Maormer in Nöten
#21
Talisiera, Mezu und Dar`fach dagegen schleppten die fiebernde Ferelithe durch Anfurt. Es regnete seit vier Tagen in Strömen, ihr Proviant war aufgebraucht und sie besaßen nicht einmal mehr eine einzige trockene Decke.
Mezu machte sich große Sorgen um Ferelithes Gesundheitszustand, denn diese war schon eine ganze Weile nicht mehr ansprechbar. Da es unter Deck nur genug Platz für einen, maximal zwei Leute gab, hatte sie die letzten drei Nächte an Deck verbracht; entsprechend war ihre Laune alles andere als gut: im Gegenteil, Mezu war genau in der richtigen Stimmung, um jemandem geradewegs den Arm abzubeissen. Irgendjemandem - egal wem.
Ihre Freunde konnten sie nur mühsam bei Laune halten, wobei es Dar'fach recht gut gelang, nicht selbst ein Opfer der trüben Stimmung zu werden.
Sie hatten gerade erst angelegt und die bewusstlose Ferelithe war nur notdürftig in einem kleinen Unterstand untergekommen, da trafen die drei Abenteurer zufällig alte Bekannte: Nymeria, eine Menschenfrau, und Beloriel, der Dunmer, der sie schon früher auf einigen Abenteuern begleitet hatte. Schnell war Hilfe organisiert, und Ferelithe wurde zur Magiergilde getragen, wo man schnelle Hilfe versprach.
Deutlich besser gelaunt machten sich die neuen Weggefährten zur gegenüberliegenden Taverne auf, um auf ihre Ankunft in Anfurt anzustoßen. Es war kein großer Erfolg - aber allein schon, trocken zu sein und die Wärme eines Kaminfeuers zu spüren, kam Mezu in diesem Moment wie ein großer Sieg vor.
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#22
Bewan .... wieder einmal


Zwischenzeitlich wieder vollzählig - denn Crian hatte sich während des letzten Tages erholen können und hatte wieder zu ihnen aufgeschlossen - standen die Gefährten nun also erneut vor den verschlossenen Toren Bewans. 

Bewan, das in den Erinnerungen von Linaris und Finder eine in Trümmern liegende und von den Fluten des Meeres eroberte Ruine hätte sein sollen. 



Gespenstisch mutete es denjenigen, die schon einmal hier gewesen waren an, den Ort erneut intakt vorzufinden. Zudem die Fallen am Strand ja zweifelsfrei darauf hindeuteten, dass die Ruine keinesfalls verlassen war.

Linaris konnte mittels eine Analysezaubers feststellen, dass nicht nur die Treppenstufen vor dem Eingang mit einem komplexen magischen Fallenmechanismus versehen waren, sondern dass auch das neue Tor durch eine Art Alarm gesichert war, welcher ausgelöst würde, wenn man diesen außer Kraft setzte. 

Finder schlug vor nach einem alternativen Zugang zu suchen, da durch den Einsturz der Ruine womöglich Felsspalten an die Oberfläche entstanden sein könnten, die man als Einstieg würde nutzen können. Finders Suche blieb unter diesem Aspekt erfolglos, doch er machte statt dessen eine andere Entdeckung: der Khajit konnte im Umkreis von einer guten Meile an insgesamt sechs Stellen kreisförmig um den Eingang der Ruine herum gelegene Ritualplätze finden, an denen er Spuren magischen Wirkens entdeckte - Rückstände magischer Paraphernalien, Runenzeichen auf Steinen, Schmauchspuren im Grase, die von einer machtvollen Kraftentladung kündeten. Als er mit diesen Informationen zu den anderen am Eingang zurückkehrte, konnten sich Sarinja und Linaris immerhin einen Reim darauf machen, dass hier wohl ein sehr mächtiges magisches Ritual abgehalten worden war. Das machte die Angelegenheit immer suspekter. Qu'nshor T'pae indes wurde von Minute zu Minute immer unruhiger, je öfters er sich über die Schulter blickt und die Dunstwolke über der Bucht betrachtete. Er fürchtete, dass sie entdeckt werden könnten, je länger sie hier draußen herumlungerten.


