Die Weisheit der Maormer...
#1
Und so hatten unsere Helden nach langer Suche endlich den geheimen Hort der Meereselfen gefunden.
In mühseliger Kleinarbeit übersetzten diejenigen Faer Eryn, die die Runen der Maormer lesen konnten, die auf Fischhäuten hinterlassenen Weisheiten.
Viele der nötigen Ritualen der Wind- und Wellenmeister und die uralten Legenden, die das Meeresvolk rund um dieses
mächtige Wesen bewahrt hatte, kamen dabei zum Vorschein. 
Nirgends aber stand auf Stein gemeißelt oder in Fischhaut geschrieben, wie der Schattenmann wieder eingefangen werden konnte. Nirgends ein
Funken Hoffnung für Auridon...

Doch unter den Kuriositäten und Besitztümern, die die Maormer in Len'hal'ra angehäuft hatten, fanden sich auch einige wenige Schriftrollen und Pergamente, die offenbar in deutlich neuerer Zeit verfasst worden waren als die uralten Sagen und Sprüche der Meereselfen - und auch nicht von ihnen. Wissen, dass sie von Fremden erobert hatten und für so wertvoll hielten, dass sie es ihirer Sammlung hinzfügten?

Eines dieser Papiere trug das Siegel der Faer Eryn, so hell und deutlich, als sei es nie geheim gewesen. Es war identisch mit dem auf der kleinen Metallplakette, die Linaris bei dem Toten gefunden hatte. Es musste, so schlossen die Gefährten schnell, irgendwie mit den Faer Eryn zusammen hängen - aber wie?

Allein dieser Hinweis war schon ein unaussprechlicher Schatz - doch was war der Inhalt dieser Papiere? Würde sich hier irgendein Hinweis darauf finden lassen,
wie das dunkle Übel des Schattenmanns aus der Welt geschafft werden konnte?

Vermutlich war es an der Zeit, all diese Schriftrollen noch genauer zu studieren....

[Bild: texte.png]

(( Wenn ihr zu diesen Texten oder den anderen Ereignissen eine Vermutung habt, freue ich mich sehr über euren IC-Post hier! ))
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#2
Den Mitgliedern der Faer Eryn rauchten die Köpfe. So viele Spuren galt es zu verfolgen, so viele Möglichkeiten und Ideen...
Nach langer Analyse der Schriftrollen und der Toten, die sie gefunden hatten, zeichnete sich eine erste Theorie ab, die erklärte, wie beides in den geheimen Wissenshort der Maormer gekommen war. Doch was nützte ihnen das für die Gegenwart, für ihren Kampf gegen den Schattenmann?

Zusammen rafften sie sich noch einmal auf und fassten alles zusammen, was sie herausgefunden hatten:
Die Skelette stammten aus dem 1. Zeitalter und datieren etwa aus dem Jahr 250 herum. Das war unglaublich alt - etwa 3250 Jahre!
Dennoch schien die Legende um den Schattenmann noch älter zu sein, sie stammte wohl aus dem frühen merethischen
Zeitalter.
Die Knochen dieser Körper waren wohl deshalb so gut erhalten, weil sie regelmäßig mit einer Art Wachsversiegelung eingerieben wurden, erzählte Liahnnee. Dies hatte sie in mehreren Flaschen vor Ort gefunden.
Linaris vermutete darauf hin, dass die Maormer haben die Knochen erhalten hatten, weil sie das Wissen über die Natur des Schattenmanns, dass der Mann ihnen gebracht hat, wertschätzen und weil sein Tod wohl eher ein Unfall war. Man hatte ihn als Eindringling getötet und erst nachher anhand seines Tagesbuches herausgefunden, dass er nur nach Wissen über den Schattenmann suchte und eigentlich in friedlicher Absicht kam.
Sein Grab dort ist also ein Mahnmal geworden, den Wissensdurst zu respektieren.
Deswegen landeten seine Tagebuch-Seiten mit dem Wissen über den Schattenmann auch in der Truhe mit den anderen Artefakten der Maormer.

