Die Weisheit der Maormer...
#21
Nachdem Veyar durch die Bemühungen von Lynnrr und Haz wieder zumindest einigermaßen hergestellt werden konnte versuchte er sich auch an der Analyse des Truheninhaltes zu beteiligen, obgleich ein Kopf sich anfühlte wie ein Bienenstock. Immer noch fühlte er sich ziemlich wackelig auf den Beinen, auch wenn er versuchte seinem Liebsten in der fernen Heimat zu signalisieren, dass es ihm gut ginge. 
Hinter das Rätsel des sonderbaren gläsernen Artefaktes kamen sie dennoch nicht auf Anhieb. 
'Hat das Ding überhaupt was mit den Schriftrollen zu tun? Womöglich sind wir völlig auf dem Holzweg...' dachte er bei sich. Es war müßig darüber sich den Kopf zu zerbrechen - sie kamen überein, dass man hier - inmitten der Unruhen des Kriegsgebietes, wohl zu keiner Lösung des Problems fände.

Veyar schlug vor, dass man die Truhe samt Inhalt zum Turm seiner Eltern nach Auridon bringen könnte. Seine Mutter war eine Hohepriesterin Maras, sein Vater ein Kampfmagier und sein Gemahl hatte immerhin über 80 Jahre lang im Dienste Auriels gegen daedrische Umtriebe gefochten - vielleicht konnte ihnen zu Hause zumindest was das Problem mit den immer wieder auftauchenden Daedra anbelangte, Hilfe zuteil werden. Zudem hätten sich dann mehr Ruhe um sich der Konservierung der Schriftstücke, der Natur des gläsernen Artefaktes und dem Studium der Schriftstücke zu widmen. 
Linaris schlug vor ein Portal zu öffnen, um sie alle gemeinsam in die Heimat zu befördern ... zumal Haz sich durch die Heilung Veyars überanstrengt hatte und sich in einem komatösen Tiefschlaf befand und Lynnrrs Kraft ebenso erschöpft war ... schien das allen eine gute Idee zu sein.

Die Sache brachte nur unweigerlich ein Problem mit sich ...

"Ihr kennt den Haken an der Sache" sprach Linaris mit Bedacht zu Veyar. "Ich benötige von einem jeden ein paar Tropfen Blut um das Ritual vollziehen zu können".
'Blutmagie...' schoss es Veyar durch denn Kopf. Innerlich sträubte sich in ihm alles.
"Ihr wisst, dass ich dem nicht zustimmen kann" beharrte der junge Mer ernst. 
Eine hitzige Diskussion entspann sich zwischen Veyar und seinen Gefährten, die in der Anwendung von Blutmagie kein Problem sahen, zumal niemand dabei einen Schaden davon tragen würde. 
"Ich hab es jemandem versprochen" beendete Veyar das Thema für sich, beharrte unverrückbar auf seinem Standpunkt. Sie würden warten müssen bis Lynnrr sich erholt haben würde, der angedeutet hatte, er vermöchte Portalmagie auch ohne die Hilfe von Blut zu bewerkstelligen. Solange würden sie den Gefahren des Kriegsgebietes wohl noch trotzen müssen. Linaris nickte, wenn auch dem Magier anzusehen war, dass ihm dieses Zugeständnis schwer fiel. 

Liahnée wiederum schien nicht einzusehen, dass aufgrund des Dickschädels eines einzigen der Faer Eryn das Leben der gesamten Gemeinschaft gefährdet werden solle. Kurzerhand holte sie mit ihrem Kampfstab aus und schickte Veyar mit einem gezielten Stoß in den Nacken zurück in die Bewusstlosigkeit - in welcher er keine Schwierigkeiten mehr machen konnte.

Als Veyar ein weiteres Mal an diesem Tag zu sich kam ... befanden sie sich immer noch in Cyrodiil. Sie lagerten dort um Haz, Lynnrr und ihm Ruhe zu gönnen - Linaris hatte sich dagegen ausgesprochen Veyars Entschluss zu übergehen, und hatte sich geweigert dem Bewusstlosen Blut zu nehmen um seine Magie wirken zu können. Liahnée indes plagte ein schrecklich schlechtes Gewissen und sie bat Veyar inständig um Vergebung. Irgendwie konnte er ihr Handeln ja nachvollziehen, deswegen zürnte er ihr nicht - wenn auch er insgeheim Linaris sehr dankbar war, dass er die Situation nicht ausgenutzt hatte. Der Dunmer - so viele Geheimnisse er für Veyar nach wie vor bereithielt - war dadurch in seiner Achtung noch um ein erhebliches mehr gewachsen. Dennoch - es half nichts. Sie würden warten und sich ausruhen müssen. Veyar legte sich alsbald auch wieder zur Ruhe nieder, viele Gedanken im Kopf, doch war er schlussendlich viel zu erschöpft sie alle zu ordnen.
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#22
Nach ein wenig Erholung war Lynnrr schließlich in der Lage, die angeschlagene Reisegruppe nach Vulkhelwacht zurück zu teleportieren. Doch dort hörten die Schwierigkeiten - beziehungsweise, die Besuche der Daedra - nicht auf. Zudem erhielten die Gefährten auch noch von einer seltsamen jungen Dame, die sich Violet nannte, Besuch.
Sie gab an, auf Weisung der Vorsteherin der Magiergilde in Vulkhelwacht, einer gewissen Dame Entorion, zu handeln. Die Gefährten wussten, dass Madame Entorion vor einiger Zeit an der Schwarzfleckkrankheit gestorben war und waren äußerst erstaunt, als man ihnen erzählte, ihr Geist habe über die seltsamen Leute im Leuchtturm von Vulkhelwacht und ihre vermessene Einmischung in magische Forschungsgebiete rückhaltlos geschimpft.

Doch das ständige Auftauchen der Daedra hinderte die Faer Eryn daran, dieser seltsamen Spur nachzugehen. Nachdem man die benötigten Ressourcen gefunden hatte, um die uralten Schriftrollen zu konservieren - Liahnnee, Anuriél und Finder leisteten hier großartiges, konnten die Gefährten endlich das Wissen des alten Gelehrten Decarius einsehen.

In den Schriftrollen fand sich endlich eine konkrete Spur, ja mehr noch.
Decarius berichtete, dass der Schattenmann beim ersten Mal von einer magischen Laterne gefangen worden war, die aus drei gläsernen Bauteilen bestanden hatte. Das erste dieser Teile lag tatsächlich, gut in weiche Tücher eingeschlagen, direkt vor den Faer Eryn in der verfluchten, Daedra-anziehenden Truhe.
Decarius erwähnte, dass die drei Teile aus Meridia-Kristall zusammen ein wunderschönes, gleichbleibendes Licht aussandten, dass der Schattenmann nicht zu durchdringen vermochte.

