Maormer in Nöten
#11
[Mindgames ... oder - eine ganz besondere Geschichte / Weber Nedegaer]


Gemeinsam suchte man den Weber auf, was zunächst nicht ganz so einfach war, da man keinen genauen Treffpunkt mit dem Bosmer vereinbart hatte. Auf dem Weg dorthin wurde Finder überraschender Weise von einer alten Bekannten, einer auffällig blassen Dame namens Crian, angesprochen. Sie habe nach ihm gesucht und erbitte sich seine Hilfe ... Sarinjas Sinne hingegen wurden noch auf ganz andere Art und Weise von der Fremden alarmiert... daher behielt sie diese besonders aufmerksam im Auge als man schließlich den Weber ausfindig gemacht hatte und dieser sich bereit erklärte mit dem Weben der Geschichte zu beginnen.
 Er bat den Maormer und dessen Begleiter sich zu setzen und läutete ein Ritual ein mit dem sie alle in die Geschichte Q'nshor T'paes eintauchen konnten und diese um ihre eigenen Gedanken und Erinnerungen zu ergänzen vermochten. Nedegaer riet zur Vorsicht, sich nicht ganz gedankenlos dieser Geschichte hinzugeben, sondern stets auch den Fokus, also den Maormer, im Blick zu behalten, weil man sonst allzu leicht zu viel des eigenen Ichs in diese Geschichte einflechten könne.
Die Gefährten wurden Zeuge von T'paes Erinnerungen ... wie er Ma'riell kennen lernte indem er sie einmal an einem mit Schlachterfischen verseuchten Strand rettete, als sie dort unvorsichtiger Weise zum Baden ins Wasser gesprungen war ... Sie konnten seine durchweg aufrichtigen Gefühle für die junge Bosmer miterleben und erkannten die Zwickmühle in der sich der Maormer von Anfang an befunden hatte. Er gehörte einem sehr zurückgezogen lebenden Clan der Meereselfen an, dessen Aufgabe es seit Jahrhunderten wohl zugedacht war über eine uralte Festung und deren Geheimnis zu wachen ... Tach'ma nyangard ... "stille Wacht in der Finsternis" ... die Ayleiden nannten diese Mauern, die bis tief unter den Meeresspiegel reichten "Bewan".
Was dort aufbewahrt ... streng gehütet ... und kompromisslos von der Außenwelt abgeschottet worden war - war in der Tat nichts anderes als das bannende Gefängnis einer uralten bösen Macht ... dem schwarzen Tod ... die Maormer nannten es Nu'n alkgach'tha ... was später unter dem Begriff "Schattenmann" für Furore sorgen sollte! Qu'nshor T'pae schien der Lehrling eines alten Schamanen oder Hexenmeisters der Maormer gewesen zu sein, doch war er noch nicht sonderlich tief in das Wesen dieses Mysteriums eingeweiht gewesen.
Nach und nach flossen auch die Erinnerungen der anderen in diesen Wachtraum mit ein. Linaris erinnerte sich an die gewaltige schwarze Wolke ... an die Gestalt des entfesselten Schattenmanns... dennoch gelang es ihm durch die gewobene Magie dieses gemeinsamen Traumes nicht seine heimliche Faszination für die unsägliche magische Macht dieses Wesens zu verhehlen... die er trotz all dessen Schrecklichkeit nicht leugnen konnte.
Dadurch indes offenbarte sich auch diese Wahrheit im Umkehrschluss Qu'nshor T'paes ... den diese Nachricht mehrfach entsetzte.
Nu'n alkgach'tha war frei ...
Tach'ma nyangard zerstört ... verschüttet ... geflutet.
Sein gesamter Clan ausgelöscht... !
Er ... er allein war somit der letzte Wächter der unsäglichen Kreatur!

Diese Erkenntnis setzte dem Maormer schwer zu. Und dennoch ... war er innerlich bereit sich dieser Aufgabe zu stellen. In der Klarheit des durch Weber Nedegaer herbei geführten Traumes gewannen die Schattenmann-Gefährten einen weiteren Mitstreiter.
Qu'nshor T'pae ...

Sarinja unterdessen widerstrebte der Gedanke, den Maormer noch länger um sich haben zu müssen ... sosehr, dass ihre eigenen Gefühle wie eine dunkle Woge aus ihrem Unterbewusstsein mit aller Macht hervor zu brechen drohten .... gerade noch rechtzeitig gelang es dem Weber Sarinjas Gedanken zu ordnen und sie an die ursprüngliche Intention des gemeinsamen Traumes zu erinnern. Sarinja zog sich daraufhin aus dem Traum weitestgehend zurück.
Aber auch Mezu'ru schwelgte durch die geteilten Glücksmomente der erblühenden jungen Liebe zwischen Qu'nshor T'pae und der kleinen Bosmer Ma'riell in ihren eigenen euphorischen Erinnerungen. Sie entsann sich an die ersten Augenblicke vollkommener Freiheit ... sah sich im Traum erneut durch den Wald laufen, schneller und schneller ... in Freiheit!
Crian hingegen, die ähnlich wie Sarinja dem Gedanken an eine Verbindung zwischen einem anständigen Bosmermädchen und ... "so einem da" ... kaum mehr als Abscheu entgegenbrachte, wurde von Ferelithe und Cyrus mit skeptischen Blicken bedacht, die beide selbst ein junges Paar, dem Maormer und seiner Liebsten weit mehr Verständnis entgegen bringen konnten.
Schließlich versuchte der Weber Nedegaer die Gedanken des Traumes fort von der düsteren Schattenmannlegende zu führen und auf den Tatbestand hinzu, dass man dem Maormer vorwarf zu einer verurteilten Halsabschneiderbande zu gehören, den 'Blutwurzeln'.
Qu'nshor T'paes Gedanken schweiften zu der jüngsten Vergangenheit. Eine ortsansässige Khajit ... sie hatte ihm ihren Namen vorenthalten ... allerdings konnte sich der Maormer noch recht genau an ihr Erscheinungsbild erinnern. Blaue Augen wie das Meer in einer Vollmondnacht, silberweißes, leicht gewelltes Haupthaar und ein geflecktes Fell. Diese geheimnisvolle Khajit hatte ihm eine redliche längerfristige Arbeit in Waldheim in Aussicht gestellt wenn er ihr einen Gefallen erweise. Er müsse für sie "nur" das Versteck der 'Blutwurzeln' ausfindig machen. Wie er das hatte anstellen sollen, hatte sie auch sogleich parat gehabt ... Sie hatte ihm einen Kontaktmann in Waldheim nennen können, von dem sie wusste, dass er immer mal wieder Leute für jene sonderbaren Bosmer anwarb, und sie verhieß ihm als "Meermerr" gute Chancen. Also tat er wie aufgetragen und es gelang ihm bei den 'Blutwurzeln' anzuheuern. Auch führte man ihn in deren Versteck. Doch kam es nicht dazu, dass T'pae tiefer in die Machenschaften der Räuberbande verstrickt werden konnte weil kaum einen Tag später die Garde Waldheims auftauchte und dem Halunkenpack das Handwerk legte. Seither verdächtigte man T'pae der Spionage. Von der Khajit hatte er seit dem Tag seiner Gefangennahme weder etwas gehört noch gesehen.
Weber Nedegaer ließ den Traum sanft enden und führte alle Ritualhelfer wieder ins Hier und Jetzt zurück. Die Gefährten und Qu'nshor T'pae beratschlagten nun, wie nun weiter vorzugehen sei - allerdings kreisten sich die Gedanken nun tatsächlich mehr um den Schattenmann denn um einen möglichen Unschuldsbeweis zu Gunsten des Maormers. Dies schien allerdings auch T'pae angesichts der erschütternden Neuigkeiten für nebensächlich zu halten. Auch er war sich mit den Gefährten einig, dass man dem "Schattenmann" ... Nu'nalkgach'tha ... das Handwerk legen musste.
Weber Nedegaer indes machte sich nachdenklich auf den Weg zum Thalmorhauptquartier, während die anderen sich in Theorien ergingen wie man mithilfe von T'paes Hintergrundwissen der elendigen Kreatur den Garaus machen könne. Ferelithe eilte dem Weber kurzentschlossen nach und suchte das Gespräch mit ihm, bat ihn dem Thalmor nichts über den Schattenmann zu erzählen, da sie nicht wisse, wie man mit dieser Neuigkeit umgehen würde. Sie bat darum, dass man ihnen die Möglichkeit ließe der Sache eigenständig nachzugehen. Nedegaer befürwortete diese Vorgehensweise, rechtfertigte dies mit dem verschmitzten Einwurf, dass man ihn ja lediglich darum gebeten habe herauszufinden, ob der Gefangene sich gegenüber der Anschuldigungen die 'Blutwurzeln' betreffend als unschuldig erweise - was er bestätigen könne. Zudem hatte er es als seine weitere Aufgabe erachtet zu erkunden ob Qu'nshor T'pae womöglich im geheimen Auftrag seines Volkes zum Spionieren losgeschickt worden sei ... dies hingegen könne er guten Gewissens abstreiten. Er kam mit Ferelithe überein, dass er gemeinsam mit der Baumthane Fariel eine einstweilige Freilassung für den Maormer erwirken wolle, hielt es jedoch für möglich, dass Ferelithe oder ein anderer ihrer Gefährten für diesen bürgen würde müssen.
Die anderen hatten unterdessen versucht Qu'nshor T'pae über denkbare Möglichkeiten zu befragen wie man den Schattenmann dingfest würde machen können. Der Maormer sprach von einem magischen Ritual, dem "Ritual der Bindung", welches sich, gebannt auf die sogenannte "blaue Schriftrolle" an einem ebenso geheimen wie sakralen Ort seines Volkes befinden solle.
Len'hal'rha ... die "Nebelwoge" ... entweder ein mysteriöses Schiff oder aber, übersetzte man es mit "Wogen im Nebel" ... eine Insel sogar, von der er natürlich nicht wusste, wo sie liegen könne. So genau wisse er allerdings generell nicht um die alten Legenden Bescheid, da er nur ein Schüler des Hexenmeisters seines Volkes gewesen sei, und in seiner Ausbildung noch nicht einmal sonderlich weit fortgeschritten. Dennoch versicherte er, dass er alles in seiner Macht stehende tun wolle um der entfesselten Bestie Einhalt zu gebieten ... womit der Bund wider den Schattenmann weiter wuchs.  