In jener uralten Zeit, aus der die Knochen stammen, herrschte die Sklavenkönigin Alessia über die menschlichen Rebellen, die sich gegen die Herrschaft der Ayleiden auflehnten. Alessia und ihre Leute eroberten als erstes Cyrodiil und formten dort einen neuen, unabhängigen und sogar einigermaßen stabilen Staat.
Die Faer Eryn waren zu dieser Zeit ein Bund von Wissenden und Bibliothekaren, die untereinander Wissen austauschten und waren erst vor
ein- oder zweihundert Jahren von dem Haus te Temara, genauer gesagt von Hiemerel te Temara, gegründet worden, erklärte Eca.
Er war zu dieser Zeit noch kein wirklicher Geheimbund, daher hatte der Mann auch die Plakette dabei und markierte seine Tagebucheinträge entsprechend.

Anhand der Datierung, der Schrift und eben jenen Plaketten konnte Eca zurück verfolgen, dass es sich vermutlich um einen Mann namens "Tamario Decarius" gehandelt hatte, einer der berühmten Menschengelehrten jener Zeit, die die Rebellion unterstützten und zu den Ratgebern Alessias gehörte. Er arbeitete öfter für seine Expeditionen mit Helfern zusammen und sein Status in den Chroniken der Faer Eryn ist noch immer "unbekannt verschollen"... seit 3000 Jahren.
Und nun hatten die heutigen Faer Eryn wohl seinen letzten Aufenthaltsort gefunden.

Doch all dies hatte für die Gegenwart keinerlei Bedeutung, oder etwa doch?
Da meldeten sich Talisiera und Finder zu Wort. Beide hatten durch ihre Kontakte auf dem Schwarzmarkt genauso wie in höchsten politischen Kreisen von einem seltsamen Angebot gehört: Jemand namens Alanya Tharn verkaufte eine ganze Truhe voll uralter Schriftrollen, die die Initialen "T.D." trugen. Konnten sie ebenfalls zu Tamario Decarius gehören? Enthielten sie womöglich weitergehende Informationen?
Oder schien es nur zufällig so gut zu passen? Vielleicht passte es sogar zu gut, und die geheimnisvollen Schriftrollen waren eine Falle für die Faer Eryn?

Mezu zumindest rauchte der Kopf von all den "Vielleicht" und "Womöglich" und "Schätzungsweise". Sie erklärte den anderen schließlich, dass sie für ein paar Wochen nach Elsweyr verreisen müsse, da man vielleicht ihren Vater gefunden habe. Die Schriftgelehrten und Weisen unter den Faer Eryn sollten sich dieses Schriftrollenproblems annehmen - diese ganze Sache war eindeutig nichts für Mezu. Dieses Rätsel war zu alt, um es noch zu lösen, glaubte sie....
aber vielleicht irrte sie sich.
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#3
I_Scroll 
Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen verließ Talisiera das Kontor.   
Wieder einmal war sie sich einer Sache sicher: Sie würde es nie bereuen damals Catayn Denderyn zu Hilfe gekommen zu sein. Sie wusste immer noch nicht, warum sie damals so entschieden hatte, oder genauer gesagt, sie konnte sich immer noch nicht eingestehen ihrem „Gefühl“ vertraut zu haben, aber es war rückblickend eine geniale Entscheidung gewesen. Ihr war der Auftrag angeboten worden währende des Überfalls auf eine Handelskarawane den Leiter des Handelskontors zu töten, gerade als sie es mit Mühe geschafft hatte ihre damaligen Verfolger abzuhängen. Sie lehnte ab und warnte stattdessen den Handelsherrn, der sie aus Dank erst in seine Dienste und später in seine Geschäfte aufnahm.      
Aber dies alles lag lange zurück und sie brannte darauf zu erfahren ob es Catayn geglückt war mehr herauszubekommen. Durch seine Handelbeziehungen und seine Warenzüge, welche die Lande gewinnbringend durchstreifen, war er immer gut informiert. Außerdem gab es da noch, wie sie mittlerweile wusste, die anderen Quellen.          
Wie immer würde sich in einer der Weinflaschen ein kleines Glasröhrchen mit der zusammengefalteten Nachricht befinden. Jetzt galt es aber vorsichtig zu sein; aufmerksam schritt sie die Gassen entlang, immer darauf bedacht etwaige Verfolger zu erspähen.

