Der Schattenmann geht wieder um!
#1
W_Sword001 
Ausgabe der "Himmelswacht Morgenpost" vom Turdas, dem 24. Tag der Sonnenhöhe im Jahre 583
(rechtsspaltige kleine Kolumne)

(tmo) Die bekannte Bardin Yela, genannt die Alte, verstarb gestern abend an der örtlich bekannten Schwarzfleck-Krankheit.
Zuvor hatte sie noch ihren angekündigten Auftritt in der Taverne zum Himmelsrand, kurz vor den Toren Himmelswachts, absolviert (wir berichteten in der vorherigen Ausgabe).
Obwohl die Sängerin eines vergangenen Zeitalters die Taverne nicht ganz zu füllen vermochte, wusste sie dennoch gut zu unterhalten. Ein Gast der Veranstaltung resümierte : "Es war, alles in allem, gar nicht so schlecht. Vor allem das Lied vom roten Diamanten hat mir ganz gut gefallen. Aber dieses unsägliche Badelied...!"
Unmittelbar im Anschluss an die Veranstaltung allerdings erlag Yela die Bardin der Schwarzfleck-Krankheit, die ja jedes Jahr einige Opfer fordert. Noch immer ist ungeklärt, wie sich die Krankheit so schnell entwickeln kann, dass sie innerhalb von Stunden oder Tagen tötet.
Die Medici und Heiler Himmelswachts stehen nach wie vor vor einem Rätsel, versichern aber, dass die Forschung das mysteriöse Gebrechen sicherlich irgendwann erklären können wird.
Der spektakuläre Tod der alternden Berühmtheit gestern abend hat den Gerüchten und dem lokalen Aberglauben in Himmelswacht erneut Vorschub geleistet, denn im Volk gibt es viele, die nicht davon überzeugt sind, daß es sich bei der Schwarzfleck-Krankheit tatsächlich um ein plötzlich auftretendes Leiden handelt, sondern dem legendären Schattenmann zugeschrieben werden muß, der seine Opfer vor allem unter Ortsfremden sucht und in der Dunkelheit zuschlägt.
Pikanterweise wusste Yela offensichtlich von diesem lokalen Aberglauben, sang sie doch als letztes die berühmte Ballade vom Schattenmann und ließ ihre Zuhörer mit einem leichten Gruselgefühl zurück - ehe ihr Schrei aus der Dunkelheit ihren Tod ankündigte.

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OOC: Vielen Dank für den schönen Abend gestern, ich hoffe, es hat euch gefallen. Nächste Woche Mittwoch geht es weiter!

lg,
Suse
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#2
Die Magierin stand auf dem Balkon und musterte die Ansammlung neuer Schüler, die man ihr offensichtlich hier auf die Empore heraufgeschickt hatte, damit sie ihnen eine Vorlesung hielt. Diese Neulinge in den magischen Künsten bedurften ganz sicher einer Ausbildung, das war auf jeden Fall ersichtlich. So wenig Disziplin.. so viel Gerede! Man konnte sein eigenes Wort nicht verstehen.
Dennoch schienen die neuen Akholyten sehr interessiert an der magischen und logischen Vorgehensweise zu sein. Zuinja Entorion nahm an, dass es ihrem Kollegen, Magister Valsatran, zuviel geworden war mit der lebendigen Schülerschar, und dass er sie mit dem Versprechen, hier oben eine magisch konservierte Leiche untersuchen zu können, heraufgeschickt hatte.
Zuinjas Augen waren nicht mehr die besten, zugegebenermaßen. Einige der neuen Schüler wirkten recht ...seltsam, gar nicht wie Magier. Und andere weigerten sich schlichtweg, ihren erläuternden Ausführungen zuzuhören. Perlen der Weisheit, vor die Säue geworfen...
Nunja. Zumindest ihr Interesse an der Schwarzfleckenkrankheit war offensichtlich echt. Sie hatte die volle Aufmerksamkeit der Gruppe, als sie von dem raschen Verlauf und der angenommenen teilweisen Immunität der Einwohner Himmelswachts diesem tückischen Erreger gegenüber sprach. Wirklich schade, dass keines der Opfer länger als ein paar Stunden überlebt hatte und keiner nach dem Befall noch hatte sprechen können.
Informationen direkt von den Erkrankten bekommen zu können, würde sich als wirklich aufschlussreich erweisen, um dieser Krankheit endlich zu Leibe rücken zu können. Nicht einmal den Übertragungsweg kannte man bisher - allerdings musste man zur Verteidigung der Forschungsergebnisse der Gilde auch dazu sagen, dass sie wirklich nur sehr selten auftrat. Ein, zwei Opfer in jedem Jahrzehnt - wenn überhaupt. Nun gut, hin und wieder auch vier oder fünf. Niemals mehr als zehn.. oder vielleicht zwanzig, allerhöchstens. Man musste ja damit rechnen, dass nicht alle Opfer der Schwarzfleckenkrankheit bei der Magiergilde angezeigt wurden, so unvernünftig das einer ausgebildeten Magierin auch erschien.
Allerdings hatte sie auch die beinahe ungeteilte Aufmerksamkeit der Schülerschar, als sie von diesem dummen Aberglauben sprach, der Legende vom Schattenmann. Wie leichtgläubig diese halb ausgebildeten Grünschnäbel noch waren! Sie legte Wert darauf, die Legende als sinnlos und unlogisch darzustellen, und empfahl ihnen einen Besuch bei Piet dem Sammler - ein immer gern verlachtes Original Himmelswachts. Wer mit diesem verrückten Kerl gesprochen hatte, der wusste, daß die Legende vom Schattenmann nur etwas für Spinner und völlig vom Aberglauben Beherrschte war. Sollten diese jungen Schüler ruhig auf eigene Faust herausfinden, dass Logisches Denken und die sorgfältige Analyse das grundlegende Handwerkszeug der Magie darstellte. Magistra Entorion hatte diese Lehrmethode - lernen durch Selbsterkenntnis - schon immer bevorzugt.
Es prägte sich einfach am besten ein, das war gewiss.
Sicherlich würden diese jungen Hüpfer bald wieder in ihrem Turm stehen und sie darum anbetteln, mit ihr Meditationsübungen durchführen zu dürfen...
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#3
Die Nacht, welche auf die schrecklichen Ereignisse in Himmelswacht folgte, brachte für die Altmer Narmaeril einige aufgewühlten Stunden mit sich. Es war für sie eine der ersten schrecklichen Erfahrungen, wie ein Leben vor ihren Augen erlischte... ohne dass sie oder die anderen Umstehenden eine Chance hatten etwas dagegen zu tun. Nachdem die Stadtwache den Körper der toten Bardin abgeholt hatte, unterhielt sie sich noch mit einer handvoll der übrig gebliebenen in der Schenke "Himmelsrand" über den furchtbaren Angriff. Für die Magierin war jedoch sehr schnell klar, dass es sich bei diesem Tod um keinen natürlichen handelte. Indiz Nummer 1 war das krankhafte Symptom am Hals der Menschenfrau, Indiz Nummer 2 war der flüchtige Hauch dunkler Magicka, welche die Magierin selbst aufgrund des simplen Erkenntniszaubers noch entdecken konnte.