Um diese, durchaus größere Aufgabe, überhaupt gemeinsam angehen zu können galt es nach wie vor erst einmal die Reputation des Maormers zumindest soweit wiederherzustellen, dass er sich wieder frei bewegen würde können. Hierzu beschloss man nach eben jen  er Khajit zu suchen, die den Maormer auf die 'Blutwurzeln' angesetzt, und letzten Endes seine Verhaftung damit eingefädelt hatte. Immerhin - es mutete schon verdächtig an, dass die Wachen von Waldheim ausgerechnet kurz nachdem der Maormer das Lager gezeigt bekommen hatte den entscheidenden Schlag gegen die bereits langjährig in der Region ihr Unwesen treibende Bande von Halsabschneidern führen konnten.  Wenn man heraus bekäme warum diese Khajit T'pae bei den Banditen eingeschleust hatte, dann gewönne man womöglich noch einen weiteren Zeugen, der sich für die Unbedenklichkeit dieses speziellen Maormers aussprechen konnte - was hinsichtlich seines Wunsches sich hier heimatlich nieder zu lassen gewiss förderlich wäre. Nur wo mit der Suche beginnen?!
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#12
Für Mezu war diese Antwort längst klar, als man ihre Aufmerksamkeit endlich vom fernen Schattenmann auf die sehr viel nähere Khajiit gelenkt hatte: Das Gasthaus zu den fünf Krallen.
Mezu hatte nur lose Kontakte zu dem isolierten Grüppchen Khajiit, das in Waldheim lebte, aber immerhin wusste sie, wo sie sich trafen. Leicht zu finden, da es das eine von ganzen zwei im khajiitischen Stil erbaute Gebäude in Waldheim war - ständig beobachtet durch die Obrigkeit, da der Patron der Taverne über alles andere als einen guten Leumund verfügte. Zu recht, wenn Mezus Informationen zutrafen. Bruchnase und Kaltauge, die beiden Khajiit-brüder, denen diese Taverne gehörte, waren nicht ohne Grund in Waldheim, das zumindest hatte sie gehört. Und sie führten auch nicht ohne Grund keinen Khajiit-namen.
Mezu dachte an Nabal-dar, den Türsteher der Taverne, mit dem sie vor - waren es schon zwei? anderthalb? - Jahren eine sehr schöne Nacht verbracht hatte. Ob er sich noch an sie erinnern würde...?
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#13
Eine euphorische Hochstimmung erfasste Mezu'ru, sodass sie die anderen schlicht dazu überredete den kleinen Teilerfolg ihrer bisherigen Mission in den "Fünf Krallen", einer verrufenen khajitischen Kaschemme Waldheims, zu begießen. T'pae hingegen war bei dem Gedanken nicht sonderlich wohl, da er zugab kein "verdorbenes Wasser" zu vertragen ... sich zudem auch viel lieber mit der Suche nach der ominösen Khajit befassen wollte und auch gerne sein persönliches Hab und Gut vom Thalmor zurück hätte. Ferelithe, die zusammen mit Cyrus dem Weber Nedegaer folgte, wollte sich um die Belange seiner Besitztümer kümmern, hielt es aber für taktisch unklug wenn er eigens danach fordern würde. 


Mezu'ru, welche die "Fünf Krallen" und einige dort ansässige Khajit von einem früheren Aufenthalt in Waldheim persönlich kannte - unter anderem den Türsteher Nabal - wusste um den dort beheimateten lokalen Umschlageplatz für zwielichte Machenschaften, sodass sie das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden vorschlug: einen zu heben und sich gleichzeitig unauffällig nach der ominösen Khajit zu erkundigen.
Dagegen konnte auch Qu'nshor T'pae nichts einwenden. Sarinja hingegen widerstrebte der Gedanke zutiefst, die Gesellschaft des verhassten Maormers auch nur einen Augenblick länger als unbedingt erforderlich zu ertragen. Sie ließ ihn dies durch kühle Bemerkungen spüren. Linaris und Talisiera gemahnten sie zur Geduld und baten sie ihre persönlichen Aversionen im Interesse des gemeinschaftlichen Anliegens zurück zu stellen. Mühsam mäßigte sich die junge Altmer.


Dar'fach hingegen glaubte in der Beschreibung, die der Maormer von der geheimnisvollen Khajit abgegeben hatte seine nicht minder geheimnisvolle Auftraggeberin wieder erkannt zu haben. Eben jene Khajit, die ihn darum gebeten hatte den Maormer aus dem Gefängnis zu befreien ... Welches Interesse sie damit allerdings verfolgen könnte, war Dar'fach auch nicht geläufig. Er schlug vor, dass er sich zu dem mit ihr vereinbarten Treffpunkt begeben könne um zu warten ob sie sich nicht zeigte, während sich die anderen in den "Fünf Krallen" ebenfalls nach der Khajit mit dem mondsilbernen Haar und den blauen Augen zu erkundigen gedachten. Gesagt, getan. 


Mezu'ru erntete besonders skeptische Blicke von Türsteher Nabal, als sie dort in Begleitung ihrer Freunde - und vertraulich bei Darashi eingehakt - aufkreuzte. Dennoch ließ man sie passieren. Mezu'rus Bekanntheit dort sorgte dafür, dass die Gruppe sich dort unbehelligt niederlassen und in geselliger Runde bei gutem khajitischem Bräu und Hexenmet einen schönen Abend hätte verbringen können, bei dem sich gewiss die Gelegenheit dazu ergeben hätte die richtigen Leute auf die Khajit mit den blauen Augen anzusprechen.
Aber ... es sollte anders kommen ...

Zum einen veranlasste Mezu'rus leicht verschämtes Geplänkel mit dem Türsteher Nabal Linaris' Soldklinge Darashi nachdenklich die gesellige Runde zu verlassen, worauf ihm schließlich Mezu'ru nachfolgte um mit ihm unter vier Augen zu sprechen. 

Hinzu kam, dass Sarinjas spitzzüngige Kommentare Qu'nshor T'pae schließlich doch dazu bewegten die vermummte Altmer direkt auf diese unverhüllte Aversion anzusprechen. Sarinja erzählte schließlich mit unverhohlenem Zorn in der Stimme von ihrer einstigen Familie ... einer Familie von friedvollen Gelehrten, die eines Tages ohne jedweden ersichtlichen Grund von einer marodierenden Bande Maormer überfallen und allesamt brutal umgebracht worden war ... alle, bis auf ... Sarinja. Seither hasste sie die Maormer von ganzem Herzen. 


Qu'nshor T'pae zeigte sich überraschend mitfühlend, was Sarinja jedoch keinen Trost spendete.  Nachdem dann auch noch Linaris Partei für den jungen Maormer ergriff, floh auch Sarinja unter Tränen aus der Gesellschaft der anderen. Mit einem schweren Seufzen ging der dunmerische Magier ihr nach um die junge Dame wieder aufzurichten. 


Talisiera blieb alleine mit dem Maormer zurück und erfuhr von ihm, in einem Gespräch von einem Heimatlosen zum anderen, dass er Sarinjas Schmerz über den Verlust ihrer Familie nur allzu gut nachzufühlen vermochte. Seit dem gemeinsam erlebten Traum heraufbeschworen durch Weber Nedegaer wusste er nun auch ... dass sein gesamter Clan ausgelöscht worden war. Seine Heimat ... Tach'ma nyangard ... Bewan ... lag in Trümmern ... geflutet von den unbarmherzigen Wogen des Meeres, die in die einstürzende Ruine eingedrungen waren. Was niemand hatte ahnen können war, dass sich in tieferen Ebenen die Wohntrakte des Wächterclans befanden hatten. Während die Krieger seiner Sippe  bereits durch die Hand der Kampfmagier aus Vulkhelwacht gefallen waren, woran sich Talisiera und Linaris hatten erinnern können, war die grausig-logische Konsequenz  des Ruineneinsturzes, dass die Wassermassen den restlichen Clan ertränkt haben mussten, da neben der oberen Wehranlage kein weiterer Zugang zu den unteren Ebenen existierte. Der Untergang Bewans durch die Entfesselung des Schattenmannes hatte zugleich auch das Schicksal von Qu'nshors Clan besiegelt.

Nachdem Sarinja und Linaris zurückkehrten und nun auch noch mit Talisiera über Sarinjas Beweggründe sprachen, warum sie ihren Hass auf die Maormer nur mäßig zu bändigen wusste erhob sich Qu'nshor T'pae schließlich mit den Worten, dass er frische Luft und etwas Meerwasser  zu suchen gedenke. Insgesamt hatte sich die Truppe zerstreut. Kein sonderlich guter Ausgangspunkt für einen erforderlichen Schulterschluss zur Bekämpfung des Schattenmanns...


