Später am Abend
#21
"Hrrm..." machte Mezu wieder. "Als hätten wirr nicht schon genug Prrobleme hierr. Dein Sohn kämpft gegen den Schattenmann, ja?"
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#22
Eca atmete tief durch. Nach einem kurzen Augenblick des Schweigens nickte sie.


"Er ... er berichtete mir davon." Mit einem abwesenden Lächeln fuhr sie fort "Er ... nimmt sich diese Angelegenheit sehr zu Herzen und arbeitet mit Feuereifer daran. Ich habe ihn noch nie so verbissen an einer Sache erlebt. Und ... und er macht sich Vorwürfe."


Unmerklich nickte sie.

"Ich kannte Yela ... die Sängerin ... Sie war einige Male zu Gast auf Aeternon, früher ... und gastierte auch in den umliegenden Siedlungen. Eine weit gereiste Frau ... mit einer schönen Stimme und einem guten Gedächtnis. Es ist traurig, dass ihre Stimme der Welt verloren ging". 


Sie schmunzelte, lachte dann sanft in Erinnerung an die Bardin. 

Die Marapriesterin hob den Blick, legte eine Hand auf ihr Herz und nickte Mezu'ru ernst zu.

"Es wird einen Weg geben diese Kreatur wieder zu bannen. Die Welt ist im Gleichgewicht. Wenn es einen Weg gibt eine solche Macht zu entfesseln, wird es auch eine Möglichkeit geben sie wieder zu bändigen."

Der Wind blies frisch hier unten am Flussufer. Eca fror. Sie verkreuzte die Arme vor der Brust und rieb sich die Oberarme um sich zu wärmen.
 
"Sei vergewissert, dass mein Sohn ohne Unterlass dieser Sache nachgeht. Gemeinsam werdet ihr Erfolg haben. Nur berichtete Veyar mir, dass all seine bisherigen Recherchen zwar jede Menge Bücher, Pergamente und Folianten über alle möglichen anderweitigen daedrischen Kreaturen, und über das Wesen der Magie daedrischer Beschwörungen zu Tage förderten - er aber bislang noch auf nichts gestoßen ist, dass ihm Hinweise auf die Natur dieses Schattengeschöpfes geben könnte. Geschweigedenn, dass er dadurch eine Theorie erarbeiten könnte dieses Ding wieder zu bannen. Selbst Aravir hat mit so etwas bislang noch keine Erfahrung gemacht, obgleich er in seinem Leben gewiss schon gegen vielerlei Dämonen gefochten hat."

 Eca suchte Mezu'rus Blick. 

"Du weißt um Aravir Anthalassan?!" Sie lächelte. "Veyars Seelengefährten - seinen Gatten?!"
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#23
"Oh... ja," sagte Mezu zögernd. Sie hatte eigentlich nicht erwartet, dass diese Verbindung Ecas vorbehaltlose Billigung finden würde. Andererseits waren alle Altmer verrückt, schlicht und ergreifend.
"Die grrosse Liebe... sagen sie beide."
Mezu trat unbehaglich von einem Fuss auf den anderen. Sie konnte - und wollte - sich immer noch nicht vorstellen, wie die sexuelle Seite dieser Verbindung aussehen würde. Schnell schob sie den Gedanken beiseite.
"Was Veyarr angeht - diese frreut sich, dass err mit Arravirr ein wenig Ablenkung von dieserr Sache gefunden hat, ja? Sie glaubt, dass err sonst zwischen den Bücherrn verrhungerrt wärre, frrüherr oderr späterr." In Gedanken fügte Mezu hinzu: Und er wäre beileibe nicht der erste Altmer, der diesen einsamen Tod stirbt...Alle verrückt, allesamt.
"Anderrerrseits sind unserre Krräfte hierr durrch ein dunkles Ungetüm schon fast überrstrrapazierrt, ja? Wie können wirr bei dem zweiten noch grroß von Nutzen sein?"
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#24
"Das ist gar nicht erforderlich" wehrte Eca ab, hob beschwichtigend mit einer zarten Geste die Hände . 

Sie senkte den Blick.
 
"Aravir unterstützt mich" fuhr sie sodann fort. "Es ist kein Zufall, dass sich unsere Wege durch seine Liebe zu meinem Sohn kreuzten. Er wurde mir von Auriel als Paladin zur Seite gestellt. Er kennt meine Queste und beschützt mich". 

Sie legte den Kopf zur Seite, zuckte dann mit den Schultern.

"Ich möchte nur, dass ... dass meine Familie ... also, die, welche im Schatten leben ... um diese Sache weiß. Es ist wahrscheinlich, dass ich bei der Erfüllung meiner Pflicht mein Leben lasse. Und es würde mich beruhigen wenn ich wüsste, dass ihr Veyar dann auffangt." 