Ein solch' grausamer Angriff in Nähe einer Altmeri-Stadt, Himmelswacht selbst... das Tor nach Osten... der Einfluss dunkler Magicka... Nekromantie... Das ließ die Altmer nicht ruhig schlafen. Wenn ein Mörder oder abtrünniger Magier in der Gegend sein Unwesen trieb, musste etwas getan werden und wenn möglich der Schuldige zur Rechenschaft gezogen werden. Es erschütterte die Altmer ein bisschen, dass solche Szenen sich selbst im paradiesischen Königreich von Sommersend abspielten, wo man sich vor dieser Bösartigkeit noch in Sicherheit wähnen wollte.

Da sie diese Gedanken nicht los ließen, beschloss sie ihre bisherige Recherche im Namen des Ordens der Amaraldane erst einmal ruhen zu lassen und am nächsten Morgen nach Himmelswacht zurückzukehren. Vielleicht hatte die Stadtwache inzwischen mehr herausgefunden...

Stattdessen traf Narmaeril die Bosmer-Heilerin Tika und eine handvoll anderer Abenteurer wieder. Zusammen ging man der Spur des Vorfalls nach und ersuchte das Wissen der Magiergilde. Die Magistra dort erwies sich als überaus hilfreich und kompetent. Doch irgendwie schienen alle offiziellen Stellen in Himmelswacht den Vorfall auf eine mysteriöse Krankheit und eine alte regionale Legende abstreifen zu wollen.

Wie die anderen Möchtegern-Detektive und Abenteurer erhoffte sich auch die altmerische Magierin nun mehr Informationen von einem Menschen namens "Piet dem Händler" am Markt von Himmelswacht...
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#4
Es dauerte eine Weile, bis man Piet den Sammler gefunden hatte. Er war sehr verschreckt und ängstlich und lief den Ermittlern in diesem merkwürdigen Fall tatsächlich einige Male davon.
Doch der alte Obdachlose war mit Met, Brot und Fleisch gut zu beruhigen, und so erzählte er die Legende vom Schattenmann.
Einstmals, sagte er, sei Auridon viel grösser gewesen als heute. Damals kämpften auf der nordwestlichen Landfläche, die es heute nicht mehr gibt, zwei Riesen mit einander. Der eine hieß Fjodar und kämpfte mit Eis und kalten Sturmwinden, der andere aber hieß Madro und kämpfte mit Feuer und heißer Lava. Viele Jahre lang zerstörten sie mit ihrer Kampfeswut große Teile der Insel, bis schliesslich ein namenloser Held auf den Plan trat. Dieser rief den Schattenmann herbei, offensichtlich ein mächtiger magischer Diener, der beide Riesen bekämpfen sollte.
Doch sobald der Schattenmann den verwüsteten Kampfplatz betrat, wollten beide die Ablenkung nutzen und stürzten sich direkt auf einander. In einer gewaltigen Explosion aus Feuer und Eis wurden weite Teile des früheren Auridons verheert und eine riesige Flutwelle brach über das Land hinein und riß in einem großen Strudel den Kampfplatz, den namenlosen Helden und seinen Diener in die Tiefe.
Doch der Schattenmann war kein lebendes Wesen, im Gegensatz zu den anderen Bedauernswerten, die in der Tiefe den nassen Tod fanden. Darum konnte er auch wieder an Land zurück kehren. Irgendetwas, ein geheimnisvoller Fluch oder Befehl - niemand weiss es genau - hält ihn hier fest. Und so nährt er sich von den Seelen, die er auf Auridon findet; mal mehr, mal weniger. Oftmals Fremde und Durchreisende in der Umgebung von Himmelswacht, aber hin und wieder auch Einheimische oder sogar Tiere fallen ihm zum Opfer.
Niemand kann genau sagen, wieviele Opfer der Schattenman auf seinem Gewissen hat, doch schwankten diese Zahlen im Laufe der Jahre. Die letzten 10 Jahre war es ruhig um den Schattenmann, doch zuvor - und auch jetzt - rührt er sich wieder. Gerade vor kurzem sind ihm zwei weitere Mer zum Opfer gefallen; sie wurden heute morgen auf Karren in die Stadt gebracht.
Nur eins ist gewiss: seine Gier ist unersättlich, und seine Berührung tötet innerhalb weniger Stunden.