Folglich fehlten den Gefährten noch zwei Teile - und eine Möglichkeit, den Schattenmann erneut in die Falle zu locken. Decarius sprach auch von den wunderschönen Kristallglasfenstern der Meridia geweihten Stadt Delodiil - dass sie dasselbe Glas enthalten wie der Bodensatz der Laterne. Doch niemandem sagte der Name dieser Stadt etwas.
Eine alte Spur tat sich vor den Faer Eryn auf. Eine sehr alte - konnte man ihr noch nachgehen?
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#23
Linaris brachte eine Nacht und einen halben Tag bei der Truhe und ihrem Geheimnis zu, um es zu enträtseln. Doch viel schlauer war er daraus auch nicht geworden.
Inzwischen waren die anderen überein gekommen, die Magiergilde in Himmelswacht zu besuchen, um dem seltsamen Vorkommnis mit der toten Magierin Zuinja Entorion auf die Spur zu kommen. Vielleicht konnte man in der Magiergilde auch mehr über Delodiil erfahren?
Doch als Linaris den mit mächtigen Runen geschützten Raum verließ, der die Truhe beherbergte, tauchte eine dunkle Verführerin auf. Sie war die erste Daedra, die mit den Faer Eryn zu sprechen versuchte.
Anuríel jedoch schoß sie mit drei vergifteten Pfeilen nieder und hinderte Linaris so daran, genaueres über die Beweggründe der Daedra und ihr seltsam regelmässiges Erscheinen herauszufinden.
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#24
Die Gruppe stand eine Weile unten am Turm…mit gezogenen Waffen waren sie bereit sich den Daedra zu stellen, die vermutlich erscheinen würden wenn Linaris den Schutzkreis und damit den Turm verlassen würde.
Anuríel war bereit mit ihrem Bogen die Gruppe zu schützen….es sollte niemandem etwas passieren….niemand sollte verletzt werden.
Also stand sie da…..mit gespanntem Bogen….

Veyar und Linaris verließen den Turm und dann erschien sie….die dunkle Verführerin.
Anuríel musterte sie eingehend….sie sah gut aus….verführerisch halt. Was Linaris natürlich ganz und gar nicht entgangen ist.
Insgeheim beneidete Anuríel sie um diese Rüstung….stelle sich vor wie diese Rüstung an ihr aussehen würde. Aber diesen Gedanken verwarf sie schnell wieder und konzentrierte sich auf diese Daedra…was würde sie tun? Würde sie alle angreifen? Nein, das tat sie nicht….sie suchte sich Linaris aus. Fing an ihn zu umgarnen….ihn mit ihren Worten und Gesten zu vergiften…..ihn zu beeinflussen damit er ihr verfiel….zumindest dachte Anuríel das…

Linaris wollte mit dieser Daedra gehen…sie musste ihn verhext haben….er würde ihr verfallen….was ihm sicher erstmal gefallen würde….aber dann….ja was dann?
Anuríel hatte Angst, dass dieses Biest ihn dann töten würde….
Er ließ sich immer mehr auf sie ein….war bereit zu gehen….Anuríel visierte die Daedra an und ließ sie nicht aus den Augen. Was war mit den anderen? Warum tat niemand etwas….außer Veyar schien niemand zu sehen was dort geschah!

Im Gegenteil sie wollten Linaris noch bestärken mit ihr zu gehen…warum? Sahen sie die Gefahr denn nicht? Anuríel konnte nicht fassen was da passierte!
Nach einer Weile reichte es ihr….sie hob den Bogen, spannte ihn und schoss der Daedra einen vergifteten Pfeil in den Arm. Er sollte sie schwächen…damit sie von Linaris abließ.
In dem Moment hat auch ein anderer diese Daedra angegriffen und sie von Linaris weg gestoßen….wer es war konnte Anuríel nicht sehen…
Für einen kleinen Augenblick war sie froh, dass noch jemand begriff dass es nicht richtig war, was dort passierte.

Jedoch hatte Anuríel das Gefühl, dass sie mit ihrem Schuss nur das Gegenteil erreichte…Linaris wurde immer mehr in den Bann der Daedra gezogen. Was war das? Hatte er Mitleid mit ihr? Gefiel sie ihm so sehr, dass ihm alles andere egal war? Anuríels Tat missfiel ihm…ja, er wurde sogar böse. Wollte der Daedra helfen…
Sie wusste nicht mehr was sie denken sollte…..es konnte nicht anders sein…diese Daedra hatte Linaris verhext….so stark beeinflusst, dass seine Wahrnehmung gestört war….dass er nicht mehr wusste was richtig und was falsch war….ja, so musste es sein!

Anuríel schoss einen zweiten Giftpfeil in das Bein der Daedra und brachte sie damit zu Fall. Linaris schien immer wütender zu werden….wütend auf sie….auf Anuríel!
Selbst Liáhnnee bestärkte Linaris bei seinem Vorhaben und wollte Anuríel davon abbringen, diese Daedra zu töten oder zu verletzen. Warum? Anuríel begriff nicht was geschah? Was war nur los mit den anderen? Hatten sie keine Angst um Linaris?
Als sie sah, dass Linaris dabei war etwas von seiner Lebenskraft an diese Daedra zu verschwenden, reichte es ihr! Sie musste das beenden! Sie musste ihn schützen….schützen vor seinem eigenen Leichtsinn….seine vernebelten Sinne klären! Also spannte sie ihren Bogen, zielte auf den Hals der Daedra und schoss….

Ein letztes Aufbäumen….dann war sie tot! Anuríel atmete erleichtert aus und ließ den Bogen sinken. Sie hatte Linaris beschützt, ihn gerettet vor dieser Kreatur….zumindest dachte sie das…..aber scheinbar war sie die einzige, die so dachte….

Linaris war böse auf sie…schimpfte und schaute sie wütend an. Alle anderen waren wie erstarrt und schienen nicht einverstanden mit dem was sie getan hatte. Auf einmal war diese Daedra wichtig gewesen….es hieß man wollte Informationen von ihr bekommen….Klärung warum die Daedra alle drei Stunden erschienen…Klärung was es damit auf sich hatte.