***
Zufrieden ließ sie sich in den bequemen Sessel sinken und nahm einen Schluck Wein. Niemand war ihr gefolgt und der Wein war diesmal sogar recht gut. Ihr Blick streifte die winzige Nachricht auf dem Papier deren Inhalt sicher einige Veränderungen mit sich bringen würde.
Zitat:Die Verkäuferin ist eine Alanya Tharn, direkt verwandt mit „den“ Tharns. Sie lebte bisher im Kloster irgendwo in Osten Cyrodiils und will sich nun in Sicherheit bringen, um der Erbfolge und / oder Gegnern der Familie zu entgehen. Das junge Ding hat wohl noch keine 17 Sommer gesehen und  ist total unerfahren und naiv. Sie hat jetzt, wo das Kloster in den Wirren des Krieges zerstört wurde und sie um ihre Sicherheit fürchtet vor Cyrodiil gen Kargstein zu verlassen.  Dort möchte sie Gerüchten zu Folge ihr ungestörtes Gelehrtentum in einem anderen Kloster wieder aufnehmen.
Um ihre Reise und insbesondere ihren Schutz während dieser bezahlen zu können, trennt sie sich von besagter Truhe samt Inhalt, namentlich den alten Dokumenten mit den Initialen T.D.
Ungeschickter Weise hat sie die Dokumente offiziellen Personen aus
allen Allianzen angeboten. Überlegt euch selbst welche Aussichten dadurch für ihre Reise durch Cyrodiil bestehen.

Vorsichtig stellte sie den Weinkelch zur Seite und nahm erst den Wetzstein, dann das Öl und abschließend eines ihrer Messer hervor und begann es zu schärfen…. Sie wollte vorbereitet sein.
"Das Schiff ist sicherer wenn es im Hafen liegt ... 
...doch dafür werden Schiffe nicht gebaut."
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#4
Die Faer Eryn hatten keine Schwierigkeiten, die junge Klosterschülerin im wilden Grenzgebiet Cyrodiils auszumachen. Die junge Tharn allerdings war auf Kampfhandlungen genauso wenig vorbereitet wie auf einen heimlichen, schnellen Ritt durch unwegsames Gelände, und naiv genug, um zu glauben, dass sie von allen kämpfenden Parteien in Ruhe gelassen werden würde, wenn sie nur sagte, dass sie in diesem Konflikt neutral sei.
Schnell wurde sie eines Besseren - oder eher Schlechteren - belehrt.
Zunächst versuchte sie ein Blutunhold zu entführen - was auch beinahe geklappt hätte, da Veyar als einzige Wache mit der kleinen Alanya zurückgeblieben war, während die anderen den Weg auskundschafteten. In letzter Sekunde fanden die Gefährten das verängstigte Mädchen - nur um danach auch noch ihr durchgegangenes Pferd Purzel suchen zu müssen, dass - wie Alanya freimütig zugab - auch die versprochenen Schriftrollen bei ihrer Ausrüstung trug.

Kaum hatten sie am Fluss das Pferd und seine wertvolle Fracht wieder gefunden, stürzte sich ein ganzer Schwarm Fledermäuse auf die Reisenden, krallte, kreischte und zog an den Haaren. Eine seltsame Kopfgeldjägerin, blass und offensichtlich die Herrin jener unheimlichen Nachtjäger, hatte sie auf sie gehetzt, denn auf Alanya war zwischenzeitlich ein Kopfgeld ausgesetzt worden. Nur mit Mühe und durch Linaris' Bemerkungen, dass er sich das Kopfgeld dann lieber selbst holen wollte, konnten sie die unheimliche Melinva davon überzeugen, ihre Schutzbefohlene in Ruhe zu lassen.