                                                                                         ***


Kühl und samtweich umschmeichelten die Wellen seine Knöchel, seine Waden, die Knie. Ohne Umschweife watete er in die sanfte Brandung vor der Küste Grünschattens hinein, unweit des Hafens von Waldheim entfernt. Sein ganzes Sein atmete auf als ihn das kühle Nass umfing, schwemmte das beklemmende Gefühl in seiner Brust fort, das ihn fortwährend begleitete wenn er auf dem Trockenen wandelte. Er ließ sich unter die Oberfläche sinken, ließ das Wasser in seine Nase und seine Ohren sickern. Er schloss die Augen, lauschte einige Herzschläge lang dem Atem des Meeres, erspürte den sandigen Grund, der unter ihm sanft abfiel. Er hörte das Wasser gegen die Felsen in der Nähe branden, vernahm das huschende Geräusch scheuer Flossen. Das Meer flüsterte ihm zu. Er atmetet einen tiefen Zug Salzwasser ein, wartete bis das kühle Nass in seinem Inneren versickert war. Eine Wohltat nach den letzten Tagen Trockenheit. Seine Gedanken schweiften ab.
Tach'ma nyangard zerstört ...


Vor seinem inneren Auge tauchten Bilder und Geräusche auf. Gesichter, Namen, Stimmen ... Alle sie waren verstummt ...? Es gab sie nicht mehr!? Warum?! Weil ein paar gedankenlose Herumtreiber dem Rätsel von Nu'n alkgach'tha auf den Grund hatten gehen wollen?



Seine Tränen vermischten sich mit den ihn umgebenden Wellen. Er tauchte los, hier in der Nähe des Ufers und so nahe der Stadt fühlte er sich immer noch fremd. Hier schmeckte das Wasser nach den Trockenleuten und nach ihrem spottenden Unverständnis für die blauen Tiefen. Die zarte Berührung des Wassers während des Schwimmens fühlte sich an wie eine tröstende Umarmung. Er schwamm solange bis der brackige Geschmack aus dem Wasser gewichen war und die Wellen um ihn herum zusehends stiller .... aber auch ungezähmter wurden. In der Nähe eines steil ansteigenden Ufers schließlich tauchte er hinunter auf den Grund und suchte sich eine strömungsfreie Mulde zwischen ein paar Felsen. Dort kauerte er sich zusammen, verschränkte die Arme im Nacken und sah gedankenverloren durch den sacht wogenden Spiegel der Wasseroberfläche ins Sonnenlicht hinauf. Nach einem kurzen Augenblick hatten die Wogen ihn als friedvollen Teil ihrer selbst akzeptiert. Kleine Fische schwammen vertraulich über ihn hinweg. Er sah ihnen nach, verträumt.
Diese Trockenleute ... er seufzte. Sie hatten ja keine Ahnung, was sie angerichtet hatten. Brecher und Untiefen! Nein, das ahnten sie wohl noch nicht einmal!
Ihn schauderte als er sich an jene Erinnerung entsann, die ihm der Traum des Webers Nedegaers offenbart hatte.


Nu'n alkgach'tha entfesselt ... eine gierige, rußschwarze Wolke, die sich in den Himmel aufblähte ...


Bei allen Strömungen ... Schlimmer konnte es eigentlich nur kommen wenn die Meere verdunsteten! 
Er versuchte sich daran zu erinnern, was sein Meister ihn gelehrt hatte, versuchte einen Ansatzpunkt zu finden, wo er beginnen könnte gegen die uralte Monstrosität vorzugehen. Auf die Schnelle fiel ihm nichts ein.
Len'hal'rha ... Ja, sicher. Aber dieses Mysterium wäre das allerletze zu erkundende Siegel gewesen auf seinem langen Weg als Wogen- und Schattenmeister. Er konnte ja kaum zur großen Seeschlange schwimmen und die dortigen Sturmrufer nach der Enträtselung Len'hal'rhas fragen. Selbst wenn es jemanden dort gäbe, der von den Wächtern gehört hatte ... wie erklärte er, dass er die Sippe verlassen hatte? Und niemals würde er rechtfertigen können, dass er mit Außenstehenden ... mit Trockenleuten gar, zusammen arbeitete. Nein. Selbst in den Augen der Seeschlange war er ein Verräter. Man würde ihn töten ehe er überhaupt zu einer Erklärung würde ansetzen können! Außerdem ... sie würden dies als sein Versagen erachten. War es dies womöglich? Hatte er die Strömung umgelenkt weil er Ma'riells Leben verschont hatte? Weil er ihrem Duft nachgeschwommen war? Weil er ihrem Lachen nicht hatte widerstehen können? Würde sein Clan noch leben und seiner Aufgabe nachgehen wenn er zugelassen hätte, dass die "Zähne im Wasser" das kleine Trockenmädchen zerrissen hätten?
Nein, kam er zu dem Schluss.
Er war bereit gewesen sein Leben zu opfern damit Ma'riell weiterleben durfte. Dann erst waren diese Fremden aufgetaucht. Sein Schicksal hatte also mit dem Untergang seines Clans nichts zu tun. Vielleicht war sogar das genaue Gegenteil der Fall.



Würde es ihn nicht mehr geben ... dann gäbe es heutzutage keinen einzigen Wächter mehr. Aber so ... gab es ihn noch. Und zudem auch nicht nur irgendeinen hirnlosen Krieger, sondern ihn, den Schüler des Wogen- und Schattenmeisters.


Es half nichts. Er würde dies als günstige Strömung inmitten eines Sturmes betrachten müssen. Immerhin waren diese Trockenleute schon einmal so einsichtig, dass sie sich zum Kampf gegen Nu'n alkgach'tha bereit erklärten ... damit endeten aber auch schon ihre Gemeinsamkeiten. Zum Glück sprachen sie die gleiche Sprache ... auch wenn ihm manches Wort fremd war und sich die Betonung ihrer Laute in seinen Ohren lieblos anhörte. Ihre Stimmen waren ebenso trocken wie ihr Lebensraum, klangen kehlig und rauchig; die der sonderbaren Katzen allemal. Allerdings mochte er die Art und Weise der Katzenmer sich zu bewegen. Sie bewegten sich auf dem Trockenen wie Fische im Wasser, irgendwie besaß dies eine beruhigende Wirkung auf ihn. Dadurch wirkte das Trockenland nicht ganz so feindselig.


Aber eine Welle nach der anderen, wie es so schön hieß. Zuerst einmal würde er auf die Hilfe dieser Leute angewiesen sein, damit er sich unter den Trockenleuten normal würde bewegen können.


Ma'riell ... ihm war als sauge sich sein Herz voll mit kaltem Wasser.
Er konnte sie nicht in diese Sache mit hinein ziehen. Um nichts in der Welt. 


Nu'n alkgach'tha war zu mächtig, zu gierig und zu gefährlich, als dass er seine Liebste in dessen Reichweite wissen wollte. Derzeit schien die uralte Kreatur sich an den Sommersendinseln zu nähren ... er hoffte, dass diese groß genug waren um deren Gier erst einmal von Grünschatten fernzuhalten. Diese Mission würde sie wieder voneinander trennen. Ihn und Ma'riell. Er wollte gar nicht daran denken. Aber es musste sein. Wenn sie ihn begleitete würde er sich ohnehin nicht auf die vor ihm liegende Aufgabe konzentrieren können. Er seufzte.
Er würde nach Tach'ma nyangard zurückkehren müssen und in den Trümmern nach dem Schlüsselstein seines Meisters tauchen müssen. Wenn er diesen finden konnte, so würde es vielleicht gelingen Len'hal'rha ausfindig zu machen. Vielleicht konnten er und seine neuen Verbündeten mit Hilfe dieses schwer zu lesenden Kompasses den mysteriösen Ort aufsuchen und nach den blauen Schriftrollen suchen von der man sagte, dass sie alle Mysterien und alten Geschichten seines Volkes enthielte.


So auch das Ritual der Bindung ... vielleicht vermochte es Nu'n alkgach'tha wieder zu fesseln... Nur streng genommen reichte dies nicht. Er war alleine. Er würde es nicht gewährleisten können die Bestie gefangen zu halten. Einmal davon abgesehen, dass er sich dies überhaupt nicht wünschte. Er wünschte sich ein friedliches Leben an Ma'riells Seite ... ganz gleich, ob dieses nun mit sich brachte sich an Land zu begeben. Ma'riell mit zu sich unter die Wogen zu nehmen scheiterte nicht nur daran, dass seine Liebste kein Wasser atmen konnte, sondern auch daran, dass sie die Sonne, die Luft und die grünen Wälder so sehr liebte. Ihre Familie lebte dort. Und sogar Fibbs ... auch die kleine Echse, die Ma'riell stets begleitete würde kaum unter Wasser leben können. Er hielt es sogar für möglich, dass das tollpatschige Ding selbst in einer Pfütze ertrinken konnte! Aber dafür war es liebenswert, er hatte das unnütze Tierchen tatsächlich gern ... nicht zuletzt weil es Ma'riell so sehr erfreute. Nein. Es stand außer Frage. Er würde zu Ma'riell ziehen. Ans Land. So hatten sie es sich beide in jener Mondnacht geschworen als sie ihm ihre Liebe gestanden hatte und er ihr die seine.
Für diesen Traum musste allerdings Nu'n alkgach'tha gebunden und vernichtet werden. Aber Ma'riell war es in seinen Augen wert für dieses Ziel zu streiten. Was bedeutete, dass er sich erst einmal intensiver mit diesen eigenwilligen Trockenleuten auseinander setzen würde müssen. Auch sie vermittelten ihm glaubhaft, dass sie Nu'n alkgach'tha bekämpfen wollten.


Seine Hand schnellte hoch und fing einen kleinen, allzu unvorsichtigen Fisch, der sich neugierig in seine Reichweite vorgewagt hatte. Er hielt das kleine zappelnde Geschöpf einen Augenblick zwischen den Fingern gefangen, konnte seine blanke Angst schmecken, die er ins Wasser um sich herum verströmen ließ. Daraufhin ließ er ihn wieder schwimmen. Dummes Tier, dachte er. Der nächste Jäger wird hungriger sein als ich.
Dann löste er sich von seinem Ruheplatz unter den Wellen und schwamm gemächlich an die Oberfläche, dorthin, wo das Wasser von den Sonnenstrahlen aufgeheizt war. Er entstieg dem Wasser und ruhte sich einen Augenblick mit dem Rücken gegen die warmen, sonnenbeschienenen Felsen gelehnt aus, wartete bis das Wasser aus Mund, Nase und Ohren abgelaufen und in seiner Brust versickert war. Seine Kleidung war noch nass und befeuchtete seine Haut, was ihm angenehm war. Es würde viel zu tun geben ... und die Überwindung von gegenseitigen Dissonanzen mit diesen Trockenleuten bedeutete wahrlich die kleinste Herausforderung ... nun ... aber nichtsdestotrotz diejenige, der es zuallererst zu begegnen galt.