Fassungslos steckte Anuríel ihren Bogen weg…schaute die anderen an und sah nur ihre ernsten, vorwurfsvollen Gesichter. Was war nur los mit ihnen? Daedra waren doch böse Kreaturen….ob sie nun sprechen konnten oder nicht….sie waren böse….oder doch nicht? Anuríel wusste nicht mehr was sie denken sollte…
Sie fühlte sich schlecht…es tat ihr weh dass nun alle scheinbar enttäuscht von ihr waren…das Linaris wütend auf sie war….hatte sie einen Fehler gemacht? War es wirklich falsch was sie getan hatte? Sie wollte doch nur helfen….wollte doch nur dass Linaris nichts passierte….
Anuríel ließ den Kopf sinken und starrte schweigend den Boden an…als würde sie dort eine Antwort finden…es gab keine Antwort. Am liebsten wäre sie in dem Moment an einem anderen Ort gewesen….sie wünschte sich weit weg…so weit wie nur möglich….die Gedanken rasten durch ihren Kopf….sie dachte an den Valenwald, an Linaris, an die anderen….sie wollte weg von hier…

Unschlüssig stand sie dort….hörte nicht mehr was die anderen sagten….nachdem Veyar und später auch Linaris gegangen waren, ging sie auch….sie wollte fort…nur noch fort….

Sie ging mit Mandor an den Strand und dachte lange nach….Anuríel wollte sich erstmal zurück ziehen….sie würde nicht mitgehen zu der Magiergilde in Himmelswacht…sie würde den anderen, so gut es ging, erstmal aus dem Weg gehen…es war nicht ihre Art weg zu laufen….aber in diesem Fall brauchte sie einfach Zeit…Zeit das Geschehene zu begreifen….
Don't walk in front of me, I may not follow.
Don't walk behind me, I may not lead.
Walk beside me, and just be my friend.
~Albert Camus~

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#25
Veyars Herz konnte sich nicht entscheiden ob es vor Zorn überschäumen, verunsichert in seinem Brustkorb auf- und abhüpfen oder aber den Schmerz der Enttäuschung zulassen sollte. Also ... vermischte es irgendwas aus allen drei widersprüchlichen Empfindungen heraus, was reichlich verwirrend war. 

Er war froh darüber, dass Anuríel die daedrische Kreatur niedergestreckt hatte; hätte er doch nur einen Lidschlag später ebenfalls versucht die Kraft in seinem Inneren zu sammeln um das vermaledeite Geschöpf damit postwendend zurückzusenden wo auch immer es hergekommen war. Ob dies von Erfolg gekrönt gewesen wäre war ungewiss; hatte er doch noch niemals versucht mit der neu in ihm erwachenden Gabe etwas zu zerstören oder zu verletzen. Daher, war er der Treffsicherheit von Anuríels Bogen wirklich dankbar gewesen, dass diese die dunkle Verführerin vernichtet, und in seinen Augen Linaris damit gerettet hatte. 

War ja klar, dass Linaris wieder unzufrieden war mit der Situation. Zu sehr erinnerte ihn diese Sache an Ondil, und den Streit, der daraufhin zwischen ihm und dem dunmerischen Magier entflammt war. 
'Ich werde aus dem Esel nicht schlau, ich kapier's einfach nicht!' rebellierten seine Gedanken; uneinsichtig gegenüber der Tatsache, dass Linaris tatsächlich mit diesem Ding hatte mitgehen wollen. 
...
Und wofür?! Aus welchem Grund?! Veyar hatte ihn gefragt was er sich davon erhofft hatte sich dem Willen der deadrischen Verführerin zu ergeben und mit ihr zu gehen. Linaris' Erwiderung hingegen machte ihn tatsächlich zornig: "Eine verheißungsvolle Nacht?!" hatte der Dunmer geantwortet. Veyars gesamtes Sein, Fühlen und Denken sträubte und schüttelte sich bei diesem Gedanken. 

'Der hat sie doch wohl nicht mehr alle!' kamen sich Veyars Gedanken und sein Herz indes überein. 

Trotzdem... er mochte Linaris gut leiden, er mochte ihn sogar sehr, aber er wusste auch, dass sie beide zu einigen Dingen wohl sehr konträre Meinungen besaßen. Dies nun abermals auf den Tisch zu bringen, würde die Situation auch nicht besser machen. Veyar suchte nach Worten, und auch danach seine widersprüchlichen Gedanken und Emotionen zu sortieren - wenn es schon unmöglich erschien sie in Einklang zu bringen. Schließlich seufzte er ... traurig ... mochte es erscheinen.
"Und wieder einmal läuft es darauf hinaus, dass Ihr und ich wohl unter 'Freundschaft' ... etwas anderes verstehen" murmelte er dann leise auf Linaris erzürnte Frage hin, warum Veyar die Vernichtung der Daedra so sehr befürwortet habe und ihn, Linaris, sogar von dieser weggestoßen hatte. Er schüttelte den Kopf und versuchte die Bitterkeit seiner Enttäuschung nicht in seiner Stimme mitanklingen zu lassen. Er nickte den anderen, insbesondere der jungen Bosmer Anurìel, ruhig zur Verabschiedung zu und entfernte sich daraufhin. 

Vielleicht war Linaris ja ein Rätsel, dessen Entschlüsselung ihm verborgen bleiben würde. Er konnte es nicht benennen warum, aber es schmerzte ihn, dass dem so war.
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#26
Immer noch ging Veyar Linaris' sonderbares Verhalten nicht aus dem Kopf. 'Dieser dunmerische Sturschädel!' dachte er bei sich.
Es würde nichts helfen - er würde mal wieder mit ihm darüber sprechen müssen um seinen "verwirrten jugendlichen Geist" wieder aufklaren zu lassen. Manchmal kam sich Veyar in dieser Hinsicht wirklich völlig unbedarft vor; das hatte Tali ja schon immer postuliert, weigerte er sich dennoch nach wie vor standhaft dies einzusehen. Aber was half es?! Nichts. Zuvörderst galt es einmal dieser neuen Spur nachzugehen.
Delodiil ... Delodiil ...
Er würde ja seinen Kampfstab fressen wenn er davon nicht schon einmal gehört hatte! In diesem Augenblick verfluchte er den Tatbestand, dass sein persönliches Hauptanliegen in früheren Geschichtsstunden ausschließlich darin bestanden hatte seinem privaten Lehrmeister auf möglichst findige Art und Weise abzuhauen um den Unterricht zu schwänzen. Sein Vater würde es bestimmt wissen - wenn es darüber etwas zu wissen gab; war Ammeron doch ein recht belesener und wissbegieriger Mer und zudem Magier. Wann er wohl aus Deshaan zurück kehrte? Und ob es ihm gelang Talmira zu überzeugen ihn zu begleiten? Er selbst hatte sich ja von Anfang an gut verstanden mit der etwas unkonventionellen dunmerischen Kratzbürste, aber ... hm ... ja, was war Talmira denn nun eigentlich wirklich? Eine Tänzerin? Eine Kriegerin? Oder doch eher eine Diebin? Oder wusste sie es womöglich selbst nicht so genau?! Veyar hoffte, dass sie sich auf das Wagnis einlassen konnte auf seinen Vater - und damit auf das Haus Aeternon - zuzugehen und seines Vaters Mündel zu werden. Damit hätte sie einen Platz in der Welt, den sie "Heimat" nennen konnte, und vermutlich auch so etwas wie eine Familie. Es blieb abzuwarten, und er war zugegebener Maßen schon ziemlich gespannt auf seines Vaters Rückkehr.

