Nicht zum Einbruch geeignet
#1
Nicht zum Einbruch geeignet

Shalinare hielt sich bereits einige Stunden vor dem Anwesen von Astanya, des Hauptmanns der Wache zu Vulkhelwacht, auf. Um unbemerkt die Observation vorzunehmen, hatte sie eine kleine Auslage an Runensteine mitgenommen, die sie immer wieder vorbeiziehenden Reisenden anbot. Verkauft hatte sie nichts, entweder dass sie zu viel verlangte oder aber das ihr Angebot so klein war, dass sie nicht das Gewünschte mit sich führte. Aber dies war auch einerlei, schließlich ging es ja darum, dass sie sich einen Plan zurecht legen könnte, wie sie in das Anwesen hineinschleichen würde.

Mittlerweile hatte sich der Himmel zartrosa eingefärbt, das zentrale Gestirn verschwand langsam aber stetig am Horizont und tauchte den Himmel in eine angenehme Stimmung. Hin und wieder erfüllte ein kurzer Windstoß die Luft und trieb eine frische Meeresbriese in Shalinares Nase. Eigentlich ein wunderschöner Abend um am Strand zu sitzen… eine Flasche guten Altmerischen Weins… Schnell verdrängte Shalinare wieder den Gedanken und überlegte weiter wie sie in das Anwesen unbemerkt eindringen könnte.

Es ging ihr nicht darum etwas zu stehlen. Nein, schließlich war sie keine Diebin oder dergleichen. Es ging ihr vielmehr darum einen Blick oder aber auch zwei auf den Tatort zu werfen und sich selber ein Bild zu machen. Sie kannte die Problematik von Halbwahrheiten aus Gerüchten nur zu gut, schließlich war sie solchen lange Zeit selber ausgesetzt. Ein Umstand, den sie der Handlungsweise ihres Vaters zu verdanken hatte, dem Mann den sie am liebsten vom Antlitz Tamriels entfernen würde.

Shalinare wartete weiter und der Plan den sie entworfen hatte war ziemlich simpel und einfach. Die Ranken an einer Seite des Hauses sollten ihr dabei genug Halt geben zu eines der oberen Fenster zu gelangen, welches nur halb geschlossen war. Was dann geschehen würde… nun, das würde sie dann entscheiden.

Endlich ging die Sonne unter. Shalinare hatte keine Auffälligkeiten bemerkt. Keine Anderen die regelmäßig das Gebäude in Augenschein nahmen, keine Wachen und auch keine Tiere die den vermeintlichen Alarm schlagen könnten. Astanya selber, so wusste sie, hatte an diesem Abend Angelegenheiten mit dem Hafenmeister zu klären. Irgendetwas mit einem großen Handelszug, der in absehbarer Zukunft per Schiff die Stadt erreichen solle und dann zu genug Arbeit bei den Wachen führen würde.

Kurz noch, dass sie die Tasche mit den Runen und Glyphen neben einem Baum versteckte, schließlich würde der Beutel sie doch eher beim Klettern beeinträchtigen, als sie auch schon zum Spalier schlich welches sich bis zum Fenster erhob.

Also los, ging es durch Ihren Kopf als auch schon der erste Fuß sich in das Spalier stellte. Shalinare war selber überrascht wie gut und vor allem wie schnell sie das Fenster erreichte, hielt sich mit einer Hand fest, während sie mit der Anderen das Fenster öffnen wollte. Doch trotz größeren Kräfteaufwands bekam sie es nur wenige Finger nach oben gedrückt… es klemmte. Ihr Blick schweifte kurz zu ihrem Tritt und hoffte nur das sie gut genug stand um das Fenster schließlich mit beiden Händen zu öffnen.

Nach einer etwas wackligen Minute hatte sie es endlich geschafft, das Fenster war offen und schnell kletterte sie in das Zimmer um kurzerhand gegen eine Vase zu stoßen, welche auch gleich dem Boden entgegensegelte. Der Versuch, den Sturz abzubremsen, scheiterte dabei mehr als kläglich. Kaum das die Vase den Boden erreichte, als diese auch schon in etliche Splitter zerbrach. Das Geräusch huschte an Shalinare vorbei während ihre Lippen flüsternd ein „Verflucht“ von sich gaben.

