Am Abgrund...
#1
Hallfador saß vor dem Haus auf einer Bank und wartete auf seine Schwester.
Sie kümmerte sich gerade um die verletzte Elbin die er und seine Truppe in Angmar aufgefunden hatten. Trolle und Angmarin hatten sich über sie hergemacht, er mochte sich gar nicht vorstellen, was passiert wäre. Man war sich unsicher gewesen wohin man sie bringen sollte und so beschloss er sie mitzunehmen. Seine Schwester kannte sich sehr gut aus in der Heilkunde und er vertraute ihr. Sobald die Elbin zu sich kommt, wird sie erzählen können, wer sie ist.

Die Haustür schlug zu und er schreckte aus seinen Gedanken. Seine Schwester trat mit ernstem Gesicht zu ihm und setzte sich auf die Bank.

Sie ist schwer verletzt, ich kann nicht sagen ob sie es schaffen wird :begann sie. Ich fürchte, ich kann im Moment nichts weiter tun. Wir müssen abwarten.

Konntest du erfahren wie sie heißt?

Nein, sie ist nicht bei vollem Bewusstsein. Sie bekommt nicht viel mit und das ist auch gut so. Du wirst dich gedulden müssen bis es ihr besser geht.

In ihrem Gesicht zog ein Gewitter auf: Kannst du mir sagen was ihr in Angmar gemacht habt? Soweit ich weiß war der Auftrag von Elrond in den Einsamen Landen. Du begibst dich mitten in ein Kriegsgebiet und das wo wir beide schon alles verloren haben was uns lieb und heilig war. Muss ich in Zukunft nun auch noch um dich bangen? Was solltet ihr dort erledigen?

Er mied es ihr ins Gesicht zu schauen und begann ihr die ganze Geschichte zu erzählen.

Wir waren an der verlassenen Herberge und schliefen draußen, da sich im Inneren einiges an Gesindel tummelte. Alle schliefen schon, nur ich drehte mich von einer Seite zur anderen. Eine stetige Unruhe machte sich breit.

Dann auf einmal erschien mir eine Gestalt, eine wunderschöne Frau, blonde lange Haare, die ihr bis zur Hüfte reichten. Sie hatte eine so reine und helle Haut, wie Elfenbein und eine sanfte Stimme, die so lieblich Klang, das jegliche Furcht von einem wich. Ich stand auf und sie gab mir zu verstehen, dass ich still sein sollte.

Langsam kam sie auf mich zu und hob ihre Hand an meine Stirn. Wie durch einen Nebel, sah ich die junge Elbin und viele Trolle und Angmarin, die drum herum standen.

Dann der liebliche Klang der Stimme:

Sie wird verschlungen
vom Schatten genommen
doch du kannst sie retten
und sprengst ihre Ketten
im frühen Morgengrauen
reitet nach Angmar zum Herrn des Grauen


Er machte eine Pause zog die frische Nachtluft hörbar ein, dann fuhr er fort:

Dann plötzlich war es still und niemand mehr da. Ich sah mich um und hätte ich nicht gestanden, so hätte ich an einen Traum gedacht, aber so war ich mir sicher, dass es eine Botschaft war.

Ich wollte nicht mehr warten und weckte alle anderen und wir brachen auf. Unterwegs berichtete ich allen von der letzten Nacht und was wir suchen würden, irgendwie wusste ich wohin wir reiten mussten, irgendwie konnte mein Gefühl uns leiten.
In einer Ruine sahen wir dann diese Trolle und Angmarin, sie standen alle um eine Art Altar herum und auf diesem lag die Elbin. Es war wie in der Botschaft, sie würden sie töten, dessen waren wir uns sicher. Wir warteten nicht mehr und griffen sogleich an, die Überraschung war auf unserer Seite und wir konnten sie alle töten. Nur einer entkam uns.

Ich sollte vielleicht besser sagen, etwas entkam uns. Es muss ein Zauberer oder Hexer gewesen sein, in einem weiten roten Mantel, aber unter der Kapuze schien er kein Gesicht zu haben. Wir konnten die Verfolgung aber nicht aufnehmen, denn wir mussten uns um die Elbin kümmern und dort verschwinden, wir hatten keine Ahnung, ob dieses etwas wiederkommen könnte nur diesmal mit Verstärkung.