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#14
Der Vollmond stand hoch über Waldheim während einer sternenklaren Nacht, als Sarinja die Stadt verließ. Als sie ein gutes Stück von der Stadt weg war, erweckte sie ihre Kräfte um zum Wald zu rennen. Sie war sich sicher: Während der Nacht war sie so bestenfalls als Schatten wahrzunehmen.
Sie dachte lange über das Gespräch mit Linaris und auch über das mit Talisiera nach - und warum sie den Maormer so in Schutz nahmen. Ginge es nach Sarinja hätte sie ihn am liebsten gleich in der Kanalisation unter Waldheim in Stücke gerissen. Schließlich kam sie vor einer der riesigen Gratheichen zum stehen. Sie war mit Sicherheit uralt und überragte die anderen Bäume um ein gutes Stück. Während sie zur Baumkrone hochstarrte gingen ihr immer wieder die Worte von Talisiera und Linaris durch den Kopf.

"Wisst Ihr, ich kann Euren Groll sehr gut nachvollziehen.", fing Linaris an als er ihr nach ihrem 'Fauxpas' nachging. "Wäre ich in Eurem Alter und einer ähnlichen Situation hätte ich keinen Herzschlag lang gezögert. Aber gegenwärtig ist es angebracht die eigenen Interessen zurückzustellen. Immerhin vertretet Ihr die Interessen Eures Hauses und die Eures Bruders...und so wie ich Veyar kenne würde er es kaum wollen dass sich seine Schwester auf das Niveau von einfachen Banditen herab lässt."

Sarinja seufzte schwer und ging vor dem Baum auf und ab. Talisieras Worte beschäftigten sie noch mehr - weil sie die Wahrheit über Sarinja kannte. "Geht es dir wirklich nur um Rache? Als wir uns vor einigen Monaten in Vulkehlwacht unterhielten hast du doch selbst gesagt, dass es dir zuwieder ist zu töten. Deshalb schleichst du dich auch lieber in den Wald als wie eine dunkle Seitengasse...Mein Rat dazu: Raff dich endlich zusammen bevor du komplett verlernst zu leben."

"Verlernst zu leben...", wiederholte Sarinja ehe sie sich ihrer Robe, Maske und Handschuhe entledigte. Sie atmete tief durch und fühlte merklich wie diese abnormale Kraft ihren Körper durchflutete. Einen Augenblick später sprang sie wieder wie ein Schatten von Ast zu Ast den Baum nach oben. Hin und wieder schlug sie ihre Krallen in den Baum um die Richtung zu ändern oder um 'astfreie' Zonen zu überbrücken. Beim obersten Ast ging sie nochmal in die Hocke und drückte sich kräftig ab - und katapultierte sich selbst über die Baumkrone hinaus.

Als sie für einen kurzen Moment in der Luft hing weiteten sich ihre Augen vor Staunen. Sie konnte alles sehen - Waldheim, die anderen Gratheichen, sogar ein kleines Bosmerdorf am Waldrand. Alles wurde vom Mond- und Sternenlicht erhellt und wirkte so...unendlich rein. Sarinja war von der Kulisse so berührt, dass sie fast vergaß wo sie war. Schließlich landete sie wieder auf dem obersten Ast und fragte sich: "Wenn ich verlernt habe zu leben, wie kann die Nacht dann so schön sein?"
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#15
[Bild: jzuhv8yp.png]

Dar’fach Fu’uch Rizzim lehnte an einer Steinernen Mauer. Der verfallene Schrein war schon stark mit Moos und Farn überwuchert, Efeu umrankte hier und da das Gemäuer.
Das Gebiet war von Bosmern bewohnt, und sicher war es verboten das Mauerwerk vom zu Grün zu befreien. Der Kühle Stein in seinem Rücken war angenehm, er hatte sich einen Platz ausgewählt der im warmen Schein der Abendsonne lag. Dar’fach spürte gern die Sonne auf seinem Fell, oft vergaß er sogar Wichtiges um kurz in einem Sonnenstrahl zu verweilen.
Der Khajiit wartete schon seit dem Mittag, er hatte diesen Ort für eine Zusammenkunft gewählt. Ein Anderer wäre wohl verärgert über eine solche Verspätung, Dar’fach aber genoss die Ruhe und Abgeschiedenheit des Schreins.
Endlich vernahm er ein Geräusch. Es näherte sich jemand an und schon einen Wimpernschlag später erschien die Gestallt einer gefleckten Khajiit am Sims der Mauer.
„Helle Monde „ sprach Dar’fach und auch die Khajiit nickte ihm grüßend zu. Es war Moi Chy, eine geheimnisvolle Katze, selbst für das Khajiiten Volk. Sie war mit Dar’fach einen Handel eingegangen, der für Beide seine Vorteile enthielt.
„Der Meermer ist also frei, Ja ?“ ….wollte die Khajiit wissen. Dar’fach Fu’uch nickte beiläufig. Er verstand nicht, weshalb der Khajiit am Wohl des Mer derart gelegen war.
„Dar’fach hat seinen Teil der Vereinbarung errrrfüllt, ja ?“ sprach er. „Er schlich sich unter die Gefährten, gab Moi Chy Nachricht überrr Alles, ja ? Der Khajiit rieb sich die Krallen am Leder seines Bustpanzers und sah Moi Chy fordernd an. „ Was ist an dem Meermer, das Jene so Weichherzig macht ?“ wollte Dar’fach wissen.
„Errr ist ein Freund, ja ?“ bekam er zur Antwort. Der Weiße Khajiit schein kurz nachdenklich, erwiderte dann jedoch eher abfällig “Frrreunde…“ Die Mine Moi Chys verfinsterte sich als sie mit leichtem fauchen sprach „Dar’fach weiß nichts über den Wert von Freunden, ja ?“
Der Khajiit verengte die Augen und schien gekränkt.
„Der Graumer ist ein Freund Dar’fachs, ja ? Fügte die gefleckte Khaiit hinzu. Dar’fach Fu’uch nickte wohlwollend. „Der Graumer sprach nie schlecht zu Diesem, Dar’fach betrachtet ihn als einen Freund, ja.“ Erwiderte der weiße Khajiit.
Moi Chy händigte ihm die Steckbriefe aus, die der Lohn für seine Arbeit gewesen sein sollten und wandte sich zum Abschied. Moi Chy ging ihrer Wege während Dar’fach ihr noch länger nach sah. Er hatte von ihrem Zwist mit den Fünf Krallen gehört und beschloss dieser Sache bald nachzugehen.
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#16
Mezu sass am Kai und strählte gedankenverloren das Fell ihres Schwanzes, während sie das kleine Boot betrachtete, dass sie wohl bald ausleihen würden. Es kann doch wirrklich nicht so schwierrig sein mit diesem Segel, ja?"
Sie beobachtete Dar'Fach, der gerade die Sprungdistanz zum Bootsdeck hin abschätzte. Das Boot war nur mit ein paar leicht durchtrennbaren Seilen festgemacht. So würde das ... leihen in der Nacht nicht allzu schwierig werden. Unauffällig sah Mezu sich nach dem tatsächlichen Besitzer des Bootes um, konnte aber niemand entdecken, der dem hölzernen Kahn und den zwei davor lauernden Khajiit grössere Aufmerksamkeit schenkte.
Sie blinzelte einen Moment lang gegen die Sonne, als sie durch die dichten, schweren Regenwolken blitzte.
Endlich ging es voran. Q'nshor T'pae war frei - oder jedenfalls so frei, wie ein Maormer unter Spionageverdacht in Valenwald sein konnte. Eine Botschaft an Mar'iell war unterwegs, um sie hier her zu holen und die Bürgschaft für Ferelithe abzulösen. Mezu, Dar'fach, Talisiera und Ferelithe würden an der Ehrenschuld arbeiten, die die Baumthane ihnen auferlegt hatte, im Gegenzug zu ihrer Einflussnahme, die den Faer Eryn überhaupt erst ermöglicht hatte, für Q'nshor tätig zu werden.
Die anderen - Darashí, Crian, Finder, Cyrus und Linaris - würden mit Q'nshor nach Bewan reisen, um der dünnen Hoffnung auf jenes legendäre Amulett nach zu gehen, dass sie zu mehr Wissen darüber führen sollte, wie der Schattenmann einzusperren war. Gut. Es konnte nicht viel getan werden, aber das wenige, was getan werden konnte, wurde auch getan.
Mezu schloss die Augen und ließ den langen Schwanz bis ins Wasser hängen. Dieses uralte Böse, diesen Schattenmann - wie viel lieber hätte sie ihn bekämpfen wollen anstatt nur zu versuchen, ihn wieder einzusperren! Aber man konnte nicht gegen etwas kämpfen, über das man fast überhaupt nichts wusste - außer natürlich, dass es tödlich war. Ja, was sie eigentlich am dringendsten brauchten, war Wissen.
Aber Mezu wusste, dass mit Cyrus, Linaris und Darashí schon einige schlaue Köpfe an dem Problem arbeiteten. Da musste nicht ihr ungebildeter Verstand noch hinter zu hinken versuchen. Finder und Crian konnte sie immer noch nicht richtig einschätzen. Finder sagte selten etwas, schien oft gar nicht richtig bei der Sache zu sein. Und Crian... sie war ihr einfach nur unheimlich. Manchmal hatte sie den Eindruck, diese beiden so ungleichen Mer - der Khajiit und die blasse Bosmer - sprächen ohne Worte mit einander und verstünden sich auf einer Ebene, die anderen nie zugänglich sein konnten. Wie zwei Ruder, die immer im gleichen Takt schlagen... nunja. Solange sie nicht gefährlich für die Faer Eryn wurden, war Mezu über ihre Hilfe mehr als dankbar.
Darashí würde fort gehen, mit den anderen. Sollte sie deswegen mit ihm gehen? Sie war sich nicht sicher, was sie für ihn empfand. Einerseits fühlte sie sich sehr von ihm angezogen - das dunkle Fell, die muskulösen Arme, die ruhige, sichere Art - und andererseits kam er ihr viel zu oft mehr wie ein Mer vor als wie ein Khajiit, irgendein vertrockneter steifärschiger Altmer. Er fühlte das Ja-Kha'jay scheinbar überhaupt nicht. Genuss und Spontanität waren ihm ebenso oft fremd, und Spaß... Mezu überlegte, ob sie Darashí schon einmal dabei gesehen hatte, wie er einfach Spaß hatte. Sie war sich nicht sicher - eher nicht. Sie konnte sich nicht den Rest ihres Lebens mit einem Darashí vorstellen, vor dem sie jedes bisschen über die Stränge schlagen rechtfertigen musste. Und schon gar nicht mit Schutz, der noch viel mehr wie ein Altmer zu sein schien. Nein, es war vielleicht besser so, wenn er fort ging. So konnte sie sich in Ruhe darüber klar werden, ob sie ihn vermisste.
Nein, es war wichtig und richtig, was sie hier taten. Wenn es sich auch vor Fremden lächerlich anhören musste: Wir suchen eine seit zwei Jahren vermisste Haarspange.
Aber Ehrenschuld war Ehrenschuld - und wenn Mezu auch in vielen Dingen eine eher verquere Moral ihr eigen nannte: bei solchen Dingen war sie unabbringbar ehrenhaft. Wer Dir hilft, dem hilf auch Du. Mezu erinnerte sich an diesen Satz, den ihr Vater einst gesagt hatte. Rückblickend war es einer der letzten klaren Momente ihres Vaters gewesen, damals, als sie noch die Palmwedel-hütte hatten und Vater zumindest jeden zweiten oder dritten Tag irgendeine Hilfsarbeit fand... doch auch damals schon war er oft über seinem Pfeifchen eingeschlafen... Mezu schüttelte den Kopf, um die bedrückenden Gedanken an die Vergangenheit zu vertreiben. Jetzt, erinnerte sie sich. Diese lebt jetzt.