Einige Tage später...

Nineth* hatte ihn darüber informiert, dass Ammeron am Vorabend zurück gekehrt war - zusammen mit Talmira. Er trieb sein geschecktes Ross 'Klotz' zur Eile an, den Turm in der Nähe von Vulkhelwacht zu erreichen, den seine Eltern und auch Sarinja bewohnten seitdem Aeternon-zwischen-den-Wellen niedergebrannt worden war.

Seine Mutter schickte ihn hinunter zum Strand, wo sein Vater und seine neue Schülerin mit dem Training begonnen hatten. Er näherte sich den beiden langsam als er sie unten in der Nähe des Wassers erspäht hatte. Veyar schmunzelte als er in den nassen Sand wohl mit der Spitze eines Kampfstabes die ineinander verschlungenen Linien eines der Mandalas gezeichnet vorfand, mit denen sein Vater seit jeher sein Training gestaltet hatte. Die Linien dienten der Koordination der Beinarbeit und der Abfolge von Schritten; erfüllten aber durchaus auch meditative Zwecke und steigerten mit zunehmender Komplexität der Linien auch den Schwierigkeitsgrad des Kampfes. 

Sowohl sein Vater als auch die Dunmer trugen hölzerne Übungswaffen bei sich, und soeben hatten sie die Bewegungsabfolge unterbrochen, da Ammeron der dunmerischen Maid etwas erklärte. Einen Augenblick lang beobachtete Veyar die beiden ... und heutzutage fragte er sich warum er sich diesen Exerzizien früher immer entzogen hatte - bedeuteten sie doch eine recht abwechslungsreiche und auch ebenso stilvolle wie meditative Art und Weise sich dem Wesen des Kampfes anzunähern. Im Knabenalter hatte er schlicht keine Lust auf das Kampftraining gehabt, war sein rivalisierender älterer Bruder darin doch unschlagbar perfekt gewesen... Ein wenig wehmütig dachte er an Turi, verbannte diesen Gedanken doch sogleich wieder aus seinem Herzen und gab sich den beiden Kämpfern zu erkennen. 

"Guten Morgen, Sohn ..." begrüßte ihn sein Vater nahezu höflich, doch das Funkeln in seinen Augen und das belustigte Schmunzeln entlarvten ihn als Spötter. Natürlich hatte Ammerons Tag weitaus früher begonnen als Veyar aus den Federn gekrochen war.
Talmira sah auf, nickte ihm zu, die Miene ernst und ihre Augen traurig. Veyar konnte sie verstehen. Es würde Zeit benötigen bis sie den Verlust der jüngsten Vergangenheit überwunden haben und ihren Platz in der Welt gefunden haben würde. Dennoch lächelte sie flüchtig als sie ihn erkannte.
"Hey Veyar..." grüßte auch sie ihn, weitaus weniger förmlich.
"Vater ... Talmira...." begrüßte Veyar die beiden mit einem freundlichen Kopfnicken.
Ammeron musterte seinen Sohn mit wachsamem Blick.
"Willst du mich in Erstaunen versetzen und dich dem Training anschließen?!" erkundigte er sich, vermochte jedoch den leicht sarkastischen, wenn auch freundlichen Spott nicht aus seiner Stimme zu bannen.
"Öhm ..." suchte Veyar zunächst stockend nach den geeigneten Worten. "Eigentlich wollte ich dich mit einer Geschichtsfrage löchern ...".
Ammeron hob erstaunt die Brauen, stellte den Kampfstab neben sich im Sand ab.
"Ach, sieh' einer an ... ist deine Wissbegierde erwacht?!" Er lachte amüsiert. Veyar hielt dem spöttischen Blick stand, reckte das Kinn. Der Magier schüttelte den Kopf. "Muss du erst deine Magie an einen Dämon verlieren um dich für die Weisheit zu interessieren, die vergangene Tage uns lehren können?!" erkundigte er sich, weiterhin in trockenem Tonfall. Veyar schüttelte den Kopf.
"Ach Quatsch, das hat damit doch gar nichts zu tun!" widersprach er resolut. "Ich bin nur über den Namen eines ... ähm ... wohl historischen Ortes gestolpert, von dem ich glaube, dass du mir mal davon erzählt hast - kannst du mir auf die Sprünge helfen?!" bat er.
"Und worum geht es?!" wollte Ammeron wissen.
"Was genau war nochmal Delodiil und was hatte es damit auf sich?!" fragte Veyar geradewegs heraus.

Ammeron musterte seinen Sohn kurz, dann schmunzelte er. "Erarbeite dir die Antwort!" forderte ihn sein Vater auf und wies auf das Mandala. Vorwarnungslos warf er ihm seinen Trainingsstab zu, den Veyars Reflexe ihm gestatteten mit der Linken aufzufangen. Veyar seufzte - war ja klar, dass er die Antwort nicht einfach so hätte bekommen können!
"Du kennst ja mittlerweile die Oktalogie der Schattentänze - wie ich mich kürzlich überzeugen durfte ...?!" stellte der alte Kampfmagier sodann im Tonfall einer rhetorischen Frage fest, woraufhin sein Sohn nickte. Ja, er kannte die Bewegungsabläufe der Schattentänze tatsächlich seit einiger Zeit recht gut; auch wenn er zwischenzeitlich sein eigenes Mara-affines Mandala entworfen hatte und als meditativen Fokus zu nutzen wusste.
"Wenn du mir huldvoller Weise bei Talmiras Unterricht assistieren und die ersten beiden Zyklen durchexerzieren könntest?" erbat sich sein Vater. "Dann kann ich anhand deiner Bewegungen ihr besser Erläuterungen dazu abgeben!"
"Und im Gegenzug darf ich dann deinen gewiss aufschlussreichen Ausführungen über Delodiil lauschen?!" konterte Veyar frech. Ammeron Aeternon lachte erheitert.
"Dem wird wohl so sein, Sohn ..." bestätigte er "... wenn ich das Training abgeschlossen haben werde, gerne". Dann machte er eine einladende Geste in Richtung der Linien auf dem Sand. Veyar nickte. Also schön, dachte er bei sich, nickte schließlich. 
"Benötigst du mich um dir den Rhythmus vorzugeben?!" erkundigte sich sein Vater zuvorkommend, worauf Veyar den Kopf schüttelte. 

