[Epische Geschichte der Faer Eryn] I amar prestar aen ~ Die Welt ist im Wandel
#11
Zitat:
Erzähler

Drei Wochen nun schon…

Ganze drei Wochen rasteten die Faer Eryn nun schon in den Ruinen von Echad Eregion. Mitten zwischen den Elben Bruchtals, welche die einstige Heimat der Noldorelben vor den eindringenden Halborks und Dunländern zu schützen versuchten.
Tagtäglich zogen kleine Jagdgruppen aus und lieferten sich Scharmützel mit den Feinden in nahen Ruinen, Waldgebieten oder vertrockneten Flussbetten. Und auch wenn so einige der Faer Eryn diese gern dabei unterstützt hätten, vor allem die Zwerge und einige der Menschen, so ließ Himelen keinen von ihnen gehen. Er erwartete jeden Tag aufs Neue die Ankunft von Pebelas, welcher die südlichen Wege um das Nebelgebirge und die Pforte Rohans erkunden sollte.

Drei Wege blieben ihnen noch. Drei Wege gen Osten, von denen mehr abhängen mochte, als es viele sich vorstellen konnten.

Die Nachricht von Silmereth, dass das Rothorn durch schwere Stürme teils unpassierbar war, war ein derber Rückschlag für Himelen gewesen. Es war wohl die kürzeste und sicherste Route über die Nebelberge, doch bei Sturm wurde sie zum tödlichen Gefängnis.
Die Pforte Rohans war ebenso sicher, doch um einiges länger. Allerdings bereitete die große Anzahl von Orks und Dunländern dem alten Noldor Kopfzerbrechen. Sie strömten von Süden her nach Eregion und trugen Banner mit einer weißen Hand darauf. Zu Unklar schien die Lage dort, weswegen Himelen nach dem Eintreffen des Briefes und dem Entschluss von Bruchtal aus die Reise zu beginnen, Pebelas umgehend dorthin entsandt hatte.
Und dann war da noch der dritte Weg … durch Moria. Ein Weg welcher wohl nur in größter Not eingeschlagen werden würde, obgleich es vor allem den Zwergen in den Fingern juckte. Doch nicht nur die Elben unter den Waldgeistern kannten die Gefahren die dort lauerten. Viele zogen die schneidende Kälte der Gebirge einer langen und stickigen Finsternis darunter, voller Feinde und tiefer Schlunde, vor.

Rätsel über Rätsel, welche Himelen zu lösen versuchte. Zu lösen in der Zeit des Wartens, des Ausharrens. Entweder machte Pebelas seine Aufgabe zu gewissenhaft, oder er wurde aufgehalten. Dass ihm vielleicht gar etwas zugestoßen war, daran dachte Himelen ebenso, wie auch an die Tatsache, dass ihnen keine Zeit blieb, nach seinem Verbleib zu suchen.
Die dritte Woche neigte sich dem Ende zu und am ersten Tage der vierten würde er die Geister aufbrechen lassen, komme was wolle.

Kurz sah er von seinem Aussichtspunkt, einem halbzerstörten Balkon im ersten Stock einer Ruine, mit Blick auf den südlichen Horizont und die Straße welche sich in der Ferne verlor, hinab zum Lager der Faer Eryn. Einige schliefen, andere aßen oder tranken und einige wenige trainierten unter anderem den Nahkampf. Vor allem dazu wurde die gemeinsame Zeit genutzt, den unerfahreneren Waldgeistern noch einige Techniken zu vermitteln, welche sie noch nicht kannten.
Mit einem leichten Schmunzeln, im sonst so sorgenvollen Gesicht des alten Noldor in den letzten Tagen, sah er zu wie Garomur mal wieder lautstark seine „Talente“ zum Besten gab. Er seufzte, nur noch wenige Tage und sie würden aufbrechen, mit oder ohne Pebelas.

Mit einem kurzen Nicken bat er Lorcan zu ihm zu kommen. Beide blickten kurz und schweigsam gen Süden, bevor Himelen eine Anweisung gab, auf die scheinbar viele seit langem gewartet haben.

„Lorcan, guter Freund, die Zeit eilt dieser Tage schneller als es gut für sie und uns wäre. Wir können unter diesen Umständen nicht noch länger auf Pebelas, den Sohn Norsuils, warten. Sagt den Geistern, dass wir Ende dieser Woche aufbrechen werden. Sie sollen sich schonen, es wird kein leichter Weg werden.“

Mit einem kurzen Nicken und in seiner üblichen Art entfernte sich der stolze Krieger der Elben und teilte den Faer Eryn den Entschluss mit.