Schnell drückte sie sich an die Wand neben dem Fenster und beobachtete die Umgebung des Hauses als sie auch gleich eine Fackel wahrnahm die sich diesem und dem Spalier näherte.

Der Gerüstete musterte das Spalier bis sein Blick das offene Fenster erreichte. Schnell das Shalinare ihren Kopf zur Seite nahm um nicht gesehen zu werden. Ihr Atem beschleunigte sich unwillkürlich, ihr Blick zuckte nervös umher. Ein Teil des Lichtes der Fackel erfüllte dabei den Raum mit einem gespenstisch anmutenden Lichtspiel doch nach einer Weile erfüllte wieder Dunkelheit den Raum. Die Wache war wieder gegangen.

Zu mindestens etwas schwand wieder die Anspannung und Fuß um Fuß versuchte Shalinare den Ausgang des Zimmers zu erreichen. Fast als sie die Türe erreicht hatte, als sie Stimmen und das Klacken eines Schlosses vernahm. Einige Befehle wurden gerufen „Ich bleibe bei der Türe… ihr Beiden geht nach oben und schaut in die Räume. Ich habe das Gefühl, dass sich hier ein ungebetener Gast befindet.“ Sekundenbruchteile später als auch schon Schritte davon verkündeten, dass sich diese auf der Treppe befanden. Das knarrende Geräusch dabei ließ die Sinne von Shalinare hellwach werden während ihr etliche Verwünschungen durch den Kopf gingen. Diese befassten sich dabei überwiegend mit ihrer Dämlichkeit. Aber, es half alles nichts, sie musste fliehen und so kletterte Sie wieder aus dem Fenster als sich auch genau in diesem Moment die Türe zum Zimmer öffnete.

„Hey, ihr da… bleibt wo ihr seid“ erschallte es im Raum und kurzerhand lies Shalinare, wohl aus Schreck, den Rahmen des Fensters los um auf dem Rasen aufzukommen. Ein stechender Schmerz wühlte sich dabei durch ihre Ferse, lies sie kurz aufschreien. Sie biss die Zähne zusammen und humpelte weiter, biss sich auf die Lippen und rannte… ignorierte den Schmerz. Sie wollte einfach nur weg.
„… bleibt stehen“ erfüllte ein weiterer Ruf die Stille des Abends, als Shalinare nochmal kurz zum Fenster blickte und genau in das Gesicht der Wache schaute die oben am Fenster stand.

„Verdammt, ich bin zu solchen Dingen völlig ungeeignet“ ging es ihr durch den Kopf als sie sich schnell weiter vom Anwesen entfernte.

So bekam Shalinare nicht mehr mit, das die Wache nachdenklich die Augenbrauen anhob, wo dieser ihr Gesicht bereits gesehen hatte. Auch bekam sie nicht mehr mit, dass ihr deponierter Beutel mit Runensteinen und Glyphen schließlich gefunden wurde.
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#2
"Hmm..."
Wachthauptmann Astanya sagte nicht viel, als man sie über den versuchten Einbruch und die Beobachtungen des Wachmannes unterrichtete. Seltsam, in den letzten Tagen war sie in der Öffentlichkeit so redselig gewesen.
Man hänge ihr etwas an: diese falschen Anschuldigungen, sie habe es auf die Königin abgesehen, gar ein Mordkomplott geplant - das alles sei rein erfunden, ihre Loyalität zu Königin Ayrenn und ihrer Idee des gleichberechtigten Miteinanders aller Partner des Dominions sei ungebrochen. Selbst die merkwürdige, tödliche Erkrankung ihrer Haushälterin sei gegen sie verwendet worden, öffentlich sei ihr Ermittlungergebnis in Frage gestellt worden....
Doch was private Dinge anging - auch denjenigen gegenüber, die Astanya als Kollegin, Freundin und Vorgesetzte schon vielen Jahren bekannt war - ihnen gegenüber schwieg sie in letzter Zeit. So auch jetzt.