"Ferre...?" fragte sie und hob den Kopf, als die freundliche Bosmer gerade in ihre Nähe kam. "Sag mal... wirr müssen doch hierr warrrten, bis Marrr'iell kommt, ja?"
Grübelnd sah sie Ferelithe an. "Oderr...?"
Sie wusste es nicht genau, weil sie von in diesem Händel mit den bosmerischen Bürgschaften und Verantwortlichkeiten vorsichtshalber lieber fern gehalten hatte. Soweit sie es verstanden hatte, musste Ferelithe für die Thane von Waldheim irgendeine Art von Dienst tun, bis Mar'iell hier war und sie ablösen konnte. So lange würde ihr Kopf rollen, wenn Q'nshor sich in irgendeiner Weise falsch verhielt. Erneut falsch verhielt.

Schliesslich hatte Ferelithe Mar'iell zwar per Bote gebeten, her zu kommen, aber es würde wohl kaum etwas nützen, die junge Geliebte des See-Elfen hier her zu lotsen, wenn bei ihrer Ankunft dann keiner da sein würde, der ihr sagte, was genau hier zu tun war. Und diese Zeit würde Mezu gerne dazu benutzen, mehr über die geheimnisvolle Khajiit heraus zu bekommen, die sich mit Dar'fach getroffen hatte. Die Q'nshor in eine wohl vorbereitete Falle gelockt und ihn danach wieder herausgepaukt hatte. Warum? Dieser Gedanke beschäftigte sie vor allem.
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#17
Im Gegensatz dazu verbrachten Ferelithe, Dar'fach, Talisiera und Mezu einen recht ruhigen Abend. Der Nachmittag war gerade erst angebrochen, als die vier das Boot stahlen, dass sie schon zwei Tage zuvor so begehrlich gemustert hatten.
Natürlich war es nicht so leicht, es zu steuern, wie Ferelithe und Talisiera es sich vielleicht vorgestellt hatten - Mezu hatte noch deutlich weniger Erfahrung im Halsen, als sie es selbst dargestellt hatte, und sie hatte ihre Kenntnisse zuvor bereits schon als gering bezeichnet.
So schlingerte das Schiff mehr als dass es segelte an der Küste entlang, wendete unzählige Male gegen den Wind - bis endlich eine kleine Halbinsel mit rauhen Klippenformationen den Hafen Waldheims und den immer noch am Kai aufgeregt brüllenden Bootsbesitzer verbarg und der Wind günstig genug stand, um mit halbvollen Segeln einen südöstlichen Kurs einzuschlagen.
Als Ferelithe wieder eine normale Hautfarbe hatte, entspann sich eine gemütliche Unterhaltung zwischen den Schiffskameraden - nur Dar'Fach war auffällig still und verbrachte seine Zeit damit, aufs Meer hinaus zu starren. Vielleicht, überlegte Mezu, dachte er immer noch über Moi Chy nach. Die mutige Khajiit hatte auch Mezu tief beeindruckt, wenn sie sich auch nicht vorstellen konnte, dass jene ihr Rachespielchen noch lange unentdeckt fortsetzen konnte.
Jetzt wussten sie endlich, warum die geheimnisvolle Khajiit Q'nshor zu den Blutwurzeln gelockt hatte. Er war ihr Köder gewesen, um die Obrigkeit auf diese Bande aufmerksam zu machen. Ihr Plan war aufgegangen und alle waren verhaftet worden und ihrer gerechten Strafe zugeführt - bis auf Q'nshor, den dieselbe Strafe ja ungerechtfertigterweise hätte ereilen sollen. Doch das hatten die Faer Eryn erfolgreich verhindert. Moi Chys Rache aber war wohl noch lange nicht am Ende angelangt. Soweit Mezu es verstanden hatte, hatten die Blutwurzeln und ihre Verbündeten aus Waldheim, die Fünf Krallen, die auch das gleichnamige Gasthaus führten und in eine Unzahl grösserer und kleinerer Schutzgeld-Delikte und Schmuggelgeschäfte verwickelt waren, Moi Chys Bruder auf dem Gewissen - der wohl ebenfalls mit diesen Leuten verbandelt gewesen war.
Die letzten Gerüchte, die Mezu noch an diesem Morgen erlauscht hatte, als sie zwei Fischer beim Sichten ihres Morgenfangs beobachtet hatte, waren, dass das Schmuggelnetz der Fünf Krallen durch Moi Chys Guerilla-aktionen für die nächsten Tage zusammengebrochen war, und dass sich Kaltauge, der erbarmungslosere der beiden Khajiiti-Brüder, die die Fünf Krallen anführten, nun wohl auch Einauge nennen durfte.
Mezu gratulierte sich im Stillen selbst dazu, dass sie Moi Chy noch einmal auf die Unschuldigen - nein, das war falsch formuliert.... auf diejenigen hingewiesen hatte, die unmittelbar unter Scharfnase und Kaltauges Launen zu leiden hatten: Pulaya und die anderen Mädchen, die in den Fünf Krallen Theken- und... andere Dienste verrichten mussten. Mehr konnte sie für ihre Freundin in der Khajiit-Kaschemme kaum tun. Sie hatte es gewagt, Pulaya einen Hinweis zu geben, wo sie ohne die schwere Hand der beiden Brutalo-Brüder würde überleben können... und sie hatte sich versichert, dass auch Moi Chy an diese Hilflosen dachte.
Andererseits konnte sie wohl kaum Moi Chy von einer gerechten - und gut geplanten - Rache abbringen, nur, um jemanden zu schützen, der selbst ganz sicher keine engelsgleiche Unschuld war.
Nein, mehr hatte sie nicht tun können.
Dennoch hoffte sie von Herzen, dass Moi Chy die beiden Brüder Scharfnase und Kaltauge nicht unterschätzte. Sie waren brutal, erbarmungslos und hatten hier in Waldheim eine Menge zu verlieren. Mezu wusste, dass die Tatsache, dass die beiden Brüder keinen Khajiiti-Namen trugen, vielen außerhalb von Elsweyr nichts bedeutungsvolles sagen würde. Ihr selbst war aber sehr wohl klar, was es bedeutete: Dass sie sich eines unehrenhaften und blutigen Mordes - selbst nach den sehr weit gefassten Definitionen der Khajiit  - schuldig gemacht hatten und ihnen ihr Name von einem Khajiit-Gericht aberkannt worden war. Einigen verblendeten Auswanderern im Valenwald schien das eher eine Empfehlung als eine Warnung. Mezu aber wusste, dass sie beide kaltblütige Killer waren - und das nicht nur in einem Fall. Wäre es nach ihr gegangen, hätte ihnen nicht nur ihr Name, sondern auch ihr Schwanz aberkannt gehört.
Sie hatte Moi Chy angeboten, sie auf diese Reise zu begleiten. Immerhin beglichen sie hier eine Ehrenschuld, die nur angefallen war, weil Moi Chy Q'nshor ins Verderben geritten hatte. Aber Moi Chy war nicht aufgetaucht, und Dar`fach schwieg weiterhin. Hat err sich unglücklich verrliebt, hrrm? fragte sie sich kurz, doch dann schob sie den Gedanken beiseite. Denn dabei kam ihr sofort Darashí in den Sinn und ihr Streit am gestrigen Abend. Sie hatte ihm gesagt, dass sie nicht kontrolliert und eingeengt werden wollte von ihm, dass sie ihre so hart erkämpfte Freiheit niemals aufgeben würde, nur um bei Darashí zu sein.
Er hatte gebettelt und gefleht, sich selbst erniedrigt, wie es Mezu von einem ausgewachsenen Kater noch niemals erlebt hatte. Sie glaubte ihm vorbehaltlos, dass seine Gefühle ehrlich waren. Aber auf ihre eigenen mochte und konnte sie nicht mehr vertrauen. Zu oft schon hatten sie sie in die Irre geführt, zuviele Tränen verursacht. Nein.
Diese Schiffsreise würde ihnen beiden helfen, Abstand zu gewinnen, und vielleicht konnte Darashí dann endlich akzeptieren, dass Felaris gewonnen hatte. Felaris, der große Senche, der Mezu in letzter Zeit immer treu zur Seite stand - und der auch ging, wenn sie ihn darum bat. Der sie nicht mit Worten umstricken und nicht mit Händen festhalten konnte - und von dem ein blutiges Reh, im Morgengrauen vor ihrer Schlafstätte abgelegt, doch so viel mehr bedeutete als all diese Menschlichkeiten. Felaris war in gewisser Weise gnadenlos einfach - und genau das schätzte Mezu so an ihm. Einfachheit.
Sie wusste nicht genau, ob Felaris wirklich verstanden hatte, dass sie mit ihren Freunden auf diesem kleinen Boot nach Südosten reiste und nur selten an Land kommen würde - aber sie wusste genau, dass Felaris, sobald er ihre Spur wieder in der Nase hatte, zu ihr stoßen würde. Und dann würde sie ganz selbstverständlich wieder sein Weibchen sein. Unwiderruflich, unerbittlich - einfach.

