnte sich mit seinen Gedanken auf etwas anderes konzentrieren. Trotzdem kam die Sorge um seinen Bruder immer wieder.
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