Linaris hatte bei seiner Untersuchung der magischen Sicherungen des Eingangsbereiches  herausgefunden, dass die Magie, die er trachtete außer Kraft zu setzen beziehungsweise für einen kurzen Augenblick zu unterbinden, zu mächtig war, als dass seine Kraft alleine dies bewerkstelligen würde können. Gemeinsam mit Sarinja und Darashi gelang es dem dunmerischen Magier zum einen die Falle auf den Trittstufen zu entschärfen als auch den Sicherungsmechanismus der Türe für einen kurzen Moment zu stören, sodass die Gruppe in einem bedeutsamen Augenblick vorwärts stürmen und das alte Gemäuer betreten konnten. Der Magier war jenseits des Tores zunächst einmal deutlich außer Atem, da sein Geist sich zum einen mit der dunklen Kraft aus Sarinjas Inneren hatte auseinandersetzen müssen, als auch mit der bislang noch unerforschten Energie, welche der zurückhaltende Khajit Darashi in sich beherbergte ...


Drinnen ... herrschte eine gespenstische Ruhe. Nur das Tropfen von Wasser war gelegentlich zu vernehmen ... und war da nicht auch Stimmengeflüster zu hören? 
Linaris, der sich allmählich wieder fasste betrachtete nachdenklich das Gemäuer. An vielen Stellen waren Risse und Sprünge im Gestein zu erkennen ... doch diese schienen miteinander verschmolzen zu sein ... so als haben sich die Splitter und Fragmente der einzelnen Felsen von Zauberhand wieder zusammengesetzt und die Steine sich wieder miteinander verbunden. 

Qu'nshor T'pae übernahm die Führung und schlich, so lautlos es eben einem angehenden Zauberlehrling möglich war, voraus. Schon am Fuße der Treppe, die vom Eingang hinunter in die Tiefe führte verharrte er angespannt: Jemand hatte dort eine imposante Standarte aufgestellt - einen gebogenen Schlangenhals mit gezacktem Schuppenrücken und mit zum Biss geöffnetem Maul. Diese schien wie eine Art Wächter den Weg in die Ruine zu kontrollieren, sodass Qu'nshor T'pae die Gruppe sicherheitshalber hinter dem sonderbaren Ding vorbei führte, durch den schmalen Raum zwischen dem hölzernen Schlangenrücken und der feuchten Wand.



Wachen! Schon nach wenigen Metern stießen sie auf maormerische Wachen. Qu'nshor nahm all seinen Mut zusammen, ließ seine Deckung fallen und trat auf seine Landsleute zu, sprach sie in ihrer gemeinsamen Sprache an ... und wurde vorwarnungslos angegriffen!
Sarinja, Crian und Finder agierten aus den Schatten heraus und retteten den jungen Maormer vor den tödlichen Absichten seiner ihm offenkundig nicht wohlgesonnenen Landsleute - die beiden Wachen kamen dabei jedoch ums Leben. Finder und Sarinja entdeckten auf den Rüstungen der beiden offensichtlichen Krieger ein sonderbares Emblem: einen Kreis in dessen Zentrum ein Schlangenkopf abgebildet war, welcher durch starke Metallätzungen jedoch nahezu unkenntlich gemacht worden war. Da beide Soldaten dasselbe Emblem auf ihren Rüstungen trugen, konnte die Ätzung kein Zufall sein. Qu'nshor jedoch sagte das Symbol nichts. 

Sie schlichen leise weiter.
Als an über der nächsten Treppe das Banner mit dem Schlangenkopf wehte, wurde ihnen bewusst, dass dies offenkundig kein Zufallsbesuch der Maormer war - es war also mit deutlich mehr Mannen dort unten zu rechnen. Qu'nshor fragte sich, warum die "große Seeschlange" wohl hier Präsenz markierte ... zumal seiner Kenntnis nach kaum einer überhaupt von den Na'am alkgach, den Wächtern des Todes, seinem Clan, gewusst hatte. Die Aussicht tatsächlich das Amulett des alten Wind- und Wogenmeisters zu finden wurde zusehends unwahrscheinlicher, zumal auch keine Leichen der ursprünglichen Bewohner mehr ersichtlich waren. 