"Gebt eine Zeichnung und eine Beschreibung an alle Wachen. Wenn dieses Mädchen das nächste Mal in der Stadt auftaucht, wird sie verhaftet und befragt, klar?"
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#3
Ein Ruck weckte Shalinare aus dem kurzen Schlummer dem sie erlegen war. Nur müßig rappelte sie sich auf und ärgerte sich darüber aus dem Traum gerissen worden zu sein, dem sie vor wenigen Augenblicken noch fasziniert ausgesetzt war.

Sie streckte sich und schaute noch mit schlaftrunkenen Augen durch den Raum des Schiffes. Das schwanken selber machte ihr nichts aus, nur diese plötzlichen Richtungswechsel störten etwas. Eine leere Flasche kullerte gerade unter ihre Hängematte als sich ihre Füße auf die Planken des Schiffes setzten. Langsam trottete sie zum Durchgang der auf das Deck führte und rieb sich dabei die letzten Zeichen ihres Schlummers aus den Augen.

Der Wellengang war sachte, scheinbar das der Ruck tatsächlich nur auf einen Kurswechsel zurück zu führen war. Letztendlich hatte sie aber wenig Ahnung darüber und musste dem Steuermann und dem Kapitän vertrauen. Am Horizont konnte sie bereits kleinere Inseln ausmachen die davon kündeten, dass sie sich Auridon und damit Vulkhelwacht näherten.

Hoffentlich hat sich die Situation wieder entspannt ging es ihr durch den Kopf während sie kurz ihren rechten Fuß steckte. Der Schmerz war fast komplett verflogen. Die Zeit außerhalb der Lande hatte sie dazu genutzt, die Verletzung vom Sturz zu kurieren. Zudem hatte sie Feenblatt kennen lernen dürfen, eine Erfahrung an die sie wohl lange Zeit zurückdenken würde. Aber nun sind es nur noch wenige Stunden, bevor sie wieder Vulkhelwacht betreten würde.

"Hoffentlich hat er mich nicht näher erkannt. Bitte ihr Acht, seid mir hier gnädig!" raunte sie leise, während ein paar Möwen ihre Kreise zogen.

"Ahh, diese ist wach". Die einzige Khajiit des Schiffes, und zudem die Kapitänin, stellte sich neben Shalinare und drückte ihr einen Eimer in die Hand.

"Diese kann sich nützlich machen und den Drreck der Möwen auf dem Deck beseitigen bevorr noch jemand darrüber ausrrutscht".

Mit einem Stöhnen nahm Shalinare den Eimer an sich und nickte während die unliebsamen Gedanken zum Missglückten Einstieg verdrängt wurden...
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#4
Es war ein sonniger, warmer Tag in Vulkhelwacht, und der Wind wehte mit einer sanften Brise vom Meer. Für die großen Handelsschiffe stand der Wind günstig, und so mussten die kleineren Schaluppen mitunter harte Wendemanöver in Kauf nehmen, um den großen, behäbigereren Riesen auszuweichen. Doch natürlich verstanden die Kapitäne ihr Handwerk, und die Hafeneinfahrt war durch die lange Landzunge zur Linken gut gekennzeichnet. So blieben den kreischenden Möwen nur die saftigen Flüche der Seeleute, wenn sie zu einer schnellen Halse gezwungen wurden.
An der Mole herrschte der übliche, fröhliche Betrieb: Händler, Seeleute, Tagelöhner - Altmer, Bosmer und Khajiit, die in der freundlichen Wärme feilschten, fluchen, lachten und riefen.
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#5
Ein Schrei in der Nacht

OOC: Der nun nachfolgende Text beinhaltet Spoilerinformationen zu einem meiner Charaktere, welche Auswirkungen auf das IG-RP haben könnten. Daher nur lesen, wenn diese Informationen auch nicht gleich zu Verhaltensänderungen im eigenen RP dann führen würden. Nun aber zum IC-Text:

An einem anderen Ort Tamriels...

