Eine Frage des Vertrauens
#21
Vor dem Schatten der Nacht erschien ihm Türrahmen eine Gestalt, die der Khajit von früher sehr wohl bekannt war. Ammeron Aeternon trug über einem robusten Lederkürass eine blaue Magiertunika nach colovianischer Mode, wie sie früher oft von Mitgliedern des diplomatischen Chors getragen worden war. Bewaffnet war Veyars Vater ausschließlich mit seinem Stab, der locker im Revers seines Waffengurtes auf dem Rücken eingehängt war. Früher, so wusste Mezu'ru, war der Kampfmagier und Diplomat darüber hinaus auch noch mit der blauen Klinge derer von Aeternon bewaffnet gewesen; Zeichen und Insignie seines Hauses. Nicht so heute. Seine blaue Augen wurden von kleinen Fältchen eingerahmt und musterten die Gestalt der feliden Kriegerin mit aufmerksamem aber durchweg freundlichem Blick als er eintrat. Das dunkelbraune schulterlange Haar hatte er mit einem einfachen Pferdeschwanz aus dem Gesicht gebannt, nur eine Strähne, die sich zu jeweils beiden Schläfen aus der Frisur gemogelt hatte nahmen dem Gesicht des altmerischen Magiers ein wenig die Strenge; ein säuberlich gestutzter Bart rahmte Mund und Kinn ein.  Er blickte sich mit geschultem Blick im Raum um, ob noch andere ... Gäste ... zugegen wären. Höflich, wenn auch zunächst noch schweigend, nickt er Mezu'ru zu. "Guten Abend, Mezu'ru" grüße er die Khajit in ruhigem Tonfall, wobei ein flüchtiges Lächeln seine Lippen umspielte. "Ich hoffe doch sehr, dass man dir von Anfang an einen bequemeren Platz angeboten hat als auf dem Dach ...?!". Er gürtete seinen Stab ab und verstaute ihn in einer Ecke in der Nähe des Tisches. Dabei fiel sein Blick auf das hölzerne Amulett welches dort immer noch lag. Ammeron hielt inne, unmerklich kräuselten sich seine Brauen. Lange ... betrachtete er das unscheinbare Schmuckstück, und man konnte im Ausdruck seiner Augen erkennen, dass seine Gedanken nicht im Hier und Jetzt weilten. Er trat an den Tisch heran, stützte sich mit beiden Handflächen auf dessen Kante ab und sah er die Khajit an.
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#22
Mezu konnte das begrüssende Lächeln nicht erwidern, ohne dass ihr etwas aus dem Gesicht gefallen wäre. Dasselbe galt für eine höfliche Antwort, auf die Ammeron auch noch eine ganze Weile warten musste.
Warrrum sind diese Fleischkekse auch so verdammt leckerrr?
Schließlich, nach einer stummen Weile Kauen und Schlucken, holte Mezu tief Luft und nickte Ammeron begrüssend zu.
"Oh, dieserr ist der ganze Turrm angeboten worrden fürr heute, ja? Sie hatte sich nurr den sonnigsten Flecken ausgesucht."
Mezu unterstrich dies mit einem gemütlichen Räkeln und Strecken der Glieder. Sie hatte wirklich ziemlich lange auf dem Dach gedöst.
"Allerrrrdings fing diese sich schon an zu wunderrrn, wo Eca abgeblieben ist. So lange können diese Schutz-Blechleute doch auf den arrrrmen Pferrrden garr nicht sitzen bleiben, oderr? Sie hat schon überrrlegt, sie suchen zu gehen, ja?"
Die Sorge, die um Eca in Mezus Stimme mitschwang, schien gemildert durch Ammerons Besuch. Wohl ging sie davon aus, dass Ammeron Eca gesehen und vielleicht auch ein wenig aufgehalten hatte.
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#23
Der Magier schmunzelte bei Mezu'rus Worten, wurde dann aber wieder ernst. "Unterschätze sie nicht, ehrenwerte Mezu'ru. Sie mögen zu gewissen Teilen in einer wohl anderen Welt leben als wir beide, aber dennoch bedeuten sie Entaire tatsächlich Schutz und Geleit. Aber sorge dich nicht um Entaire. Sie hat es seit jeher geliebt unter den Sternen zu wandeln und wird ihren abendlichen Ausritt gewiss in eine Lehrstunde der Astrologie verwandeln um ihr Geleit ein wenig aufzuhalten ... da sie diese eine Weile von hier fernhalten wollte, soweit mir bewusst ist. Sie ... wird aber wohl bald wieder zurück sein". Sein Blick fiel erneut auf das Schmuckstück auf dem Tisch. Er nahm es in die Hand und drehte es mit nachdenklichem Blick zwischen den Fingern. Andächtig strich er mit dem Daumen über das glatte Holz. Sein Blick verlor sich in der Ferne, ein Ausdruck von Traurigkeit verirrte sich in seine Augen.
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#24
"Diese warrtet auf sie, ja? Sie will ihrr das Amulett geben...es ist nämlich fürrr Veyarr."
Mezu beobachtete Ammeron genau. Was bedeutete ihm Aravirs Amulett?
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#25
Ammeron blickte unvermittelt auf, fixierte die Khajit mit wachsamem Blick. Kurz schlossen sich seine Finger um das Amulett, während der Magier schwieg und einen bewussten Atemzug tat. Mit unmerklichem Zögern legte er es behutsam auf den Tisch zurück, auch wenn es schien, als ob sich seine Finger nur widerwillig von dem hölzernen Schmuckstück trennten. Dennoch erklärte er sich seinem Gegenüber nicht, obgleich ihm wahrscheinlich deren interessierte Blicke nicht entgangen waren. Er räusperte sich, nickte dann - obgleich Mezu'ru sich nicht sicher sein konnte, ob er ihr überhaupt zugehört hatte. 
"Für Veyar ..." ähm ... ja...." murmelte er leise vor sich hin, nickte abermals. Dann straffte er sich, stieß sich mit den Händen vom Tisch ab. 
"Entaire wird bald hier sein" teilte er der Khajit sodann völlig unvermittelt mit. "Ich ... werde sie draußen erwarten - dann kann ich die braven Soldaten nach Hause schicken, da ich mich durchaus in der Lage sehe meine Gattin eigens zu beschützen....". 
Von draußen war nun tatsächlich Hufgetrappel zu vernehmen. Ammeron nickte der Khajit militärisch knapp zu, wandte sich dann nach der Tür.
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#26
Mezu nutzte die Gelegenheit, um schnell noch ein paar Keksreste aus den Backentaschen zu entfernen und sich über die Schnauze zu streichen.
Es mussten ja nicht alle wissen, dass sie all die Fleischkekse alleine gegessen hatte, nicht wahr?
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#27
Von draußen waren eine Weile lang Stimmen zu vernehmen; scheinbar musste Ammeron doch eindringlicher mit Entaires Eskorte sprechen bis diese ein Einsehen hatten. Schließlich verstummte das Stimmengewirr draußen und anhand des allmählich verklingenden Hufgetrappels konnte sich Mezu'ru denken, dass die Justiziare abzogen.  Dann ging die Tür und der Magier und seine Frau betraten erneut die Stube des Leuchtturmes. Entaire hatte sich bei ihm eingehakt und lächelte ihn mit einem verliebten, fast mädchenhaften Ausdruck auf den schmalen Zügen an. Als die Tür hinter den beiden ins Schloss fiel bedachte Ammeron seine Gattin einem leicht verlegenen Lächeln. "Du hast Besuch ..." schmunzelte er sanft, da ihr verträumter Blick nach wie vor auf seinem Antlitz lag. 