Piet schien fest überzeugt, daß der ominöse Schattenmann wirklich existierte. Er habe die ganze Legende von den Wandinschriften in Bewan erfahren, sagte er. Bewan? Nun, das war schnell heraus gefunden - offensichtlich handelte es sich um eine alte ayleidische Ruine in der Nähe. Vielleicht eine weitere Untersuchung wert, dieses Bewan...
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#5
Mit gemischten Gefühlen betrat Veyar nun abermals die Magiergilde von Himmelswacht. Im Gegensatz zu seinem letzten Besuch des hiesigen Gildenhauses suchte er es heute ohne Begleitung auf. Die anderen hatten vorgeschlagen, dass er, als Altmer und zudem Mitglied der Magiergilde, diese Aufgabe wohl am ehesten ohne unnötige bürokratische Hindernisse bewältigen könnte. Veyar grinste zynisch in sich hinein. Da hatten sich seine Gefährten ja genau den Richtigen ausgesucht! Aber, was sollte schon schiefgehen? Bestenfalls stieß er tatsächlich auf Informationen die ihnen weiterhalfen; schlimmstenfalls wiesen ihm seine Kollegen die Tür. Schließlich war der Tod der Bardin Yela immer noch unaufgeklärt, und nach wie vor schienen sich die Spuren zu des Rätsels Lösung in weiter Ferne im Nebel zu verlieren.
Was ihn dazu bewog sich in diese Angelegenheit derart einzumischen? Wenn er genau darüber nachdachte fand er ebenso wenig eine klare Antwort, wie auf die Frage nach Yelas Mörder. Er hatte sie gekannt, nicht besonders gut, das wohl nicht, aber er hatte sie zu einer Zeit singen gehört und auftreten gesehen, die für ihn voll bedeutsamer Erinnerungen war. Dass ihre Lieder auf so brutale Art und Weise für immer verklungen sein sollten, missfiel ihm. Immerhin war es ihm und dem restlichen Haufen aus der Not geborener Ermittler tatsächlich gelungen Piet "den Sammler" ausfindig zu machen. Ehrlich gesagt befürchtete Veyar schon, dass im Oberstübchen des verängstigten Sonderlings eine ziemliche Unordnung herrschen musste. Seine Furcht jedoch - die war echt. Und diese Angst überlagerte auch jeden Zustand geistiger Umnachtung, den man ihm vielleicht hätte andichten können, wenn man sich mit ihm unterhielt. Was Veyar wirklich aufstieß war die Tatsache, dass Piets Furcht sich nicht allein auf seine Erinnerungen an Kriegszeiten, auf den Schattenmann, oder auf das unheimliche Bewan beschränkte - jene Ayleidenruine, in der Piet sein Wissen über die Legende des Schattenmanns gesammelt haben wollte. In allererster Linie hatte sich der arme Alte vor Magiern gefürchtet; und das nicht zu knapp! Und sollte nicht der Schattenmann selbst durch einen Magier herbei gerufen worden sein? Wenn Veyar Piets wirrem Redefluss richtig hatte folgen können, so sollte dieser Magier auch tatsächlich aus dieser Gegend gestammt haben. Zudem betitelte die Legende diesen Magier als "Helden" - und wenn er denn ein solcher Recke gewesen war - dann rühmte man ihn gewiss auch in Schriften, die von seiner Heimatgilde archiviert wurden. Demnach war er hier genau richtig, selbst wenn sich das Gildenhaus in Himmelswacht auf einen einzigen Turm beschränkte und über keine sonderlich gut sortierte Bibliothek verfügte. Vielleicht existierte in den Aufzeichnungen der Gilde womöglich ein Buch über erfolgreiche, oder wie auch immer berühmte himmelswachter Magier? Wenn nicht, dann würde er nach einer Sammlung lokaler Heldensagen suchen. Vielleicht ließen sich daraus ja auch Informationen über die Identität des Magiers ableiten - oder weitere Hinweise darüber, um was genau es sich eigentlich bei diesem ominösen "Schattenmann" genau gehandelt haben könne. Lesen bildet! ... hatte sein alter Lehrer immer postuliert. Es schien ihm nun an der Zeit diesem Ratschlag auch einmal Folge zu leisten. Allerdings nahm er sich auch vor vorsichtig zu sein, denn wenn alle Morde, die dem Schattenmann zugeordnet wurden von der Magiergilde "geahndet" wurden, und diese ganz offensichtlich speziell auf diesem Auge blind zu sein schien, so hielt er es für möglich, dass auch in den Reihen seiner Kollegen diesbezüglich irgendetwas ganz beträchtlich faul sein konnte.
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#6
Veyar hatte mit den meisten seiner Vermutungen recht. Der kleine Ableger der Magiergilde hier in Himmelswacht verfügte weder über eine ausreichend große Bibliothek noch über eine umfassende Sammlung von Büchern, um sie zu bestücken.
Vor allem waren hier die magischen Standardwerke vertreten, die die Gilde benötigte, um Rekruten auszubilden. Nach vielem Wühlen in einem großen Stapel von 33 von Mäusen angenagten Ausgaben von Pelennisis "magischer Sprüchesammlung für Anfänger" und einer umfangreichen Loseblattsammlung mit dem Titel "Dye unfehlbarn Heylmittel alter Ohrten", die leider offensichtlich einmal komplett unter Wasser gestanden hatte, fand Veyar tatsächlich eine alte, modrig riechende Schwarte über die Geschichte von Himmelswacht. Darin fehlte natürlich nicht eine Aufstellung lokaler Berühmtheiten und Helden, von Damien dem Dichter (der vor allem über die Vorzüge nackter Weiblichkeit sinniert hatte) über Eleonia die Siebte, eine Regentin der Stadt, die sich von den Zinnen der Wehrmauer in den Tod gestürzt hatte.
Viel konnte Veyar über den Schnötenangriff auf Himmelswacht lernen und ein sehr ausführliches Kapitel widmete sich der Ära der akavirischen Herrschaft auf Tamriel... aber über das ayleidische Zeitalter, überhaupt über das erste Zeitalter, gab es nur sehr, sehr wenig Material. Schließlich und endlich war dieses Zeitalter auch schon etwas mehr als 500 Jahre vergangen.
Dennoch - erstaunlicherweise - schloß sich fast am Ende des Buches in der schwer zu entziffernden Handschrift ein kurzes Kapitel über die Legende vom Schattenmann an:

