Später am Abend
#31
Mezu hatte ihre liebe Not damit, den Sinn hinter Ecas gezierten Worten zu verstehen. Sie schüttelte den Kopf und fletschte die Zähne, als sei Verständnis etwas, das sie abbeißen und damit festhalten konnte. So ganz mochte es sich aber dennoch nicht einstellen. Matrices? Hypothesen?
"Diese würrde es ihm soforrt zutrrauen," sagte sie schliesslich. "Errfahrrungsgemäss sind Altmerr ganz verrsessen auf solche Dinge, ja?"
Nur was Eca über Veyars Freiheitsliebe und Jägertum sagte, erschloss sich ihr sofort, und sie nickte dann doch verständnisvoll.
"Hrrm. Nun... " Mezu sah in den dunklen Himmel hinauf. Irgendwo in der Ferne zuckte ein Blitz und ließ sie blinzeln. Dann holte sie tief Luft. Es stand eine längere Erklärung an, länger jedenfalls als man sie von Mezu sonst zu hören bekam.
"Weisst du, diese hat Verrständnis, wenn die Merr stundenlang überr solche Sachen rreden, ja? Sie hat es schon bei vielen Merr errlebt, und es scheint ihnen gut zu gefallen. Khajiiti sind anderrs, vielleicht. Deswegen verrsteht sie den Sinn nicht so ganz. Man kann eine Sache tun - oderr lassen, ja? Einfach. Dein Haus, Deine Bücherr. Du entscheidest, was am besten ist, ja? Es ist am besten, wenn es entschieden ist.
Wenn es an dieserr wärre, zu entscheiden, würrde sie die Bücherr nicht wegbrringen. Nicht bei dem, was Tamrriel gerrade durrchmacht. Du weisst, wie aktiv derr Kult geworrden ist. Alles, was wirr bewegen, lenkt Aufmerrksamkeit auf uns, ja? Wenn kein neuerr Arrchivarr da ist, dann wirrd das Arrchiv eben verrschlossen und gesicherrt, bis sich einerr findet. Lieberr zehn gute Wächterr darrum herrum und kein Arrchivarr als nurr ein Arrchivarr und kein Wächterr. Würrde diese sagen."


Mezu streckte die Nase in den Wind und schnüffelte kurz. Der Blitz könnte bedeuten, dass das ferne Gewitter auch hier herüber kam, und Regen im Fell konnte Mezu nicht gut leiden.
"Achja. Diese hat etwas fürr Dich, ja? Begleitest Du sie ein Stück?"
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#32
Eca sann eine Weile über Mezu'rus Worte nach.
"Wahrscheinlich hast du recht, Mezu'ru ... und es ist wohl das Beste, wenn das Archiv erst einmal an seinem angestammten Platz verweilt". 
Sie lächelte als sie sich der Worte der Khajit entsann. Lieber zehn gute Wächter drum herum und kein Archivar als anders herum ...
Ein befreites Lächeln erhellte ihre Züge sodann.
"Um den Schutz und die Sicherheit des Archivs muss man sich derzeit keinerlei Sorgen machen. Und ...". 
Sie hob sacht die Schultern. 
"Vielleicht habe ich ja schon jemanden im Kopf, der der Aufgabe meiner Nachfolge durchaus gewachsen wäre ... allerdings weiß ich noch nicht inwiefern sich die Möglichkeiten hierzu ergeben werden. Das wird die kommende Zeit zeigen."
Sie trat einen Schritt auf die Khajit zu als diese sie bat sie zu begleiten.
"Natürlich begleite ich dich ... gern. Ein paar Schritte zu gehen kommt mir entgegen. Mich friert." 
Erstaunt hob sie die Brauen. 
"Du ... hast etwas für mich?!" 
Interessiert, um nicht zu sagen... neugierig ... ruhte Ecas Blick auf Mezu'ru.
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#33
"Frrierrt...? Oh. Diese verrsteht." Natürlich. Die Fell-losen müssen ja eigentlich ständig frieren.
"Weisst Du, diese hat da... zufällig, ja? etwas gefunden. Sie denkt, es ist besser, wenn Du es aufbewahrrst statt ihr. Es ist allerrdings ein Stück von hierr, ja?"

Mezu sah sich um. Von Phaer aus Richtung Himmelswacht, dann hinunter in die kleine Bucht unterhalb des Hafens - vielleicht war es noch untertrieben, zu sagen, dass es ein Stück zu gehen sei. Für jemanden, der nicht wie Mezu jeden Tag zahllose Kilometer zurücklegte, jedenfalls.
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#34
Eca willigte mit einem Kopfnicken ein, froh darüber sich die Füße etwas vertreten zu können. 

"Bist du zu Fuß oder beritten hier, Mezu'ru?" erkundigte sich die Priesterin. "Meine Stute steht etwas weiter weg angebunden. Wenn du nichts einzuwenden hast hole ich sie rasch". 

Mit einem freundlichen Seitenblick fügte sie an. 

"Du machst mich neugierig ...".

In Begleitung der Khajit verließ sie die Senke am Flußufer.
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#35
Beritten...? Irritiert klappte Mezu die Ohren wieder nach hinten. Mit den Altmer zu sprechen war so schwierig!
"Diese reitet nicht auf Pferden, ja? Sie tun ihrrem Schwanz weh. Ausserdem sind sie nicht schlau-schlau, wie Senche-raht, ja? Wenn diese nach Elswyr zurrück kommt und genug Gold verrdient hat, wirrd sie sich einen starrken Senche-raht suchen und glücklich sein. Solange wirrd sie laufen und auch glücklich sein, ja?"
Mezu grinste, während sie den Weg voran, am Fluss entlang nach Nordwesten, suchte. 
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#36
Ein leises, aber sehr herzliches Lachen war von der Priesterin zu vernehmen.