Und die ganze Zeit, beinahe auf die Minute genau alle 3 Stunden, erschienen Daedra aus dem Nichts und versuchten, Alanya und die Schriftrollen von einander zu trennen. Entweder griffen sie Alanya an oder ihre Begleiter. Oft genug versuchten sie auch nur, das inzwischen völlig veränstigte Pferd zum scheuen zu bringen. Nicht nur Purzel war auf dieser Reise ständig am Rande blinder Panik gefangen - nein, auch Alanya hatte dergleichen noch nie erlebt und wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Gegen das kreischende und weinende junge Mädchen wirkten die Faer Eryn selbst wie harte, abgebrühte Kämpfernaturen.

Schlußendlich mussten unsere Helden auch noch mitten durch die hart umkämpfte Frontlinie in der Nähe das Kastells Brindell brechen, um den verabredeten Treffpunkt im Grenzörtchen Dreckhack zu erreichen. Alles ging gut, und selbst der dort plötzlich erscheinende Blitzatronarch konnte die Faer Eryn nicht aufhalten.
Dreckhack selbst war kein sonderlich großes Dorf, aber immerhin würde Alanya hier in einer Taverne unterkommen und sich von den Strapazen der Reise erholen können, ehe sie weiter nach Kargstein vorstieß. Eine Angehörige des Sterngucker-Ordens erwartete sie dort, um sie weiter zu begleiten.
Alanya selbst war überglücklich, diesen gefährlichen Abschnitt ihrer Reise hinter sich gebracht zu haben, und bedankte sich mit erhebenden Worten bei den Faer Eryn. Natürlich bekamen sie die alten Schriftrollen ausgehändigt und hatten so eine reele Chance, die Gedanken und Theorien von Tamario Decarius verstehen zu können, dem weisen Berater der heiligen Alessia.
Hoffentlich würde dies endlich zum Erfolg führen!

Doch zunächst hatte man ein ganz anderes Problem. Auch, als Alanya fort war, erschien alle drei Stunden in der Nähe der Truhe ein Wichtel, ein Clanbann oder eine Silberschwinge, die allesamt scheinbar nur ein Ziel hatten: Die Truhe mit den Schriftrollen an sich zu bringen und zu öffnen. Wer immer in ihrer Nähe war - zunächst traf es Veyar - wurde von ihnen gnadenlos angegriffen.
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#5
Gerade noch rechtzeitig spürte Veyar die bedrohliche Präsenz in seinem Rücken. Zunächst einmal wich er dem geschleuderten Blitz der kleinen gedrungenen Gestalt aus, kam wieder auf die Füße und hatte intuitiv einen Pfeil auf der Sehne liegen. Glück für ihn, dass er seinen Bogen noch nicht abgelegt hatte... Bösartige, eng beieinanderstehende Augen fixierten ihn aus einem runzeligen, hämisch kichernden Fratzengesicht. Der Skamp hob beide sehnigen Arme an um sich auf irgendeinen weiteren - gewiss wenig erbaulichen - Zauber zu konzentrieren. Doch soweit ließ ihn Veyar nicht kommen. Binnen eines Herzschlages spannte er die Sehne, zielte und ließ den Pfeil fliegen. Von der Wucht des Treffers wurde die kleine daedrische Kreatur einige Schritt weit von Veyar fortgeschleudert. Seine Intuition ließ den jungen Mer nach einem zweiten Pfeil greifen. Das Gefühl täuschte ihn nicht - das kleine Biest war zäh. Es rappelte sich wieder auf seine klauenbewehrten Füße auf, und ließ ein breites Feuerband auf ihn zurasen. Erneut gelang es Veyar dem Angriff zu entgehen indem er tänzerisch zur Seite hin auswich. Für den zweiten Schuss ließ er sich mehr Zeit, suchte sich sicheren Stand, zielte genau auf die Kehle des niederen Dämons ... und schoss.
Mit einem kreischenden Gurgeln ging der Skamp in die Knie und hauchte seine daedrische Existenz aus. Wenig darauf verflog auch seine physische Existenz. Nun, allzu lange würde dieser kleine Teufel wohl nicht benötigen um ... hoffentlich irgendwo im Reich des Vergessens, und nicht hier ... wiederzuerstehen. 