Er lockerte seine Schultern und Knie, dann trat er an die äußere Begrenzungslinie heran, fasste den Stab in der Rechten, senkrecht an der Seite getragen, und konzentrierte sich in Gedanken auf den Rhythmus des ayleidischen Verses, welcher den ersten Teil der Oktalogie begleitete - eine Lobpreisung Auriels, die entweder als Lied gesungen oder zum Takt von Trommeln als Sprechgesang vorgetragen werden konnte um den Krieger durch die Meditation des Mandalas zu geleiten. Der zweite Vers richtete sich an die liebliche Gattin Auriels, an die Göttin Mara ... an seine Herrin demnach - weswegen Veyar gerade die ersten beiden Verse der Oktalogie mittlerweile im Schlaf vollführen konnte. 

Er blendete die erklärenden Worte seines Vaters an seine Schülerin aus als er in seinem Kopf das kriegerische Gebet begann, den Stab in einer flüssigen Drehung in Kampfposition schwingen ließ und seine Füße mit traumwandlerischer Sicherheit über den nassen Sand zu fliegen begannen, ohne dass sie die Linien auch nur ein einziges Mal berührten.
 
Mit einem fehlerfreien Sprung verließ er zum Klang des letzten Verses den Kreis der Linien, landete trittsicher auf den Füßen und brachte den Stab mit einer letzten Drehung um den eigenen Körper wieder zur Ruhe. Als er aufblickte ... erntete er einen anerkennenden Blick seines Vaters. Ammeron nickte ihm zu. "Ich hätte dich wohl früher öfter dir selbst überlassen sollen, was deine Ausbildung anbelangt!" scherzte er. "Das war wirklich gut!" lobte er ... und insgeheim freute sich Veyar über das Kompliment, warf seinem Vater den Stab sodann wieder zu ohne aber die Miene zu verziehen.
"Wann hast du die Muße gehabt dir das in dieser Art beizubringen?!" wollte Ammeron wissen. "Und wer hat es dich gelehrt?!"
Veyar atmete tief durch.
"Naja ... dein Buch ... hat es mich gelehrt - und ... als du ... nach der Konfrontation mit Turi nicht da sein konntest" erwiderte er ausweichend.

Als der verrückte Paraygon Aravir gefangen genommen und das Seelenband zum Verstummen gebracht hatte ... flüsterten seine Gedanken weiter wenn auch Veyar darüber schwieg; erinnerte er sich doch an drei schlaflose Tage, die ihm die Hölle auf Nirn bedeutet hatten, in denen er ohne die meditative Erdung in den Linien des Mandalas schier wahnsinnig geworden wäre.

"Manchmal sind Bücher gute Lehrmeister" bestätigte der Magier mit einem bedächtigen Kopfnicken.
Veyar grinste schließlich. "Heißt das, du drückst mir nachher einen unhandlichen Wälzer in die Hand und sagt: Lies nach! - wenn ich dich an Delodiil erinnere?!" fragte er frech.
Ammeron lachte leise, schüttelte dann den Kopf.
"Die Bücher, in denen dies steht sind etwas weit weg für die Wissbegierde, die in deinen Augen brennt, hm?!" entgegnete er freundlich. "Nein - ich kann dir durchaus etwas zu Delodiil erzählen - sobald ich meinen Unterricht beendet habe" erinnerte ihn der Magier. "Bleibst du zum Mittagessen, Sohn?!" Nach kurzem Zögern willigte Veyar schließlich mit einem Nicken ein, verabschiedete sich jedoch um der Lehrstunde nicht weiter im Wege zu sein - oder um nicht noch weiter eingespannt zu werden.

Nach dem Essen hatte Talmira frei und während Nineth sich mit dem Abwasch beschäftigte bat sein Vater ihn nach oben auf den Balkon. Veyar lehnte sich rücklings an der Brüstung an, genoss die Wärme der Sonne auf seinem Rücken, als sein Vater neben ihn trat, und die Arme vor der Brust verschränkte.
 
"Ich nehme an, dass ich nicht fragen soll, warum du dich für dieses Wissen interessierst ..." begann der alte Magier, und begann, noch ehe Veyar darauf reagieren konnte gemäß ihrer Vereinbarung zu erzählen.

"Über Delodiil und sein Gegenstück Abargarlas erzählt man sich Folgendes, Veyar ...." begann Ammeron leise, und sein Blick verlor sich in der Ferne.

" Delodiil war eine wohlhabende Stadt zur Blütezeit der Herrschaft der Ayleiden. Deren Bewohner verehrten die Daedra Meridia - das "Sonnenfeuer", die "Herrin des Lichts". Ihr zu Ehren ward in der Stadt eine herrliche Kathedrale errichtet.  In der nahe gelegenen Stadt Abagarlas siedelten ayleidische Söldner, die Molag Bal verehrten. König Anumaril von Abagarlas neidete Delodiil seine großen Kathedrale, und erbaute einen weit größeren Tempel zu Ehren seines Herren Molag Bal. Doch König Cenedelin von Delodiil beurteilte den Bau dieses Tempels als "bedauernswert" - entgegen der Absicht Anumarils Respekt gezollt zu bekommen".
Ammeron machte eine kurze Pause ehe er fortfuhr: "Als König Anumaril dies vernahm wurde er über alle Maßen zornig und schwor nach Delodiil einzudringen und all seine Bewohner seinem dunklen Meister zu opfern. Mit finsterem Wissen das ihm Molag Bal gewährte, erhob er eine Armee von Untoten um Delodiil zu stürmen, zudem begann er eine magische Waffe zu bauen, die den unheilvollen Namen Mortuum Vivicus trug und zum Ziel hatte, alles von Meridia gegebene Leben in ihrer Stadt zu verwandeln ... in untote Sklaven im Dienste Molag Bals."
Der Magier atmete tief durch, wog nachdenklich den Kopf hin und her. "Allerdings bereitete Meridia eigenen Beistand für Delodiil vor; sie warnte die Menschen vor dem Mortuum Vivicus. In diesem Wissen und durch das Opfer ihrer eigenen Priesterinnen waren die Bewohner Delodiils in der Lage ebenfalls ein mächtiges Artefakt herzustellen - den prismatischen Kern. Aus diesem Artefakt schmiedeten sie eine Waffe mit der eine kleine Einheit Delodiilianer im Geheimen auszog um in einem gewagten Unternehmen in den Tempel Molag Bals in Abargarlas vorzudringen und den Mortuum Vivicus damit zu zerstören, während König Cenedelin als Ablenkungsmanöver die Stadt Abargarlas mit voller militärischer Stärke überfiel.
Der Plan ging auf: Delodiils Streitkräfte, durch magische Unterstützung von Meridia höchstselbst abgesichert, konnten die Stadt Abagarlas verbannen, zusammen mit der gesamten königlichen Familie - nur König Anumaril selbst entkam. Allerdings zog Molag Bal den Mortuum Vivicus nach Kalthafen kurz bevor es zerstört werden konnte. In der Zwischenzeit marschierte König Anumaril selbst auf Delodiil. Allerdings musste er dort angekommen feststellen, dass die gesamte Stadt bis auf den allerletzten Ziegelstein verschwunden war. Mit der Zerstörung von Abagarlas und dem Verschwinden Delodiils, war der Krieg beendet" endete Ammeron seine Erzählung.
 