Während sie sich immer tiefer ins Innere der Ruine vorwagten um herauszufinden wer genau sich hier aufhielt und vor allem ... warum ... stießen sie immer wieder auf Soldaten der Maormer. T'pae, der einige von ihnen an einem Lagerfeuer ausgelassen scherzen und tanzen beobachtete bat seine Gefährten, ob es nicht möglich wäre sie außer Gefecht zu setzen ohne ihr Leben zu beenden. Crian führte ein Betäubungsgift mit sich, mit welchem sie die Besatzer ausschalten konnten ohne diese zu töten. Sie verteilte dieses auch an Sarinja und Finder, sodass sich die Gefährten einen Weg durch die Ruine bahnen konnte, welcher nicht von Leichen gesäumt wurde. Linaris wunderte sich ein wenig über dieses mitleidige Ansinnen des jungen Maormers - sollte er selbst doch damals von seinen eigenen Leuten erbarmungslos geopfert werden. Dass er seinem eigenen Volk nach wie vor noch Loyalität oder Milde gegenüber empfand erstaunte den Dunmer. 


Es kam immer besser! In einem tief unter der Erde gelegenen Gewölbe offenbarte sich ihnen nun auch mit wem sie es da eigentlich zu tun hatten!
In einem Raum, der teilweise noch mit Wasser gefüllt war wachten Schlangenbeschwörer über ihre gefährlichen Riesenschlangen - es war beeindruckend zu beobachten, wie die gewaltigen Tiere sich von den unheimlichen Schamanen nach ihrem Willen lenken ließen.
Für Qu'nshor T'pae jedoch stand fest - über Seeschlangen vermochten nur die Mystiker seines Volkes zu gebieten! Und jene entstammten von Len'hal'rha! Also musste das Schiff in der Bucht von Len'hal'rha aus entsandt worden sein, oder aber die Mystiker von dort hatten diese Krieger entsandt um in Tach'ma nyangard nach dem Rechten zu sehen - womöglich war der Untergang des Wachpostens und die Befreiung des Schattenmanns ja dort auch nicht unbemerkt geblieben?! Rasch war der Plan gefasst, dass sie es bewerkstelligen müssten den Kommandanten dieses Unternehmens sprechen zu müssen - ohne, dass man gleich eine Schlacht heraufbeschwor.
T'pae gab an, dass es ihm möglich sein würde mit diesem zu sprechen insofern sich "Wasser in der Nähe befände" - dass er über dieses mit ihm kommunizieren könne.
Sie schlichen weiter ... und sie fanden den Kommandanten der Maormer in der zentralen Halle, dort, wo einst der Kristall geruht hatte, der den Schattenmann gefangen gehalten hatte...


Leider - befand sich dort kein Wasser mehr. T'paes Plan ging also nicht auf. Und rings herum patroullierten immer wieder Wachen - während sich der Kommandant - ein beachtlicher Krieger - sich ganz dem Kristall zu widmen schien. Auch dieser war wieder hergestellt, leuchtete aus sich heraus in seinem milden, honigfarbenen Licht, wenn auch dieses durch eine Vielzahl kleiner Sprünge und Risse gebrochen wurde, welche den Kristall wie Adern durchzogen.
Es war Linaris, der vorschlug, dass man den Kommandanten unauffällig entführen solle um ihn in aller Ruhe befragen zu können. T'pae riet ihnen den Kommandanten von seinem Halsschmuck zu befreien - so er einen trüge - da er gehört habe, die Führungsriege der "großen Seeschlange" könne über derartige Artefakte miteinander kommunizieren.

Gesagt getan ... Wieder tauchten Crian, Finder und Sarinja in die Schatten ein um sich dem Krieger unauffällig zu nähern. In einem Augenblick als dessen Leibgarde einmal einen Gang weiter patroullierte überwältigten die drei ihn und fesselten den bewusstlosen Kommandanten sodann. Auch wurde ihm sein Halsschmuck - ein schwerer Halsreif in Schlangengestalt, abgenommen, welcher T'pae eingeschlagen in ein Tuch überantwortet wurde. Sie schulterten sich ihren Gefangenen und machten sich leise aus dem Staub.