Zitat:Weyl keyn guot Nam bekannet sey vunn diser Mär, sag ich alzo nu die Mär allselbst:
Eynstemals sey gewesn eyn gar erschrecklich Kriegslanden, wo Erd unn Himmel selbst wütten gegen die Kämpfer, als das waren zwei gar großmächtge Hexenleut, mit Staben vunn Feuer unn Eys unn Herzen gar winterskalt. Seyn gewesen eyn mächtge Fehde, derob vieltausend Mannen zum Opfer gefallen warn, doch warn sie beider selbger Stärk ertüchtigt, unn so hilt ihr Wütten ahn Dag um Dag unn Mond um Mond.
Unn da kam geritten eyn dritt Hexenmann, wo wollt das Land vor sich allselbst, der wirket ayn dunklen Magick, geformt wye ayn schwarziger Schatten, unn lasst sie fliegn uober des gannse Land, bisse hinein zu den Hexenleut, wo da sich ynn Castells lagern. Doch da ayn jeder siehet ayn mächtge Magicka unn vermeint, sie käm allher vunn demme andre, so stürzet sich dey ganze Macht gegen sich selbigst.
Unn Aufruhr unn Wehgeschrei ertönet bis ann den Himmel, wo das ganze Lannd daselbst unter dere Peyn einstürzigt unn verschlinget allegar Mannen, Schwerter unn Hexenleut vunn dieser Stell mit ayner groß Wooge vunn Wassren.
Die Mannen aber wo vunn Trinimac befundet ward, nit sludig zu seyn an derley Unheyl, so leben noch heuer untrm See unn nannt sich Maor, wo heysset "verschlungen vumm See".
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#7
Veyar knobelte ziemlich lange daran die alte Schrift in einen zeitgemäßen Sprachgebrauch zu übertragen. Wieder einmal fiel ihm lediglich auf, dass da einmal eine Lektion seines alten Hauslehrers gewesen sein musste, der er nicht aufmerksam genug gelauscht hatte - nicht mehr jedoch, was ihn diese in allen Einzelheiten hatte lehren wollen.
Es war spät in der Nacht als er schließlich die Übersetzung der Textpassage und alle damit verbundenen Interpretationen und Zusammenschlüsse bewältigt hatte. Sein Rücken fühlte sich von der langen gebeugten Haltung über den Folianten und Schriftrollen an wie um mindesten ein Jahrhundert gealtert. Er streckte sich, worauf ein Wirbel in seinem Nacken hässlich knackend seinen Unmut zum Besten gab. Was hätte er jetzt dafür gegeben sich mit Genarion darüber austauschen zu können - so belesen wie der alte Zaubermeister gewesen war hätte ihm das sicherlich jede tiefergehende Recherche erspart. Da diese Option jedoch zu seinem eigenen Beschämen nicht mehr zur Verfügung stand, konnte er sich lediglich damit behelfen dem Andenken seines früheren Lehrmeisters Ehre zu machen und sich solange mit der Materie zu befassen, bis er des Rätsels Lösung ans Licht gebracht hatte.
"Wie immer", dachte Veyar und rieb sich die brennenden Augen. "Wenn sich zwei streiten freut sich der Dritte!" Sein Magen knurrte.
Mit fahriger Handschrift krakelte er noch die letzten Schlussfolgerungen seiner Nachforschungen auf die wasserwelligen Seiten seines ziemlich mitgenommenen Vademecums. Vielleicht hätte er auf die angepriesene Wettertauglichkeit seines Beutels nicht allzu viel geben sollen, als er diesen bei einem Täschner in Vulkhelwacht erstanden hatte, sah man dem Büchlein doch diverse Regentage und Flussüberquerungen merklich an. "Graphit statt Tinte" hieß jedoch Veyars Devise, aufgrund derer seine Aufzeichnungen trotz einiger Wassertaufen dennoch entzifferbar geblieben waren.
"Trinimac ..." versuchte er sich erinnern. Irgendeine leise Saite wurde bei diesem Wortklang in seiner Erinnerung angeschlagen, er konnte diese allerdings nicht klar zu fassen bekommen oder gar beim Namen nennen.
"Oh Mann, wieder eine Lektion bei der du wahrscheinlich wieder mal irgendwelchen Schabernack ausgeheckt hast, ausgebüchst warst oder mit Immy verschlungenen Pfaden durch den Sumpf gefolgt bist!" schalt er sich und nahm sich zum mindestens hundertsten Mal vor demnächst ein bisschen mehr Zeit mit Büchern zu verbringen.
Immerhin war er ein kleines bisschen weiter. Einen Namen hatte er nicht herausfinden können, wohl aber, dass dieser Magier keinesfalls im Auftrag des Allgemeinwohls unterwegs gewesen sein konnte. Er hatte lediglich die Kriegssituation ausnützen wollen um mit dem Ziel die Herrschaft des Landes an sich zu reißen seinen eigenen Stand zu festigen. Auf einen "Helden der Magiergilde" verwies diese Schrift also nicht gerade, selbst wenn das Buch lokale Berühmtheiten und Helden abhandelte. Berühmt-berüchtigt war dieser Magier womöglich schon, aber ein Held? Wohl kaum. Die beiden Riesen, Fjodar und Madro, musste sich wohl der Magie der Elemente bedient haben. Der Dritte in dieser Angelegenheit, derjenige, der den "Schattenmann" auf den Plan gerufen hatte, hatte es wohl eher mit schwarzer Magie gehalten ... Ein Nekromant vielleicht? Davon verstand Veyar nun wirklich überhaupt nichts, und hatte diesen Umstand bislang noch nie als Makel empfunden. Was konnte wohl sonst einen "Schatten, so schwarz wie die Nacht" beschwören? Nun als zweite Möglichkeit von Beschwörungsmagie stand neben der Nekromantie auch die kontrovers diskutierte Beschwörung von daedrischen Wesenheiten zur Debatte. Unwillkürlich fiel ihm die Diskussion wieder ein, die er kürzlich mit dem bosmerischen Magier Goro Daimon geführt hatte, welcher die Anwendung dieser Magie für ausgesprochen prekär erachtete und im Allgemeinen anriet lieber die Finger davon zu lassen. Sollte der "Schattenmann" eine daedrische Entität gewesen sein, so wäre das wohl ganz