Veyar ließ die Worte eine Weile auf sich wirken. Sein Vater schwieg ebenso einige Augenblicke ehe er erneut die Stimme erhob. "Eine andere Legende erzählt die Geschichte ein klein wenig anders - von einem etwas anderen Blickwinkel aus betrachtet, quasi .... Möchtest du diese auch hören?"

Veyar nickte.
Sein Vater räusperte sich und begann die Legende zu rezitieren.

" Es gab in jenen Tagen, eine Stadt im Herzland, Delodiil mit Namen. Und es war eine Stadt der schönen Promenaden, der Gelehrten, akribischer Handwerker und geschmeidiger Tänzer. Und auch besaß Delodiil stolze und wilde Krieger, die all jene Promenaden und Gelehrten, und auch die Handwerker Tänzer beschützten. Und obgleich es derer wenige waren, so waren sie doch von ausgesprochenem Mut.
Die Bewohner Delodiils waren götterfürchtige Leute und beteten zu vielen Göttern, warem im Herzen fromm und hielten ihre Priesterschaft in Ehren. Doch keine Gottheit wurde mehr verehrt als Meridia, die "Herrin des Lichts". Sie errichteten ihr zu Ehren ein herrliches Gebäude, "Merid-Nunda" genannt, eine Kathedrale wie aus farbenprächtigem Glanz und goldenen Lichtstrahlen errichtet, die den Eindruck erweckte als sei ein Stück von Aetherius höchstselbst vom Himmel hinab in die Welt der Sterblichen gestürzt. Und die Bewohner Delodiils waren stolz darauf.
Aber auf der anderen Seite des Tales gab es auch noch eine andere Stadt, Abagarlas genannt, die der Dunkelheit so nahe stand wie Delodiil dem Licht. Abagarlas besaß ebenso viele Bewohner wie Delodiil, aber nur wenige waren Tänzer, Handwerker und Wissenschaftler; die meisten von ihnen waren Krieger; unbändig und stolz. Diese Krieger ließen sich auch von anderen Staaten und Städten für Kriegszwecke für Gold und andere Reichtümer als Söldner anheuern. Und so gedieh auf ganz andere Art und Weise als Delodiil, aber auch Abagarlas an Pracht.
Der König von Abagarlas sah die Kathedrale des Lichts, welche der ganze Stolz Delodiils war, und er sprach: "Ist nicht auch Abagarlas eine ebenso große Stadt wie Delodiil? Auch wir werden einen großen Sakralbau unser Eigen nennen." Und er verfügte darüber, dass ein Großteil des Reichtums von Abagarlas darin investiert wurde einen Tempel zu Ehren dessen eigenen göttlichen Schutzherren zu erbauen, und dieser war niemand Geringeres als Molag Bal. Die Bewohner von Abagarlas mühten sich redlich, um Molag Bal einen ebenso prächtigen Tempel zu errichten, doch waren sie eben eher unschlächtige Soldaten als kunstfertige Handwerker und der Bau zu Ehren ihres Gottes war schlussendlich unförmig, lieblos seine Farben und dem Auge des Betrachters kein Wohlgefallen. Nur in der Größe übertrumpfte dieser Delodiils Kathedrale des Lichts - und so prahlte der König von Abagarlas damit, dass seine Stadt zu Größerem im Stande war als Delodiil. Dies kümmerte die Bewohner Delodiils indes wenig; sie gingen ihren Geschäften nach wie eh und je.
Dieser Gleichmut der Delodiilianer fraß ein schwelendes Loch in das Herz des Königs von Abagarlas, auf dass er dem Wahnsinn anheimfiel. Er entsandte Soldaten, um den "kleinen" Schrein in "Merid-Nunda" im Namen Abagarlas' zu entweihen. Auch betrat er den großen Tempel Molag Bals, trat vor dem wuchtigen Altar und schwor einen furchtbaren Eid: Er wolle das Königsgeschlecht Delodiils in seine Gewalt bringen und sie auf dem Altar ihrer eigenen Kathedrale des Lichts zu Ehren seines finsteren Meisters Molag Bal erschlagen. Danach wolle er mit seiner Armee durch das Tal gen Delodiil marschieren und jeden einzelnen Bewohner Delodiils gefangen nehmen und auf die gleiche Art und Weise seinem Herrn zum Opfer darbringen.
Und der König von Abagarlas berief seine Soldaten ein, und in einer Nacht, in der der Himmel von einer zornesroten Glühen umleuchtet wurde marschierte er mit seiner Armee durch das Tal auf Delodiil zu. Als der König und seine Armee den Ort erreichten an dem Delodiil einst gestanden hatte fanden sie den Boden verwaist; die Stadt Delodiil war verschunden - bis auf den letzten Stein!
Und der König glaubte sogar, er höre ein Lachen in den Lichtern am Himmel, wie göttliche Heiterkeit ... und doch auch Schreie der Angst, doch diese kamen nicht von oben aus dem Himmel herab, sondern wehten ihm aus seinem Rücken her entgegen, aus der Richtung, in der Abargarlas lag. Eilig befahl der König seine Soldaten zurück in seine Stadt, doch als sie in Abagarlas ankamen, fanden sie es ganz und gar wie von sengendem Licht zerstört. Auch die Familien der Soldaten und der des Königs fand man keine Spur mehr, nur ihre Schatten waren in die verkohlten Mauerreste der eingeäscherten Stadt gebrannt. So war es Abargarlas beschieden. Über das Schicksal Delodiils hingegen wurde nichts weiter bekannt". Ammeron verfiel in Schweigen nachdem er die Legende zu Ende erzählt hatte.

Veyars Gedanken formten einen nebulösen Verdacht. Eine Stadt ... aus dem Gefüge der Welt gerissen ... an einen anderen Ort versetzt ... Irgendwoher kam ihm das verdächtig bekannt vor. 

Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen!

