Eine andere Geschichte....
#21
Murat Vaneri, das hatte das Konvent herausbekommen, war der richtige Name des Jungen, der sich selbst "Dreck Stück" bezeichnete.
Er war aus dem Waisenhaus zu Vulkehlwacht im Alter von 9 Jahren an Magister Honoriel überstellt worden, der schon des öfteren Waisenkinder bei sich aufgenommen und ausgebildet hatte. Nun sass er in der Wohnung des Küsters Maer Anuriel und warf Bauklötze um.
Maer Anruil berichtete, dass der Junge zwar verlaust und dreckig, aber nicht mit einer Untotenseuche infiziert gewesen sei, wie vor allem Failrala befürchtet hatte.
Die Bewahrer versuchten, weitere Informationen aus dem Jungen herauszukitzeln, doch dieser verfügte nur über einen sehr einfachen, beschränkten Wortschatz und konnte die vielen Fragen der Wissenssucher nicht richtig beantworten. Immerhin, fanden sie heraus, war sein vorheriges Zuhause wohl eine Höhle in der Nähe des Strands gewesen, also unterhalb des Funkeltals.
Die Kreaturen, bei denen er wohnte, nannten sich selbst unter anderem Großfrosch und Starmarm und hatten auch "Dreck Stück" seinen Namen gegeben. Sie seien eher klein, sagte Murat aus, nicht so wie die Altmer. Vielleicht Goblins?
Finder, Failrala, Jenassa und Sina beschlossen, den Strandabschnitt unterhalb des Funkeltals abzusuchen, um diese seltsamen Bewohner ausfindig zu machen. Den Jungen überliessen sie der Obhut von Küster Anruil, der ihn wieder in die Gesellschaft der Altmer integrieren wollte, und sich selbst gönnten sie eine wohltuende Rast im Gasthof "zum salzigen Flügel".
Alle freuten sich auf ein heißes Bad, weiche Betten und warme Getränke. Morgen würde man sich auf den Rückweg ins Funkeltal machen und vielleicht mehr herausfinden.
...ist doch natürrlich, oderr? Diese heisst Dolch, weil es das ist, was sie ist. Ja?
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#22
Die Bewahrer beschlossen, statt des Umwegs über das Funkeltal und der beschwerlichen Kletterpartie lieber am Strand von Vulkhelwacht entlang zu gehen, bis man gemäß der Beschreibung des Jungen diese Höhle unterhalb des Funkeltals gefunden habe.
Der Weg zog sich dahin, viel länger als angenommen, und war keineswegs frei von Gefahren. Einige Male mussten Finder, Failrala und Sina auch durch die Priele und Untiefen des großen Meeres waten, um weiter zu kommen.
Doch dann hatten sie den Strandabschnitt unterhalb des Funkeltals erreicht, und tatsächlich fand sich dort ein unscheinbarer Höhleneingang. Die zunächst naturbelassene Höhle erweiterte sich bald zu einem riesigen Goblinbau, der offensichtlich von mehreren hundert Goblins - und schlimmerem - bevölkert war. Die Bewahrer gingen nun äusserst vorsichtig zu Werke, um nicht entdeckt, gefangengenommen und vielleicht sogar gegessen zu werden; doch Sina stürzte unglücklich einen schlecht gesicherten Abhang hinab und verdrehte sich das Knie.
Finder und Failrala retteten sie aus ihrer Misere, in dem sie sich mutig einem ganzen Schwarm Goblins und einer schleimigen fleischfressenden Riesenpflanze stellten. Doch Sinas Sturz ließ die Gefährten eine Art Bücher-Müllkippe finden, in der sich ganz offensichlich jemand versteckt hatte - vermutlich Murat. Die Gefährten packten soviele Bücher, wie sie konnten, und machten sich aus dem Staub. Gegen diese riesige Überzahl an Goblins hatten sie keine Chance.