klar ein Argument für Magister Daimons Standpunkt. Die Daedra zu deren Herbeirufen Veyar selbst im Stande war verschwanden nach einer gewissen Zeit wieder, wenn sie es ausreichend auf die Mütze bekommen hatten. Bis es dazu kam folgten sie ihm allerdings auf Schritt und Tritt, es sei denn er entließ sie wieder aus ihren Diensten und sandte sie zurück in ihre Sphäre. Normaler Weise verschwanden Daedra wieder, wenn ihr Beschwörer starb, oder? Und musste der Beschwörer des "Schattenmanns" nicht auch durch die Flutkatastrophe ums Leben gekommen sein? Sollte der "Schattenmann" nun also ein Daedra sein, war er entweder so mächtig, dass er auch nach dem Ableben seines Herren eine eigenständige Existenz führen konnte, oder aber ... der Magier selbst ... lebte noch? Entstammte er womöglich dem Volk der Maormer, von denen diese Schrift berichtete? Wie alt vermochten jedoch Maormer zu werden? Oder aber der Magier lebte womöglich nicht mehr richtig ... dämmerte nach dem ihn diese Flutwelle verschlungen hatte in irgendeinem obskuren Dämmerzustand zwischen Leben und Tod. Inwiefern er dabei allerdings in der Lage sein konnte auf seine beschworene Wesenheit Einfluss zu nehmen konnte Veyar nur spekulieren. Wenn der "Schattenmann" noch unter seiner Kontrolle stand agierte er demnach also weiterhin auf Geheiß seines Meisters. Welch sinistre Machenschaften vermochte ein über fünfhundert Jahre alter Magier verfolgen? Hier setzte seine Vorstellungskraft schlichtweg aus. Nichts Gutes, soviel stand fest. Oder aber der "Schattenmann" agierte aus eigenem Antrieb, versuchte sich womöglich von seiner Bindung an diese Welt dadurch zu befreien, dass er seinen Meister ins Leben zurückrief, damit ihn dieser von seinem Dienst löslösen konnte? Sammelte er womöglich deswegen Seelen, wie es die Geschichte von Piet berichtet hatte? Veyar konnte sich vorstellen, dass es keine gute Idee bedeuten würde, sollte dieser dunkle Magier wieder auferstehen. Mit den Maormern hatte er beileibe schon genug zu tun gehabt, und allesamt waren dies keine freundschaftlichen Begegnungen gewesen. Auf die Bekanntschaft eines uralten, mächtigen Schwarzmagiers aus ihren Reihen konnte er gerne verzichten. In jedem Fall musste man dem "Schattenmann" das Handwerk legen, ganz gleich wer oder was er auch sein mochte. Immerhin schien es sich nicht um einen Komplott der Magiergilde zu handeln, sondern lediglich um ein Rätsel, dass diese noch nicht zur Gänze hatte lösen können.
Er gähnte herzhaft. Für heute wollte er es dabei belassen. Sein Schädel fühlte sich an, als würde sein überanspruchter Verstand aus den Ohren heraus qualmen, zudem war er hungrig und zum Umfallen müde.
Trinimac war der eine Anhaltspunkt, den es weiter zu verfolgen galt. Der "Schattenmann" der zweite - immerhin musste es genug Lektüre über Daedra und deren Beschwörung geben, und sollte dieser tatsächlich eine solche Entität gewesen sein, so ließ sich bestimmt etwas darüber in Erfahrung bringen. Der dritte und letzte Anhaltspunkt, den ihm diese Zeilen offenbart hatten war der Querverweis auf die Maormer. Wo aber sollte er etwas über sie in Erfahrung bringen? Da die Maormer heutzutage als Feinde Auridon bedrohten bot sich ein direkter verbaler Austausch nicht an. In alten ... nein, in wirklich alten Geschichtsbüchern konnte er fündig werden, vermutete er einmal. Der Namen dieses dunklen Beschwörers hingegen - der verlor sich in der Dunkelheit. Na, passend für einen Nekromanten, Beschwörer oder wie auch immer gearteten Schwarzmagier. Nun, vielleicht würden ihm seine ersten drei Folgerecherchen dabei helfen etwas mehr Licht auch auf dieses Rätsel zu werfen. Hier jedoch, in Himmelswacht, schien seine Suche zunächst einmal abgeschlossen. Er würde eine größere Bibliothek mit einem profunderen Fundus an Schriften aufsuchen müssen. Nun, er hatte in der letzten Zeit die eine oder andere solcher Art besucht, nicht zuletzt um sein Studium der Runenmagie weiter voran zu treiben. Und wenn er auch dort keine vielversprechenden Hinweise zu Tage förderte wusste er ja noch einen Ort, an dem es ganz bestimmt Schriften zu jedwedem dieser Themen zu finden gab. Eine überschaubar kleine Insel im Nebel, deren Namensklang wohl bei fast jedem Magier glänzende Augen wachrief... Allerdings würde er sich dann wieder dem salbungsvollen Geschwafel eines gewissen Erzmagiers aussetzen müssen, worauf er zunächst einmal nicht über Gebühr erpicht war. Aber ... wenn sich alle Spuren im Wald verliefen, so musste man das Wasserloch finden, hatte Immy immer gesagt. Es würde jedoch ganz bestimmt ermüdend werden all diesen Spuren alleine zu folgen. Womöglich konnte er ja seine neuen Gefährten auch zu etwas Literaturrecherche begeistern. Bei Magistra Narmaeril konnte er sich das durchaus vorstellen, und bestimmt auch bei Goro Daimon, der ihm immerhin hatte durchscheinen lassen, dass er so einiges von Daedra verstand, selbst wenn er dieses Wissen ausschließlich zum Kampf gegen sie einsetzte. Den Rest der illustren Ermittlergemeinschaft vermochte er bislang kaum einzuschätzen. Er würde sie aufsuchen und seine Erkenntnisse mit ihnen teilen müssen; womöglich ließ sich auch in der alten Ruine Bewan weiter Licht ins Dunkel bringen. Eines jedoch stand fest - all diese Wege würden den Umweg über sein Bett und eine reichliche Mütze Schlaf nehmen müssen.