So nahmen wir den Heimweg auf und schlugen dabei einige Umwege ein um eventuelle Verfolger abzuschütteln. Immer wieder schickte ich Späher los um zu sehen ob uns jemand folgte. Als wir sicher waren, zogen wir direkt nach Celondim und dann hierher. Ich konnte sie nicht einfach in Celondim lassen, wer würde sich dort um sie kümmern? Man hätte sie sicher auf eines der Schiffe die nach Westen fahren gebracht und das wäre vielleicht nicht in ihrem Interesse gewesen.



Nun schaute er seine Schwester doch an.

Nun, du hast nobel gehandelt und ihr vielleicht das Leben gerettet, das wird sich erst noch zeigen, aber wir müssen herausfinden wer sie ist.

Ja du hast rechtv: sagte Hallfador.
Gleich morgen werde ich nach Celondim gehen und sehen ob jemand vermisst wird, auf dessen Beschreibung die ihre passt. Vielleicht hat dort auch jemand etwas gehört. Ich fürchte nur in diesen Zeiten wird es sehr viele Vermisste geben.

Ich gehe wieder zu ihr, ruh dich etwas aus: sagte seine Schwester und ging ins Haus.

Lange noch saß Hallfador vor dem Haus und überlegte angestrengt, wer diese Frau gewesen war, die ihm dort nachts erschienen war. Es war zweifelsfrei eine Elbin gewesen, aber er kannte sie nicht.
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#2
Hallfador hatte gerade sein Pferd gesattelt um wieder nach Calondim zu reiten. Seit 4 Tagen versuchte er dort Informationen zu bekommen. Die vermissten Listen waren lang, aber keine der Personen passte mit der Beschreibung ihrer Elbin überein. Er war sehr vorsichtig bei seinen Recherchen, konnte er sich ja nicht sicher sein, das nicht doch jemand hinter dieser Elbin her war.

Dieses machte die Suche nun auch nicht einfacher. Vor zwei Tagen wurde er von einem Menschen angesprochen, der wohl mitbekam das er auf der Suche nach Angehörigen war. Dieser Mann war in einem schwarzen Mantel gehüllt gewesen, hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und Hallfadors Alarmglocken hatten laut geläutet.
Am Ende stellte sich aber raus, das er ein Bauer war der nur seine
Frau suchte, die jedoch keine Elbin war. Ihm kam nur der Versuch in Celondim komisch vor, aber da wollte er nicht länger drüber nachgrübeln.

Seine Schwester trat aus dem Haus und reichte ihm ein kleines Bündel mit etwas zu Essen und ein kleines Tuch in dem die Brosche eingewickelt war. Beides reichte sie ihm Wortlos.

Ich bin gegen Abend zurück mach dir bitte nicht zu viel Sorgen, sagte er und strich ihr über den Arm.

Sie nickte nur und ging wieder ins Haus.

Er schwang sich auf sein Pferd und ritt langsam durch die Siedlung von Falathlorn.

Der Zustand der Elbin hatte sich bisher nicht verändert und seine Schwester fürchtete, dass ihre Heilkünste hier ihre Grenzen erreichten. Er würde bald jemanden nach Imladris schicken und dort um Hilfe bitte müssen, wenn sich keine Besserung mehr einstellen würde.
Er wagte es nicht sie noch einmal zu transportieren.

Als er den Marktplatz passierte fiel ihm wieder der schwarze Rappe auf, der seit zwei Tagen dort streunte. Die Bewohner versorgten ihn mit Futter aber bisher ließ er sich von niemanden anfassen. Ob er zu seiner Elbin gehörte? Er wiederstand dem Impuls zu halten und verließ die Siedlung. Er trieb sein Pferd an und so erreichte er recht schnell Celondim. Wieder gab er sein Pferd in die Obhut des Stallmeisters und begab sich auf den Platz wo die Schiffe ablegten, wenn sie Elben aus Mittelerde in den Westen brachten.

Er sah sich um, wo fange ich heute nur an, dachte er sich. Cardavor winkte ihm zu. Er war hier der obere Stadtälteste und sorgte dafür, das alles reibungslos funktionierte. Er hatte versprochen sich zu melden, sollte er etwas hören, aber da er nur winkte wusste Hallfador, dass es nichts Neues gab.