Eca sah auf, ihr Lächeln verstärkte sich als sie die Khajit bemerkte. Sie löste sich von ihrem Mann und trat auf Mezu'ru zu.
"Mezu!" lachte sie ... ging freudig auf die Freundin zu. Dann ... fiel ihr Blick auf den Tisch auf dem immer noch das Schmuckstück unangetastet lag. Ein fragender Ausdruck schlich sich in Entaires Augen. Sie hielt inne, wandte sich nach ihrem Gatten um. Die beiden Mer wechselten einen Blick, worauf der Magier verständig nickte. "Ich lasse euch besser allein." Er ging zur Türe, die in die oberen Stockwerke führte und nickte der Khajit im Vorbeigehen freundlich zu. "Mezu'ru ... Ich empfehle mich..." sprach er sodann und verschwand durch die Tür nach oben.
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#28
Mezu zog sich am rechten Ohr. Dann setzte sie eine Grimasse auf, die dem khajiitischen Minenspiel nicht entsprach, von der sie aber wusste, dass sie von den Altmer in aller Regel als "freundliches Lächeln" gedeutet wurde.

"Arravirr warr nurr kurrrz hierrr, ja? Errr.. ehm.. sagte, das Medaillon sei fürrr Veyarr. Err soll es insgeheim trrragen und errrst herrrvorrrrholen, wenn es garr nicht anderrs geht.
Es soll seine Geheimwaffe sein, ja?"


Mezu fuhr mit einer Kralle über den Tisch und schob das Amulett zu Eca. "Diese wollte hierr warrrten, damit es in die rrrrrrichtigen Hände kommt."
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#29
Eca blickte verdutzt zu Mezu'ru, dann auf das Amulett. Als sie die gestellte Geste der Khajit erkannte legte sich den Kopf schräg und bedachte die Freundin mit einem gespielt tadelnden, aber sehr herzenswarmen Blick.
"Na hi'ra dan den-jo rhach th'arr" meinte sie sanft und schüttelte den Kopf. Mir musst du nichts vormachen. Sie zuckte andeutungsweise mit den Schultern. "Darr'ha ..." merkte sie noch leiser an. Sei einfach du. 


Sie seufzte leise, nahm das Amulett nach kurzem Zögern jedoch an sich, schloss ihre Finger darum und legte ihre Hand auf die Herzgegend. 
"Ich danke dir" sprach sie ernst. Es klang sehr erleichtert, so als fiele eine schwere Last von ihr ab. Sie schwieg einige Augenblicke, dann suchte sie Mezus Blick. "Verrätst du mir, warum er es nicht mitgenommen hat?!" erkundigte sie sich vorsichtig.
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#30
Mezu legte die Ohren vergnügt auf die Seite und blinzelte ein echtes Lächeln zu Eca. Sie allein von allen Altmer hatte sie noch nie enttäuscht. Keine unlösbaren Rätsel aufgegeben, mit keiner Geste und keinem Wort signalisiert, dass Khajiit oder andere Lebensformen den Altmer unterlegen seien.
Eine echte Freundin; wieder und wieder bewiesen. Mezus Stimme nahm einen zufriedenen, schnurrenden Unterton an, als sie sich endlich entspannte.

"Oh... du kennst ihn doch. Diese ganzen Altmerrrr-Dinge, ja? Stolz... und so."
Mezu zuckte die Schultern, als sei es nicht weiter wichtig.
"Sag mal... hast du diese Fleischkekse selberrr gemacht, ja?" lenkte sie ab. "Diese hätte gerrrne das Rrrrezept, Eca."
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