Mezu schob die Gedanken beiseite, als der Hunger in ihrem Magen rumorte. Sie hatte nicht viel Proviant mitgenommen auf diese Reise, nur ein paar terrgruar - übersetzt würde man es vielleicht "Fleischkekse" nennen. Aber sie hatte alles mitgenommen, um Fisch und andere Beute des Meeres zuzubereiten. Also machte sie sich ans Angeln. Als es dunkel wurde und die Monde über dem Meer aufstiegen, hatte sie schon einen kleinen Erfolg zu verbuchen - allerdings stellte ihn Ferelithe sogleich gründlich in den Schatten, indem sie mit einer improvisierten Bogen-Harpune einen ganzen Katzenhai angelte. Nun, zumindest würden so alle genug zu essen bekommen heute nacht.
Mezus letzter Gedanke beim Einschlafen, nachdem sie in Sichtweite der Klippen vor Anker gegangen waren, galt der Schönheit der Sterne und der beiden Monde, die so gewaltig und wundervoll - und so vertraut gemeinsam - am Firmament standen. So wie Mezu und Darashí -- Felaris.
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#18
Cyrus Sicht der Dinge...



Im tiefen Schlaf des Giftes welches sich im Essen befand, stand Cyrus einer von Licht erfüllten Gestalt Gegenüber. Es folgte eine Begegnung mit einer wohl göttlichen Wesenheit. Sie half Cyrus, sich auf seine Mitte, auf das Licht in Ihm zu konzentrieren. Aus dieser Kraft schöpfend schafftes es Cyrus, sich selbst von dem Gift in seinem Körper zu heilen und zu befreien – Cyrus verließt diese Zwischenwelt mit der Aufforderung, Licht in das dunkel zu bringen...

Das erste was Cyrus sah, waren drei Vampire und ein seltsam besessener... aber es waren seine Mitstreiter, seine Schutzbefohlenen – auch wenn es Cyrus bereits bei diesem Anblick in den Fingern juckte, wand er sich den Piraten zu, ließ mit seiner neu geschöpften Kraft feurige Lichtblitze auf die Piraten einhergehen... dennoch fragte sich eine Stimme in seinen Kopf, was er da eigentlich seine Mitstreiter nennt.

Auf dem Beiboot bemerkt Cyrus die Qualen des Meereselfen "Quisi", er atmete flach und unruhig. Wie es sich herausstellte, schien er zu leiden. Cyrus legte seine Hände auf "Quisis" Körper und fühlte in ihn hinein. Immer wieder muss er das Leid und die Qualen einer jungen Elfe durchleben, dessen Elternhaus und alle die sie kannte von Marormer abgeschlachtet werden, fürchterliche Angst, Hilflosigkeit und pures Grauen treffen auch so stark auf Cyrus, dass er sich kaum konzentrieren kann. Nur sehr schwer schafft er es, mittels Stendarrs Gnade "Quisi" daraus zu befreien.

"Quisi" erwachte mit einigen Schreien und aufgerissenen Augen, Tränen rannen über seine Wange und er wirkte panisch. Cyrus versuchte ihn zu beruhigen und legt seine Hand auf "Quisis" schulter. Es gibt nur eine weibliche Person auf dessen fremder Traum passt, nur eine die Maormer dazu auch noch so hasst... Cyrus ist entsetzlich enttäuscht von der "Schwester" Veyars, dem Vampir den er Veyar zuliebe versucht hat zu vertrauen, Cyrus sagt noch relativ ruhig:

Die Person, welche "Quisi" das angetran hat, hat nicht gelernt, dass weiteres Leid dem eigenen keine Linderung verschafft, diese Person gibt sich seiner Rache hin, sie wird die Konsequenzen dafür noch tragen müssen...

Cyrus legt beruhigend seine Hand auf "Quisis" Schulter, doch innerlich brodelt es in Ihn. Hat er doch versucht einem Vampir zu vertrauen. Einen Vampir – jedes halbwegs intelligente Wesen in Tamriel würde Cyrus bestätigen, dass man so einen umgehend nieder zu strecken hat, jeder fürchtet diese dunkle Wesen mit gutem Grund – und er als Diener Stendarrs hat noch dreimal mehr Gründe! Dieser Vampir hat einen Mitstreiter, einen Schutzbefohlenen, eine wichtige Person unserer Gruppe bösartig mit dunkler Magie verhext als er wehrlos war. Und dabei hat Sie sich auch noch Ihrer Rachsucht hingegeben. Wie kann man mit einem Vampir zusammenreisen, der sich seiner Rache hingibt und dabei nicht zurückschreckt eigenen Gruppenmitgliedern mit schwarzer Magie zu begegnen? Gedanken kreisen in Cyrus Kopf, am liebsten wäre er niemals mitgekommen, nicht mit drei dreckigen Vampiren...

Sarinja scheint das Leid des Maormers zu sehen, freudig lächelt sie "Quisi" an und gibt ein dreistes Kommentar von sich, es war sowas wie

"Verdient hat ers, geschieht ihm recht"

oder sowas in der Art.

Cyrus platzt der Kragen, im entfährt:

Halts MAUL!

Linaris reagiert sichtlich pikiert und noch bevor Linaris etwas sagen kann, entfärht Cyrus zu Linaris:

Diese Vampirschlampe hat einen unserer Mitstreiter verhext!

Linaris reagiert unbeeindruckt und meint nur:

"Das ist allerdings unschön, aber beleidige nicht die werte Dame"

Weitere Wut über die dummheit seiner Mitsreiter, über die achtlosigkeit darüber, was man "Quisi" angetan hat und der Tatsache, das man Rachsucht hier scheinbar toleriert, ergreift Cyrus. Dennoch nimmt er sich zusammen und spricht relativ ruhig und klar:

"Es ist mir völlig egal, welchen Stand sie hat. Was sie getan hat verdient dieser Worte!"

Cyrus stellt sich an die Taue, welche das kleine Segel halten, dabei betet er zu sich selbst, leisen Tones:

"Möge Stendarr alle Vapire erlösen, mögen sie in Licht und Flammen auffahren..."


Wir müssen anpacken, das kleine Segel in den Wind zerrt unbarmherzig an dem kleinen Boot. Um halbwegs einen Kurs zu erreichen müssen wir alles geben, weiteres in Frage stellen seiten Linaris zu Cyrus verhalten verschiebt Cyrus auf später:

Später erkläre ich es dir, Linaris.

Doch in Cyrus Kopf drehen sich die Gedanken – am liebsten würde er dieses, seiner Rachsucht verkommene Subjekt, sofort hier und jetzt von dieser Welt Erlösen. Wie verdammt nochmal soll er eine Misson mit drei Vampiren von denen mindestens einer verkommen ist, erfüllen? Mit einem Dunmer der das ganze nicht versteht, einem seltsam besessenen Khajiit und einem naiven Maormer?

Das ganze ist für Cyrus eine brutal lächerliche Farce und auch wenn er die drei Vampire nicht bekämpfen kann, beschließt er, sollte er diese Misson überleben, wird er alles daran setzen, dass man sich Sarinja entledigt. Diesem Vampir ist nicht zu vertrauen – sollte sie sich doch ihres Vertrauens beweisen. Stattdessen beweist sie Rachsucht und dunkle Magie... Mezu muss das erfahren, Veyar muss das erfahren – mit so einem Wesen können wir nicht zusammenarbeiten...