Der Rückweg gestaltete sich noch schwerer als der Weg hinein, da sie nun ihre schwere Last unauffällig und vor allem leise ... nach draußen bringen mussten - aber es gelang. Auch Die neuerliche Unterbrechung des magischen Siegels am Eingang konnte unter Zurückgreifen auf die Energie aus Darashis Geist bewerkstelligst werden. Draußen waren alle reichlich erschöpft, vor allem Linaris und Darashi - doch sie konnten keine Rast einlegen. Nicht in der Nähe des Strandes, wo sie von der Bucht aus gesehen werden konnten! Also schleppten sie sich im Dauerlauf ins Hinterland, wo sie in der Nähe eines Wasserfalls nahe der "Insel der Einkehr" ihren Gefangenen absetzen und mit der Befragung die Rückerlangung seines Bewusstseins abwarten mussten. 
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#23
Nachdem man Ferelithe bei Nymeria und der Magiergilde in Anfurt in guten Händen wusste, brachen die Gefährten auf, um der Spur nachzugehen, die sie ganz unverhofft in einer Taverne gefunden hatten : eine reisende Argonierin - oder ein reisender Argonier, Mezu wusste es bei diesen seltsamen Echsenmenschen nie so genau - sagte, sie habe auf der Hinreise nach Anfurt in einer Höhle übernachtet und dort den Namen "Faenir" mitten in der Nacht in den Gängen rufen gehört. Sie sei dem für sie unheimlichen Ereignis aber nicht weiter nachgegangen.
Als die vier Gefährten den Weg durch den dichten Dschungel zurück gingen, um diese geheimnisvolle Höhle zu suchen, verloren sie fast einen ganzen Tag mit fruchtloser Sucherei. Erst gegen Abend des zweiten Tages konnten sie einen kurzen Weg erkennen, der durch ausgebrannte Fackeln in unregelmässigen Abständen markiert war. Wie die Argonierin gesagt hatte, führte der versteckte Pfad sie wenig später zu einer halbwegs trockenen Höhle, wie sie für Reisende ein guter Unterschlupf sein mochte.
Doch Talisiera und Beloriel fanden schnell heraus, dass sie an der dunkelsten Stelle einen kleinen Zugang zu weiteren Gängen hatte, die mit mehreren Fallen gegen ein zufälliges Betreten gesichert waren. Fußangeln, Spieße, die plötzlich aus dem Boden schossen, Wachfeuer und mehrere - allerdings nicht sehr aufmerksame - Seeleute. Mezu, Tali, Beloriel und Dar'fach konnten all dem mit nur wenigen Schwierigkeiten ausweichen. Schnell fanden sie heraus, dass der gesicherte Teil der Höhle der Zugang zu einer großen Kaverne war, in der sich eine Schiffsmannschaft Schmuggler niedergelassen hatte - unter dem Kommando von Käptain Linwen. Eben jener Käptain Linwen, wegen der Faenir von Zuhause fort gelaufen war.
Und tatsächlich, als die vier sich durch das seichte Wasser auf eine kleine Insel geschlichen hatten, saß dort am Feuer Faenir, wie sie ihnen beschrieben worden war, zusammen mit ihrer seefahrenden Freundin.
Die vier konnten angesichts der sie umgebenden Wachen nicht auf eine heimliche Erledigung ihrer Angelegenheiten hoffen - also zogen sie ihre Waffen und nahmen den Käptain und Faenir als Geiseln. Es entstand eine angespannte Situation, denn als sie bemerkt wurden, richteten die Seeleute mehrere Bögen auf sie.
Dennoch gelang es Talisiera, Dar`fach und Beloriel geschickt, die kampflustige Linwen zu beruhigen und die zweifelnde Faenir zu überzeugen, dass ihre Mutter ihr nicht etwa ein Mordkommando hinterhergesandt hatte, sondern die vermisste Haarspange tatsächlich dringend benötigte. Vor allem Talisiera argumentierte sehr einfühlsam, fand Mezu - die überhaupt nichts gesagt hatte. Sie hätte die Altmer-kapitänin am liebsten gleich abgestochen und wäre mit ihrer Beute verschwunden. Aber so - nie hätte sie vermutet, dass Talisiera die verfahrene Situation noch retten konnte.
Doch es war möglich, und als die Sonne gerade strahlend über den dampfigen Baumwipfeln aufging, traten die vier Gefährten aus der Höhle - in der Hand die gesuchte Haarspange und ein paar hastig hingeworfene Zeilen von Faenir an ihre Mutter - womöglich der erste zarte Bote eines neuen Anfangs zwischen der lang vermissten Tochter und der fernen Mutter.

Nun war es nur noch eine Frage von Tagen, bis die Ehrenschuld der Faer Eryn beglichen war. Und danach - Bewan. Mezu zuckte mit den Ohren. Der Ort hatte wahrlich keinen guten Klang.
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