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#8
C_Hat02 
Ein goldenes Augenpaar erkannte den Altmer wieder, welcher gerade sehr vertieft über die alten Schriften gebeugt war und mit seinen eigenen Nachforschungen beschäftigt war. Die Magierin Narmaeril verweilte einen Moment zwischen den Regalen des Gildenturms und beobachtete Veyar bei seiner Lektüre. Sie entschied sich aber schließlich dazu den Mer nicht in seinen Gedankengängen zu stören und am nächsten Morgen das Gespräch zu suchen. Ob sich der Mer gerade mit der rätselhaften Schwarzflecken-Krankheit beschäftigte oder gar der Legende des Schattenmanns? Die Neugierde der jungen Magierin war sicherlich geweckt.

Am vorherigen Abend hatte sich die Magierin noch mit dem dunmerischen Barden Linaris unterhalten... genau in jener Taverne "Himmelsrand", wo die Bardin Yela ihr letztes Konzert gegeben hatte. Man kannte sich vom letzten Geschichtenabend in Himmelswacht. Narmaeril hatte zu dieser Zeit eine Legende des heldenhaften Syrabanes wiedergegeben. Ein Name, der in die gleiche Zeit fällt wie Trinimac - die Ära der Dämmerung. Sie war also nicht ganz unbedarft in den Legenden ihres Volkes. Über ein Glas Wein ließ beide Mer das Rätsel um diesen Todesfall nicht los und beide waren davon überzeugt, dass es sich um einen hinterhältigen Mord handelte... Den man zum Wohle aller schnellstmöglichst aufklären sollte.