"Ich verstehe" entgegnete sie sodann. 

"Bitte verzeih', dass ich das Offensichtliche außer Acht ließ. Dann werde ich mein Pferd losbinden, mit dir gemeinsam zu Fuß gehen - und ebenso glücklich sein". 

Sie wies mit der Hand in die Richtung, wo sie ihre Schimmelstute Fidèle unter einem Baum angebunden hatte und folgte Mezu'ru beschwingten Schrittes. 

"Ein ausgedehnter Spaziergang unter dem Sternenhimmel ...". Sie warf Mezu'ru einen freundlichen Blick zu. "... kommt mir sehr gelegen". 
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#37
Mezu zog erstaunt die Ohren hoch. "Tatsächlich...?"
Umso besser. Mezu orientierte sich kurz, dann schlug sie einen der Wildpfade ein, die von Phaer aus nach Norden hin zur Bucht führten. Sie ging gemütlich, in dem wiegenden Schritt der Khajiit, und warf Eca hin und wieder einen Seitenblick zu.
"Wenn du rreiten willst...? Diese ist schnell, sie kann auch neben dem Pferrd laufen, ja?"
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#38
Eca hatte ihre Stute losgebunden und führte sie nun am langen Zügel hinter sich her.  Sie schenkte der Khajit ein freundliches Lächeln. 

"Ich gehe wohl besser gleichfalls zu Fuß, Mezu'ru. Ich ... ich gebe mir Mühe mit dir Schritt zu halten. Derlei schmale Pfade sind nicht gut geeignet um zu reiten." 

Sie lachte. 

"Nun gut, ich kenne jemanden, der dir mit Freuden selbst durch das tiefste Unterholz reiten würde ...  Aber ... ich fürchte da ist mein Sohn mir etwas Voraus. Und sein Pferd dem meinen wohl ebenso. Ich würde von tiefhängenden Ästen vom Pferderücken gefegt werden oder mich in Dornen verfangen. Aber sorge dich nicht. Ich bin früher viel gelaufen. Auch in unwegsamem Gelände!"

Sie hängte sich die Schlaufe des Zügels in der Armbeuge ein, raffte dann mit einer Hand den Saum ihrer langen Robe um mit der anderen Hand Äste und Gesträuch zur Seite zu biegen wenn diese in den Pfad hinein wuchsen. Fidèle setzte behutsam einen Huf vor den anderen und folgte ihr. 
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#39
Mezu hatte all diese Vorbereitungen mit Sorge mitangesehen. Was musste es schwierig gewesen sein für die Altmer, ihre Insel zu besiedeln - damals, als es hier noch keine Pfade und Wege gab! Mezu stellte sich eine Eca mit einer Machete in der Hand vor - und schüttelte kurz den Kopf, um das Bild daraus zu vertreiben. Undenkbar.

Ohne ein weiteres Wort ging sie voraus, die Nase in den Wind gereckt. Beinahe hätte sie, berauscht von den Monden und der lauen Luft, vergessen, dass Eca noch bei ihr weilte; mehr als einmal wäre sie einfach gerne losgelaufen, in die Nacht hinein ohne Ziel. Aber immer noch rechtzeitig fiel ihr ein, dass die Altmer hinter ihr war - bei diesen Gelegenheiten drehte sie sich um und ließ ein scheues Lächeln sehen, das allerdings oft im krassen Gegensatz zu den lebhaft funkelnden türkisgrünen Augen der Khajiit stand.
Es waren nur etwas mehr als zweieinhalb Stunden, und Masser stand hoch am Himmel, als der Wald sich lichtete und unter den Füssen der beiden Spaziergänger die Klippen zum Meer hin abfielen. Auf der anderen Seite der Bucht konnte man Himmelswacht liegen sehen. Lampen und Fackeln schienen von dort aufs Wasser hinüber, aber auf dieser Seite der Bucht war alles dunkel und still.
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#40
Eca hatte die Kapuze in den Nacken geschoben, hielt in einer Hand immer noch den Zügel ihrer Stute und stemmte die andere Hand in die Hüfte - vom schnellen Lauf musste sie wohl Seitenstechen bekommen haben. Dennoch strahlte sie und ihre Wangen glühten rosig. Ihre Brust hob und senkte sich vermehrt, als sie sich mit der Hand ein paar lose, windzerzauste Haarsträhnen aus dem Gesicht strich. Ihre Augen schweiften über die Klippen, über die Bucht und über den Schattenriss der nächtlichen Stadt, der sich gegen das Firmament abzeichnete. 

"Was man für ein wundervollen Blick von hier oben hat ..." staunte sie atemlos. Lange haftete ihr Blick auch auf dem Sternenhimmel, der klaren, silbernen Kontur des Mondes und dem bleichen Schillern dessen Lichtreflexion auf den ruhigen Wassern der Bucht. Schließlich kehrten ihre Augen zu Mezu'ru zurück.

"Aber die bezaubernde Aussicht ist nicht der eigentliche Grund, warum du mich hergeführt hast, nicht wahr ...?!" erkundigte sie sich in einem warmen Tonfall.
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