Draußen am Strand, in sicherer Entfernung zu dem Goblinbau, sichteten sie ihren Fund. Es waren ganz offensichtlich magische Werke aus dem Fundus des Magiers Honoriel aus dem Funkeltal, wohl als Beute von den Goblins nach einem Überfall in den Bau geschleppt. Einige waren angebissen, andere von schweren Goblinhänden verunziert worden; wieder andere waren von dem armen Altmer-Jungen, der sich für einen Goblin hielt, wohl als Ruhestätte verwendet worden. Die meisten waren magische Standardwerke oder belanglose Gemeinplätze, aber zwei Dinge versetzen die Bewahrer in großes Erstaunen.
Zum einen fand sich ein Brief auf feinem Büttenpapier in einem ansonsten wertlosen Buch. Die Schrift war fein, aber groß und deutlich geschrieben, so als rechne der Schreiber damit, einen unfähigen Leser vorzufinden: "WIR GEBEN SIE EUCH, ABER MACHT DAMIT ÄRGER!" war die ganze Botschaft, die unter einem seltsamen, fein eingeprägten Siegel mit einem wehenden Schal zu lesen war.

Wer hatte wem diese Nachricht geschickt? War sie für den Magier gedacht gewesen? Oder für die Goblins...?
Und dann - Failrala hielt es tatsächlich in Händen. "Die Verhaltensweisen der niederen Rassen und ihr Einfluß auf die Kultur der Altmer" - aus dem Besitz des Magiers Honoriel... und fast unversehrt!
Ob es das Original war, musste durch eine Analyse noch aufwendig geklärt werden, aber zumindest die Jagd nach dem letzten der 26 Exemplare dieses Buches war abgeschlossen. Sina war nach einer kurzen Untersuchung ganz aufgeregt und schon fast davon überzeugt, dass es das Original sei.
Sie warnte aber davor, mit ihrem Fund öffentlich aufzutreten. Wer immer die 25 Besitzer der anderen Exemplare ermordet hatte, schreckte sicherlich nicht davor zurück, die Bewahrer anzugreifen, um an das letzte gesuchte Werk zu kommen.

Stinkend und schleimig, aber glücklich schleppten sich die Bewahrer nach Vulkhelwacht zurück und bezogen dort die erste beste Taverne, die ihnen eine Badewanne zur Verfügung stellen konnte. Geschrubbt und in sauberer Kleidung, bei einem Glas Süßwein und einem köstlichen Rehbraten, feierten die Bewahrer ihren Erfolg und besprachen sich darüber, was mit dem gefundenen Buch weiterhin passieren sollte.
Der Brief mit dem seltsamen Siegel - ein wehender Schal... oder Schleier...? deutete auf jeden Fall auf Ärger hin. Ärger, den die Bewahrer derzeit nicht gebrauchen konnten. Daher schien es am besten, das Buch tatsächlich dem Thalmor zu übergeben, wie verlangt. Natürlich würde man eine Kopie für die Bewahrer erstellen...

Einige Wochen später erreichte die Bewahrer in Trümmerhain noch eine Neuigkeit. Murat Vaneri war nicht das einzige Kind, dass dem Magier davongelaufen war; das Konvent Auri-Els zu Vulkhelwacht hatte noch andere Opfer des Magiers ermitteln können. Honoriel hatte seine ihm anvertrauten Schützlinge offensichtlich schwer misshandelt, vielleicht sogar missbraucht, hatte sie hungern lassen und zu harter Arbeit gezwungen. Kein Wunder, dass Murat dachte, es bei den Goblins besser zu haben als bei ihm!
Honoriel aber hinterließ eine stattliche Erbschaft, die nun unter den Waisen und anderen Berechtigten aufgeteilt wurde. Auch die Bewahrer wurden für ihren Einsatz bei der Aufklärung der begangenen Verbrechen bedacht. Ein Anwesen in der Nähe Trümmerhains wurde ihnen auf Wunsch des Konvents zur unbegrenzten Nutzung zur Verfügung gestellt! Diese Großzügigkeit war den tapferen Taten von Failrala, Finder und Haraun zuzuschreiben!


(( Das Matthiissen-Herrenhaus als Anwesen für die gesamte Gilde habe ich soeben für euch freigeschaltet. Viel Vergnügen dort!)
...ist doch natürrlich, oderr? Diese heisst Dolch, weil es das ist, was sie ist. Ja?
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