"Na, geil!" fand sich ein zynischer Fluch auf seine Lippen als er sich der Truhe zuwandte. Die Schriftrollen würden sie wohl erst gemeinsam enträtseln können. Allerdings konnte er sich zusammen reimen, dass jenes spontane Auftauchen daedrischer Geschöpfe wohl an die Truhe gebunden war. 
'Aber die Rechnung habt ihr ohne meine Herrin gemacht!' dachte er mit einem grimmig-entschlossenen Schmunzeln. Noch hatten seine Freunde den Wandel der sich mit ihm vollzog kaum zur Kenntnis genommen.
Nun ... Linaris gegenüber hatte er Andeutungen verlauten lassen und auch Darashi und Mezu ahnten wohl auch bereits etwas. Aber die beiden Khajit waren nicht hier. 

Er zog aus seinem Gepäck eine Kreide heraus und zeichnete mit flüssigen Bewegungen ein Schutzzeichen auf Deckel und Boden der Truhe, siegelte das Zauberzeichen mit dem Symbol seiner Göttin.
Immer noch war er reichlich unsicher was es anging das magische Zeichen so gänzlich ohne die Magie zu erwecken die ihm früher vertraut gewesen war. Er kniete sich zu Boden und betete, suchte die Nähe seiner Göttin, bat sie diese vor dem Blick der daedrischen Kreaturen zu verbergen ... und sei es auch nur für die Dauer der Nacht, wenn Maras Sterne am Himmel funkelten und er sich ihr nahe fühlte.

Auf den Boden wo er sein Lager errichtet hatte begann er mit der Spitze seines Kampfstabes ein Mandala zu zeichnen, welches als zentrales Element ebenfalls den Maraknoten enthielt. Wenigstens ein paar Stunden musste er ruhen, das wusste er. Der Marsch war anstrengend gewesen, und  noch immer schmerzte ihn sein Schädel, dort, wo der Unhold ihm wenig zurückhaltend eins übergebraten hatte.

Ein silbernes Glitzern erfüllte das Mandala, verwob es mit Maras Segen zu einem patenten Schutzkreis, der sowohl Veyar als auch die Truhe, die er zusätzlich zu dem gewirkten Zauberzeichen in dem Schutzkreis abstellte, wohl für die Dauer der Nacht zu schützen vermögen würde.
Er legte sich zur Ruhe. Noch eine ganze Weile verfolgten ihn die Erlebnisse des heutigen Tages in Gedanken. Er betete zu seiner Herrin, dass sie die junge Alayna sicher in ihrem neuen Kloster ankommen lassen möge. Das junge verängstigte Mädchen hatte sein Herz zu rühren vermocht. Sein Blick verlor sich in der Ferne. 

Er dachte an seinen Liebsten und ein stilles Lächeln stahl sich auf sein Gesicht. Er schloss die Augen, fühlte das Seelenband zwischen ihnen beiden nun ganz bewusst. Es vermittelte ihm Ruhe und Sicherheit, ließ zudem einen ganzen Schwarm Fackelkäfer in seinem Bauch auffliegen. 
'Mach dir keine Sorgen mir geht's gut ...' flüsterten seine Gedanken durch die Stille seiner Gedanken, und Veyar wusste, dass Aravir diese zu spüren vermochte.
'War nur nen langer Tag ...' schmunzelte er. Er drehte sich auf die Seite und rollte sich zusammen. Seine Hand ruhte unter seinem Kopf, er spürte die angenehme Wärme des Rings an seinem Finger nun so deutlich als verströme dieser eine ganz eigene Wärme.
Er vermisste ihn. 'Ich liebe dich ...' flüsterten seine Gedanken zärtlich ehe er in Gedanken an Aravirs Seite einschlief.
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#6
(Auf der anderen Seite des Seelenbandes...)