So wandte er sich zur Händlerterrasse um sich dort ein wenig umzusehen später würde er sich die Listen der neuen Vermissten ansehen gehen.
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#3
Ich bin gleich zurück - ich benötige nur ein wenig Celebrant-Wasser...

Anorfaen legte ihre Stirn kurz auf Mithrens Stirn und streichelte ihre Nüstern, dann wandte sie sich um und lief von den Ställen Celondims in Richtung Marktplatz.
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#4
Halfador war völlig in Gedanken, als er plötzlich mit einer Elbin zusammen stieß.
Dabei viel ihm das Tuch mit der rußverkrusteten Brosche aus der Hand.
Hastig hob er sie wieder auf und wandte sich der Elbin zu.

Verzeiht mir, ich habe euch nicht kommen sehen. Habt ihr euch wehgetan?
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#5
Anorfaen antwortete hastig

Ma! Ghoneno nín!

Sie musterte den fremden Elben.

Mir ist nichts geschehen. Aber euch ist etwas heruntergefallen... Ich hoffe es ist nichts kaputt gegangen...

Leicht verlegen legte sie den Kopf leicht schief und blies sich eine Strähne aus dem Gesicht.

-----

Ma! Ghoneno nín! ~~~ Nein! Verzeiht mir!
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#6
Für einen kurzen Moment erfasst ein Gefühl von unglaublicher Wärme sein Herz.
Aber er schüttelte ihn wieder ab und schallt sich selbst. Doch wie diese Elbin ihn ansah.....

Ich .... oh, ähm nein ich glaube es ist nichts kaputt gegangen. Es ist nur eine alte Brosche, ganz verrußt und wahrscheinlich auch nicht mehr zu retten. Ich war auf dem Weg zum Schmied, dort oben auf dem Hang, damit er sich diese mal ansieht.Vielleicht kann er mir helfen. Unser Gast hatte sie.....

Abrupt brach er seinen Redeschwall ab.

Verzeiht, ich laufe Euch fast um und dann müsste ihr auch noch meine Geschichten des letzten Jahrhunderts hören. Darf ich Euch zu einem Wein einladen, als kleine Entschädigung?
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#7
Anorfaen wollte gerade hektisch mit dem Kopf schütteln, als ihre Neugier wieder einmal die Oberhand gewann.

Es ... wäre wohl sehr ... unhöflich, wenn ich euch diesen Wunsch ... verweigere?

Sie blickte kurz zum Himmel.

Nun - es sind noch einige Glockenschläge bis zur Dämmerung...

Sie nickt Hallfador leicht zu

Also gut - einverstanden...
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#8
Hallfador lächelte leicht.

Nun ich freue mich das ihr zusagt. Ich glaube das ich dort hinten einen Händler gesehen habe der Wein verkauft und einen kleinen Tisch und Bänke stehen hat.

Dann plötzlich verschwand sein lächeln.

Nun muss ich wieder um Verzeihung bitten, begann er.
Mein Name ist Hallfador. Wie unhöflich das ich mich nicht gleich vorgestellt habe.

Dann machte er eine einladende Handbewegung in Richtung des Weinhändlers und sagte: Kommt, vielleicht verratet ihr mir ja auf dem Weg auch Euren Namen.
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#9
Anorfaen musterte noch einmal Hallfador, dann folgte setzte sie sich langsam in die Richtung seiner Geste in Bewegung.

Tulon nin nara Anorfaen Beryndiell. Man i ven i delich?

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Tulon nin nara Anorfaen Beryndiell. ~ Mein Name lautet Anorfaen Beryndiell.
Man i ven i delich? ~ Woher kommt ihr?
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#10
Wendis stand in der Nähe der beiden Elben, die sich dort gerade nach dem Zusammenstoß bekannt machten und überlegte ob sie ihnen folgen sollte.

Sie vernahm noch den Vorschlag des Wein trinken und so entschloss sie sich, in der Nähe der Bänke Stellung zu beziehen. Anorfaen kannte sie, aber der andere dort.... er kam ihr komisch vor, so zerstreut.

Eilig rannte sie schon mal los zum Händler....
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