Vor seinem inneren Auge tauchten die Mauern einer stolzen Stadt auf, getaucht in ein kaltes, blaues Licht - kaum Sonnenschein zu nennen. Eine Kathedrale gab es dort ... ja ... und wohl mochte es erscheinen, dass selbst dieses fahle Licht im Inneren des Sakralbaus durch die kunstfertigen Bogenfesnter aus buntem Glas ein wundersames Farbenspiel auf den Marmorfliesen zu zaubern vermochte. Er nickte gedankenverloren. Na, da hatten sich die Faer Eryn aber etwas angelacht! Auf der anderen Seite ... natürlich! Wenn Meridia gegen Molag Bal stritt - und der Schattenmann ein Atronarch der Dunkelheit war ... dann vermochten sie dort vielleicht tatsächlich des Rätsels Lösung erhalten. Auch wenn dies Aravir garantiert nicht gefallen würde wenn er gemeinsam mit seinen dubiosen Freunden Ausflüge nach Kalthafen unternehmen würde!
 


 * Nineth = ayleidisch: "Mütterchen"
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#27
Immer noch behindert durch die alle drei Stunden erscheinenden Daedra folgten die Faer Eryn der Spur zur Magiergilde in Himmelswacht.
Doch der Kontrollbesuch der seltsamen Dame Violet im alten Leuchtturm erwies sich als Sackgasse - lediglich hatte Asha Fela, die Zwillingsschwester von Asha Felu, dieser einen Streich spielen wollen. Leider war der mächtig nach hinten los gegangen und hatte anstatt Felu eine Woche mit sinnlosen Schreibarbeiten zu beschäftigen stattdessen die Faer Eryn hinters Licht geführt.
Nicht ganz so zerknirscht wie einige der Faer Eryn es gern gehabt hätten, entschuldigte sich Fela bei den extra Angereisten. Es dauerte eine ganze Weile, bis ihnen überhaupt dämmerte, dass Asha Fela ihrer Zwillingsschwester zwar zum Verwechseln ähnlich sah, anscheinend aber deren blasierte Persönlichkeit ganz und gar nicht teilte. Im Gegenteil, sie zeigte sich sehr interessiert an dem bunten Haufen Fremdländer, der zusammen mit Veyar zur Gilde gereist war.
Doch das unerwartete Erscheinen eines weiteren wilden Daedra versetzte die junge Frau in Angst und Schrecken, und sobald auch dieser Daedra getötet worden war, zog sie sich sicherheitshalber lieber wieder in die Magiergilde zurück. Talisiera, Finder und Lynnrr nutzten in weiser Voraussicht die Möglichkeiten, die die örtlichen Gilden boten. So war bald eine alte Schwarte über Delodiil gefunden, und Talisiera berichtete von der Vergangenheit dieser ayleidischen Stadt und ihrem Verschwinden nach Kalthafen.
Auch Veyar hatte einiges beizutragen zu den Details, die mit dieser ganzen, uralten Geschichte zusammen hingen, und ergänzte das Bild einer Stadt, die nur durch eine papierdünne magische Wand vom Wahnsinn Kalthafens getrennt war. Das sollte also das nächste Ziel der Faer Eryn sein? Ausgerechnet in diese kalte, unwirtliche Ebene ihres Erzfeindes sollten sie vordringen? Nun, eins stand fest: Dafür würde einiges an Vorbereitung erforderlich sein.

Linaris half nicht bei der Suche nach dem alten Wissen zu Delodiil, denn eine unbestimmte Sorge rief ihn zurück nach Vulkhelwacht und zu der Truhe mit dem Glaseinsatz. Und sie entpuppte sich auch schnell als zutreffend, denn der kleine Skamp, der Linaris gleich zu Beginn ihres Treffens heimgesucht hatte und dann im Wald verschwunden war, war während der Abwesenheit der Faer Eryn in den alten Leuchtturm eingedrungen, den die Freunde bei ihrer Abreise vergessen hatten abzuschliessen.
Allen guten Göttern sei dank hatten Veyars Schutzrunen den lästigen kleinen Kerl von der Truhe und dem wertvollen Glas fern gehalten.
Linaris hätte den Skamp gern gefangen und befragt, doch außer einen lästigen Kreischen, das in den Ohren schmerzte, schien er kaum etwas von sich geben zu können. Selbst als Liowen und Mezu versuchten, Linaris zu helfen und den Skamp fest zu halten, zuckte und ruckte das kleine Wesen derart heftig hin und her, dass Linaris Mezu mit seinem Stab ausversehen k.o. schlug und der ungeduldigen Mezu schließlich nichts anderes übrig blieb, als dem Skampen die Kehle durch zu schneiden.
Dennoch war dieses Treffen nicht ganz ergebnislos verlaufen. Immerhin wusste man nun mehr zu dem geheimnisvollen Delodiil. Und die Faer Eryn hatten die Bekanntschaft Elkantars gemacht, eines khajiitischen Daedrajägers. Sein Wissen konnte doch in Zukunft sicherlich nützlich sein...
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#28
In der Zwischenzeit räumte Sarinja einige ihrer verbliebenen Sachen in den Keller."Daedrasicher...Was war Veyar da nur in den Sinn gekommen?", murrte sie und räumte gerade eine Kiste in eines der Regale. Sicher - Veyars Schutzzauber hielt die Daedra von der Truhe fern, aber Sarinja konnte das Obergeschoss genauso wenig betreten. Seufzend sah sie sich um. Der Keller war größer als erwartet. In der Ecke stand ein Bett und es gab einige Regale, welche voll mit Weinflaschen waren. Was in den großen, alten Kisten war, wollte Sarinja gar nicht wissen. Vermutlich Sachen von Eca oder ihrem Gatten.

"Ein par Tage werd ich es hier schon aushalten..."

Sie ging an den Regalen vorbei und hielt nach etwas zu Lesen Ausschau aber gedanklich war sie bei den anderen. Sollte sie nachfragen was los war? Einerseits würde sie gerne helfen, andereseits hatte sie auch jene verfluchte Schiffsfahrt nicht vergessen. Nachdem sie eine Weile mit sich rang, schüttelte sie den Kopf und verwarf den Gedanken wieder. "Am Ende müsste ich mich doch wieder für ALLES rechtfertigen..." Hinten im Regal fand sie tatsächlich ein altes Buch: Weine und Weingüter aus Sommersend - Band 1

"Wer liest denn sowas???", lachte sie und schwang sich mit dem Buch ins Bett. Etwas schlechtes zu lesen war immerhin besser als gar nichts zu lesen - und es lenkte sie von Veyars 'nervigen' Schutzzauber ab.

Stunden verstrichen als Sarinja plötzlich etwas wahrnahm. Eine Präsenz, anders aber doch vertraut. Sie ebbte genauso schnell ab, wie sie auftrat. Sarinja legte das Buch auf die Seite, stand auf und wendete sich nach Norden. Dort in der Ferne war etwas 'Vertrautes'.

"Vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet?"

Trotzdem würde sie mit den anderen darüber reden - falls sie denn zurück kommen.
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#29
Müde und ausgelaugt von dem seltsamen Stillstand, zu dem ihre Ermittlungen gekommen waren, trafen sich die Faer Eryn erneut in Vulkhelwacht.
Linaris hatte die magische Energie, die die Daedra beschwor, einen ganzen Tag lang gestaut, in dem er sich in dem mit Runen geschützten Obergeschoss des alten Leuchtturms aufgehalten hatte.
Alle machten sich kampfbereit, denn Linaris wollte versuchen, das Portal, durch das der nächste Daedra beim Verlassen des Stockwerks erscheinen musste, zu stabilisieren und so heraus zu finden, woher all diese Unruhestifter kamen.
Doch als Linaris endlich, gerüstet wie für die Letzte Schlacht, das Stockwerk verließ - geschah nichts. Oder fast nichts, nur ein leises Knacken von außerhalb des Turms zu hören, und dann passierte eine lange Weile gar nichts.
Mit langen Gesichtern sahen sich die Gefährten an. Kein Portal - also auch keine Rückverfolgung. Was nun?
Schliesslich kam man überein, zunächst einen anderen Weg nach Kalthafen zu suchen, um zumindest der Spur mit dem magischen Glas nachgehen zu können.

Dabei fiel das seltsame Verhalten einiger Gefährten auf: Linaris hatte sich mit einem nonchalanten Lächeln auf den Lippen zurück gezogen und war allein am Strand umher gewandert, Hazarban-dar schlug sich mehrfach gegen den Kopf und schüttelte sich, als wolle er Läuse loswerden. Und Talisiera schien mit sich selbst zu sprechen....
Schließlich informierte Linaris die anderen darüber, dass es sehr wohl ein Daedra geschafft haben müsse, nach Nirn zu kommen. Sie - oder er? - sei nur offensichtlich körperlos. Durch eine Art Gedankenübertragung machte das Wesen den dreien unsittliche Angebote. Während Haz und Tali darauf nur mit wachsender Wut reagierten - genoss Linaris einfach, was er von dem unbekannten Wesen an körperlosen Liebkosungen und Berührungen bekam.

Auch dies hielt die Gefährten viel, viel zu lange auf. Der Plan, Kalthafen zu erforschen, wäre über den ganzen Widrigkeiten beinahe in Vergessenheit geraten.
Veyar und die stark verschnupfte Mezu versuchten, die verwirrten Freunde wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren - zumindest die Khajiit war der Meinung, dass all diese Ablenkung dazu diente, die Ermittlungen der Faer Eryn zu verzögern und sie zu entzweien.

Schließlich übernahm Lynnrr das Kommando. Er könne ein Portal nach Kalthafen öffnen, jedoch...
Lynnrr warnte die Gefährten vor: In Kalthafen schienen alle Wichtigkeiten des Lebens auf Nirn verdammt fern. Viele Leute, die das Reich des Vergessens betreten hatten, vergaßen beim Anblick der blau fluoreszierenden Ebene, wofür sie eigentlich her gekommen waren. Selbst ein Verlust ihrer Seele schien Lynnr möglich zu sein. Doch tapfer bestanden die Gefährten darauf, dass sie dieser letzten verbliebenen Spur folgen müssten.
Lynnrr öffnete das Portal nach Kalthafen, und einer nach dem anderen traten die Gefährten hindurch.
Sie landeten in einer Stadt unter einem düster dräuenden Himmel, die ganz und gar nicht wie etwas aussah, dass die Daedra errichtet haben mochten. Ja, den Gefährten schien es fast, als sei diese Stadt Auridon entrissen worden, das sie ja gerade erst verlassen hatten.
Mit ihrer Ankunft in Kalthafen erlosch der störende geistige Kontakt mit diesem seltsamen körperlosen Wesen, dass Tali, Haz und Linaris belästigt hatte.

Zunächst vorsichtig, doch dann von dem prächtigen Anblick der Stadt immer mehr fasziniert, folgten die Gefährten Veyar und Lynnrr bis zu der Kathedrale des Lichts und ihren wunderschönen Glasfenstern, die sie schließlich hier her geführt hatten.
Doch einer nach dem anderen wandte sich von den Gefährten ab, betrachtete hier versunken eine Rose, dort eine Steinmetzarbeit oder einen Springbrunnen.. - das Vergessen hatte sie in ihren Griff genommen.
Lynnrr, Finder, Veyar, Talisiera und Mezu schafften es, ihre Selbstkontrolle bis in die Kathedrale aufrecht zu erhalten. Dort versank Lynnrr am Altar Maras in Kontemplation - seine eigenen Warnungen erwiesen sich als nur allzu zutreffend.
Schließlich waren nur noch Veyar, Tali und Mezu aufnahmefähig und willens, sich der selbst gewählten Aufgabe zu stellen.
Mezu schlug vor, einfach eine Glasscherbe aus den Fenstern zu brechen, doch den anderen erschien dies angesichts der hehren Schönheit des Sakralbaus wie ein unaussprechlicher Frevel.
Gerade, als Tali und Veyar mit einem Einwohner dieser seltsam leeren Stadt zu sprechen begannen, übermannte auch die erkältete Mezu die Müdigkeit. Sie kringelte sich in einer Ecke des Vorraums zwischen den reich verzierten steinernen Säulen zusammen - und schloss die Augen. So hatte das Vergessen auch sie geholt.... dabei war sie so begierig darauf gewesen, zu erfahren, ob sie auf der richtigen Spur waren.

--

OOC: Leider hat ja gestern erst die wohl der Hitze geschuldete Trägheit und dann an die aufkommende Sturmfront, die einige Spieler (darunter auch mich) zum offline gehen gezwungen hat, ein weiteres Fortkommen verhindert. Natürlich werden wir an genau dieser Stelle nächstes Mal fortfahren.
Ein ganz dickes Danke und ein großes Sorry an Maxi, der so lange auf uns gewartet hat und dann vor einer rapide abnehmenden Zahl an Spielern stand. Falls es möglich ist, würde ich die Unterhaltung mit ihm gern am nächsten Freitag nochmal wiederholen.

Maxi - tut mir leid, bei mir ist der Blitz direkt in der Nähe eingeschlagen, und da ich schon einmal einen Router und ein Telefon an so eine Überspannung verloren hab, wollte ich das gestern abend dann lieber doch nicht mehr riskieren. Ich hoffe, du bist nicht sauer auf uns Sad

lg,
Suse
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#30
OOC: Passt schon. Ich weiß wie das is wenn iwo in der nachbarschaft der blitz einschlägt
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