Aravir hielt  unvermittelt inne. Ein Gefühl der Bedrohung beschlich ihn. Das Schreiben vor ihm verlor schlagartig an Bedeutung, die Worte entglitten ihm. Veyar… Der Paladin erhob sich. Ohne bewusstes Zutun glitt die Nereidenklinge in seine Hand, als er sich dem Fenster zuwandte. Das Schwert, das dereinst blau schimmerte wie das Wasser bei Aeternon-zwischen-den-Wellen, verströmte nun ein warmes, goldenes Licht. Aravir kniete vor dem Fenster nieder, legte die Klinge vor sich auf den Boden. Er schloss die Augen … und sah den Skamp mit einem gurgelnden Laut zu Boden gehen. Er lauschte in sich hinein. Kein Schmerz, stellte er erleichtert fest.
Ein sanftes Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als Veyar seine Liturgie wirkte. Es erfüllte ihn mit Stolz, dass sein junger Gefährte allmählich Vertrauen fasste. Er sprach eine kurze, lautlose Lobpreisung an die schöne Herrin, die Gemahlin seines Fürsten.
„Mach dir keine Sorgen, mir geht`s gut. War nur ein langer Tag.“ flüsterte die Stimme seines Herzens. Aravir fokussierte sich auf das Band, gewoben durch aufrichtige Liebe und vollumfängliches Vertrauen, gesegnet durch die Gnade Auriels und  Maras.
„Ruhe dich aus, Geliebter.“ noch wie er die Worte sprach, löste er sich von seinem Körper,  ließ diesen hinter sich. Ein flüchtiger Gedanke trug ihn nach Cyrodiil. Es war ein Leichtes, Veyar zu finden. `Immer und überall würde ich dich finden, mein Herz.` Aravir betrachtete seinen Gemahl, zusammengerollt in dem Mandala, so schön, so unschuldig, so schützenswert. Er beugte sich über ihn, hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen, den sein Körper nicht wahrnehmen konnte, wohl aber seine Seele. In Gedanken legte er sich zu ihm, einen Arm schützend um ihn geschmiegt, den Kopf aufgestützt, ihn betrachtend.
„Ich misse dich ebenso, Stern meiner Dunkelheit.“, flüsterte er.

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OOC: kommt im Original von Fabi (Aravir); sie hat nur ihren Zugang vergessen Wink
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#7
Veyar konnte in dem Schutzkreis ruhig nächtigen, ohne dass Daedra ihn belästigten.
Doch sobald er am Morgen aufstand und den Kreis verlies, kündigte ein hässliches Reißen der Luft das Erscheinen des nächsten Daedra an - und *krach* - da stand er auch schon. Diesesmal - als habe der Unbekannte, der all diese Daedra schickte, seine Kräfte aufgespart während Veyar schlief - war es ein turmhoher Felsenatronarch. Knirschend, wütend sah er sich um, doch konnte er die durch Zirkel und Rune doppelt geschützte Truhe wohl nicht sehen. Stattdessen richtete er seine wütende Aufmerksamkeit und das, was bei ihm am ehesten an ein Gesicht erinnerte, auf Veyar.
Als habe die Berührung der Truhe - oder vielleicht die Berührung der jungen Alanya Tharn? - auf Veyar eine Spur hinterlassen, der die Daedra zu folgen vermochten.

Steinerne Finger krallten sich in Veyars Kleidung. "WO IST SIE! GIB SIE MIR!" knirschte der Atronarch langsam, in dem er die Steine seines Gesichtes auf einander mahlen ließ.
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#8
Veyar realisierte zwei Dinge ehe er ganz wach war: zum einen vermochte der Atronarch ... wie um Maras Willen der überhaupt hierher gelangt war ... offenkundig sowohl den Schutzkreis als auch die darin gesicherte Truhe nicht wahrzunehmen - was gut war ... und zum anderen ... befand er sich mal wieder in ernstzunehmenden Schwierigkeiten - was als weniger gut zu beurteilen blieb. 