„Wir haben einen Auftrag für Euch!“

„Ach…“, kam nur knapp die Antwort über die Lippen der Dunkelelfe.

„Einen Auftrag und schon werdet ihr zurückbekommen, was Euch so wichtig ist.“ Fast gleichgültig formte die Stimme sonor diese Worte.

Eher widerspenstig betrachtete Celenestra das windgegerbte Gesicht der sonst in Schwärze gehüllten Gestalt. Nur mit Mühe behielt sie die Gewalt über sich. Alles in ihr rebellierte gegen die äußere Ruhe ihrer selbst. Nur Linien des Zornes zeichneten von ihrem inneren Kampf, ebenso wie der kurze Blick der zu ihren Waffen fiel.

„Ihr solltet nicht einen Wimpernschlag daran denken“, gab die Gestalt zurück. „Es bedarf nicht viel und es wird euch genommen. Das wisst ihr! Also gehorcht und denkt immer daran. Der Lebensfaden ist stets dünn und leicht zu kappen.“

Das war zu viel… das Aufbegehren stieg, brachte den Brand der Wut innerhalb Celenestras außer Kontrolle. Fast schon im Automatismus schnellte ihr Armgelenk vor und ein Dolch löste sich von der Unterarmbindung und suchte den Weg gen der dunklen Gestalt.

Diese blieb jedoch ohne Regung, nahezu unberührt von der sich nahenden Gefahr. Verächtlich setzte ein Lachen ein als der Dolch gegen eine unsichtbare Barriere stieß und zu Boden fiel.

„Na… na, nicht so leichtsinnig. Ich denke ich werde noch einmal… und merkt Euch… damit das letzte Mal darüber hinwegsehen. Eigentlich gefällt mir Euer Temperament…“ Nur mehr raunend vollendete die Gestalt den Gedanken „Ich denke, wir würden ein wundervolles Paar abgeben. Hitze und Kälte… in einer Macht. Schwert und Magie in sich vereint!“ Sichtliches Wohlbehagen brachte die dunkle Gestalt zum Erbeben und die Wollust die von ihr ausging wurde förmlich fühlbar.

Celenestra strich sich über ihre Wange. Auch wenn nichts dort war, schien es ihr als wenn begierige Finger über ihre Wange huschten. Genauso schnell wie das Gefühl entstand, verblasste dieses auch wieder. Nun füllte nicht nur Hass ihre Gefühle. Nein, diese Gestalt war einfach nur anwidernd. Mehr und mehr Bilder und Gedanken schossen ihr durch den Kopf, die meisten verkündeten dabei eine Szenerie die mit dem Tod dieses Mannes einhergingen, ein paar wenige davon das dieser ihn nicht schnell ereilen würde. Der abschließende Tod wäre eher eine Belohnung statt einer Strafe.

„Zu Eurem Ziel…", fuhr die Gestalt fort. "Ihr werdet in eurer Unterkunft ein Buch auf dem Nachttisch vorfinden. Studiert es und findet derer die dahinter stehen. Wenn ihr die Informationen habt, entzündet diese Kerze. Danach schließen wir unser Geschäft ab.“

Magie durchstob wieder die Nacht als sich eine Kerze levitierend gen Celenestra bewegte.

Der Mann sprach dabei weiter: „Ein Leben für Informationen die Euch gleichgültig sein werden. Und nochmals zur Warnung: Sprecht mit niemandem über unsere Vereinbarungen. Wir sind überall, und wir sehen alles. Es wäre nicht nur Euer Tod!“

Ein Lächeln zeichnete sich, betont durch das einfallende Mondlicht, auf den Wangen der Gestalt ab.

„Gute Wege, Celenestra Arden und auf ein baldiges Wiedersehen“

Noch bevor Celenestra etwas erwidern konnte verschwand die Gestalt. Gerüche der eingesetzten Magica lagen in der Luft und zerstoben ebenso schnell wie sie diese bereichert hatten.

Ein langgezogener, zornesgeschwängerter Schrei erklang und verstärkte ihren Schwur. Celenestra schwor sich „Euer Tod wird meinen Namen tragen!“...
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