In der Magiergilde würde man auf eine Nachfrage nach Kenner der ayleidischen Kultur sicher eine handvoll Namen genannt bekommen. Auch die Magierin Narmaeril schien bei diesem Thema kein unbeschriebenes Blatt zu sein... War ihr letzter Lehrmeister doch der namhafte Ambrethil von Alinor gewesen, dessen wissenschaftliche Arbeiten zumeist von den Verknüpfungen altmerischer und ayleidischer Geschichte handelten.

((P.S.: Freue mich auf eine Fortsetzung und gemeinsames RP Wink Schreibt mich einfach an! @Narmaeril))
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#9
Am nächsten Morgen beschien die Sonne eine seltsam zusammengewürfelte Gruppe von Mer vor den Toren Himmelswachts. Bald wurde die Stadtwache aufmerksam auf die seltsame Versammlung, denn nicht weniger als drei Dunmer diskutierten hier aufgeregt mit einem seltsam gekleideten Altmer und zwei Bosmer.
Tatsächlich ließ sie alle die Legende um den Schattenmann nicht los - und dass der Stadtstreicher Piet heute morgen mit dem ersten Sonnenstrahl die Stadt verlassen hatte, beruhigte die Gemüter auch nicht gerade.
Zudem waren weitere Opfer der vermeintlichen Krankheit gemeldet worden, zwei Bauern aus dem weiteren Umkreis und ein Kaufmann aus dem Umland von Mathiisen. Letzterer wurde vor den Augen der diskutierenden Abenteurer auf einem Karren in die Stadt gezogen, und sie hatten auch kurz Gelegenheit, sich mit der trauernden Witwe und ihrem Sohn zu unterhalten.
Aber alle Diskutiererei nützte nichts: Der einzige konkrete Anhaltspunkt, den die an der Aufklärung interessierten Mer hatten, war nach wie vor die Ayleidenruine Bewan, aus der Piet angeblich seine Informationen bezogen hatte. So brach man schliesslich dorthin auf und erreichte die Steilklippe am Meer gegen fünf Uhr abends.
Doch die Erforschung der Ruine verzögerte sich durch eine traurige Entdeckung: Hier lag Piet der Sammler; offensichtlich erst seit wenigen Stunden tot. Und ebenfalls mit diesem schwarzen Fleck am Hals! Ein Papierfetzen wurde bei ihm gefunden, der nur zwei Worte enthielt. "1000 Köpfe!"
Was hatte er nur hier, bei der Ruine, gewollt? Und was sollte diese seltsame Nachricht aussagen?

Nachdem die traurige Pflicht, Piets sterbliche Überreste zu begraben, erfüllt war, stiegen die Abenteurer zu der Ruine hinab, die direkt am Meer lag. Trotz - oder gerade wegen - der zahlreichen Todesfälle wollten sie jetzt unbedingt wissen, welches Geheimnis Bewan umgab.
Die alten ayleidischen Ruinen versetzten die Teilnehmer dieser Expedition in Ehrfurcht - doch es gab auch Grund zu tatsächlicher Furcht. Denn die Ruinen waren bevölkert mit Maormer, den berüchtigten, grausamen Meerelfen.
Schnell gerieten die Abenteurer mit ihnen aneinander, und mehr als einmal schwebten sie in Todesgefahr. Schliesslich und endlich kamen sie zu dem zentralen, tiefsten Raum des Bauwerks, in dem ein einzelner, gelber Kristall, etwa so groß wie ein Wasserschlauch, den großen Raum schummrig beleuchtete.
Die Wände waren mit vielerlei Schriftzeichen in mehreren Sprachen bedeckt; darunter auch eine, die unsere Entdecker gut lesen konnten. Die Legende des Schattenmanns wurde hier mit vielerlei Ausschmückung sehr ähnlich erzählt, wie auch Piet sie bereits wiedergegeben hatte: Kein Zweifel, Piet war tatsächlich hier gewesen. Nur in einigen Details unterschied sich die Geschichte wesentlich: Zum Beispiel in dem, dass nach der Katastrophe und dem Hereinbrechen des Meeres über den versunkenen Teil Auridons der Schattenmann noch lange blutige Ernte unter den verbleibenden, primitiven Bewohnern der Insel hielt.
Schliesslich seien die Ayleiden gekommen und hätten seinem Treiben ein Ende gesetzt, in dem sie sein Herz in einen Kristall hüllten, der als Wächter zurückgelassen wurde. Auf ewig sollte dieser Schutz halten und die Mer der Insel vor seinem Übel beschützen.
Den Abenteurern wurde mulmig zu mute, als sie von einem der Maormer angerufen wurden, der gefesselt, etwas abseits in einer Nische, lag. Offensichtlich war er von seinen Stammesbrüdern verprügelt und gefesselt worden. Der junge Mann, der einen beinahe unaussprechlichen Namen nannte, erzählte ihnen, dass er ein Ausgestoßener aus der Stammesgemeinschaft der Maormer und hier her gebracht worden sei, um ihn dem schwarzen Tod zu opfern. Schnell schlossen unsere Helden daraus, dass die Maormer zumindest eine teilweise Kontrolle über den Schattenmann ausüben konnten.
Qu'nshor T'pae - so nannte er sich - erzählte ihnen, dass die Maormer in regelmässigen Abständen die Ruine Bewan aufsuchten, um dafür zu sorgen, dass der Kristall mit dem Herz des Schattenmannes darin nicht unter Staub, Schutt und Stein begraben würde. Gerade in den letzten zwei Tagen waren sie hier her gekommen, um ihre jährlichen Wartungs- und Aufräumarbeiten zu leisten.
Ausserdem zeigte er ihnen die Inschrift auf dem Steinsockel unter dem Kristall. Diese konnten unsere Helden nur mit Schwierigkeiten lesen, denn es handelte sich um alte, stark verwitterte ayleidische Schriftzeichen. Veyar schliesslich übersetzte sie als Lob auf die Erschaffung des schützenden Kristalls, der so groß wie 1000 Köpfe sei.