Die widernatürliche Kraft mit der die klobigen steinernen Pranken ihn am Kragen seines Hemds festhielten schnürte ihm fast die Luft ab. Die Kreatur hatte ihn an seiner Kleidung vom Boden emporgehoben und hielt ihn sich vor das aus in der Luft kullernden, faustgroßen Kieseln bestehende Gesicht, welchen aussah wie ein blasenwerfender, vergorener Brotteig und welches sich in stetiger Bewegung befand. Eine Mimik vermochte Veyar kaum zu erkennen - dementsprechend auch keine Rückschlüsse auf seinen Gemütszustand schließen - falls beschworene Steine überhaupt so etwas wie ein "Gemüt" besaßen. Einzig positiv war wohl ... dass ihn diese Kreatur nicht sogleich zu Brei geschlagen hatte. Aber ... was nicht war konnte ja noch werden!

Instinktiv beschwor er jenen Schutzschild aus funkelndem Sternenlicht um seine Gestalt, der ihn zumindest vor dem Gröbsten zu bewahren vermochte. Dann versuchte er sich zu befreien, indem er sich mit den Füßen von der Kreatur abzustoßen trachtete. Ob sein Hemd dabei zerriss oder nicht nahm er in Kauf ... Hauptsache weg von diesem Dämon und etwas Distanz gewinnen! Vielleicht gelang es ihm dann sogar in die Reichweite seines Bogens zu gelangen. Ob die anderen das Geräusch vernommen hatten, als der Atronarch sich manifestierte?
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#9
Aravirs Tag hatte - wie stets - früh begonnen. Es war ungewohnt gewesen, alleine zu erwachen. Er hatte den Gedanken beiseite geschoben... selbst, wenn sein junger Gefährte hier gewesen wäre, er hätte noch Stunden im Bett zugebracht. So gesehen war es erstaunlich, dass Veyars Seele nicht die Gestalt eines Faultieres angenommen hatte.

Aravir hatte an diesem Morgen auf seine übliche Ertüchtigung verzichtet; wohl wissend wie aufgeregt Phalae, seine Schülerin, ob der Reise nach Ostmarsch war. Und ob der Begleitung. Sie hatte gestrahlt, als er sie bat, an seiner Kontemplation teilzunehmen.

Seit unbestimmter Zeit kniete Aravir in der Gebetshalle vor der Statue des Lichtfürsten. Auriels Blick lag wohlwollend auf ihm, er spürte es deutlich, fand in diesem Wissen Ruhe und Kraft - bis ihm von einem Augenblick auf den anderen die Luft wegblieb.

Intinkstiv wusste Aravir, dass diese Gefahr nicht seinem Körper drohte. Es war das Echo von Veyars Empfindung. Deutlich spürte er die Überraschung und den Schrecken seines Seelengemahls. Aravir lauschte in sich hinein.

Ein Atronarch..

Aravir bannte seinen inneren Aufruhr, das Kalkül seiner Aubildung gewann die Oberhand. Binnen eines Herzschlages wog er die Gefahr und Veyars Möglichkeiten ab. `Ich bin bei dir.`

Exorzismus... Wirkungsvoll. Doch müsste Veyar ihn sprechen... Potentiell möglich. Nicht in dieser Situation.
Waffen... nur ein Bogen.

`Veyar! Vergiss den Bogen`, wies er ihn an. `Du weisst, was zu tun ist. Lass los.. Vertraue.`

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OCC: Juhu, ich hab mein Passwort geknackt Wink
Sometimes one single soul does not find its balance.
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#10
Es dauerte länger als bei einem Menschen, bis die mahlenden Geräusche, die Sprache sein sollten, verstummt waren. Dann riss der Atronarch Veyar in die Höhe und schüttelte ihn wie welkes Laub.
Vielleicht dachte das Steinwesen, dass die Antworten, die sein Herr und Meister begehrte, von dem jungen Elfen herabfallen würden wie Felsbrocken von einem Berg, wenn man nur heftig genug schüttelte.
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