(ooc: Tut mir leid, wenn das jetzt ziemlich stark auf eine Person ingame abziehlt, aber ich hoffe es ist verständlich geschrieben, warum dem im RP so ist. Ich denke, wenn ich einen Streiter Stendarrs halbwegs realistisch ausspielen will, dann muss ich so reagieren. Ich habe meinen Char eh schon etwas verbogen, dass ich mich überhaupt auf Vampire eingelassen habe. Hier ist nun ein Punkt überschritten, an dem ich so reagieren muss, wenn ich meinen Char noch ernstnehmen möchte. Tut mir im ooc schon etwas leid, ist auch nichts persönliches Gegenüber dem Spieler. Ich wünschte, Cyrus hätte das gar nicht mitbekommen, nun aber finde ich, muss ich so reagieren)
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#19
["Bewancrew" .... die Überfahrt nach Auridon]


Am nächsten Tag ging es also los, gen Auridon. Es war ausgesprochen unfreundliches Wetter um in See zu stechen; es regnete wie aus Kübeln und vom Meer her drohte ihnen ein mit Sturmwolken verschlossener Horizont entgegen. Dennoch stand der Termin zum Auslaufen fest. Der Kapitän, ein kleiner, drahtiger Bosmer mit einer Narbe auf der linken Wange verhandelte recht raffgierig um den Preis für die Überfahrt, sodass sie immerhin pro Kopf stolze einhundert Goldstücke für die Überfahrt aufbringen mussten. Dafür konnten sie immerhin aushandeln, dass sie sich während der Überfahrt frei an Bord bewegen konnten. Dies hatte der Kapitän zunächst nicht gestatten wollen; aus Angst die Passagiere würden seiner Mannschaft im Weg herumstehen.
 
Cyrus fand schnell Anschluss bei dem Koch der Mannschaft, ein freundlicher Khajit namens Rila-ro, dessen kräftig gewürzte Kochkunst eine angenehme Reise verhieß. Tagsüber verschlug es trotz des widrigen Wetters einige von ihnen an Deck. Sarinja litt heftig unter ihrer Reiseübelkeit, während Linaris versuchte mit dem sonderbaren Maormer ein wenig auf Tuchfühlung zu gehen und etwas über sein Volk in Erfahrung zu bringen. T'pae, der in seinem ganzen Leben noch nie auf einem Schiff gewesen war, war völlig fasziniert von dieser neuen Situation - zumal er den Regen und den aufkommenden Sturm in vollen Zügen genoss und in eine nahezu euphorische Hochstimmung verfiel. Finder verzog sich - trotz einigem Gemurre der Seeleute - in die Takelage hinauf und beobachtete das geschäftige Treiben der Raubeinigen Seeleute. Ihm fiel auf, dass diese für ein Handelsschiff ausgesprochen mannschaftsstark besetzt waren. Zudem war einjeder bewaffnet. Irgendwie ... bescherte ihm das kein sonderlich gutes Gefühl.
Abends traf man in der Kajüte zusammen um gemeinsam zu speisen. Der fürsorgliche Khajit Rila-ro servierte einen stark gewürzten, schmackhaften Eintopf, dazu gab es einen vollmundigen Rotwein und für Sarinja, deren schwacher Magen den Seeleuten wohl nicht entgangen war, gab es einen kräftigen Schnaps. Alles in allem, schien man sich um die Passagiere gut zu kümmern. Schien es zumindest ... Aber es sollte anders kommen.
Nach dem Essen überkam eine angenehme Müdigkeit über Qu'nshor T'pae, Darashí, Linaris und Cyrus. Sie schliefen ein, fielen in einen überaus festen, von lebhaften Träumen erfüllten Schlaf.
Übrig blieben Sarinja, Crian und Finder ... die sich zum einen gewisser Gemeinsamkeiten gewahr wurden, aber auch ... bald bemerkten, dass  .... etwas nicht stimmte. Doch ehe sie sich dessen gewahr wurden vermochte Sarinja nicht an sich zu halten ... sie musste sich diesen Maormer einfach genauer ansehen. Sein vermaledeites Volk hatte so viel Leid an die Küsten Auridons gebracht, und ihr eigenes Herz war erfüllt von Zorn und Hass auf seinesgleichen, dass es ihr schwer fiel den verlockenden Einflüsterungen der Schatten in ihrer Seele nicht nachzugeben. Lag er doch so völlig hilflos und ahnungslos schlummernd auf den Planken des Schiffes und schlief... ob sich eine Gelegenheit wie diese wieder ergeben würde? Und nach ihrer Ansicht waren wohl nur tote Maormer gute Maormer.

Crian war es, die Sarinja aus ihren Gedanken riss und darauf aufmerksam machte, dass es verdächtig ruhig war. Während Darashí tief und fest schlummerte, Cyrus nahezu andächtig die Augen geschlossen hielt und Linaris selig lächelnd sich seinen Träumen hingab wurde T'pae zusehends von Alpträumen geplagt - dennoch erwachte niemand der Schlafenden.
Auch dann nicht, als mit einem mal Lärm losbrach und Bewaffnete die Kajüte erstürmten. Von einem Augenblick auf den anderen sahen sich die drei Vampire mit blank gezogenen Klingen konfrontiert, und auch Bogenschützen nahmen sie unter Beschuss. Die raue Stimme des Kapitäns ließ keine Zweifel offen - sie waren in eine Falle von Sklavenjägern geraten! Der feste Schlaf der sterblichen Gefährten konnte nur eines bedeuten: Gift!
Es kam zum heftigen Handgemenge. Als den Piraten gewahr wurde, dass sie es bei den drei wach gebliebenen Passagieren mit ... "besonderen Gästen" zu tun hatten wurde das Kampfgeschehen noch rauer. Sarinjas Seit wurde von einem Pfeil durchbohrt, Finder erhielt eine tiefe Verletzung in seinen Waffenarm und Crians Bein wurde von einem Pfeil durchschlagen. Es war klar - die blassen Passagiere sollten niedergemacht werden und wehrten sich wild. Im Getümmel des Kampfes erlitten aber nicht nur die drei Vampire Verletzungen, da diese sich - in Bedrängnis gebracht - nun auch ihrer daedrischen Kräfte bedienten; zudem schienen alle drei; Finder ebenso wie Crian und Sarinja, über ausgesprochenes kämpferisches Geschick zu verfügen. Kein kluger Schachzug also von den Piraten diesen drei ans Leder zu wollen. Finder, Crian und auch Sarinja, alle ziemlich schwer getroffen kämpften verbissen weiter. Dabei fielen einige der Piraten den Klingen - und auch den Reißzähnen der nun Rücken an Rücken kämpfenden Vampire zum Opfer. Alle drei versuchten immer wieder zum Kapitän durchzukommen um der Schlange den Kopf abzuschlagen ... zumal dieser ein gefährlich guter Bogenschütze war ... doch - vergeblich. Seine Leute schützten ihn gut.
Mit Darashì und Cyrus geschah etwas Sonderbares. Zuerst erhob sich der Khajit aus seinem todesähnlichen Schlaf ... mit gänzlich weißen Augen und einer unheimlichen Gewandheit und Stärke ... diese schien keinen ganz natürlichen Ursprung zu haben. Auch er versuchte zum Kapitän durchzukommen. Finder und Crian sprachen sich mit knappen Worten ab. EIne Flucht zur Tür hinaus um an eines der Beiboote zu kommen schien ob der schieren zahlenmäßigen Überlegenheit der Angreifer völlig unmöglich - zumal erst recht nicht wenn sie ihre besinnungslosen Gefährten mitzunehmen gedachten. Kurzerhand griff sich Finder einen nahegelegenen Hammer, der dort auf einer Kiste ruhte und begann mit kräftigen Hieben und Berserkerkräften die Bordwand einzuschlagen.
Nun erwachte Cyrus aus seinem Schlummer. Eine goldene Aureole schien seinen Körper einzuhüllen und er schickte göttliches Licht wider die Meute der Piraten, drängte diese sodann zurück um seinen Freunden einen halbwegs geordneten Rückzug zu ermöglichen.

Sarinja, trotz eines Pfeils in der Seite und einer tiefen Stichwunde im Bauch gelang es derweil in die Schatten einzutreten und in die Nähe der Tür zu gelangen. Sie musste sich entscheiden... Der verschlagene Kapitän stand in greifbarer Nähe, legte soeben wieder einen Pfeil auf die Sehne seines tödlichen Bogens .... oder aber zur Tür um ein Boot klarzumachen?! Der zum Greifen nahegelegene Schlag gegen den Kopf der Bande schien verlockend ... aber ... ihre Freunde würden allesamt in den erbarmungslosen Fluten ertrinken gelänge es ihr nicht einen fahrbaren Untersatz zu organisieren. Sarinja entschied sich für das Boot. Es half nichts sich in suizidaler Absicht dem Bastard von einem Bosmer entgegenzuwerfen, dabei möglicherweise ganz und gar draufzugehen ... während ihre Freunde dann nach Deshaan in die Sklaverei verkauft würden. Sie kämpfte sich im Schutze der Nacht über Deck und es gelang ihr ein Beiboot zu Wasser zu lassen.

