Lästige Schmeißfliegen
#1
Das Gemäuer war sehr Alt und schien verlassen, doch dem war nicht so. Ein klackendes Geräusch hallte durch die Dunkelheit als der Argonier Feuerstein und Stahl aufeinander schlug. Einige Versuche später erhellte der Schein einer Fackel die Halle, sowie die glänzende schuppige Haut des Geschöpfes das sie in Händen hielt. Die schmale Zunge des Argoniers zuckte aus seinem Maul hervor. Er schritt in die Mitte der Halle auf eine Treppe hinzu, die nach untern führte. Während die Echse die Treppe hinunter schritt, versank die Halle wieder in Dunkelheit und bald war auch das Geräusch der Nackten Füsse auf den Stufen nicht mehr zu hören. 
Der Argonier schob unter lautem ächzen die Bronze Beschlagenen Türflügel auf und betrat eine weitere Halle unter den weit verzweigten Katakomben. Er schritt die Halle ab, bis er vor dem steinernen Thron am anderen Ende stehen blieb. Der Argonier kniete im Staub und senkte den Kopf, abwartend.....

"Kurios...., äußerst Kurios" hörte man die Stimme der Gestallt auf dem Thron sagen. Es war ein Mensch. Eine kunstvoll mit Bronze beschlagene Lederrüstung hüllte seinen schlanken Körper ein. Sein Gesicht war im Schatten der Kapuze seines Umhangs verborgen.

"....von allen Kreaturen Tamriels entsende ich Spitzel aus einem Volk welches über keine sichtbaren Ohren verfügt. Amüsiert dich das nicht auch, Sieht Durch Nebel ?" Der Mann beugte sich etwas vor, dem Argonier entgegen.

Der Echsenmann hob den Kopf, senkte jedoch noch immer den Blick. " Ssssieht Durch Nebel behält diese im Auge für Euch, Meister.....Diese die unssss Schaden wollen." Der Argonier nickte zu seinen Worten unterstützend.

Der Mann machte eine geringschätzige Geste. "Lästige Schmeißfliegen....unwertes Gesindel. Welch eine Anmaßung sich mit ihrem nutzlosen Gepänkel einmischen zu wollen....in einen Streit zwischen Aedra und Deadra....der seit Anbeginn der Zeit vorherrscht. Sollte ich sie für Wert erachten würde ich sie zertreten !" 
Die blau geschuppte Echse fuhr zusammen. Der Argonier bemerkte augenblicklich, wenn sein Meister in Zorn verfiel.

Die Echse hob beschwichtigend die geschuppten Hände und kauerte noch etwas unterwürfiger vor seinem Meister. " Sieht Durch Nebel isssst sehr geschickt mit der Klinge, Meister....wenn der Meister es erlaubt, tötet er einen oder Zwei der Schmeißfliegen. Würde Euch das erfreuen ? "
Der Argonier nickte kriecherisch und gab einige glucksende Laute von sich. Seine Zunge fuhr mehrmals aufgeregt und schnell aus dem Maul und wieder hinein.
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#2
Der hagere Argonier stand vor dem Steinernen Altar, andächtig hatte er das Haupt gesenkt und seine knochigen Hände vor der Brust gefalltet. Der Schein der Kerzen erhellte das Gewölbe nur Schwach, der Raum war gute Dreißig Fuß hoch und das Licht verlor sich in seiner schieren Höhe. Kunstvoll gemauerte Säulen stützten das Gewölbe schon viele Hundert Jahre, Zeichen waren in sie eingearbeitet.......Zeichen die kaum jemand mehr zu deuten vermochte.
Das Gemurmel des Argoniers wurde lauter. "Mephala, wachsame Spinne....Trug und Täuschung....Lüge und Lisssst....Dein niederster Diener bringt dir ein Opfer."
Die Echse legte ein ledernes Tuch auf den Altar und faltete es auseinander, Blut ergoß sich über den Stein und lief in einem feinen Rinnsal an ihm herunter. "Herzen der Mer, von ihren Kindern die so Rein und ohne Schuld ssssind, fern jeder Verderbtnissss......Ssssieht durch Nebel bietet sie Dir dar."


Der Argonier hatte zwei Altmer Kinder in der letzten Nacht am Waldrand in der nähe der Klippen aufgespürt. Vorerst hatte er sie nur beobachtet, sie hatten sich des Nachts aus ihren Elternhäusern geschlichen um sich gegenseitig ihren Mut zu beweisen. Sieht durch Nebel hatte zuerst den Jungen getötet, mit einem Schnitt durch seine Kehle. Der Junge musste sehr aufgeregt gewesen sein, denn sein Blut spritzte ungewöhnlich weit. Mit dem Mädchen hatte er sich Zeit gelassen, der Argonier weidete sich an der Todesangst in diesen großen weit aufgerissenen Augen, die bei den Mer ohnehin Eindrucksvoll waren. Ihre Leiber hatte er in den Wald geschleppt und sich nur ihre Herzen genommen, welche als Opfergabe am brauchbarsten waren.

Er stand nun da und besah sich die Herzen auf dem kalten Stein. Nervös züngelte der Argonier, wie es seine Art ihm gebot. Er zögerte eine Weile lang. Sieht durch Nebel wagte selten eine Bitte an Mephala vorzutragen, er war der Ansicht eine solche Dreistigkeit könne die Daedra erzürnen.
"Sieht durch Nebel wird bald wieder töten, zu Ehren Dir und der siebenundzwanzig Fäden. Dein Diener bittet Dich seine Hand zu führen und ihn zu segnen.....oh, Flüsternde !"
Er ging auf die Knie und stimmte einen feierlichen Sprechgesang an. Sein kantiger geschuppter Schädel nickte im Einklang zu seiner Litanei auf und ab......


[Bild: btcwxywy.png]
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