Allmählich schlich sich ein trauriger Ausdruck in ihre Augen. 
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#25
Mezu legte den Kopf schief, die Ohren umgeklappt. Mitleid, vielleicht.
"Nun... dieserr liegt es ferrn, unhöflich zu sein, ja? Allerrdings gab es schon sehrr lange Gerrüchte darrüberr, dass Du tot seist. Um nicht zu sagen: Diese meint, Veyarr selbst hat ihrr dies errzählt, als wirr uns kennen lerrnten. Diese denkt daherr, Veyarr musste berreits einmal mit Deinem Verrlust ferrtig werrden, hrrm? Err ist starrk, in seinem Kopf und in seinem Herrzen, ja. Und diese denkt auch, dass dies wohl auch bedeutet, dass Du nicht so leicht umzubrringen bist, wie Du vielleicht glaubst, ja?"
Nur die Andeutung eines Schmunzelns spielte um Mezus Mundwinkel, verschwand dann jedoch sofort, als sie weitersprach.
"Nichts destotrrotz wirrd diese gerrn schwören, fürr Veyarr da zu sein, sollte es Dich berruhigen. Jedoch denkt diese, dass Arravirr Veyarr in einem solchen Fall verrmutlich am besten hilft, ja. Sie verrmutet sogarr, dass Veyarr sich dann mit ihm von uns zurrückziehen würrde, fürrs errste..."
Nachdenklich fuhr sich Mezu mit einer langen Kralle über die Schnurrhaare und sah sich erneut um. Ecas Körpersprache - die verschränkten Arme, die Gänsehaut - sollte ihr sicher irgendetwas sagen. Die Altmer fühlte sich unwohl, aber warum nur? Hier war keine Bedrohung, kein Feind - jedenfalls nicht, soweit Mezu es feststellen konnte. Was also beunruhigte sie? Mezu in ihrem warmen beigen Fell kam wohl einfach nicht auf den Gedanken, der leicht bekleideten Altmer könne schlicht kalt sein.
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#26
Unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf die Züge der schlanken Frau.

"Du glaubst, ich sei nicht einfach umzubringen?!" Sie lachte amüsiert. "Ich würde nur allzu gern an deiner Zuversicht festhalten, liebe Mezu'ru ...". 

Doch das Lächeln verschwand kurz darauf wieder aus ihrem Gesicht, mit einem Mal wirkte sie sehr bedrückt.

"Ich bin ... tatsächlich gestorben, Mezu'ru, dies ist kein Gerücht. Es ist wahr. Mein ... mein ... Erstgeborener tötete meinen Gemahl ... an dem Tag als Aeternon geschleift wurde. Und so wie Veyars und Aravirs Seelen einander verbunden sind ... so ... sind auch mein Gatte und ich miteinander vereint." 

Sie lächelte, schwieg einen langen Augenblick, weilte mit den Gedanken scheinbar woanders, den Blick unverwandt auf das silberne Glitzern des Flusses gerichtet.

"Das Seelenband ..." seufzte sie schließlich schwermütig. 

Unwillkürlich legte sie eine Hand auf ihre Brust, so als verspüre sie tief in ihrem Inneren einen unerreichbaren Schmerz. 

"... eines der ältesten Mysterien meiner lieblichen Herrin ... und ein Geschenk, das nicht jedem zuteil wird." 

Sie schlang wieder beide Arme um den Oberkörper. 

"Einander verbunden ..." fuhr sie sodann fort. "... im Leben ... im Tode ... und über den Tod hinaus. Eine so gesegnete Seele kann jedoch ohne die andere nicht mehr existieren. Als mein Gatte niedergestochen wurde folgte ich ihm in die Schatten ... bis ... bis meine Herrin mich zurück ins Licht rief". 
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#27
Mezu sah nicht so aus, als würde sie Ecas Erzählung ganz verstehen.
Sie hatte das Seelenband, das Aravir ihr ja erst erklärt und dann gezeigt hatte, als blinde, pure Abhängigkeit, vollständige Durchschaubarkeit und widerstandslose Sklaverei aneinander erlebt. Niemals würde sie sich freiwillig auf so etwas einlassen - mit niemandem. Sie konnte noch immer nicht verstehen, wie Veyar und Aravir so etwas genießen und als Segen empfinden konnten.
Altmer-Kram.

"Und was genau wünschst Du jetzt von dieserr... oderr von den anderren, hrrm?"
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#28
Eca sah verdutzt auf, schien einen Augenblick lang tatsächlich verwirrt. 

"Ich verlange nicht, dass du .. oder ein anderer Faer Eryn ... sich meiner Aufgabe anschließt!" Sie schüttelte resolut den Kopf. "Hier missverstehst du mich, Mezu'ru!"