Derweil hatte es Finder zwischenzeitlich unter Deck geschafft ein Loch in die Bordwand zu reißen. Die Piraten hatten ihn verschärft unter Beschuss genommen, wobei Crian seinen Rücken deckte und dabei einen weiteren Pfeil mit ihrem Körper abfangen musste. Auch Darashis Schulter ward von einem Pfeil durchschlagen. Der schlafende Linaris und auch T'pae wurden von den sich zurückziehenden Gefährten geschultert, dann vertraute man sich den wogenden, regengepeitschten Fluten an, da von draußen aus der Dunkelheit bereits Sarinjas Stimme zu vernehmen war. Zuletzt verließ Cyrus das Schiff, aus seinen Fingern loderte ein Feuer, welches das Schiff in Brand steckte. Das Loch in der Bordwand und das Feuer an Deck sollte die Piraten ausreichend beschäftigen um ihnen nicht nachzustellen oder sie weiterhin unter Beschuss zu nehmen.
Schwer atmend und unter Aufbringung der letzten Kräfte zogen sie sich an Bord des Rettungsbootes, welches immerhin über ein kleines Segel verfügte. Darashí gelang es mittels eines Heilzaubers Linaris aus seinem unnatürlichen Schlaf zu erwecken, dem die Rückkehr in die triste Wirklichkeit nicht nur gefallen zu schien. Der junge Khajit, immer noch mit jenen unheimlichen weißen Augen und mit einer stark blutenden Wunde ob des Durchschusses versehrt, wurde indes von Cyrus geheilt, von dem sich die schimmernde Lichtaureole nun allmählich zurückzog. Darashì verlor daraufhin kurzzeitig das Bewusstsein ... das Weiß aus seinen Augen zog sich zurück ...
Crian und Finder hatten sich in eine windgeschützte Ecke nahe der Bordwand des kleinen Schiffchens zurückgezogen und versorgten gegenseitig ihre Verletzungen. Der Rothwardone kümmerte sich unter Aufopferung seiner letzten Kraftreserven auch um den nach wie von in Alpträumen gefangenen Maormer, versuchte in seinen Geist einzudringen und ihn aus seinen Träumen zu lotsen. Dies gelang ihm auch, sodass er Zeuge davon werden konnte, dass es bei weitem nicht T'paes eigene Nachtmahre waren, die ihn heimsuchten und quälten. Es waren die schrecklichsten Erinnerungen aus Sarinjas Leben ... die Erinnerungen daran wie in ihrem Kindesalter eine Bande marodierender Maormer ihr Elternhaus überfielen und ihre Familie abschlachteten... Cyrus gelang es zwar den jungen Maormer aus diesen Alpträumen zurück in die Wirklichkeit zu lotsen, doch war er ob der Verschlagenheit des gemeinen Illusionszaubers dermaßen erbost, dass ein hitziges Wortgefecht auf Deck entstand bei dem Linaris Sarinja verteidigte. T'pae brauchte einige Augenblicke um die Erinnerungen und das Gefühl der Qual niederzuringen, wobei unklar blieb, ob er dabei allein dem Nachhall von Sarinjas Alpträumen nachlauschte oder auch seinen eigenen Ängsten gegenüberstand, da er für einige Augenblicke gar weinte und nur noch unverständlich in seiner eigenen Sprache vor sich hinmurmelte.

Als der Streit an Deck zu eskalieren drohte war es jedoch gerade der junge Maormer, der sich schwer ächzend erhob und dem Einhalt gebot. Er stellte fest, dass das Boot auf direktem Kurs auf das offene Meer zuhielt und sie wohl an Auridon vorbei treiben würden, gelänge es ihnen nicht gemeinsam das Schiff auf den Kurs einer anderen Strömung zu bringen, welche sie zurück auf die liebliche Insel tragen würde. Linaris, der nun plötzlich auch Hasstiraden über das Meer an und für sich äußerte, wurde von T'pae ans Steuerrad zitiert, während Cyrus und Sarinja die Leinen des Segels bedienen mussten. Sarinja sang derweil aufreizend unbescholtene Liedchen und ignorierte den zornigen Rothwardonen, der seinerseits wiederum provokant leise Gebete an Stendarr wider die Vampirbrut richtete. Der junge Maormer indes versuchte durch einen Wogenzauber das kleine Schiffchen auf eben jene Strömung zu lenken, welche sie ihrem rettenden Ziel entgegen bringen sollte. Allerdings ... war er eben noch ein Schüler gewesen ... und kein Wogenmeister selbst, sodass die Situation anfänglich alles andere als rosig aussah. Um sie herum wogten massige Wogen auf und nieder, die bei jedem gewaltigen Atemzug des Meeres das Boot zu verschlingen drohten. Der Horizont war schwarz, die Wolkendecke so dicht, dass nicht ein einziger blasser Stern zu ihnen herunter schien und vom Himmel herab schüttete es mit ungeminderter Kraft, als wolle der Regen sie alle ersäufen. So schaukelte das kleine Boot mit seiner völlig zerrissenen Mannschaft einer ungewissen Zukunft entgegen. 
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#20
Weiterhin heulte der Sturm. Sie alle hatten sich unter der lapidaren Aussage des Maormers, dass "das Meer gute Laune habe" wohl etwas anderes vorgestellt. Jedenfalls wogten die Wellen auf und nieder, während es vom Himmel herab weiterhin sintflutartig regnete. Zu allem Unbill begann es schließlich auch noch zu gewittern. Cyrus, der mit einem Fieber darniederlag musste in der Kajüte untergebracht werden um sich auszuruhen. Auch Crian war ob ihrer schweren Verletzungen unter Deck untergebracht worden und in einen todesähnlichen Schlaf gefallen. Finder, Darashi und Sarinja halfen an der Segelung und der Takelage aus während Linaris weiterhin das Steuerrad überantwortet bekam. Das Problem jedoch war, dass sie eben leider nicht mit einem versierten Wind- und Wogenmeister der Meereselfen unterwegs waren, der die prekäre Situation wahrscheinlich bravourös hätte zu meistern gewusst, sondern eben mit einem unausgegorenen Lehrling auf diesem Gebiet, der in seinem ganzen Leben zuvor noch nie ein Schiff bestiegen hatte. Jedenfalls wollte es T'paes Magie nicht gelingen "die richtige Strömung zu finden" ... Erst ein beherzter Tauchgang des jungen Maormers vermochte es ihm zu ermöglichen in den tosenden Wogen "nach dem rechten Weg zu fragen" - derweil die anderen auf dem kleinen Boot hin- und hergeschüttelt wurden, immer wieder von Wellen überspült wurden und fürchteten ihr letztes Stündlein müsste geschlagen haben. Doch der Maormer kehrte zurück und konnte sich daraufhin zumindest orientieren. Das Schiff aber mittels eines weiteren Zaubern auf den richtigen Kurs zu bringen - dazu fehlte ihm schlicht die Kraft. Er bat die anderen um Hilfe ... um einen Teil ihrer Kraft  - "Magicka", wie Linaris richtig vermutete. Es war schließlich Sarinja, die sich dazu bereit erklärte dem Maormer ihre Kraft zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam spannen die beiden einen Zauber, der schließlich das Schiff erfasste und wie von unsichtbarer Hand direkt auf die Küste Auridons zuspülte. An einem diesigen, vernieselten Morgen nach dem Sturm wurden sie an die Küste der Insel Errinorne vor der an der Ostküste Auridons angeschwemmt und liefen auf Grund. Sie retteten sich an Land; bargen auch Cyrus und Crian aus der Kajüte. Dem Rothwardonen ging es zusehends schlechter und man beschloss ihn alsbald ein Übersetzen nach Himmelswacht möglich sei, ihn in der dortigen Magiergilde in die Hände eines Heilers zu übergeben.

Sie machten einen Tag Rast um sich zu erholen. Sarinja und Finder besorgten Süßwasser aus dem Inneren der Insel und, während T'pae fischen ging.
Am Abend konnte man das Boot wieder mit vereinten Kräften zurück ins Wasser ziehen und nach Himmelswacht übersetzen, wo man Cyrus in die Obhut der Heiler in der Magiergilde gab. Der Rothwardone verabschiedete sich insbesondere von Sarinja mit den Worten, dass er Mezu'ru und Veyar von ihrem Hexenwerk den Maormer betreffend zu informieren gedenke. Finder musst Crian in einen geheimen Unterschlupf bringen wo sie sich erholen würde können, denn ihr ging es nach wie vor nicht gut. Beim nahegelegenen Stall lieh man sich Pferde und ritt in nordwestlicher Richtung gen Bewan ... Tach'ma nyangard...
Die Gruppe stieß südlich von Bewan auf die Küste und zogen den Strand nordwärts hinauf, der vermeintlich zerstörten Ruine entgegen. Doch ... bald schon überkam sie das ungute Gefühl, dass hier etwas nicht stimmte. Eine sonderbare Dunstwolke hielt sich hartnäckig wie ein dichter Rauchschleier über der Bucht. Und noch etwas war höchst merkwürdig! Zwar ließen sich die Spuren des entfesselten Schattenmanns durchaus noch an den nur spärlich nachwachsenden Vegetation in der Nähe der Ruine ausmachen, doch war der Zugang zu der Ruine nicht mehr verschüttet und überflutet, wie sich Finder und Linaris von ihrem letzten Besuch noch gut entsinnen konnten. Im Gegenteil! Finder, Darashi und Sarinja entdeckten Anzeichen der Anwesenheit von Fremden in der näheren Umgebung der Ruine.
Linaris und Qu'nshor T'pae beunruhigte die sonderbare Nebelbank in der Bucht zunehmend. Das Wetter sprach nicht für eine natürliche Ursache eines solches Phänomens. Der dunmerische Magier wirkte einen Analysezauber auf den merkwürdigen Nebel in der Bucht ... und stellte fest, dass es sich um eine machtvolle Illusion handelte, die ... ein Schiff verbarg! Ein imposantes Schiff, das gut und gerne hundert Mann Besatzung aufnehmen konnte! Ein Schiff mit einem eindeutig geformten Bugspriet ... einem gebogener, gezackter Schlangenhals mit geöffnetem Maul und scharfen Reißzähnen ... ein Schiff der Maormer! Qu'nshor T'pae befragte das Wasser hierzu - wagte sich allerdings nicht sonderlich weit vor, da er befürchtete selbst entdeckt zu werden. Finder entdeckt sogar einige mit Quallengift präparierte im Sand verborgene Fallen, die wohl jemand für unliebsame Besucher aufgestellt hatte. Finder gelang es jedoch alle Fallen zu entschärfen, sodass sie sich der Ruine nähern konnten.

Aber was war das?! Das Meer hatte sich von den dazumal eingestürzten Ruinen zurückgezogen, sogar der Eingang schien wieder rekonstruiert worden zu sein - jedenfalls verweigerten zwei zu einer Art Tor geformte massive Felsblöcke den Zutritt nach Bewan.
Auf den Trittstufen hinauf vermochte Linaris eine komplizierte magische Falle zu entdecken, deren Entschärfung ihn wohl einiges an Zeit kosten würde. Dennoch beschloss er dies in Angriff zu nehmen.
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