Sollte Pebelas es nicht schaffen rechtzeitig in Echad Eregion einzutreffen, so würde Himelen den Weg über das Rothorn wählen, denn zur Pforte von Rohan zu reisen, ohne zu wissen warum Pebelas so lange auf sich warten lies, war zu gefährlich und Moria würde er meiden solange er konnte.

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#12
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Erzähler

Pebelas kam und mit ihm die schlechten Nachrichten.
Orks, Dunländer und Halborks streunen im Süden herum. Die Pforte von Rohan ist nicht im geringsten passierbar. Nur mit Mühe und Not konnte er sich selbst retten.
Man konnte Pebelas die Strapazen ansehen. Nicht wenige Verletzungen trug er mit sich, als er Himelen einen Helm mit einer weißen Hand darauf überreichte.

Eine weiße Hand?

Himelen zog sich mit dem Rat und den Weisen der Anwesenden zurück um über diese neue Situation zu beraten. Garomur unterdessen bereitete die Faer Eryn zum Aufbruch vor. In seiner gewohnten Art und Weise gründete er kurzerhand die „Garuden“, worauf er anscheinend sehr stolz war.
Lorcan war dafür durch die Minen zu gehen, Saelreth zog den Pass über das Rothorn vor, auch wenn das Wetter nicht das Beste in diesen Tagen war. Himelen dachte nach und lauschte den Argumenten der Beiden, währenddessen er die junge Faerwen betrachtete, welche gerade Poggel half dessen Pony reisefertig zu machen.
Nach einer kleinen Weile entschied er über den Pass zu reisen. Schnee und Sterne sollten sie tragen anstatt Stein und Finsternis.

So machten sich die Waldgeister auf den Weg. Pebelas wurde unterwegs behandelt. Die Zeit fehlte ihnen und tapfer biss der Jäger aus dem Düsterwald die Zähne zusammen.
Caranhiriel und Aravilar wurden als Späher voraus geschickt, jedoch entdeckten sie nicht eine alte Bekannte am Wegesrand. Yaerdis Rabenfeder von Sonnenwind traf auf die Gemeinschaft und war sichtlich mit der plötzlichen Masse an Gestalten überfordert. Auf Drängen von Lorcan und Himelen berichtete sie jegliche Unauffälligkeit der letzten Tage. Dabei kam neben besonders leckeren Himbeeren und Halborks auf dem Hang auch heraus, dass der Wüstenwind scheinbar ebenfalls über das Rothorn wollte.
Eile war geboten und so trieb Himelen die Waldgeister an. Halborks versperrten den Pass hinauf zum Gebirge, kurze Scharmützel fanden statt, schwarzes Blut tränkte die Hänge des roten Berges und Banner brannten lichterloh.
An der Baumgrenze endeten auch die Kämpfe, hier oben waren keine Feinde mehr, weder Crebain noch Halborks. Dafür erhielten die Faer Eryn einen anderen, viel mächtigeren Feind.
Den Berg selbst. Denn das Wetter schlug um. Schnee- und Eisregen prasselte unter heulendem Wind auf die Gefährten ein. Donner und fürchterliches Grollen hallte zwischen den Berghängen. Die Wolken hingen so tief und dicht, dass die Sicht gleich Null war. Es war kalt, unglaublich kalt und der Schnee wurde immer tiefer.
Und dann endete ihre Reise. Eine riesige Lawine war abgegangen und versperrte ihnen den Weg. Ein erfrorener Zwerg lag in der Nähe und nach kurzem Zögern Himelens, flohen die Faer Eryn über ein Schneefeld zurück ins Tal. Dieses war jedoch so steil, dass sie mehr rutschten als liefen. So einige stürzten oder kullerten einige Teilstücke hinab, weil sie den Halt verloren. Blaue Flecken und Schürfwunden waren die Folge, jedoch glücklicherweise nicht mehr.

Am unteren Rand des Schneefeldes, wo auch schon wieder grünes Gras zu sehen war, wartete Er, der Wüstenwind!
Eine Verfolgungsjagd begann und endete letztendlich vor den Toren von Moria.

Echad Dúnann also, ihre nächste Station in diesem Abenteuer. Halb erfroren, entkräftet und kaum einen Schritt weiter als zuvor …

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#13
Die Sippengeschichte der Faer Eryn wird ständig fort gesetzt! Derzeit kämpft die Gemeinschaft gegen den Schatten der Vergangenheit
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