Sie nahm einen tiefen Atemzug.

"Ich glaube daran, dass die Götter einen gangbaren Pfad vor meinen Füßen ausbreiten. Zudem kämpfe ich seit kurzem nicht mehr allein. Alles wird sich dahingegend ergeben."

Sie nickte. 

"Sollte ich dabei jedoch mein Leben lassen muss sich jemand um das Archiv der Faer Eryn kümmern, das bereits seit vielen Jahren auf Aeternon untergebracht ist. Es wird derzeit von einem meinem Haus loyal ergebenen Wächter beschützt. Niemand kann ungebeten dorthin gelangen. Bislang war ich die Archivarin dieses Hortes - sollte ich im Kampf gegen meinen Feind jedoch untergehen wäre es sinnvoll bereits jetzt einen Nachfolger zu bestimmen - oder das Archiv an einem anderen Ort - der vielleicht besser zugänglich ist, unterzubringen. Ich möchte in dieser Sache keine Nachlässigkeit walten lassen - aber ich wage zu bezweifeln, dass Veyar dieser Aufgabe gewachsen ist." 

Sie schmunzelte. 


"In letzter Zeit sehe ich ihn zwar zu meinem Erstaunen ausgesprochen viel über Büchern brüten ... zu seiner Leidenschaft werden diese jedoch wahrscheinlich nie zählen!"
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#29
Mezu blinzelte verblüfft.
"Nun... ja, und? Diese meint, dass zum Behüten eines Arrrchivs nicht unbedingt eine grrossarrtige Leidenschaft fürr Bücherr gehörrt. Eherr... Einsatzfrreude und Verrantworrtungsbewusstsein, ja? Beides hat Veyarr doch zurr Genüge. Und err - da ist diese sicherr - kennt zumindest eine Perrson, die die Bücherr um derr Bücherr willen auch lesen wirrd." Mezu meinte Aravir, den sie als den ultimativen Bücherwurm einschätzte.
" Und selbst wenn es nicht so ist, kann err doch immerr noch einen Arrrchivarrr bestimmen, derr in seinem Namen dorrt waltet und die ganzen alten Schinken durrchblätterrt, ja?"

"Oderr... möchtest Du das Arrchiv von Aeternon forrt verrlegen und es - besserr zugänglich, sagtest Du, ja? - machen...?"

Was steckt dahinter? fragte sie sich insgeheim. Soweit es Mezu anging, vertraute sie Veyar blindlings, wenn es um Bücher und andere Fragen der Bildung ging. Mehr als ihrem eigenen Gefühl jedenfalls. Sie konnte nicht verstehen, warum Eca das Archiv ihm nicht überlassen wollte. Er ist doch so schlau, ja?
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#30
Eca lachte sie amüsiert.

"Nein, Veyar tun wir damit keinen Gefallen" stellte sie fest, als sei dies unumstößliche Gewissheit. "Er mag durchaus in der Lage sein ein Buch zu lesen ... auch dann noch wenn es in einer alten Sprache verfasst sein sollte ... oder sich womöglich mit abstrakten Hypothesen über Matrices der Magicka beschäftigt". 

Ihr entwich ein zartes Schmunzeln. 

"Aber er ist ein reichlich chaotischer junger Mer ... und die starre Logistik eines Archivs vermag ihn womöglich überfordern. Außerdem ...". 

Sie schwieg einen Moment lang, ein liebevolles Lächeln erhellte ihre Züge als ihre Gedanken zu ihrem Sohn wanderten. 

"... ist Veyar viel lieber ganz ungezwungen draußen unterwegs. Als Feldforscher, maximal ... oder als Jäger ... als Wissen Suchender ... als Streiter wider besagten Schattenmann ... Zudem werden Aravirs Belange auch eine gewisse Flexibilität von ihm einfordern. Bei vielem wird er ihn begleiten wollen, so wie auch wir auf Aravirs Hilfe zurückgreifen können wo wir seine Unterstützung benötigen".

Wieder schmunzelte sie. 

"Nein, die beiden sind wahrlich keine verstaubten Gelehrten, die die Kostbarkeit von Büchern zu würdigen wüssten." 

Sie hob die Schultern.

"Das Archiv zu verlegen hätte den Vorteil, dass es dann womöglich besser zugänglich wäre ... auch für viele anderen Faer Eryn. Allerdings mit dem nicht wegzuredenden Nachteil, dass damit auch ein Risiko erkauft wird, dass dieses dort bewahrte Wissen versehentlich durch Unbefugte entdeckt wird - und die Faer Eryn aus den Schatten ins Licht gerissen würden. Das empfinde ich als problematisch" gibt sie zu bedenken. 
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