Nur - dieser Kristall war auf keinen Fall so groß wie 1000 Köpfe! Sogar das schwarze, pulsierende Herz im Innern des Kristalls konnte man erkennen, wenn man genau hinsah - nein, dieses Ding war viel kleiner und wirkte beinahe fragil.
Doch bei genauerem Hinsehen spürten beinahe alle die positive, beruhigende Wirkung, die von dem gelben Kristall ausging. Wärme und Licht schien er auszustrahlen, Geborgenheit und Ruhe. Linaris spürte es als erster, doch auch die anderen waren dagegen nicht gefeit.
Schläfrig und schwerfällig diskutierten sie weiter, was jetzt am besten zu tun sei, doch das honigsüße Licht des Kristalls machte das Denken so unendlich schwer...


( OOC : Huhu Namaeril! Wir haben gestern abend weitergespielt. Leider warst Du nicht da, sonst hätte ich Dich gern eingeladen. Wir möchten die Geschichte am Sonntag abend (20:00) fortsetzen. Wahrscheinlich wird das das Finale. Ich freue mich sehr, wenn Du dabei bist - uns hat eine erfahrene Maga schmerzlich gefehlt gestern! Wink )
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#10
Schließlich verließen unsere Helden die Ruine und nahmen den jungen Maormer mit sich. Es dauerte nur wenige Stunden, bis Narmaeril und Goro Daimon sowie einige andere bekannte Abenteurer an der provisorischen Lagerstätte eintrafen, um sie zu unterstützen.
Gemeinsam wurde beschlossen, die Ruinen noch einmal nach einem weiteren Hinweis zu untersuchen. Qu'nshor T'pae wurde frei gelassen und konnte endlich seiner Wege gehen - beziehungsweise schwimmen.

Die Maormer verteidigten Bewan genauso verbissen wie zuvor, doch unsere Helden schafften es, sich ein zweites Mal bis zu dem Kristall durch zu schlagen. Dort wollten sie einen Schutzzauber vor den Verlockungen des Kristalls errichten, um ihn in Ruhe untersuchen zu können. Doch schnell merkte man, dass der Kristall in der Umgebung gewirkte Zauber absorbierte und versuchte, die magische Kraft aus den Wirkenden zu ziehen. Gleichzeitig unterlagen der Khajiit Finder, Kilas, Talisiera und Veyar den Verlockungen des vermaledeiten gelben Kristalls.
Viel Kraft und Magicka wurde verschwendet, um die vier aus der Falle zu befreien, die der gelbe Kristall darstellte.
Geschwächt und erschöpft flohen unsere Helden wieder aus Bewan - nur um fest zu stellen, dass an der nahen Küste ein ausgewachsener Sturm tobte, der die alte, direkt am Strand errichtete Ayleidenruine nicht verschonen würde.

Geschlagen kehrten unsere Helden nach Himmelswacht zurück und sprachen bei der Magiergilde vor, um dort alles mit zu teilen, was man erlebt und herausgefunden hatte.
Doch dort hatte man fast nur Spott und Hohn für ihre Worte und Erklärungsversuche übrig. Ein Magie-absorbierender Stein, der ein schwarzes Herz gefangen hielt und alle Leute ihres gesunden Verstandes beraubte - noch dazu der Hort des legendären Schattenmanns , den noch nie jemand gesehen oder gehört hatte. Die Magier schüttelten allesamt die Köpfe. So ein Unsinn!
Und nun? Was nur sollten sie tun?

(( Fortsetzung auf Wunsch der Spieler am Freitag ab 20:00)
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